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Putin: Russland kennt Bauort von "schmutziger Bombe"

Von dpa, pdi

Aktualisiert am 27.10.2022Lesedauer: 2 Min.
Im Video: Wladimir Putin spricht bei einem Diskussionsforum in Moskau. (Glomex) (Quelle: Glomex)
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Die von Russland vorgelegten Beweise zum Bau einer "schmutzigen Bombe" wurden bereits widerlegt. Trotzdem erneuert Wladimir Putin seine Anschuldigungen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat seine Vorwürfe gegen die Ukraine bekräftigt, an einer "schmutzigen Bombe" – also einer Bombe mit atomarem Material – zu bauen. Er wisse auch in etwa, wo dies geschehe, sagte Putin am Donnerstag bei einem Auftritt auf einem Diskussionsforum in Moskau.

Mit Verweis auf Verteidigungsminister Sergej Schoigu fügte er hinzu: "Ich habe Schoigu die Anweisung gegeben, alle Kollegen abzutelefonieren." Der russische Verteidigungsminister sprach bereits mit Kollegen etwa aus den USA, China und Indien über eine solche Bombe. Es gibt dafür keinerlei Beweise. Der Westen und die Ukraine bezeichnen die Anschuldigungen als haltlos. Die Beweise über den Bau einer "schmutzigen Bombe", die der Kreml vorlegen lies, wurden bereits widerlegt.

Russland sei für die schnelle Entsendung einer Beobachtermission der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in die Ukraine, sagte Putin. Der Kremlchef warf Kiew vor, "die Spuren des Baus einer "schmutzigen Bombe" verwischen" zu wollen. Auch die Ukraine hatte IAEA-Experten eingeladen, sich von der Haltlosigkeit der russischen Vorwürfe zu überzeugen.

Putins Atomdrohungen sind Strategie

Bei einer Frage, ob Russland selbst einen Atomwaffeneinsatz erwäge, zeigte der russische Präsident einmal mehr auf die USA. Diese seien das einzige Land, das bisher Atombomben gegen eine andere Nation eingesetzt habe, sagte er mit Blick auf die Bombardierung der japanischen Städte Nagasaki und Hiroshima im Zweiten Weltkrieg.

Frühere russische Behauptungen, die Ukraine könnte etwa auf biologische Waffen zurückgreifen, hatten im Westen die Sorge geweckt, dass Moskau unter einer falschen Identität Taten begehen und dann Kiew dafür verantwortlich machen könnte. Nach Schoigus Anrufen wächst im Westen demnach die Sorge vor einem russischen Atomwaffeneinsatz. Dabei setzt der Kreml auch darauf, eben diese Angst im Westen zu verbreiten, um die westliche Unterstützung der Ukraine zu schwächen. Putins Äußerungen könnten auch diesen strategischen Hintergrund haben.

Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine läuft seit Monaten nicht so, wie von Moskau geplant. Der Vormarsch geriet zunächst ins Stocken, inzwischen sind die russischen Einheiten sogar teilweise in die Defensive geraten. Vor diesem Hintergrund mehren sich Spekulationen über einen möglichen russischen Einsatz taktischer Atomwaffen gegen das Nachbarland. Moskau bestreitet derartige Absichten.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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