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Schwerer Verlust: Ukrainische Eliteeinheit gerät in russischen Hinterhalt


"Ein Desaster"
Ukrainische Eliteeinheit gerät in tödlichen Hinterhalt

Von t-online, cc

Aktualisiert am 01.03.2024Lesedauer: 3 Min.
Mitglieder der ukrainischen Nationalgarde bei einer ABC-Übung in der Region Charkiw.Vergrößern des BildesMitglieder der ukrainischen Nationalgarde bei einer ABC-Übung in der Region Charkiw. (Quelle: Andrii Marienko/AP)
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Ukrainische Streitkräfte geraten in einen russischen Hinterhalt. Viele Elitesoldaten sterben dabei. Auf Fotos sind blutverschmierte Schlauchboote zu sehen.

Für die Ukraine ist die Situation an der Front weiterhin prekär. Knapp zwei Wochen nach der russischen Eroberung des ostukrainischen Awdijiwka haben Kiews Soldaten große Probleme, die Frontlinie in der Region zu stabilisieren. Harte Kämpfe fänden entlang der Linie der Dörfer Tonenke, Orliwka, Semeniwka und Berdytschi statt, teilte der ukrainische Oberbefehlshaber, Olexander Syrskyj, bei Telegram mit.

Eine Hiobsbotschaft erhielt der ukrainische Generalstab unterdessen aus der Region Cherson. Dort waren Eliteeinheiten des 73. Maritimen Sondereinsatzzentrums am frühen Mittwochmorgen in einen russischen Hinterhalt geraten. Offenbar kamen etliche Soldaten dabei ums Leben, wie unter anderem die "Kyiv Post" berichtet.

In der Nähe der Tendra-Nehrung, einer unbewohnten Insel im Südosten der Oblast Cherson, wollten die Spezialeinheiten mit fünf Schlauchbooten auf einer Sandbank landen, gerieten dabei jedoch in einen Hinterhalt russischer Streitkräfte. Drei der Boote wurden versenkt, wobei laut "Kyiv Post" 20 Soldaten starben.

Blutverschmierte Schlauchboote

Das russische Verteidigungsministerium spricht hingegen von bis zu 25 getöteten Ukrainern und einem gefangenen Soldaten. Auf Bildern, die russische Militärblogger im Internet verbreiteten, ist ein Schlauchboot mit den Leichen von sechs Männern zu sehen. Das Boot ist blutverschmiert, die Männer tragen offenbar ukrainische Uniformen.

Der Hinterhalt geht laut russischen Militärbloggern auf das Konto von Spezialkräften der Baltischen Flotte. Zwei russische Elitesoldaten sollen dabei von einer ukrainischen Drohne verletzt worden sein. Das ukrainische Verteidigungsministerium bestätigte inzwischen, dass es an der Stelle einen "erfolglosen Einsatz" mit Toten gegeben habe. Weitere Details wurden nicht genannt.

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Die "Kyiv Post" schreibt dagegen von einem "Desaster" für die ukrainischen Streitkräfte und von einem der schlimmsten Tage für die Spezialeinheit des 73. Maritimen Sondereinsatzzentrums. Ukrainische Militärblogger zeigten sich empört über den Verlust, sie machten die mangelhaften Kommandostrukturen innerhalb der ukrainischen Armee für den gescheiterten Einsatz verantwortlich. "Sie [die Offiziere] geben irgendwelche Befehle, andere geben dagegen ihr Leben."

Die Unzufriedenheit über den Verlauf des Krieges nimmt aus ukrainischer Perspektive zu. Seitdem Präsident Wolodymyr Selenskyj die Militärführung austauschte, hatte die Armee einige schwere Rückschläge zu verzeichnen, der bedeutendste ist der Verlust der Stadt Awdijiwka.

Schwierige militärische Phase für die Ukraine

Kiews neuer Oberbefehlshaber, Generaloberst Syrskyj, ist unterdessen extra an den Frontabschnitt im Donezker Gebiet gereist, um sich einen Überblick über die Lage bei Awdijiwka zu verschaffen. Auch er warf mehreren Kommandeuren Fehleinschätzungen vor. Dadurch seien die ukrainischen Einheiten in Bedrängnis geraten.

Syrskyj sieht sich seit seinem Amtsantritt Anfang Februar nicht nur mit einem eklatanten Mangel an Munition und militärischem Personal konfrontiert. Er muss auch den Umbau der Kommandostrukturen innerhalb der ukrainischen Armee koordinieren. So hatte Selenskyj unter anderem auf wichtigen Positionen verhältnismäßig junge Kommandeure benannt.

Der Führungswechsel fällt in die für die Ukraine vielleicht schwierigste Periode seit Kriegsbeginn vor zwei Jahren: Russland ist an vielen Abschnitten der Front überlegen, Wladimir Putins Truppen versuchen, noch vor den Wahlen in Russland Mitte März weitere prestigeträchtige Erfolge einzufahren. Die Ukraine hingegen will um jeden Preis einen Durchbruch der russischen Armee durch ihre Verteidigungslinien verhindern.

Erfolge konnten die ukrainischen Streitkräfte zuletzt hingegen am Himmel feiern. Dort gelang ihnen erstaunlicherweise der Abschuss mehrerer Kampf- und Aufklärungsflugzeuge der Russen. So hat die ukrainische Luftwaffe nach eigenen Angaben zwei weitere russische Kampfflugzeuge des Typs Suchoi Su-34 abgeschossen. Damit wären seit dem Fall von Awdijiwka bereits ein Dutzend russischer Militärflugzeuge abgeschossen worden. Unabhängige Bestätigungen für alle Abschüsse liegen nicht vor.

Verwendete Quellen
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