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Nawalny-Witwe erhält Friedenspreis in Berlin


"Daran habe ich keinen Zweifel"
Als es um Putin geht, wird der FDP-Chef deutlich

Von dpa, aj

Aktualisiert am 06.06.2024Lesedauer: 2 Min.
Christian Lindner (FDP) und Julia Nawalnaja: Der Finanzminister schickte eine deutliche Botschaft Richtung Kreml.Vergrößern des BildesChristian Lindner (FDP) und Julia Nawalnaja: Der Finanzminister schickte eine deutliche Botschaft Richtung Kreml. (Quelle: Christoph Soeder)
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Der Kremlkritiker Alexej Nawalny starb im Februar in einem russischen Straflager. Seine Witwe will nicht aufgeben. In Deutschland erhält sie einen Freiheitspreis.

Die Witwe und die Stiftung des verstorbenen Kremlkritikers Alexej Nawalny sind mit dem Freiheitspreis der Deutschen Welle ausgezeichnet worden. FDP-Chef Christian Lindner würdigte Julia Nawalnaja bei der Preisverleihung am Mittwoch im Humboldt Carré in Berlin als "starke Partnerin" ihres Mannes. Sie werde nicht aufgeben.

Nawalny selbst sei ein "Superspreader der Gedankenfreiheit" gewesen, sagte der Bundesfinanzminister in seiner auf Englisch gehaltenen Laudatio. "Wie ein Virus wurde er zuerst isoliert und dann auf brutalste Weise unterdrückt. Am Ende hat ihn das Regime – daran habe ich keinen Zweifel – sogar ermordet."

Doch sei Russland nicht identisch mit Präsident Wladimir Putin, fügte Lindner hinzu. "Trotz aller Unsicherheiten dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, dass die Zeit auf unserer Seite ist", sagte Lindner. Putins Zeit laufe ab. "Langfristig wird der Wille, frei zu sein, immer stärker sein als Unterdrückung."

Nalwalny wurde in Russland als Blogger bekannt und war zuletzt der prominenteste Kritiker Putins. Immer wieder wurde der Oppositionspolitiker inhaftiert und mit Prozessen überzogen. Am 16. Februar starb Nawalny unter ungeklärten Umständen in einem sibirischen Straflager.

Nawalnaja: Putin hat meinen Mann getötet, nicht aber seine Ideen

Seine Witwe bekräftigte in ihrer Dankesrede für den "Freedom of Speech Award", dass sie und Nawalnys Anti-Korruptions-Stiftung die Arbeit ihres Mannes weiter führen würden. Putin "hat meinen Mann Alexej Nawalny umgebracht, aber er hat seine Ideen nicht zum Schweigen gebracht", sagte Nawalnaja.

Zugleich warnte sie vor russischen Falschinformationen und falschen Experten auch in der Europäischen Union vor der Europawahl. Putin versuche, seine Agenda aufzuzwingen. "Und immer wieder gelingt ihm genau das", sagte Nawalnaja. Sie schloss mit den Worten: "Wir werden weiter kämpfen." Am Ende werde Meinungsfreiheit über das "Gift der Propaganda" siegen.

"Licht in die Dunkelheit des korrupten und mörderischen Systems"

"Die Anti-Korruptions-Stiftung und Julia Nawalnaja haben es sich zur Aufgabe gemacht, Licht in die Dunkelheit des korrupten und mörderischen Systems der russischen Regierung zu bringen", sagte DW-Intendant Peter Limbourg zur Entscheidung bei der Preisverleihung.

Der "Freedom of Speech Award" der Deutschen Welle wurde zum zehnten Mal verliehen. Die Auszeichnung soll auf die eingeschränkte Pressefreiheit in vielen Regionen der Welt aufmerksam machen. In Russland kann die Deutsche Welle seit Anfang 2022 nicht arbeiten, weil die Akkreditierungen entzogen wurden. Das Büro in Moskau wurde geschlossen. Der Sender wich auf Riga in Lettland aus.

Verwendete Quellen
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