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200. Todestag von Napoleon Bonaparte: Am Ende ließ er seine Männer im Stich

200. Todestag von Bonaparte  

Und am Ende ließ Napoleon seine Männer im Stich

05.05.2021, 10:38 Uhr
200. Todestag von Napoleon Bonaparte: Am Ende ließ er seine Männer im Stich. Napoleon Bonaparte: Der Russlandfeldzug von 1812 entwickelte sich zum Desaster. (Quelle: ullstein bild)

Napoleon Bonaparte: Der Russlandfeldzug von 1812 entwickelte sich zum Desaster. (Quelle: ullstein bild)

Soldat und Kaiser, Reformer und Gewaltmensch: Vor 200 Jahren starb Napoleon Bonaparte. t-online verrät zehn kaum bekannte Fakten über den berühmten Korsen.

Einst hatte er große Teile Europas beherrscht, doch am 15. Oktober 1815 musste Napoleon Bonaparte mit einem kleinen Eiland im Atlantik vorliebnehmen. Denn die Briten hatten ihn auf die Insel St. Helena deportiert: 15 Kilometer lang und 11 Kilometer breit, so groß war sein Verbannungsort.

Und Napoleon war einsam. Nicht nur, dass St. Helena rund 8.000 Kilometer von seinem einstigen Kaiserreich Frankreich und fast 2.500 Kilometer von Afrikas Küste entfernt ist. Zudem wurde er an Land von Soldaten überwacht. Beständig umkreisten zusätzlich zwei Schiffe der Royal Navy das Exil des ehemaligen Herrschers von Frankreich. Napoleons Gegner waren am Ziel, der Mann, der sein Land reformiert und ruiniert hatte, war nach langem Kampf ungefährlich geworden. Am 5. Mai 1821 starb Napoleon schließlich auf der Insel.

Aus Anlass von Napoleons 200. Todestag erinnert t-online mit zehn kaum bekannten Fakten an den berühmt-berüchtigten Herrscher.

1. Napoleon war ein Wüterich

Je mächtiger Napoleon Bonaparte wurde, desto mehr fürchtete ihn seine Umgebung. Selbst Generälen zog er wortwörtlich die Ohren lang, einen Knecht misshandelte er schon mal mit einer Reitpeitsche. Auch vor der eigenen Gattin macht Napoleon nicht halt: Als diese einmal ein ihm nicht genehmes Kleid zu tragen wagte, bespritzte er es mit Tinte. "Seine Gesichtsfarbe schien fast nach Willkür zu erbleichen", beschrieb einmal eine Hofdame Napoleons Launenhaftigkeit.

2. Napoleons Vater war ein Verräter

Ursprünglich befand sich Korsika im Besitz der italienischen Hafenstadt Genua. Zumindest bis 1768, als Frankreich die viertgrößte Insel des Mittelmeers für zwei Millionen Livres erwarb. Sehr zum Verdruss vieler Korsen, auch eines gewissen Carlo Buonaparte, der ein Jahr später Vater eines Jungen namens Napoleone (der sich später Napoleon nennen würde) werden sollte. Buonaparte wollte Korsika unabhängig sehen, er zog mit seinen Landsleuten in den Kampf gegen die Franzosen. Allerdings wenig erfolgreich. Buonaparte wechselte schließlich die Seiten – und wurde zum Kollaborateur. 

3. Napoleon war gar nicht so klein

Immer wieder wird Napoleon Bonaparte als der kleine große Korse bezeichnet. Dabei war der Kaiser mit seinen gut 1,68 Metern durchaus hoch gewachsen – jedenfalls im Verhältnis seiner Zeit. Die Rekruten des französischen Heeres brachten es im Durchschnitt sogar nur auf 1,62 Meter. Allerdings liebten es die Karikaturisten von Napoleons Erzfeind Großbritannien, den Kaiser als recht klein darzustellen.

Krönung: Die Krone Frankreichs setzte sich Napoleon Bonaparte selbst aufs Haupt. Wie seiner Gattin. (Quelle: imago images)Krönung: Die Krone Frankreichs setzte sich Napoleon Bonaparte selbst aufs Haupt. Wie seiner Gattin. (Quelle: imago images)

4. Napoleon hielt sehr wenig von Frauen

Joséphine de Beauharnais, sechs Jahre älter als Napoleon Bonaparte, war die große Liebe des Korsen. Sie musste allerdings viel aushalten. So waren Napoleons Manieren nicht gerade "formidable". Einmal begrüßte Napoleon eine Dame mit den Worten "Man hat mir gesagt, Sie seien hässlich." Eine Hofdame informiert der Kaiser zu anderer Gelegenheit darüber, dass sie laut Gerüchteküche in sexuellen Angelegenheiten "schnell und gut" wäre.

5. Napoleon krönte sich selbst zum Kaiser

Normalerweise stammen Könige aus ehrwürdigen Dynastien, in Luxus geboren, mit Reichtum aufgewachsen. Napoleon, ein Emporkömmling aus Korsika, der seinen Aufstieg nur seiner Skrupellosigkeit und seinem militärischen Erfolg zu verdanken hatte, konnte damit nicht aufwarten. Als am 2. Dezember 1804 seine Krönung zum Kaiser in Paris anstand, entschloss sich Napoleon daher zu einer besonderen Geste. Nicht Papst Pius VII. durfte dem neuen Monarchen die Krone in Form eines goldenen Lorbeerkranzes aufs Haupt setzen. Das machte Napoleon ganz alleine – und demonstrierte der ganzen Welt, dass er es aus eigener Macht so weit gebracht hatte.

6. Napoleon erschloss die Welt des alten Ägyptens

1798 führte Napoleon Bonaparte ein französisches Heer nach Ägypten. Darunter befand sich ein Offizier namens Pierre François Xavier Bouchard, dem 1799 im Nildelta ein besonderer Fund gelang. Er fand die Überreste einer uralten Stele, später als Stein von Rosette bekannt. Die Sensation: Die Inschrift war in drei Sprachen gehalten: Altgriechisch, Demotisch und in Hieroglyphen, der Schrift des untergegangenen antiken Ägyptens. Da Altgriechisch hinlänglich bekannt war, gelang mit dem Stein von Rosette die Übersetzung der Hieroglyphen.

7. Napoleon war ein geschickter Reformer

Mit fast 500 Millionen Franc stand Frankreich um 1800 in der Kreide, zwei Jahre später gelang Napoleon Bonaparte das Unfassbare: Er konnte einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen. Und nicht nur das. Überall im Land wurde daran gearbeitet, das Straßen- und Wasserwegenetz zu modernisieren. Die Herrschaft des Korsen hat allerdings einen Preis, denn Napoleon duldete keinerlei Opposition: Er hatte Frankreich in einen Polizeistaat umgebaut, ein Netz von Denunzianten meldete jede kritische Äußerung.

Napoleon Bonaparte: Der Kaiser der Franzosen starb am 5. Mai 1821 in der Verbannnung auf St. Helena.  (Quelle: ullstein bild)Napoleon Bonaparte: Der Kaiser der Franzosen starb am 5. Mai 1821 in der Verbannnung auf St. Helena. (Quelle: ullstein bild)

8. Napoleon ließ seine Männer im Stich

Mit glänzenden Siegen hatte Napoleon in ganz Europa immer wieder für Furcht gesorgt. Doch ein Gegner wollte sich dem französischen Herrscher nicht beugen: Russland. 1812 marschierte schließlich Napoleons berühmte Grande Armée ins Reich des Zaren ein, fast eine halbe Million Mann aus vielen Teilen Europas. Der Russlandfeldzug wurde spätestens mit dem brennenden Moskau ein Desaster. Auf dem Rückmarsch, besser gesagt der Flucht vor dem eisigen Winter und den russischen Truppen, setzte sich Napoleon nach der Schlacht an der Beresina ab. Während der Kaiser im warmen Schlitten gen Paris eilte, kämpften seine überlebenden Soldaten gegen die Kälte und den Tod.

9. Nach Waterloo wollte Napoleon in die USA fliehen

Rund 100 Tage sollte Napoleon 1815 noch einmal herrschen, am 18. Juni des Jahres erlitt er in der Schlacht bei Waterloo seine letzte große Niederlage. Sich ergeben wollte der Kaiser aber nicht. Napoleon suchte Zuflucht auf der Île-d’Aix an Frankreichs Atlantikküste. Sein Ziel: auf nach Amerika und in den Vereinigten Staaten Asyl ersuchen. Doch daraus wurde nichts, als ein britisches Kriegsschiff erschien. Statt in Amerika landete Napoleon auf St. Helena.

10. Napoleon wurde zuerst in einer Schlucht bestattet

Als Napoleon Bonaparte am 5. Mai 1821 mit höchster Wahrscheinlichkeit an Magenkrebs starb, fand er seine (vor)letzte Ruhestätte in einer Schlucht St. Helenas. Einbalsamiert und in einem Bleisarg bestattet. Entgegen vielen Behauptungen wurde er nach aktuellem Stand der Forschung nicht vergiftet. Erst 1840 kehrte er nach Frankreich zurück: Seitdem liegt der Kaiser der Franzosen im Invalidendom in Paris.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Adam Zamoyski: Napoleon. Ein Leben, München 2018
  • Adam Zamoyksi: 1812. Napoleons Feldzug in Russland, München 2012
  • Anka Muhlstein: Der Brand von Moskau: Napoleon in Rußland, Berlin 2007
  • SWR: Napoleons Körpergröße
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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