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Sachsen erzielt Rekordwert bei Exporten

Von dpa
18.03.2022Lesedauer: 3 Min.
Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig
Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen, spricht. (Quelle: Matthias Rietschel/dpa-Zentralbild/dpa/dpa-bilder)
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Sachsens Wirtschaft hat 2021 Waren im Wert von 44,8 Milliarden Euro ausgeführt und damit einen Rekordwert beim Export erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr war das nach Angaben von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) ein Zuwachs um 21 Prozent. Damit habe man sogar den Wert aus dem bislang stärksten Exportjahr 2017 um neun Prozent überboten, erklärte der SDP-Politiker am Freitag in Dresden. Den größten Anteil der sächsischen Exporte machte demnach der Fahrzeugbau aus. Dahinter rangierte der Maschinenbau. Wichtigster Auslandsmarkt blieb China mit einem Volumen von 7,9 Milliarden Euro.

Thomas Horn, Chef der Sächsischen Wirtschaftsförderung (WFS), sah in der Bilanz ein "Statement" der Unternehmen im Freistaat. Die Internationalität der sächsischen Wirtschaft nehme zu. Jeder dritte Euro werde im Export erzielt. Der Zuwachs lasse sich nicht nur mit Nachholeffekten aus dem ersten Pandemie-Jahr erklären. Für 2021 bilanzierte Horn 20 neue Firmenansiedlungen im Freistaat. Damit seien Ansiedlungen und Erweiterungen im Umfang von knapp 344 Millionen Euro realisiert worden, hieß es. In diesem Zusammenhang seien 1703 neue Jobs entstanden und 446 erhalten worden.

Die Investoren stammen den Angaben nach vor allem aus anderen deutschen Bundesländern, aber auch aus Dänemark, Griechenland, Großbritannien, Japan und Neuseeland. Regionale Schwerpunkte waren Dresden sowie die Region um Chemnitz und Zwickau. Aber auch der ländliche Raum konnte mit Ansiedlungen in Grimma, Döbeln, Plauen und Elterlein profitieren.

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Großen Raum nahmen bei der Vorstellung der Bilanz der Krieg Russlands gegen die Ukraine und seine Auswirkungen auf die Wirtschaft auch in Sachsen ein. Schon jetzt seien Auswirkungen spürbar, so Dulig - auf alle Unternehmen und Verbraucher. Der Minister verwies auf steigende Energiepreise. Für Verbraucher seien die Auswirkungen am sichtbarsten an Tankstellen.

Schon 2013 seien die sächsischen Exporte nach Russland unter anderem wegen des Rubel-Verfalls gesunken. Dieser Trend habe sich durch die Sanktionen massiv verstärkt. Derzeit mache Russland nur noch 1,3 Prozent am sächsischen Gesamtexport aus. Mit einem Volumen von 573 Millionen Euro liege Russland auf Platz 21 der Statistik. 2012 waren es noch 1,3 Milliarden Euro. Der Importanteil beträgt demnach 2,7 Prozent. Die Ukraine rangiere in der Statistik beim Export auf Platz 42 mit einem Anteil von 0,3 Prozent, beim Import seien es 0,4 Prozent.

Dennoch gebe es schwerwiegende Probleme für Unternehmen, zum Beispiel für Maschinenbauer, die traditionell gute Beziehungen zu Russland pflegten, sagte Dulig. Auch der Wegfall der Hermes-Bürgschaften werde den Export weiter erschweren. Die Folgen seien insgesamt noch nicht abzuschätzen. "Dieser Krieg stellt alles in Frage." Schon die Corona-Pandemie habe zu Unterbrechungen der Lieferketten geführt. Es gelte, die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu reduzieren und einen noch stärkeren Fokus auf die europäischen Nachbarn zu richten.

Nach den Worten von Dulig und Horn wurden alle Kontakte und Projekte auf dem russischen Markt gekappt. "Da ist jetzt für uns erst einmal Schluss", sagte Horn. Es gebe momentan keine Vertrauensbasis und Grundlage für die Zusammenarbeit. Dulig rechnet damit, dass die wirtschaftliche Kooperation mit Russland für längere Zeit gegen Null tendiert. Inwieweit ein Neuaufgang unter anderen Voraussetzungen erfolgen könne, sei spekulativ. Unter den jetzigen Herrschaftsverhältnissen sei das kaum vorstellbar.

Dulig und der WFS-Chef äußerten sich auch zum Investment des US- Konzerns Intel. Dabei hatte Magdeburg die sächsische Bewerbung mit einem Standort in Raum Leipzig ausgestochen. Laut Horn hatten sich mehr als 50 Standorte in zehn Staaten Europas beworben. Man wolle mit Intel noch einmal ins Gespräch kommen, warum Sachsen nur die "Silbermedaille" bekommen habe. Dulig zufolge wird aber auch der Freistaat von der Ansiedlung in Magdeburg profitieren. Man werde auch in Zukunft Chancen für Ansiedlungen in dieser Größenordnung haben.

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