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Weltmeister Götze und Schürrle werden zum BVB-Problem

WM-Helden nicht in Form  

Götze und Schürrle werden zum BVB-Problem

19.01.2017, 12:33 Uhr | t-online.de

Weltmeister Götze und Schürrle werden zum BVB-Problem. WM-Helden mit Sand im Getriebe: Mario Götze (li.) und André Schürrle. (Quelle: imago images/DeFodi)

WM-Helden mit Sand im Getriebe: Mario Götze (li.) und André Schürrle. (Quelle: DeFodi/imago images)

Von Mark Weidenfeller

Die magische Nacht von Rio de Janeiro ist lange her. Am 13. Juli 2014 schossen André Schürrle und Mario Götze die deutsche Nationalmannschaft mit einem inzwischen schon legendären Zusammenspiel zum vierten WM-Titel und katapultierten sich über Nacht auf den Königsthron des Fußballgeschäfts.

Weiter nach oben konnte das Duo nicht mehr kommen. Der Absturz, der dann folgte, war jedoch ebenfalls nicht vorauszusehen. Knapp zweieinhalb Jahre später sind beide über Umwege und für insgesamt 52 Millionen Euro bei Borussia Dortmund gelandet. Geholfen haben sie dem BVB bislang nicht.

"Es hat nicht so hingehauen, wie es sollte", bilanzierte Schürrle in einem Interview mit dem "Kicker". Der heute 26-Jährige war nach glücklosen Stationen beim FC Chelsea und dem VfL Wolfsburg von seinem ehemaligen Jugend-Trainer Thomas Tuchel im vergangenen Sommer zum BVB gelotst worden. 30 Millionen Euro ließen sich die Schwarz-Gelben die Dienste des Flügelstürmers kosten, bekommen haben sie dafür bislang: sieben Bundesligaspiele, kein Tor und lediglich zwei Einsätze über 90 Minuten. Nach ordentlichem Start verletzte sich Schürrle am Knie, fing dann zu früh wieder an und erlitt einen Rückschlag. 75 Prozent aller Pflichtspielminuten verpasste er.

Götze selbstkritisch: "Durchaus ausbaufähig"

Der Arbeitsnachweis von Kumpel Mario Götze sieht nicht viel besser aus. Der ehemals verlorene und dann zurückgewonnene Sohn hat nach seiner Rückkehr vom FC Bayern, wo er sich nie durchsetzen konnte, zehn Bundesligaspiele absolviert und dabei einen Treffer erzielt. Die Hälfte aller Partien musste er aufgrund von Fitnessrückstand, kleineren Verletzungen oder Formschwankungen in sitzender Position verfolgen. „"Statistisch gesehen war das durchaus ausbaufähig", sagte Götze ebenfalls dem "Kicker" und schob nach: "Wir haben uns das alles ein bisschen anders vorgestellt."

Noch nicht angekommen

Die beiden Top-Transfers des BVB, der im Sommer mit Investitionen von rund 112 Millionen Euro (laut transfermarkt.de) einen neuen Bundesligarekord aufgestellt hatte, sind noch nicht angekommen in Dortmund und werden damit immer mehr zum Problem. Denn das junge Team ist derzeit noch nicht in der Lage, solch prominente Ausfälle zu verkraften.

Das Ergebnis nach 16 Spieltagen: Platz sechs, Spitzenreiter Bayern München ist trotz einiger eigener Ausrutscher schon wieder zwölf Punkte enteilt, selbst die Qualifikation für die Champions League ist derzeit in Gefahr. "In der Bundesliga – das geben wir offen zu – haben wir mit Sicherheit vier bis fünf Punkte zu wenig geholt", bilanziert Sportdirektor Michael Zorc in der "Bild".

Doch Schürrle und Götze sind bei weitem nicht die einzigen undichten Stellen im fragilen BVB-System, das noch immer sehr unter den Abgängen von Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan leidet. Denn auch die anderen Neuzugänge konnten – bis auf wenige Ausnahmen – noch nicht allzu viel von ihren teils erheblichen Ablösesummen zurückzahlen.

Nur Dembélé schlägt gleich ein

Der Ex-Bayer Sebastian Rode (12 Millionen Euro) hat ganze zwei Bundesligaspiele über 90 Minuten absolviert, Marc Bartra (8 Millionen) immerhin sieben, der oft verletzte Raphael Guerreiro (12 Millionen) lediglich drei. Als einzige echte Verstärkung entpuppte sich der 19-jährige Ousmane Dembélé (15 Millionen), der das Offensivspiel mit seinem Tempo deutlich belebt und schon elf Scorerpunkte gesammelt hat.

Der junge Franzose und Pierre-Emerick Aubameyang (16 Treffer) hatten gemeinsam bei 23 von 35 Dortmunder Toren entweder direkt oder indirekt ihre Füße im Spiel und sind damit die vierbeinige Lebensversicherung des BVB. Sobald einer der beiden nicht funktioniert, hakt es in der Abteilung Attacke. Problem dabei: Den Auftakt ins neue Jahr werden beide aller Voraussicht nach verpassen. Aubameyang weilt mit der Nationalmannschaft Gabuns beim Afrika Cup, Dembélé kann sich derzeit nach einer Zerrung am Hüftbeuger nur in gemäßigtem Tempo bewegen.

Reus bleibt weiter ein Sorgenkind

Erste Alternativen in der Offensive sind jetzt Götze und Schürrle, die gemeinsam mit dem immer wieder verletzten Sorgenkind Marco Reus für die nötige Gefahr sorgen und ihre Ausbeute von jeweils zwei Torbeteiligungen ausbauen sollen. Schürrle könnte von Tuchel ganz nach vorne in die Spitze gezogen werden, Götze wäre dann für die richtigen Zuspiele zuständig.

Die beiden WM-Helden sind also gefordert und können nun endlich zeigen, dass der Glanz von damals noch nicht ganz abgebröckelt ist und das Zusammenspiel auch außerhalb des Maracana-Stadions funktioniert. "Es steht außer Frage, dass wir eine sehr, sehr gute Mannschaft mit enormer Qualität sind", so Götze. "Wenn es uns in der zweiten Saisonhälfte gelingt, konstanter zu spielen, ist auf jeden Fall noch viel drin." Jetzt gilt es.

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