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Kritik von Kimmich und Lewandowski: Wer gewinnt den Machtkampf beim FC Bayern?

Kritik von Kimmich und Lewandowski  

Wer gewinnt den Machtkampf beim FC Bayern?

Aus München berichtet Patrick Mayer

17.07.2019, 20:37 Uhr
Kritik von Kimmich und Lewandowski: Wer gewinnt den Machtkampf beim FC Bayern?. Von links: Hasan Salihamidzic, Uli Hoeneß, Manuel Neuer und Niko Kovac spüren zunehmenden Transferdruck beim FC Bayern. (Quelle: imago images)

Von links: Hasan Salihamidzic, Uli Hoeneß, Manuel Neuer und Niko Kovac spüren zunehmenden Transferdruck beim FC Bayern. (Quelle: imago images)

Robert Lewandowski und Joshua Kimmich schlagen wegen des Transferstaus in München Alarm. Derweil bremst Sportdirektor Hasan Salihamidzic Trainer Niko Kovac öffentlich ein. Werden die Bayern nervös?

So langsam darf wohl eine unpopuläre Frage rund um die Säbener Straße 51 in München gestellt werden: Verzockt sich der FC Bayern in diesem Transfersommer?

Die Topstars der Szene schließen sich lieber anderen Elite-Klubs an. Jüngstes Beispiel: Der Wechsel von Abwehrjuwel Matthijs de Ligt von Ajax Amsterdam zu Juventus Turin.

Der FC Bayern kann nur zuschauen

Und die Bayern? Schauen nur zu – und zerfleischen sich nun sogar selbst, martialisch gesprochen. So übte Superstar Robert Lewandowski in einer Presserunde auf der USA-Tour des Rekordmeisters deutliche Kritik an den aktuell wenig zielführenden Transferbemühungen.

"Wenn du auf Topniveau spielen willst und daran denkst, alle Titel zu gewinnen, dann brauchst du auch Verstärkungen in der Mannschaft", sagte der polnische Stürmer auf einem Termin in Los Angeles: "Das ist der Grund, warum wir auf die Transfers warten. Sonst wird es schwierig, um große Titel zu spielen."

Robert Lewandowski ist besorgt

Der 30-jährige Angreifer legte noch nach, dabei war er zuletzt zahm geworden, nachdem er mehrere Transfersommer in Folge vergeblich seinen Abgang forciert hatte. Jetzt soll er stattdessen seinen Vertrag vorzeitig verlängern, doch Lewandowski ist besorgt um die Wettbewerbsfähigkeit seiner Mannschaft.

"Ich hoffe, dass der Vorstand und die Leute, die daran arbeiten, uns als Mannschaft verstärken. Nicht nur mit jungen Spielern, sondern auch mit Spielern, die direkt top in der Welt sind", sagte er: "Das ist klar unser Wunsch, und ich hoffe, dass das in den nächsten Tagen passiert."

Lewandowski tat etwas, was er überwunden zu haben schien: Die Qualität der eigenen Kollegen anzweifeln. Man wisse, sagte er scharf, "dass die Bayern in den letzten zwei Jahren wohl keinen großen Transfer gemacht haben".

Eine Aussage wie eine bayerische Watschn' für die 2018-Zugänge Leon Goretzka und Serge Gnabry sowie die Verpflichtungen 2017, namentlich Niklas Süle, Kingsley Coman und Corentin Tolisso. 

Auch Kimmich mahnt

Allein Lewandowski zu beschwichtigen, ist dem Vernehmen nach sehr schwierig. Auch Leader Joshua Kimmich wählte deutliche Worte.

"Wir haben viele Spieler mit hoher Qualität, aber ob das von der Breite her am Ende ausreicht, um damit in die Saison gehen zu können? Man sieht das auch daran, wie viele Jugendspieler uns auf der USA-Tour begleiten. Wir haben aktuell 17 Feldspieler", meinte der 24-Jährige im Gespräch mit "Sport1": "Wenn man in der Champions League aber wirklich was reißen will, dann könnten wir vielleicht noch den einen oder anderen brauchen."

Den Anfang als Mahner hatte Kapitän Manuel Neuer gemacht, mittels seines Beraters. "Manuel ist erfolgsorientiert. Mein Eindruck ist, dass der Abstand zu den vier englischen Top-Teams schon gravierend ist und der Münchner Kader aktuell noch nicht entsprechend – also konkurrenzfähig – aufgestellt ist, um auch die Ziele von Manuel ernsthaft anzugehen", sagte Thomas Kroth der "Süddeutschen Zeitung" und stellte klar: "Er will noch mal die Champions League gewinnen."

Trainer Niko Kovac hatte reagiert, kürzlich laut "Kicker" vier Neuzugänge gefordert. Wie die "Bild" nun berichtet, brachte der kroatische Coach ebenso viele Wünsche bei den Bayern-Bossen vor, diese hätten aber abgelehnt. Demnach ging es um Kovacs' kroatische Landsleute Mario Mandzukic (33 Jahre/Juventus) und Ivan Perisic (30/Inter Mailand).

Florian Neuhaus würde Zündstoff bergen

Doch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, Präsident Uli Hoeneß und Sportdirektor Hasan Salihamidzic sollen sich angeblich nicht nur gegen die routinierten Offensivspieler, sondern auch gegen die Youngster Florian Neuhaus (22) und Denis Zakaria (22/beide Gladbach) entschieden haben. Auf der einen Seite ist das Nein der Führungsriege nachvollziehbar.

Mandzukic und Perisic stünden altersbedingt nicht für den Umbruch. Und Neuhaus wurde beim Lokalrivalen TSV 1860 München ausgebildet. Zwar spielen die Münchner Löwen nur noch Dritte Liga, in der organisierten Fanszene der Bayern sind sie aber bis heute Feindbild Nummer eins.

Salihamidzic bremst Kumpel Kovac ein

Umgekehrt ist Neuhaus eines der größten Talente des deutschen Fußballs, das bewies der Mittelfeldspieler bei der U21-EM, als er mit Deutschland Zweiter wurde. Zudem stammt er aus Landsberg am Lech unweit der bayerischen Landeshauptstadt, und würde damit bestens ins Hoeneß’sche Idealbild passen. Es zeigt das Dilemma der Bayern. Denn offensichtlich sind sich Trainer und Chefs uneins – schon wieder.

So bremste Salihamidzic Kumpel Kovac via "Sport Bild" ein. "Niko macht sich Gedanken über die neue Saison, das ist normal. Wir als Klub müssen dabei immer schauen: Wie finanzieren wir unsere Planungen?", meinte der Bosnier: "Außerdem müssen wir entscheiden: Was brauchen wir aktuell, was entwickeln wir für die Zukunft?"


Doch die Führungsspieler schlagen unisono Alarm, sicher auch mit Blick auf den Bundesliga-Kontrahenten Borussia Dortmund. Der BVB wird übrigens seit Monaten mit Mandzukic in Verbindung gebracht. Und hat bewiesen, dass in Westfalen Fakten geschaffen werden, während im Süden gezögert wird – und nun auch gehadert.

Verwendete Quellen:

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