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Eine Schwachstelle wird dem FC Bayern zum VerhÀngnis

Von Patrick Mayer, MĂŒnchen

Aktualisiert am 17.08.2019Lesedauer: 3 Min.
Bitterer Abend fĂŒr alle Bayern-Spieler. Hier im Bild: Thiago (links), Kimmich (hinten) und SĂŒle.
Bitterer Abend fĂŒr alle Bayern-Spieler. Hier im Bild: Thiago (links), Kimmich (hinten) und SĂŒle. (Quelle: imago-images-bilder)
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Auch zum Bundesliga-Start bekommt der FC Bayern eine Schwachstelle nicht in den Griff und verspielt deshalb den Sieg gegen Hertha BSC. Eine Analyse.

Es war selbst fĂŒr MĂŒnchner VerhĂ€ltnisse ein aufregender Abend, wĂ€hrend und nach dem 2:2 zum Bundesliga-Auftakt gegen Hertha BSC. 22.40 Uhr in der Allianz Arena: Uli Hoeneß schritt nachdenklich durch die Katakomben in Richtung Kabine des FC Bayern. 22.41 Uhr: Leader Joshua Kimmich kam ebenso nachdenklich aus beschriebener Kabine des Rekordmeisters und sagte – nichts. Obwohl Kimmich eigentlich nach jedem Spiel was zu sagen hat.

FC Bayern lÀsst gegen Hertha zwei Punkte liegen

WĂ€hrenddessen und kurz darauf bestĂ€tigten Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, was den Tag ĂŒber durchgesickert war: Philippe Coutinho, (Noch-) Offensivstar des FC Barcelona, wird ein MĂŒnchner. Zumindest als Leihspieler, berichtete Rummenigge.

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Und weil die Erleichterung nach der Leihe von Angreifer Ivan Perisic unter der Woche und der Gewissheit ĂŒber den Coutinho-Deal offenbar so groß war, verkĂŒndete Salihamidzic, dass auch der 20-jĂ€hrige Franzose Michael Cuisance (Gladbach) „ein Spieler des FC Bayern wird“. Diese Nachrichten ĂŒberlagerten das weniger Erfreuliche: Der Meister hatte bei seiner Mission Titelverteidigung zwei Punkte liegen gelassen. Und das gleich zum Start.

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Bayern kommen Marko Grujic nicht hinterher

Weil den Bayern eine Schwachstelle zum VerhĂ€ngnis wurde, die sie seit Wochen nicht beheben können: MĂ€ngel im Umschaltspiel nach Ballverlust. Anders formuliert: eine behĂ€bige RĂŒckzugsbewegung. Im Audi Cup resultierten beide Gegentore in der regulĂ€ren Spielzeit gegen Tottenham Hotspur aus diesem Makel.

Auch beide Gegentreffer im Supercup (0:2) beim BVB fielen unter diese Kategorie. Diesmal ließen sich die Bayern beim 1:2 durch Berlins Liverpooler Leihspieler Marko Grujic (39. Minute) auskontern, weil keiner dem Serben hinterherkam und keiner den - zugegeben herrlichen – Chipp-Ball von Vedad Ibisevic zuvor unterbinden konnte.

FC Bayern: Thomas MĂŒller hadert

„Das Spiel ist schwer zu greifen. Wenn man so auftritt, von der Dominanz her, gewinnt man wahrscheinlich neun von zehn Spiele gegen die Hertha“, meinte Thomas MĂŒller nach der Partie in der Mixed Zone: „Heute war das eine Spiel. Es ist so viel zusammengekommen, dass wir 2:2 spielen, ohne, dass wir uns viele VorwĂŒrfe machen mĂŒssen.“ Was so nicht ganz stimmte. Das zweite Tor mĂŒsse er sich nochmal genau anschauen, sagte der Weltmeister.

Nachdenklich nach der Partie: Bayern-Profi Thomas MĂŒller.
Nachdenklich nach der Partie: Bayern-Profi Thomas MĂŒller. (Quelle: imago-images-bilder)

Sein Boss, Rummenigge, hatte genau das von der TribĂŒne aus getan und meinte danach vor der Presse: „Wir haben hinten bei den zwei Gegentoren nicht gut ausgesehen, das muss man fairerweise anmerken.“ Beim 1:1 durch den Ex-DĂŒsseldorfer Dodi Lukebakio (36.) griffen die MĂŒnchner den StĂŒrmer schlicht zu spĂ€t – es war bereits das fĂŒnfte Tor des 21-jĂ€hrigen Belgiers gegen die Bayern im dritten Spiel hintereinander!

Riskantes 4-3-3 von Niko Kovac

Was MĂŒller einen „abgefĂ€lschten Verzweiflungsschuss“ nannte, war wohl auch auf das riskante 4-3-3-System von Coach Niko Kovac zurĂŒckzufĂŒhren. Thiago, der sich defensiv teils weit absetzte, ist nicht gerade ein Express-Spieler. Und das Pressing mit dem hochstehenden Corentin Tolisso sowie MĂŒller, der vorne viele Freiheiten bekam, funktionierte nur phasenweise, sodass immer wieder riesige LĂŒcken im Mittelfeld klafften, die die MĂŒnchner beim Ausgleich nach vorheriger FĂŒhrung durch Robert Lewandowski (24.) nicht mehr schließen konnten. Dass der polnische Superstar per Strafstoß (60.) nochmal traf, rettete wenigstens einen Punkt.

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Doch: Das zweite Gegentor hatte eine mittlerweile altbekannte SchwĂ€che bestĂ€tigt. „Wenn man sieht, welchen Aufwand wir betreiben, wir hoch wir mit der Kette spielen. NatĂŒrlich ist es dann mal so, dass man einen einfachen Ballverlust in der VorwĂ€rtsbewegung hat, der heute direkt bestraft wurde“, meinte Verteidiger Niklas SĂŒle auf Nachfrage von t-online.de und beschwichtigte umgehend: „Wir haben heute gegen Hochgeschwindigkeitsspieler gespielt, waren trotzdem immer eins gegen eins hinten.“

Immer, bis auf die Szenen gegen Lukebakio und Grujic. SĂŒle gab sich trotzig. „Wir spielen das jetzt schon so, seit ich hier bin. Ich habe mich daran gewöhnt, 90 Minuten lang eins gegen eins gegen einen StĂŒrmer an der Mittellinie zu stehen“, sagte der 23-jĂ€hrige Abwehrmann. „Wir werden das jetzt nicht Ă€ndern.“ Ob Kollege MĂŒller derselben Meinung ist? „FĂŒhlt sich ein bisschen komisch an“, sagte der Angreifer, bevor er in die MĂŒnchner Nacht verschwand: „Vom GefĂŒhl her ist es erstmal eine riesige EnttĂ€uschung.“

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