Sie sind hier: Home > Sport > Fußball > Kolumne - Berti Vogts >

Berti Vogts: Es gibt den perfekten neuen Job für Jogi Löw

MEINUNGNach der EM 2021  

Das ist der perfekte neue Job für Jogi Löw

Eine Kolumne von Berti Vogts

10.03.2021, 18:34 Uhr
Berti Vogts: Es gibt den perfekten neuen Job für Jogi Löw. Wie könnte es für Joachim Löw nach der EM weitergehen? Darüber hat sich t-online-Kolumnist Berti Vogts (r.) Gedanken gemacht. (Quelle: imago images/t-online)

Wie könnte es für Joachim Löw nach der EM weitergehen? Darüber hat sich t-online-Kolumnist Berti Vogts (r.) Gedanken gemacht. (Quelle: t-online/imago images)

Alle Welt fragt sich, wer auf Joachim Löw als neuer Bundestrainer folgt. Doch was macht der 61-Jährige nach seinem Rücktritt? Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten.

Aktuell diskutieren alle über die potenziellen Nachfolgekandidaten für Joachim Löw als Bundestrainer. Wird es Liverpools Jürgen Klopp? Kommt Bayerns Hansi Flick? Oder zaubert der DFB am Ende einen anderen Trainer aus dem Hut?

Was mich momentan aber mindestens genauso sehr interessiert, ist, wie es nach dem Sommer für Jogi weitergeht.

Vorweg: Ich habe keine Antwort darauf.

Aber als ehemaliger Bundestrainer (Berti Vogts hat den besten Punkteschnitt aller Bundestrainer; Anm. d. Red.) möchte ich meinem Nachfolger gerne ein paar Ratschläge mit auf den Weg geben, die ihm bei der Entscheidungsfindung hoffentlich weiterhelfen.

Die Fußballwelt braucht Löw

Denn ich finde, dass Jogi nach der EM mit seinen 61 Jahren noch nicht in Rente gehen sollte. Ähnlich äußerte sich Jogi ja inzwischen selbst. Und natürlich hätte er die vorzeitige Rente verdient. Aber ein Toptrainer mit seinen Fähigkeiten und Fachkenntnissen wird in der Fußballwelt gebraucht!

Mein Ratschlag: Jogi, nimm dir nach der EM 2021 alle Zeit, die du brauchst. Reise um die Welt. Schau dir das an, was du schon immer mal sehen wolltest. Und wenn Du merkst, dass es zu sehr unter den Fingerspitzen juckt und du zurück in die Fußballwelt möchtest, suchst du dir ein spannendes Projekt.

Und ich bin mir sicher: Lange wird er darauf nicht warten müssen. Denn Jogi wird sich vor Jobangeboten nach seiner Zeit beim DFB nicht retten können. Als Bundestrainer genießt du in vielen Ländern der Welt höchstes Ansehen.

Schwere Entscheidung

Nur wie entscheidet man dann, welcher Job der richtige ist? Hier eine kleine Hilfestellung.

Ich würde an seiner Stelle sofort alle Angebote von Vereinen ablehnen. Jogi war so lange Nationaltrainer und ist an diese Taktung gewöhnt. Den täglichen Stress eines Ligajobs sollte er sich nicht mehr antun.

Und hat man erst einmal die Vereinsangebote ausgesiebt, gibt es noch zwei Möglichkeiten für ihn:

Erstens: Der Job als Nationaltrainer

Als Nationaltrainer stünde Jogi weiter auf dem Trainingsplatz und würde somit Spieler individuell weiterentwickeln können. Ich persönlich habe als Nationaltrainer von Kuwait, Schottland, Nigeria und Aserbaidschan die Fußballwelt noch mal ganz neu kennengelernt – und auch jede Menge Spaß dabei gehabt.

Berti Vogts: Von 2002 bis 2004 trainierte er die Nationalmannschaft Schottlands. (Quelle: imago images/Sven Simon)Berti Vogts: Von 2002 bis 2004 trainierte er die Nationalmannschaft Schottlands. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Meine schottischen Auswahlspieler haben mir beispielsweise den Golfsport nähergebracht und ich lernte Nigerias Kapitän Nwankwo Kanu – einen der tollsten Menschen überhaupt – kennen. Ähnliches gönne ich auch Jogi.

Ich kann ihn mir sehr gut als Nationaltrainer der USA oder der Schweiz vorstellen. Das wäre perfekt. Beide Nationen haben großes Potenzial, stehen aber bei Weitem nicht so im Fokus wie das deutsche Team. Jogis Know-how würde beide Mannschaften in ihrer fußballerischen Entwicklung voranbringen. Und für ihn wäre es eine tolle Station zum Ende seiner Karriere.

Zweitens: Der Job als Verbandsmitarbeiter

Jogi könnte mit seiner Erfahrung auch einen Fußballverband führen. Es wäre etwas völlig anderes als der Trainerjob, aber er würde dann die grundsätzliche fußballerische Entwicklung eines ganzen Landes prägen. Eine spannende Aufgabe, oder?

Am Ende muss er ohnehin selbst entscheiden, was das Beste für ihn ist. Und ich bin mir sicher: Er wird die richtige Entscheidung treffen.

Die Suche nach dem Löw-Nachfolger

Womit wir dann doch noch mal zu seiner Nachfolger-Diskussion wechseln. Ich persönlich bleibe dabei: Es gibt keinen besseren für den Job als Jürgen Klopp. Natürlich habe ich vernommen, dass er vor dem Champions-League-Spiel seines FC Liverpool gegen RB Leipzig erst einmal abgesagt hat. Doch was sollte er auch anderes tun?

Klopp steht bei Liverpool langfristig unter Vertrag und hat extrem wichtige Wochen vor sich. Er musste in dieser ungünstigen Situation einfach absagen. Denn mit jeder anderen Reaktion hätte er für noch viel größeres Aufsehen gesorgt.

Aber ich glaube, dass im Fall Klopp noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Was, wenn er weiter mit Liverpool verliert? Irgendwann wird auch ein Weltklasse-Trainer wie er mal rausgeschmissen. Und dann?

Klopp wird wohl nicht direkt nach der EM 2021 die deutsche Nationalmannschaft übernehmen. Aber vielleicht ja 2022. Das wäre der ideale Zeitpunkt, um sein eigenes Team aufzubauen und den Titelgewinn für die Heim-EM 2024 als Ziel auszurufen.

In diesem Fall müsste Oliver Bierhoff eine Zwischenlösung als Bundestrainer installieren. Keine einfache Aufgabe. Aber hat man die Perspektive Klopp, muss man genau diese Lösung finden. 

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Alba Modatchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal