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Neymar nach Saudi-Arabien: "Wie ignorant kann man eigentlich sein?"


Wie ignorant kann man eigentlich sein?


Aktualisiert am 17.08.2023Lesedauer: 3 Min.
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Neymar: Verabschiedet sich des Geldes wegen aus Europa.Vergrößern des Bildes
Neymar: Verabschiedet sich des Geldes wegen aus Europa. (Quelle: IMAGO)

Der Brasilianer Neymar, der einst als Weltfußballer-Nachfolger von Messi und Ronaldo gehandelt wurde, wechselt nach Saudi-Arabien und kassiert dort fortan noch mehr Geld. Wie kann man seine Karriere nur freiwillig so beenden?

Er stand für Tore, Tricks, Tempo, Leichtigkeit. Samba-Fußball. Die ganz große Show. Genau das, wonach sich die Fans sehnten.

Logisch also, dass Neymar schon mit 21 Jahren von São Paulo für satte 88 Millionen Euro nach Europa wechselte. Begeisterung pur damals, nicht nur beim FC Barcelona, wo er fortan spielen sollte. Kinder in ganz Spanien, Deutschland, England kauften seine Trikots. Er war ein Held. Ein Vorbild. Das brasilianische Jahrhunderttalent, das irgendwann Lionel Messi und Cristiano Ronaldo als Weltfußballer beerben sollte.

All das ist allerdings schon viele Jahre her.

Heute steht Neymar immer noch für die große Show, nur dreht er keine Hollywood-Blockbuster mehr, sondern billige Schmierenkomödien.

Er steht für theatralische Weinkrämpfe auf dem Platz, Schwalben, Partys, private Eskapaden. Und spätestens seit dieser Woche vor allem für Geldgier. Am Dienstag wurde öffentlich, dass er vom Scheich-Klub Paris nach Saudi-Arabien wechselt, wo er künftig 100 Millionen Euro pro Saison kassiert. Und somit noch mal 57 Millionen mehr als in Frankreich. Damit begräbt er seine Fußballkarriere im Wüstensand. Und während einer wie Harry Kane nach München zum FC Bayern wechselt, um sportlichen Erfolg zu haben, schlägt Neymar lieber im Fußball-Niemandsland auf. Mit diesem Wechsel entlarvt er sich selbst.

Wie die britische "Sun" nun berichtet, richtete Neymar neben dem Megagehalt weitere Wünsche an seinen neuen Arbeitgeber: Acht Luxusautos, ein Bentley Continental GT, ein Aston Martin DBX und ein Lamborghini Huracán. Die freie Nutzung eines Privat-Jets. Ein Haus mit mindestens 25 Räumen, drei Saunen und einem riesigen Pool. Diese zusätzlichen Forderungen sind eine Frechheit.

Seine Flucht zeigt aber vor allem mehr als jede andere, dass ihm der Sport inzwischen egal ist. Er ist der Inbegriff allen Übels des modernen Profifußballs. Und es bleibt die Frage: Wie kann man sich seine Karriere nur so sehr ruinieren?

Jeder Kreisliga-Kicker würde viel dafür geben, um nur halb so viel Talent wie er zu haben. Das macht wütend. Das darf alles nicht wahr sein. Und allein schon die sportliche Seite macht fassungslos, dabei hängt da noch viel mehr dran.

Und die Menschenrechtslage?

Die problematische Menschenrechtslage in Saudi-Arabien? Egal. Die durchschnittlich 129 Hinrichtungen pro Jahr zwischen 2015 und 2022 im Land? Pssst. Wie ignorant kann man eigentlich sein?

Nun könnte man entgegnen, dass Cristiano Ronaldo ja auch nach Saudi-Arabien gewechselt ist. Stimmt. Und deshalb sollte man auch diesen Transfer aus politischer Perspektive durchaus kritisieren. Nur gibt es aus sportlicher Sicht einen gravierenden Unterschied: Ronaldo war zum Zeitpunkt seines Wechsels 36 Jahre alt. Seine große Karriere ist längst vorbei. Neymar hingegen ist erst 31, also im besten Fußballeralter. Mit 31 wurde Philipp Lahm noch Weltmeister. Was ist los mit Neymar?

Man könnte auch entgegnen: Sadio Mané ist doch gerade mit erst 31 nach Saudi-Arabien gewechselt. Auch das stimmt. Das war der, der seinem Bayern-Kollegen Leroy Sané einfach ins Gesicht geschlagen hat. Aber man sollte Mané gar nicht erst mit Neymar vergleichen. Der Brasilianer ist fußballerisch viel besser. Zwei Level darüber. Und gerade das macht es doch so bitter.

Nichts wäre schöner, als in den nächsten Jahren einen Weltfußballer Neymar mit all seiner Klasse in guter Form in einer der europäischen Topligen Fußball spielen zu sehen. So ist es aber nicht.

Neymar steht für ein uneingelöstes Versprechen

Zugegeben: Er war in den vergangenen Jahren oft verletzt, vielleicht spielt sein Körper nicht mehr mit. Aber auch daran ist er doch selbst schuld. Ist seine Verletzungsanfälligkeit nicht vor allem in seinem Lebenswandel begründet? Party und Alkohol. Dafür steht Neymar. Nicht etwa für Waldläufe oder Zusatzeinheiten. Während Ronaldo früher trainierte, gesund aß und abends in der Eiskammer regenerierte, ließ es Neymar in Nachtklubs krachen. Mit solch einem Lebenswandel steigt die Chance, sich regelmäßig zu verletzen, doch ins Unermessliche.

Und so steht er zehn Jahre nach seinem Wechsel nach Europa nur noch für eins: Das uneingelöste Weltfußballer-Versprechen. Was ist nur aus dem Jungen geworden, der von Brasilien aus aufbrach, um die Fußballwelt zu erobern?

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