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WM-Check: Auf diesen Dänen muss Frankreich aufpassen


t-online.de-WM-Check, Gruppe C  

Auf diese Gegner muss Frankreich aufpassen

Von Lutz Pfannenstiel

16.06.2018, 09:58 Uhr
WM-Gruppencheck von t-online.de-Experte Lutz Pfannenstiel (Screenshot: Imago)
Alle WM-Gruppen: Ihre Teams, ihre Stars und ihre Favoriten

Favoriten, Überraschungen, Enttäuschungen: Das sind die WM-Gruppen, ihre Teams, ihre Stars und ihre Favoriten. (Quelle:  t-online.de)

Favoriten, Überraschungen, Enttäuschungen: Das sind die WM-Gruppen, ihre Teams, ihre Stars und ihre Merkmale. (Quelle: t-online.de)


In Gruppe C ist Frankreich der große Favorit. Mit Australien und Peru warten rustikale Teams. Dazu kommen die Dänen  bei denen t-online.de-Experte Lutz Pfannenstiel auf einen echten Zauberfuß gespannt ist.

Bei der Weltmeisterschaft in Russland wird es international. 32 Mannschaften von sechs Kontinenten wetteifern um den Titel. Dabei kann man schnell den Überblick verlieren. Lutz Pfannenstiel war als Profi auf allen Erdteilen aktiv – und kennt die internationale Fußballwelt wie kaum ein Zweiter. Für t-online.de nimmt der Torwart-Weltenbummler alle WM-Starter unter die Lupe. Heute: Gruppe C mit Frankreich, Australien, Peru und Dänemark.

N'Golo Kanté (vo.) und Antoine Griezmann (r. daneben) gehören zu den zentralen Spielern im Star-Ensemble der Franzosen. (Quelle: imago images/JBAutissier/Panoramic )N'Golo Kanté (vo.) und Antoine Griezmann (r. daneben) gehören zu den zentralen Spielern im Star-Ensemble der Franzosen. (Quelle: JBAutissier/Panoramic /imago images)

Frankreich

Nach der unglücklichen Niederlage im EM-Finale gegen Portugal wollen die Franzosen nun den Titel. Die Voraussetzungen dafür sind so gut wie lange nicht: Das Qualitätsniveau des Kaders ist extrem hoch, die Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Supertalenten stimmt – und das Team ist richtig intakt. Mit Didier Deschamps ist zudem ein starker Trainer am Werk, der "Les Bleus" taktisch noch variabler gemacht hat.

Das erlaubt ihm natürlich auch ein entsprechendes Personal: Mit Torwart Hugo Lloris (Tottenham Hotspur), Innenverteidiger Raphael Varane (Real Madrid), Defensiv-Abräumer N'Golo Kanté (FC Chelsea), Mittelfeld-Rakete Paul Pogba (Manchester United) und Sturm-Zauberer Antoine Griezmann (Atletico Madrid) verfügt Deschamps über eine Weltklasse-Achse.

Die große Stärke ist die schnelle, variable Offensive, in der neben Griezmann auch noch Kylian Mbappé (Paris Saint-Germain) und Ousmane Dembélé (FC Barcelona) wirbeln. In der Offensivabteilung sehe ich sie noch stärker als Deutschland. Taktisch agiert Frankreich meistens im 4-3-3, aus dem auch ein 4-2-3-1 werden kann. Schwächen gibt es kaum. Wenn überhaupt, dann die Außenverteidigung, die ihm Vergleich zum restlichen Team qualitativ etwas abfällt.

Der Star

N'Golo Kanté ist zwar nicht der bekannteste, aber der auf dem Platz wertvollste Spieler der Franzosen. Im zentralen defensiven Mittelfeld räumt er mit seiner unglaublichen Zweikampfstärke alles ab und leitet blitzschnell effektive Gegenangriffe ein – ein bisschen so wie damals Claude Makéléle. Kanté vereint spielerische Leichtigkeit mit wahnsinnigem Tempo. Er kann einer der Stars der WM werden.

Prognose

Frankreich holt mindestens sieben Punkte in der Vorrunde und kommt ohne Probleme weiter. Im Achtelfinale könnte es allerdings unbequem werden, denn da könnten Kroatien oder Nigeria warten. Dennoch sind die Franzosen ein ganz ganz heißer Titelfavorit.

>>> Hier gibt es den französischen Kader in der Übersicht <<<

Christian Eriksen ist der kreative Kopf der Dänen und bekannt für seine Zauberpässe.  (Quelle: imago images/Ritzau/Scanpix)Christian Eriksen ist der kreative Kopf der Dänen und bekannt für seine Zauberpässe. (Quelle: Ritzau/Scanpix/imago images)

Dänemark

Dänemark hat sich zwar nicht direkt für die WM qualifiziert, in den Play-offs gegen Irland allerdings besonders beim 5:1 im Rückspiel in Dublin überzeugt. Da hat man gesehen, zu was der Europameister von 1992 in der Lage ist. Überragend dabei: Christian Eriksen. Das Mittelfeldgenie von Tottenham Hotspur kann ein Spiel an einem guten Tag alleine entscheiden – und verkörpert Weltklasse.

Dass er diese endlich auch in der Nationalelf zeigt, ist ein Verdienst von Trainer Age Hareide. Der lässt Eriksen zwar seine Freiheiten, entbindet ihn aber nicht gänzlich aus der Verantwortung. Ich kenne Hareide seit meiner Zeit in Norwegen, wo er mit Rosenborg Trondheim 2003 die Meisterschaft holte. Damals wie heute setzt er auf Pragmatismus – seine Teams spielen keinen Zauberfußball, aber er holt das Optimale aus ihnen heraus.

Die Grundformation dabei ist ein 4-3-3 typisch skandinavischer Prägung: mit schnellen Vorstößen über die Außen und vielen Flanken in die Mitte. Ganz stark sind die Dänen bei Standardsituationen. Dann gehen die hoch aufgeschossenen, kopfballstarken Verteidiger Simon Kaer (ehemals VfL Wolfsburg, heute FC Sevilla) und Andreas Christensen (früher Gladbach, heute FC Chelsea) mit nach vorne. Mit Kasper Schmeichel (Leicester City), dem Sohn von Legende Peter Schmeichel, haben sie zudem einen soliden Torwart. Vorne fehlt allerdings ein Knipser von internationaler Klasse.

Der Star

Das Team lebt von Christian Eriksen. Einen derart feinen Techniker mit so großer Spielintelligenz hatten die Dänen seit Jahrzehnten nicht. Er gibt den Takt vor, füttert seine Mitspieler mit Traumpässen und erzielt dank hervorragender Schusstechnik zahlreiche Treffer selbst. Ganz besonders kommt das bei Freistößen und Ecken zum Tragen. 

Prognose

Dänemark schafft den Sprung ins Achtelfinale. Das Team wird Zweiter hinter den Franzosen und kann auch danach für die eine oder andere Überraschung sorgen – ohne jedoch ganz vorne anzugreifen.

Perus Nummer neun Paolo Guerrero hat bisher 87 Länderspiele absolviert und ist im Nationalteam unverzichtbar. (Quelle: imago images/Geisser)Perus Nummer neun Paolo Guerrero hat bisher 87 Länderspiele absolviert und ist im Nationalteam unverzichtbar. (Quelle: Geisser/imago images)

Peru

Die Peruaner sind seit 36 Jahren erstmals wieder bei einer WM dabei – das allerdings dank sehr viel Glück. In der Südamerika-Qualifikation schafften sie nur ganz knapp den Sprung auf den Play-off-Platz. In den folgenden Spielen gegen Neuseeland (0:0 und 2:0) brannten die Inkas ebenfalls kein Feuerwerk ab.

Dass es letztendlich reichte, lag vor allem am ehemaligen Schalker Jefferson Farfan (ein Tor, eine Vorlage). Der ist mittlerweile 33 Jahre alt und neben Paolo Guerrero (Flamengo Rio de Janeiro) einer der wenigen namhaften Spieler im Team. Für Ex-Bayern-Stürmer Guerrero war die WM wegen einer Dopingsperre lange in Gefahr. Diese wurde jedoch ausgesetzt, weshalb der Kapitän nun doch mit dabei ist. Neben ihm und Farfan gibt es kaum hervorstechende Akteure im Team. Das Gros besteht aus Durchschnittsspielern, die bei international maximal zweitklassigen Vereinen aktiv sind.

Der Star

Ohne Paolo Guerrero geht in der Offensive wenig. Nach skandalumwitterten Jahren bei Bayern und dem HSV hat er in Brasilien seine sportliche Heimat gefunden. In der Nationalmannschaft ist der 34-Jährige der absolute Anführer.

Prognose

So glücklich wie in der Qualifikation wird es nicht laufen. Die überalterte Mannschaft wird – trotz Paolo Guerrero – in der Vorrunde ausscheiden.

Tim Cahill ist mit 38 Jahren zwar nicht mehr so schnell wie einst, allerdings immer noch fester Bestandteil Teil der australischen Nationalmannschaft. In der Startelf steht er aber immer seltener. (Quelle: imago images/UK Sports Pics Ltd)Tim Cahill ist mit 38 Jahren zwar nicht mehr so schnell wie einst, allerdings immer noch fester Bestandteil Teil der australischen Nationalmannschaft. In der Startelf steht er aber immer seltener. (Quelle: UK Sports Pics Ltd/imago images)

Australien 

Bekanntester Mann bei den Aussies ist Trainer Bert van Marwijk. Nachdem sich der ehemalige BVB-Coach nach geglückter WM-Qualifikation mit Saudi-Arabien nicht auf einen neuen Vertrag einigen konnte, heuerte er in Down Under an. Hier setzt er auf ein defensiv ausgerichtetes System, das die Stärken seiner Spieler zur Geltung bringt. Denn: Australien ist eine körperlich sehr robuste Mannschaft und durch groß gewachsene Spieler in der Luft schwer zu bezwingen.

Das Herz des Teams bildet das zentrale Mittelfeld, in dem Mile Jedinak (Aston Villa) den Ton angibt. Er ist an echtes Schlachtross, an dem man nicht so schnell vorbeikommt. Etwas weiter vorne sorgt der pfeilschnelle Mathew Leckie von Hertha BSC für Dampf. Damit ist er allerdings die Ausnahme. Dem Großteil seiner Mitspieler fehlt es an Geschwindigkeit. Viele sind zudem relativ unbeweglich. Auch deshalb wagt Trainer van Marwijk keine großen Experimente. Im Sturm drückt der Schuh: Tomi Juric (FC Luzern) ist ein Stoßstürmer vom Typ Kühlschrank. Er ist sehr groß und eckig – leider aber kein Goalgetter. Der in die Jahre gekommene Tim Cahill wird meistens nur noch eingewechselt.

Der Star

Leistungsmäßig sticht kaum ein Spieler richtig heraus. Am bekanntesten ist aber sicherlich Tim Cahill. Auch mit 38 Jahren ist der Premier-League-Veteran als Führungsfigur unverzichtbar. Beim englischen Zweitligisten FC Milwall bekommt er allerdings wenig Spielzeit und war deshalb auch in der Nationalmannschaft zuletzt nur Joker.

Prognose

Für die Aussies ist in der Vorrunde Schluss. Sie sind nicht schlechter als Peru, haben gegen Frankreich überhaupt keine und gegen Dänemark zumindest eine Außenseiterchance.

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