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U21-EM 2019: DFB-Team verliert Finale in Udine – Spanien ist Europameister


U21-Endspiel  

DFB-Team verliert Finale in Udine – Spanier sichern sich EM-Titel

01.07.2019, 07:44 Uhr | t-online.de, rh

U21-EM 2019: DFB-Team verliert Finale in Udine – Spanien ist Europameister . Schock für Deutschland: Die Spanier bejubeln den Treffer von Fabian Ruiz zum 1:0.  (Quelle: imago images/Jan Huebner)

Schock für Deutschland: Die Spanier bejubeln den Treffer von Fabian Ruiz zum 1:0. (Quelle: Jan Huebner/imago images)

Nach dem schmerzhaften WM-Sommer 2018 kann die U21 dem deutschen Fußball trotz einer furiosen EM keinen Titel schenken. Im Finale gegen Spanien können Kuntz & Co. nach verkorkstem Beginn nicht zurückschlagen. Lob gibt es trotzdem.

Aus und vorbei: Der Traum vom nächsten EM-Titel ist für Stefan Kuntz und die deutsche U21 in einer dramatischen Final-Nacht geplatzt. Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Direktor Oliver Bierhoff musste sich der Titelverteidiger am Sonntag in Udine trotz großen Kampfes Spanien mit 1:2 (0:1) geschlagen geben. In einem hochklassigen und intensiven Endspiel sorgten Fabián Ruiz (7. Minute) und mitten in einer deutschen Drangphase Dani Olmo (69.) für den fünften Sieg der spanischen Nachwuchsauswahl bei einer Fußball-Europameisterschaft. Nadiem Amiri sorgte mit seinem späten Anschluss für noch mehr Nervenkitzel in der Schlussphase (88.).

"Man muss Spanien gratulieren. Das ist ein guter Europameister. Aber wir können mit breiter Brust aus dem Turnier gehen", sagte Trainer Kuntz der ARD nach der Partie und mühte sich, bei aller Enttäuschung positive Aspekte hervorzuheben. Die Mannschaft habe nie aufgegeben. "Hut ab, da kann man als Trainer echt stolz sein", so Kuntz weiter. 

"Klar ist es jetzt enttäuschend, aber es geht weiter. Wir konnten viel mitnehmen aus dem Turnier", sagte Abwehrchef Jonathan Tah nach der Partie. "Jeder kann sagen, dass er alles reingehauen hat. Wir haben bis zum Ende alles gegeben, haben es aber leider nicht mehr geschafft."

Waldschmidt wird Torschützenkönig

Nach spektakulärem Offensivfußball um Torschützenkönig Luca Waldschmidt in den vorangegangenen Turnierspielen lief die deutsche Mannschaft dem verkorksten Start trotz imponierender Leistungssteigerung vergeblich hinterher. Vor 23.232 Zuschauern im ausverkauften Stadion Friuli gelang trotz aller Mühen in der Neuauflage des Endspiels von 2017, als Deutschland 1:0 siegte, kein Comeback. Im vierten Finale einer U21-EM war es die zweite Niederlage. Außer 2017 hatte die DFB-Elf 2009 den Titel geholt.

Ein Jahr nach dem WM-Debakel der A-Nationalmannschaft in Russland machte die U21 aber Hoffnung. "Enorm wichtig" seien die guten Auftritte in Italien und San Marino gewesen, sagte Bierhoff. Dazu wurde das Ticket für Olympia 2020 in Tokio gelöst.


Herzliche Umarmung von Löw und Kuntz

Mit einer herzlichen Umarmung gab Löw U21-Nationaltrainer Kuntz die besten Wünsche für das Endspiel mit. "Ich glaube, dass sie eine sehr gute Visitenkarte abgegeben haben", lobte der Bundestrainer, dem die Kuntz-Auswahl "große Freude" bereitet hatte. Doch bei schweißtreibenden 30 Grad gab es am Sonntagabend schnellen Frust.

Spanien startete gleich dominant, Deutschland hatte dem versierten Kombinationsspiel von La Rojita anfänglich nichts entgegenzusetzen. Schön freigespielt von den Kollegen nutzte Fabian die schlecht postierte und zögerliche DFB-Defensive früh zu verdienten Führung. Der platzierte 18-Meter-Schuss des Mittelfeldspielers vom Carlo-Ancelotti-Klub SSC Neapel schlug unhaltbar für Schalkes Torhüter Alexander Nübel ein.

Mit sorgenvoller Miene verfolgte Kuntz am Spielfeldrand, wie sein Team mit den taktisch variablen Spaniern zunächst nicht zurecht kam. Ein halbwegs gefährlicher Schuss in der 24. Minute von Levin Öztunali, einer von vier 2017er Europameistern im Aufgebot, gab Sicherheit. Die DFB-Auswahl gestaltete die Begegnung offener, verbuchte sogar eine Drangphase. Gleich vier Eckbälle der Deutschen nacheinander ließen die Verwundbarkeit des Gegners erkennen.

Überhartes Spiel der Spanier

Neben hoher individueller Klasse hatten die Südeuropäer aber auch überhartes Spiel im Repertoire. Der ehemalige Frankfurter Jesús Vallejo durfte nach seinem rüden Einsteigen gegen Waldschmidt froh sein, dass er mit Gelb davongekommen war (33.).

"Wir haben glücklicherweise die Kurve bekommen", sagte Bierhoff in der Pause in der ARD. Die Kuntz-Kicker demonstrierten das weiter auf dem Rasen und drehten mächtig auf. Wie schon im Halbfinale gegen Rumänien dominierten sie in Hälfte zwei. Waldschmidt nach einem Schuss von Nadiem Amiri (47.), aus halblinker Position (53.) und aus der Distanz (59.) schnupperte am 1:1 und seinem achten Treffer. Das wäre der alleinige Rekord vor dem Schweden Marcus Berg gewesen (7).


Deutschland drängte und drängte, doch wie aus dem Nichts traf La Rojita. Nübel ließ einen Schuss von Fabian nach vorne abklatschen, Olmo staubte ab. Spanien verpasste das 3:0, der Hoffenheimer Amiri sorgte mit einem abgefälschten Schuss für dramatische Schlussminuten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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