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Europa-League-Sieg: Eintracht krönt sich in Sevilla

Von dpa
Aktualisiert am 19.05.2022Lesedauer: 4 Min.
Eintracht Frankfurt hat die Euopa League gewonnen.
Eintracht Frankfurt hat die Euopa League gewonnen. (Quelle: Arne Dedert/dpa./dpa)
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Sevilla (dpa) - Jubelnd riss KapitÀn Sebastian Rode den Silberpott um kurz nach Mitternacht in den spanischen Nachthimmel, die Profis von Eintracht Frankfurt tanzten wie wild im Konfettiregen.

In einem elektrisierenden Finale haben die Hessen ihre traumhafte Saison in der Europa League in Sevilla gekrönt und den ersten internationalen Titel seit 42 Jahren gefeiert. "Wir sind alle die Helden", rief Nationaltorwart Kevin Trapp nach dem 5:4 (1:1, 1:1, 0:0) im Elfmeterschießen gegen die Glasgow Rangers ins RTL-Mikro. SpĂ€t am Abend dröhnte erst Queens "We are the Champions" und dann "Im Herzen von Europa" aus den Boxen.

"Was die Jungs diese Saison geleistet haben, da fehlen mir die Worte, die fehlen mir nicht oft", sagte Trainer Oliver Glasner. "Jetzt, das entschĂ€digt fĂŒr alles." Noch im Stadion lĂ€uteten die Hessen die Party mit ihren gut 10.000 Fans ein.

Trapp hielt im Nervenspiel vom Punkt den Versuch von Aaron Ramsey. Rafael BorrĂ© versenkte den entscheidenden Schuss fĂŒr die Hessen, die damit in der kommenden Saison erstmals in der Champions League spielen. Joe Aribo (57.) hatte die Rangers zunĂ€chst in FĂŒhrung gebracht, die BorrĂ© (69.) aber noch in der regulĂ€ren Spielzeit ausglich. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich hab im Elfmeterschießen fast einen Herzinfarkt bekommen", sagte Ansgar Knauff.

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Party auf dem Frankfurter Römer

Am Donnerstag soll beim Empfang am Frankfurter Römer die große Siegesparty in der Heimat steigen. AngefĂŒhrt von Rode, der nach Kopfverletzung mit blauem Turban spielte, steht das Team nun auf einer Stufe mit den UEFA-Cup-Siegern von 1980 um Karl-Heinz Körbel und den in diesem Jahr gestorbenen JĂŒrgen Grabowski. "Unglaublich, diese Mannschaft, wir haben es einfach verdient, wir sind unglaublich glĂŒcklich", sagte Rode.

Im Estadio RamĂłn SĂĄnchez PizjuĂĄn herrschte von Beginn an eine Wahnsinnsstimmung. Die Eintracht-Fans hatten ihr Team mit einer erneut beeindruckenden Choreographie empfangen, in den Gassen und auf den PlĂ€tzen der andalusischen Metropole verfolgten Tausende AnhĂ€nger beider Clubs das Endspiel ohne Ticket. WĂ€hrend der Partie berichteten spanische Medien von Auseinandersetzungen beider Fangruppen etwa drei Stunden vor dem Anpfiff. In der Arena ĂŒberwog die Euphorie. "Wir werden der Chef im Stadion sein", hatte Eintracht-PrĂ€sident Peter Fischer angekĂŒndigt.

Starker Start der Eintracht ins Finale

Und die Hessen starteten sehr engagiert in die Partie. Mit viel Risiko und scharfen PĂ€ssen spielte sich die Eintracht immer wieder an den Rangers-Strafraum - musste in der fĂŒnften Minute aber gleich einen Schockmoment ĂŒberstehen. Rode blieb nach einem Foul von John Lundstram am Kopf blutend auf dem Rasen liegen und wurde mehrere Minuten behandelt. Der Brite hatte den Eintracht-Profi mit dem Schuhstollen an der Stirn getroffen.

Die erste Halbchance hatte Daichi Kamada, der nach einem kurzen Solo aber nicht zum Abschluss kam. Den anschließenden Schuss von Djibril Sow fing Glasgows 40 Jahre alter Torwart Allan McGregor ohne MĂŒhe (12.). Beim Versuch von Ansgar Knauff mit dem linken Fuß hatte McGegor schon mehr MĂŒhe (20.). Die Eintracht war zumindest in der ersten halben Stunde deutlich nĂ€her an der FĂŒhrung, beim Konter ĂŒber Filip Kostic schien mehr drin (32.).

Glasner rief im blauen Polohemd immer wieder Anweisungen auf den Platz. Der Österreicher, der vor der Saison aus Wolfsburg gekommen war, musste auf den verletzten Abwehrchef Martin Hinteregger verzichten, Jesper Lindström war dagegen rechtzeitig fit geworden. Der DĂ€ne, dessen abgefĂ€lschter Schuss zu Beginn der zweiten Halbzeit nur knapp vorbei ging (49.), sorgte im Verbund mit Kamada und BorrĂ© fĂŒr Unruhe in der zunĂ€chst aber standhaften Rangers-Abwehr.

Offensiv kam der schottische Vizemeister zwar erst durch Aribo nahe an das Tor des deutschen Nationalkeepers Trapp, der Schuss des 25-JĂ€hrigen ging aber nur knapp vorbei (26.). Beim Kopfball von Lundstram musste sich Trapp strecken, um den Ball ĂŒber die Latte zu lenken (36.). Fehler durfte sich die Eintracht nicht erlauben - die Rangers, die zunehmend besser wurden, hatten in den Runden zuvor Borussia Dortmund und RB Leipzig ausgeschaltet.

50.000 Fans beim Public-Viewing in der Eintracht-Arena

Das dritte internationale Finale der Eintracht nach 1960 und 1980 wurde zunehmend spannender. In der zweiten Halbzeit spielten beide Teams in Richtung der eigenen Fanblöcke. In Frankfurt zitterten ĂŒber 50.000 AnhĂ€nger beim Public Viewing in der Eintracht-Arena mit. Erst recht, als Aribo nach einer Fehlerkette in der Frankfurter Abwehr von Sow und Tuta frei vor Trapp zum Abschluss kam und traf. Tuta verletzte sich dabei, er wurde durch Makoto Hasebe ersetzt.

Die Schlussphase vor Augen kam erst Kamada zur großen Chance zum Ausgleich, der Heber des Japaners ging aber nicht nur ĂŒber McGregor, sondern auch ĂŒber das Tor (67.). BorrĂ© machte es im Strafraum nach einer scharfen Hereingabe besser - das Spiel war wieder und blieb offen. Der Versuch von Kostic ging knapp vorbei (89.), dann ging es in die kraftraubende VerlĂ€ngerung, in der Trapp kurz vor Schluss mit zwei starken Paraden das Elfmeterschießen sicherte.

FC Barcelona gratuliert Frankfurt auf deutsch

Der im Viertelfinale unterlegene FC Barcelona gratulierte der Frankfurter Eintracht. "Herzlichen GlĂŒckwunsch @Eintracht fĂŒr den gewonnenen Europa League Titel in Sevilla", schrieb der spanische Spitzenclub via Twitter - auf deutsch.

Im Viertelfinale siegten die Hessen im April mit 3:2 im Camp Nou und fĂŒhrten zeitweise mit 3:0. In dem riesigen Stadion in Barcelona waren rund 30.000 GĂ€stefans mit dabei. Bei den Katalanen hatte es danach heftige Streitigkeiten ĂŒber die Ticketpolitik in diesen Spielen gegeben.

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