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Zwölf Top-Fußballklubs gründen "Super League" – Fans rebellieren


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Zwölf Topklubs gründen "Super League" – Fans rebellieren

Von sid, t-online, aj, BZU

Aktualisiert am 19.04.2021Lesedauer: 4 Min.
Aufsehenerregendes Dokument: Europäische Fußballklubs gründen einen Konkurrenz-Wettbewerb zur Champions League. (Quelle: Reuters)
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Entscheidende Stunden für den europäischen Fußball: Spitzenklubs aus England, Italien und Spanien haben angekündigt, dass sie eine Superliga gründen wollen – ein Horrorszenario für die Uefa.

Zwölf Topklubs des europäischen Fußballs haben die "Super League" gegründet. Das gaben die Vereine in einem Schreiben in der Nacht von Sonntag auf Montag bekannt. Sechs englische, drei italienische und drei spanische Mannschaften sind dabei. Deutsche oder französische Vereine haben sich dem Bündnis bislang nicht angeschlossen.

Diese Klubs sind die Gründer der "Super League":

  • FC Chelsea, FC Arsenal, Tottenham Hotspur, FC Liverpool, Manchester City, Manchester United
  • Atlético Madrid, Real Madrid, FC Barcelona
  • Juventus Turin, Inter Mailand, AC Mailand

Vorsitzender der "Super League" ist Florentino Perez (Real Madrid), seine Stellvertreter sind Andrea Agnelli (Juventus Turin) und Joel Glazer (Manchester United).

Die Gründung der "Super League" ist ein Horrorszenario für die Europäische Fußball-Union (Uefa). DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hatte schon am Sonntag, vor der offiziellen Ankündigung, vor einem "irreparablen" Schaden gewarnt.

Aleksander Ceferin: Der Präsident steht mit der Uefa vor großen Herausforderungen.
Aleksander Ceferin: Der Präsident steht mit der Uefa vor großen Herausforderungen. (Quelle: David Morales Urbaneja/imago-images-bilder)

Auch Bayern und Leipzig sind Kandidaten

Dem Schreiben zufolge sollen vor der ersten Saison noch drei weitere Klubs dazustoßen. Berichten zufolge gelten der FC Bayern München, RB Leipzig und der FC Porto als konkreteste Anwärter auf die freien Plätze.

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Der Spielbetrieb soll "so bald wie möglich" los gehen. Möglicherweise schon 2022.

Jeder Klub soll 3,5 Milliarden Euro für die Teilnahme an der Liga erhalten. Gezahlt wird das Geld unter anderem von der US-Bank "JP Morgan", die als einer der Finanziers der "Super League" gilt.

Die Teams kündigten Gespräche mit der Uefa und dem Weltverband Fifa an. "Wir werden dem Fußball auf jedem Level helfen und ihn zu seinem rechtmäßigen Platz in der Welt bringen. Fußball ist der einzige globale Sport auf der Welt mit mehr als vier Milliarden Fans und unsere Verantwortung als große Klubs ist es, auf deren Begehrlichkeiten zu reagieren."

So soll gespielt werden

Geplant ist eine Liga mit 20 Vereinen. 12 stehen bereits fest, 3 weitere feste Teilnehmer sollen dazustoßen. Die weiteren 5 Plätze werden über einen Qualifikations-Mechanismus dazustoßen.

Die Spiele sollen unter der Woche stattfinden, um den nationalen Ligenfußball nicht zu beeinflussen. Es sind zwei Zehner-Gruppen geplant, der Sieger soll dann über K.o. –Spiele ermittelt werden.

Fans melden sich zu Wort

Diverse Fanklubs meldeten sich sofort zu Wort, rebellierten gegen die Pläne ihrer Vereine. Der offizielle "Supporters Club" von Manchester City veröffentlichte beispielsweise noch in der Nacht ein Statement.

"Wir sind entschlossen, gegen diese Super League zu kämpfen", heißt es dort. Von den Plänen seien die Fans "extrem enttäuscht". Besonders die intransparenten Verhandlungen und Bekanntgaben sorgten für Unverständnis.

Mitglieder der Tottenham Hotspur formulierten ebenfalls einen Brief an ihren Klub und sprachen vom "Verrat der Tottenham Hotspur". In besagtem Brief schreiben sie: "Genug ist genug. Die aktuelle Führung riskiert den Ruf und die Zukunft des Klubs mit ihrem opportunistischen Streben nach Gier."

EM- und WM-Verbot für Spieler

Für die Uefa kommen die Pläne zur Unzeit. Eigentlich sollte die ab 2024 geplante Champions League-Reform genau solche Ausbrüche von Eliteklubs verhindern. In Deutschland stießen die Ideen von einer "Super League" bislang ohnehin auf wenig Gegenliebe. Die Fans, die Liga selbst und sogar die möglicherweise davon profitierenden Spitzenklubs hatten sich bislang strikt dagegen gestellt.

Die Uefa sprach schon am Sonntag von einem "zynischen Projekt" und drohte Klubs und Spielern mit einem Bann. "Die betroffenen Vereine würden vom nationalen, europäischen und weltweiten Wettbewerb ausgeschlossen. Ihren Spielern könnte die Möglichkeit genommen werden, für ihre Nationalmannschaften aufzulaufen", teilte der Verband mit.

Schon im Januar hatte sich auch die Fifa in die Diskussion eingeschaltet und war der Uefa mit der Androhung eines Bannstrahls zur Seite gesprungen. Ein derartiger Wettbewerb werde nicht anerkannt, verkündete der Weltverband damals: "Vereine oder Spieler, die an einem solchen Wettbewerb teilnehmen würden, dürften folglich an keinem von der Fifa oder der jeweiligen Konföderation organisierten Wettbewerb teilnehmen."

Spieler wie Mario Hermoso (l.) von Atlético Madrid oder Kai Havertz vom FC Chelsea könnten für alle Uefa- und Fifa-Wettbewerbe gesperrt werden.
Spieler wie Mario Hermoso (l.) von Atlético Madrid oder Kai Havertz vom FC Chelsea könnten für alle Uefa- und Fifa-Wettbewerbe gesperrt werden. (Quelle: Sportimage/imago-images-bilder)

Für die Spieler von Super-League-Klubs wären beispielsweise Welt- und Europameisterschaften künftig tabu. Doch das sehen die Vereine scheinbar nicht als unüberwindbare Hürde. Schließlich zeigen wohl schon zahlreiche finanzkräftige Sponsoren Interesse an einer Super League, den Vereinen winken bei einer Teilnahme Mehreinnahmen im dreistelligen Millionenbereich.

Kritik kommt sogar aus der Politik

Die englische Premier League warnte am Sonntag ihre Klubs vor dem Beitritt in eine Superliga und verwies auf die Statuten, die genau das verhindern sollen. Sogar der britische Premierminister Boris Johnson schaltete sich in die Diskussion ein und nannte die Superliga-Pläne als "schädlich" für den Fußball. Sie würden das Herz des nationalen Fußballs treffen und die Fans im ganzen Land betreffen, schrieb Johnson auf Twitter.

Beim DFB hieß es: "Jeder Verein wird sich entscheiden müssen, ob er Teil des solidarisch organisierten Gesamtfußballs bleiben oder ausschließlich egoistische Eigeninteressen außerhalb der Uefa und der nationalen Fußballverbände verfolgen möchte."

Abstimmung über Reform bei der Uefa stand bevor

Das Uefa-Exekutivkomitee will eigentlich am Montag über eine Reform der Königsklasse abstimmen. Zwei der vier neuen Plätze sollen dabei nicht mehr wie bislang üblich aufgrund von Leistungen aus der vorigen Saison vergeben werden.

Die Themen werden aber nun andere sein. Auch eine Unterbrechung der Champions League und der Europa League in der laufenden Saison wird wohl Thema sein.

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Verwendete Quellen
  • Sportschau.de: Topklubs bestätigen: Wir wollen in die Super League
  • Nachrichtenagenturen dpa und sid
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  • Melanie Muschong
Von Melanie Muschong
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