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Fußball-Legende Alfredo Di Stefano ist tot

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Im Alter von 88 Jahren  

Fußball-Legende Alfredo Di Stefano ist gestorben

07.07.2014, 21:25 Uhr | t-online.de, sid

Fußball-Legende Alfredo Di Stefano ist tot. Die Fußball-Legende Alfredo di Stefano. (Quelle: AFP)

Die Fußball-Legende Alfredo di Stefano. (Quelle: AFP)

Die Fußball-Welt trauert um einen ihrer Größten: Alfredo Di Stefano ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Ehrenpräsident des spanischen Weltklubs Real Madrid hatte am Samstag nur einen Tag nach seinem Geburtstag beim Verlassen eines Restaurants einen 18-minütigen Herz- und Atemstillstand erlitten.

Notärzten gelang es, ihn wiederzubeleben. Im Krankenhaus wurde er in ein künstliches Koma versetzt. Sein Zustand galt zunächst als stabil, aber ernst. Am Ende aber verlor der wohl größte Fußball-Star der fünfziger Jahre diesen Kampf.

Mit den Königlichen herrschte er über Fußball-Europa

Di Stefano galt neben Pelé, Franz Beckenbauer und Maradona als einer der größten Fußballer der Welt. Der gebürtige Argentinier war die zentrale Figur des Weißen Balletts, jener berühmten Mannschaft von Real Madrid, die in den fünfziger und sechziger Jahren den Weltfußball beherrschte.

Als Torjäger führte er die Königlichen zwischen 1956 und 1960 zu fünf Titeln in Folge im Europapokal der Landesmeister, dem Vorgänger-Wettbewerb zur heutigen Champions League. In dieser bis heute erfolgreichsten Phase der Klubgeschichte wurde der Mythos Real Madrid begründet. Für Franz Beckenbauer war Di Stefano "der kompletteste Spieler der Welt".

Für drei Nationen am Start

Di Stefano bestritt gleich für drei Nationen Länderspiele, was früher noch möglich war: Sechs für Argentinien, vier für Kolumbien und 31 für Spanien. Seine Fans nannten den Sohn eines Viehzüchters aus Buenos Aires ehrfürchtig "La Saeta Rubia", den weißen Pfeil. Er genoss den Ruhm, vor allem aber das Spiel. "Der Fußball hat mir alles gegeben. Ich habe ihn immer als Mannschaftsspiel verstanden und habe immer deutlich gemacht, dass ich nicht vergöttert werden will, sondern einfach nur spielen", sagte er einst: "Und dazu muss man laufen und schwitzen."

Für die Gauchos hatte er 1947 bei der Copa America debütiert, wurde später aber nicht mehr eingeladen, weil er seit dem Spielerstreik 1948 in Kolumbien spielte. Die Partien für Kolumbien waren von der FIFA nicht als offizielle Länderspiele anerkannt. So konnte er 1956 nach Erlangung der spanischen Staatsbürgerschaft auch noch für die Iberer spielen. Bei einer WM kam Di Stefano aber nie zum Einsatz: 1958 verpasste Spanien die Qualifikation, vier Jahre später hinderte ihn eine Muskelverletzung.

Auch als Trainer erfolgreich

Dennoch war er eine Ikone des Fußballs. 1957 und 1959 wurde er zu Europas Fußballer des Jahres gewählt, bei der FIFA-Wahl zum Spieler des Jahrhunderts wurde er Vierter. Hinter Pele, Franz Beckenbauer und Johan Cruyff, aber vor beispielsweise Diego Maradona, Michel Platini oder Eusebio. Neben den fünf Europapokalen gewann er 14 nationale Meisterschaften und wurde zehnmal Torschützenkönig in Argentinien, Kolumbien oder Spanien. Für Real erzielte er in 510 Spielen stolze 418 Tore, insgesamt waren es 818 Treffer in etwas mehr als 1100 Einsätzen.

Als Trainer führte er den FC Valencia 1971 zum Meistertitel und 1980 später zum Europapokalsieg im Wettbewerb der Pokalsieger. Auch Real und den argentinischen Renommierklub River Plate trainierte er je zweimal. Ehrenpräsident der Königlichen aus Madrid durfte er sich seit 2000 nennen, seit 2008 war er Ehrenpräsident der UEFA.

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