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Verbrenner-Aus in der EU. Ab 2035 soll es keine Benziner und Diesel geben


Wann die Verbrenner-Verbote kommen

  • Markus Abrahamczyk
Von Markus Abrahamczyk

Aktualisiert am 24.11.2022Lesedauer: 3 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Rushhour: Die Liste der Städte, die Beschränkungen für Benziner und Diesel planen, wird länger.
Rushhour: Die Liste der Städte, die Beschränkungen für Benziner und Diesel planen, wird länger. (Quelle: Shotshop/imago-images-bilder)
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Der Verbrenner ist ein Auslaufmodell. Darin sind sich Autobauer, Länder und auch einzelne Städte einig. Aber wann genau es vorbei ist, dazu gibt es unterschiedliche Vorstellungen. Hier sind die aktuellen Ausstiegspläne.

Bewegungen wie "Fridays for Future" machen weltweit mobil, um mehr Druck auf die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft zu erzeugen. Die Bewältigung der Klimakrise sei die Hauptaufgabe unseres Jahrhunderts, mahnen die Aktivisten: "Wir fordern eine Politik, die dieser Aufgabe gerecht wird."

Diese Politik solle auch saubere Mobilität und moderne Technologie voranbringen, Benziner und Diesel durch umweltschonende Antriebe ersetzen.

Andererseits fahren und stehen mehr als 47 Millionen Pkw mit einem Verbrennungsmotor auf Deutschlands Straßen. Und nicht jeder Besitzer kann sein Auto einfach so gegen ein Elektromodell eintauschen. Obendrein will es nicht jeder.

"Fridays for Future": Die Bewegung geht für mehr Klimaschutz auf die Straße.
"Fridays for Future": Die Bewegung geht für mehr Klimaschutz auf die Straße. (Quelle: Thomas Vonier/imago-images-bilder)

Das Enddatum der EU-Kommission

Die EU-Kommission aber will es. Und wurde zuletzt sogar ungewohnt konkret: Ab 2035 müssen Autos in der EU emissionsfrei sein. In zwölf Jahren ist also voraussichtlich Schluss mit dem Verbrennungsmotor.

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Dieses "Enddatum" 2035 sei nicht mehr, als sich die meisten europäischen Autobauer sowieso vorgenommen hätten, kritisiert Greenpeace-Klimaexperte Tobias Austrup. Zumal es deutlich zu spät käme: Für eine Erderwärmung um höchstens 1,5 Grad müsse Europa bis 2028 aus dem Verbrenner aussteigen.

Oliver Zipse: Ein früher Abschied vom Verbrenner bedeute einen "unternehmerischen Schrumpfungskurs", mahnt der Chef des Autobauers BMW (4,8 Milliarden Euro Gewinn im zweiten Quartal).
Oliver Zipse: Ein früher Abschied vom Verbrenner bedeute einen "unternehmerischen Schrumpfungskurs", mahnt der Chef des Autobauers BMW (4,8 Milliarden Euro Gewinn im zweiten Quartal). (Quelle: Sepp Spiegl/imago-images-bilder)

Auch einige Länder haben weniger Geduld als die EU-Kommission. Ihnen könnte es gerne etwas schneller gehen. Die Dänen etwa wollten die Sache bereits 2018 in die eigenen Hände nehmen und sich auf ein Verbrenner-Aus für das Jahr 2030 festlegen. Daraus wurde nichts – der Plan verstieß gegen das EU-Recht. Auch Irland, die Niederlande, Schweden und Slowenien wollen das Aus schon für 2030. Norwegen, wohlgemerkt kein EU-Mitgliedsstaat, wird bereits ab 2025 keine neuen Verbrenner mehr zulassen. Ein Verbot für den Bestand ist aber nicht geplant.

Und Großbritannien zog, frisch aus der EU ausgetreten, bereits im Februar 2020 sein Verbot für Verbrenner-Neuwagen von 2040 auf 2035 vor. Später sprach Premier Boris Johnson sogar von 2030. Schottland wiederum hat sich ein Verkaufsverbot für 2032 vorgenommen.

Die Ausstiegspläne der Länder im Überblick

Jahr des Ausstiegs Land
2025 Norwegen
2030 Dänemark
Indien
Irland
Island
Israel
Japan
Niederlande
Schweden
Slowenien
2032 Schottland
2035 Großbritannien
Kanada
Taiwan
Thailand
2040 Frankreich
Ägypten
2060 China (Provinz Hainan: 2030)

Neben den geplanten Verkaufsverboten der Länder beschließen immer mehr Städte, die Einfahrt für Benziner und Diesel zu beschränken. Europaweit werden solche Maßnahmen nach derzeitigem Stand etwa 16 Millionen Autos betreffen.

Berlin etwa möchte so eine Regelung ab 2030 innerhalb des S-Bahn-Rings der Hauptstadt, fünf Jahre später im gesamten Stadtbereich. Und Spanien will bereits bis 2023 zumindest in seinen Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern bestimmte Zonen einrichten, die nur noch von sauberen Autos befahren werden dürfen. Auf Mallorca werden ab 2025 keine neuen Diesel-Autos mehr zugelassen (Benziner ab 2035). Ein Jahr früher, 2024, sperrt Paris alle Diesel aus. Das Verbot für Benziner folgt 2030.

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Viele Städte setzen auf diese Weise durch, was die EU-Kommission gerade einmal als Vorschlag formuliert – und zwar schon deutlich früher. Die Liste der Einfahrbeschränkungen dürfte künftig noch länger werden. Für so manchen Autohersteller könnte sie durchaus zu einem Anlass heranwachsen, die eigene Ausstiegsstrategie noch einmal zu überdenken.

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Start-Jahr der Beschränkung Stadt Gültig für
2019 Stuttgart
Krakau
Diesel
Benziner und Diesel
2020 Turin
Oslo
Palermo
Madrid
Diesel
Benziner und Diesel
Benziner und Diesel
Benziner und Diesel
2024 Paris Diesel
2025 Bergen Benziner und Diesel
2030 Paris
Heidelberg
Kopenhagen
Warschau
Rom
Mailand
Barcelona
Straßburg
Amsterdam
Rotterdam
London
Greater Manchester
Birmingham
Benziner
Benziner und Diesel
Benziner und Diesel
Benziner und Diesel
Benziner und Diesel
Benziner und Diesel
Benziner und Diesel
Benziner und Diesel
Benziner und Diesel
Benziner und Diesel
Benziner und Diesel
Benziner und Diesel
Benziner und Diesel

So planen die deutschen Hersteller

Von allen deutschen Herstellern hat Opel den ehrgeizigsten Zeitplan: Schon ab 2028 will die Stellantis-Tochter in Europa nur noch E-Modelle anbieten. Von Ford gibt es ab 2030 nur noch Stromer. Audi will im Jahr 2033 den letzten Verbrennungsmotor fertigen. Die Konzernmutter VW nennt 2033 bis 2035 als Ausstiegsdatum – allerdings nur in Europa. In China, Südamerika und den USA werde man den Verbrenner noch länger bauen.

Mercedes-Benz will ab 2039 eine CO2-neutrale Flotte haben – was auch immer das bedeuten mag. Und BMW will 2030 mindestens zur Hälfte elektrisch unterwegs sein. Einen konkreten Termin für den Ausstieg aus dem Verbrenner haben die Münchener nicht. Ein zu schneller Abschied bedeute einen "unternehmerischen Schrumpfungskurs", sagte Konzernchef Oliver Zipse dazu. Seine Aktionäre mögen ihm dafür applaudieren. Die Klimaforscher tun es ganz sicher nicht.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa und Reuters
  • autozeitung.de
  • auto-motor-und-sport.de
  • spiegel.de
  • handelsblatt.com
  • Managementberatung Berylls
  • Eigene Recherche
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