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Was sind ETFs? | Wie ETFs funktionieren – einfach erklärt


Spezielle Aktienfonds  

Warum ETFs eine so beliebte Form der Geldanlage sind

Von Christopher Braemer

23.03.2020, 10:42 Uhr
Was sind ETFs? | Wie ETFs funktionieren – einfach erklärt. Bequem in Aktien investieren: So genannte ETFs erlauben es Ihnen, Ihr Geld mit einem Wertpapier in ganze Märkte anzulegen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bequem in Aktien investieren: So genannte ETFs erlauben es Ihnen, Ihr Geld mit einem Wertpapier in ganze Märkte anzulegen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Indexfonds sind in aller Munde: Immer mehr Menschen legen ihr Geld mit ETFs günstig und ohne viel Risiko an der Börse an. Wie ETFs funktionieren und worauf Sie beim Kauf achten sollten, erfahren Sie hier.

Längst ist bekannt: Das Tagesgeldkonto hat ausgedient. Wer als Sparer sein Geld in Zeiten niedriger Zinsen gewinnbringend anlegen will, kommt an einem Investment in Aktien kaum vorbei.

Immer beliebter werden dabei so genannte börsengehandelte Indexfonds, kurz ETFs. Dank ihrer breiten Streuung über Unternehmensanteile ganzer Märkte versprechen diese speziellen Aktienfonds einerseits ein relativ geringes Risiko für Anleger. Anderseits sind die Erträge, genannt Rendite, vergleichsweise hoch, da im Gegensatz zu klassischen Aktienfonds keine teuren Bankgebühren anfallen.

Doch was sind ETFs genau? Wie funktionieren sie? Welche Risiken bergen ETFs? Und lässt sich mit ihnen auch fürs Alter vorsorgen? Alles, was Sie über ETFs wissen sollten, erklären wir in unserem Überblick.

Was sind ETFs?

ETFs sind spezielle Aktienfonds, die für Börsen-Einsteiger besonders empfehlenswert sind. Als Anleger erlaubt Ihnen ein ETF, bequem in Aktien ganzer Märkte oder Regionen zu investieren – ohne dafür einen professionellen Fondsmanager zu beauftragen, der in der Regel hohe Gebühren für seine Arbeit verlangt.

Was ist überhaupt ein Aktienfonds?
Ein Aktienfonds ist eine Art Korb, der viele verschiedene Unternehmensanteile enthält. Investieren Sie als Anleger in den Fonds, indem Sie Anteile dieses "Korbes" kaufen, profitieren Sie von den Erträgen, die der Aktienfonds erwirtschaftet.
Herkömmliche Aktienfonds werden in der Regel von Banken, Fonds- oder Investmentgesellschaften angeboten, die Geld von Sparern und Investoren einsammeln. Bekannte Fondsgesellschaften sind zum Beispiel Blackrock und Fidelity (beide USA), Union Investment oder die DWS Gruppe (beide Deutschland).

Die Abkürzung ETF steht für die englische Bezeichnung "Exchange Traded Funds", zu deutsch: börsengehandelter Indexfonds. Gemeint ist damit ein spezieller Aktienfonds, der mittels eines Computeralgorithmus einen Aktienindex nachbildet. Das kann zum Beispiel der Deutsche Aktienindex (Dax) sein, der die 30 wertvollsten deutschen Börsenkonzerne enthält. Kaufen Sie einen Anteil eines Dax-ETFs, investieren Sie Ihr Geld also gleichzeitig in die Aktien aller Dax-Konzerne, von Adidas über RWE und SAP bis Wirecard.

ETFs sind sehr günstig. Das liegt daran, dass ein Computeralgorithmus über die Zusammensetzung des Fonds entscheidet und kein teuer bezahlter Fondsmanager, der die Zusammenstellung "aktiv" steuert. Deshalb nennt man ETFs auch "passive Aktienfonds".

Gleichzeitig bieten ETFs Ihnen als Anleger eine sehr breite Streuung Ihres Geldes über Aktien verschiedener Unternehmen und Märkte. Auf diese Weise ist das Verlustrisiko im Vergleich zum Kauf einzelner Aktien deutlich geringer, da sich die Kursschwankungen der Aktien des Fonds ausgleichen (siehe unten).

Gerade für Menschen, die sich nicht im Detail mit Aktien beschäftigen, aber dennoch an den Erträgen der Börse teilhaben wollen, sind ETFs deshalb die ideale Geldanlage. Dass das immer mehr Menschen so sehen, zeigt die folgende Grafik:


Quelle: Statista, Thomson Reuters; Lipper; Bloomberg; ETFGI

Warum haben ETFs so komische Namen?

Für Einsteiger klingen die Namen von ETFs bisweilen verwirrend. Das liegt daran, dass die Aktienindizes, die den ETFs zugrunde liegen, oft mit einer Reihe von Buchstaben abgekürzt werden – die für Anfänger zunächst keinen Sinn ergeben.

Grundsätzlich setzt sich der Name eines ETFs aus der Bezeichnung des Aktienindex, den der ETF nachbildet, sowie dem Namen der Fondsgesellschaft, die den ETF auflegt, zusammen.

Nehmen wir als Lesebeispiel einen der bekanntesten ETFs mit einer sehr breiten Streuung über Unternehmensanteile aus der gesamten Welt –  den ETF "iShares MSCI ACWI". Hierbei handelt es sich um einen ETF, der von der Blackrock-Tochter iShares ausgegeben wird.

Der Aktienindex, den dieser ETF nachbildet, kürzt sich "MSCI ACWI" ab. MSCI steht für das Unternehmen Morgan Stanley Capital International, ein Finanzdienstleister, der verschiedene Aktienindizes herausgibt.

Einer dieser Indizes ist der so genannte "All Country World Index", abgekürzt ACWI. Dieser Aktienindex enthält Aktien von mehr als 2.700 Unternehmen aus der ganzen Welt und gilt deshalb als eine besonders bequeme und risikoarme Variante, um praktisch in die gesamte Weltwirtschaft zu investieren.

Neben iShares aus den USA bieten zahlreiche andere Finanzunternehmen und Fondsgesellschaften ETFs an. Zu den wichtigsten zählen Xtrackers (DWS Gruppe, Deutschland), Lyxor (Pariser Société Générale, eine der größten Geschäftsbanken Frankreichs) und HSBC (eine britische Großbank). Eine Übersicht der wichtigsten Händler:

ETF-MarkeFondsgesellschaft
oder Bank
Länder
iShares BlackRockUSA
Xtrackers DWS Group
(Deutsche Bank)
Deutschland
Lyxor Lyxor Asset Management
(Société Générale)
Frankreich
ComstageLyxor Asset Management
(Société Générale)
Frankreich
HSBCHSBCGroßbritannien
FidelityFidelity InvestmentsUSA
AmundiAmundi
(Société Générale und
Crédit Agricole)
Frankreich
Franklin/ Franklin LibertyFranklin Templeton
Investments
USA

Wie genau funktionieren ETFs?

Im Gegensatz zu herkömmlichen Aktienfonds, die ein Anlagemanager "aktiv" steuert, bildet bei ETFs als "passive" Fonds ein Computeralgorithmus ganze Aktienindizes wie etwa den deutschen Dax eins zu eins nach.

Konkret heißt das im Falles eines Dax-ETF: Ein Computer kauft die einzelnen Aktien der 30 größten deutschen Börsenunternehmen und gewichtet sie so, wie sie im Dax abgebildet sind. Anteile großer Aktiengesellschaften wie SAP oder Telekom fallen dadurch stärker ins Gewicht als etwa die Wirecard- oder RWE-Aktie.

Dabei unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Bauarten von ETFs. Während bei "physischen" ETFs der Computer die Aktien tatsächlich kauft, handelt er im Falle eines "synthetischen" ETFs lediglich mit einer Bank, die die Kursentwicklung der Aktien garantiert. Bei vielen Anlegern sind deshalb physische replizierende ETFs beliebter.

  • Ob physisch oder synthetisch – für Sie als Anleger gilt: Steigt der Wert des Aktienindex, der Ihrem ETF zugrunde liegt, profitieren Sie im selben Maße. Wenn Sie etwa Geld in einen Dax-ETF investiert haben und die Dax-Aktien im Schnitt um drei Prozent zulegen, wächst auch Ihr Ertrag um drei Prozent.

Klar ist dabei: Auch bei ETFs gibt es ein Risiko, dass Sie Geld verlieren. Verliert die Mehrheit aller Aktien eines Index an Wert, fällt auch der Indexkurs selbst und damit der Wert des ETFs, der ihn nachbildet. Das aber gilt in der Regel nur kurzfristig. Auf lange Sicht gleichen sich Kursschwankungen aus. Und die Vergangenheit hat gezeigt: Über einen längeren Zeitraum von 15 bis 20 Jahren entwickeln sich die Werte großer Aktienindizes positiv – sodass Sie mit Gewinnen rechnen können (siehe unten).

ETFs eignen sich deshalb besonders für die langfristige Geldanlage, zum Beispiel wenn Sie Geld für Ihre Kinder oder Enkel investieren wollen. Im Vergleich zu einem Sparkonto ist Ertrag, genannt Rendite, von ETFs um ein Vielfaches höher.

Was ist der Vorteil von ETFs im Gegensatz zum Kauf einzelner Aktien?

Der Vorteil von ETFs verglichen mit dem Kauf einzelner Aktien ist, dass Sie Ihr Kapital auf bequeme Art breit über zahlreiche Aktien streuen können – und dabei nur sehr geringe Gebühren bezahlen. So verringern Sie Ihr Risiko, Verluste zu machen.

Außerdem müssen Sie sich nicht ständig mit den Entwicklungen am Aktienmarkt beschäftigen – das erledigt der Computeralgorithmus für Sie. Deshalb eignen sich ETFs besonders für Börsen-Einsteiger.

Auch im Vergleich zu "aktiv" gesteuerten Aktienfonds, die zwar ebenfalls breit gestreut sind, haben ETFs mehrere Vorteile. Die wichtigsten im Überblick:

  • Kosten: Dadurch dass bei ETFs ein Computeralgorithmus einen Aktienindex nachbildet, sind sie günstiger als herkömmliche Aktienfonds. Es muss schließlich kein Manager bezahlt werden, der den Aktienfonds betreut. Bei ETFs fallen in der Regel pro Jahr Kosten in Höhe von weniger als 0,3 Prozent der Anlagesumme an. Aktiv gemanagte Fonds verlangen bisweilen bis zu fünf Prozent der Anlagesumme.
  • Erträge: ETFs erzielen bei breiter Streuung langfristig eine mindestens genauso hohe, oft sogar eine höhere Rendite als klassische, aktiv gesteuerte Aktienfonds. Das liegt daran, dass es selbst Experten nur selten gelingt, exakte Prognosen über künftige Marktentwicklungen zu machen – um damit bessere Renditen zu erwirtschaften als die breite Masse der Anleger. Das belegen diverse Studien. Für Sie als Anleger heißt das: Sie müssen nur alle paar Monate in Ihr Depot schauen und sich nicht ständig mit dem Aktienmarkt auseinandersetzen.
  • Transparenz: Ein weiterer Vorteil von ETFs ist die größere Transparenz im Vergleich zu herkömmlichen Aktienfonds. Da ein ETF einen bestimmten Index nachbildet, wissen Sie als Anleger zu jedem Zeitpunkt, welche Aktien der Fonds enthält. Aktiv gemanagte Fonds sind häufig weniger transparent, Anleger erfahren oft nur mit Zeitverzögerung oder an einem bestimmten Stichtag, aus welchen Aktien sich der Fonds gerade zusammensetzt.
  • Flexibilität: Als Anleger können Sie mit ETF-Anteilen genauso leicht an der Börse handeln wie mit einzelnen Aktien – und dadurch flexibel auf veränderte Marktsituationen reagieren, etwa wenn Sie Ihre Anlagestrategie wechseln wollen. Mit Anteilen herkömmlicher Aktienfonds geht das nicht ohne Weiteres. Denn bei aktiv gesteuerten Aktienfonds gelten häufig Haltefristen. Diese erlauben es Ihnen erst nach Ablauf einer bestimmten Zeit, Ihre Anteile wieder abzustoßen. ETFs hingegen können Sie so oft wie Sie wollen kaufen oder verkaufen. Es bietet sich jedoch an, möglichst lange in einen ETF zu investieren, da dadurch Ihr Ertrag steigt (siehe unten).

Bekomme ich bei ETFs auch eine Dividende?

Eine Dividende ist der Anteil des Gewinns einer Aktiengesellschaft, den sie an ihre Aktionäre, also die Anteilseigner, ausschüttet. Ob Sie bei ETFs also eine Dividende erhalten, kommt darauf an, ob Sie Ihr Geld in Anteile eines so genannten Dividenden-ETFs investiert haben oder nicht. Denn ähnlich wie bei einzelnen Aktien und klassischen Aktienfonds gilt auch bei ETFs, dass Sie nicht automatisch am Gewinn der Unternehmen beteiligt werden.

Wollen Sie auf eine regelmäßige Dividende nicht verzichten, achten Sie deshalb beim Kauf darauf, dass Sie in Dividenden-ETFs investieren, die ihre Gewinne "ausschütten". Andernfalls nämlich, bei so genannten "thesaurierenden" ETFs, gibt es keine Dividenden-Auszahlung auf Ihr Konto.

Bei thesaurierenden ETFs werden die erzielten Kapitalerträge automatisch wieder angelegt. Das wirkt sich besonders auf den so genannten Zinseszins-Effekt aus: Ihr angelegtes Geld vermehrt sich umso stärker, wenn Erträge, die vorher erwirtschaftet wurden, dazu kommen.

Was kostet ein ETF?

Auch wenn ETFs deutlich günstiger sind als Anteile eines klassischen Aktienfonds – umsonst sind auch sie nicht. Die Kosten eines ETFs lassen sich mithilfe von Kennzahlen bewerten. Die am häufigsten diskutierte ist die so genannte Gesamtkostenquote, abgekürzt TER (engl. für "Total Expense Ratio").

In die Gesamtkostenquote fließen sämtliche Gebühren ein, die jährlich anfallen, solange Sie den ETF-Anteil halten. Dazu zählen unter anderem Verwaltungskosten sowie die Mehrwertsteuer, die der Fonds-Anbieter bezahlen muss.

Die Gesamtkostenquote eines MSCI-World-ETFs beispielsweise liegt zwischen 0,12 Prozent und 0,5 Prozent pro Jahr. Damit sind ETFs deutlich günstiger als aktiv verwaltete Fonds. Legen Sie etwa eine Summe von 1.000 Euro in einen ETF mit einer Gesamtkostenquote in dieser Höhe an, belaufen sich die Kosten pro Jahr auf 1,20 Euro bis 5 Euro.

Diese Beträge werden Ihnen von Ihren potenziellen Gewinnen direkt von der Bank oder Fondsgesellschaft abgezogen. Die folgende Tabelle vermittelt ein Gefühl für die Kosten:  

ETFIndexGebühr pro Jahr (TER)Verwendung der Erträge
Xtrackers DAX UCITS ETF 1CDax

0,09 Prozent

 thesaurierend
Xtrackers Euro Stoxx 50 UCITS ETF 1DEuroStoxx500,09 Prozentausschüttend
Xtrackers MSCI World UCITS ETF 1CMSCI World0,19 Prozent thesaurierend
iShares MDAX® UCITS ETF (DE)MDax0,51 Prozent thesaurierend

Quelle: Justetf.com (Stand: März 2020)

Zum Vergleich: Bei aktiv gemanagten Aktienfonds liegt die jährliche Kostenquote häufig bei mehr als 1,5 Prozent pro Jahr. Jährlich fielen also mehr als 15 Euro Gebühren an, wenn Sie eine Summe von 1.000 Euro in einen aktiv gemanagten Fonds anlegen würden.

Wo kann ich ETFs kaufen?

Grundsätzlich werden ETFs genau wie Aktien an der Börse gehandelt. Um ETFs an der Börse zu kaufen, können Sie die gewünschten Wertpapiere über Ihr Depot suchen und nach Auswahl eines Handelsplatzes, zum Beispiel die Börse in Frankfurt, erwerben (siehe unten). Der Preis des ETF-Anteils kann dabei je nach Handelsplatz variieren.

Günstiger als der Börsenhandel ist der Aktienkauf in der Regel bei einem so genannten Direkthändler. Damit ist ein spezieller Wertpapierhändler gemeint, der ausgewählte Aktien und Fondsanteile auf Vorrat hält. Im außerbörslichen Direkthandel sind ETFs meist billiger, da Sie als Privatanleger die Börsengebühren sparen.

Gängige Direkthändler sind zum Beispiel Tradegate, Lang & Schwarz oder die Baader Bank. Häufig kooperieren Direktbanken auch mit einem dieser Direkthändler.

Wie kaufe ich ETFs online?

Ob Börsen- oder Direkthandel: Sie benötigen ein Wertpapierdepot, um in ein ETF zu investieren. Das können Sie am günstigsten und einfachsten im Internet eröffnen – bei einer Direktbank oder einem Onlinebroker.

Die nächsten Schritte sind sehr leicht: Über die Suchmaske Ihres Depots können Sie die gewünschten ETF-Anteile einfach finden. Alles, was Sie dafür brauchen, ist die Wertpapierkennnummer (WKN) oder die internationale Identifikationsnummer (ISIN) des Wertpapiers.

Sobald Sie den entsprechenden ETF ausgewählt haben, schreiten Sie über die Order-Eingabe zum Kauf: Erst jetzt entscheidet sich, ob Sie den ETF an einem Börsenplatz erwerben – oder bei einem Direkthändler, mit dem Ihre Direktbank oder der Onlinebroker möglicherweise kooperiert (siehe unten).

So sichern Sie sich in drei Schritten Ihren ETF-Anteil:

Schritt 1 – Depot eröffnen: Zunächst müssen Sie ein Depot bei einer Filialbank oder im Internet bei einer Direktbank eröffnen. Das Depot bei einer Direktbank ist oft kostenlos. Einen Vergleich finden Sie hier.
Schritt 2 – ETF aussuchen: Informieren Sie sich auf Vergleichsportalen, welcher ETF für Sie infrage kommt. Behalten Sie dabei neben der Gesamtkostenquote vor allem die Risikoklasse im Auge. Es gilt: Je höher das Risiko, desto größer die Chance hohe Gewinne zu erzielen – aber auch die Wahrscheinlichkeit, Verluste zu machen.
Schritt 3 – ETF kaufen und warten: Über Ihr Depot können Sie mithilfe der Wertpapierkennnummer (WKN) den ETF finden und einen Anteil kaufen. Experten raten, nur Geld in einen ETF zu investieren, das Sie 15 Jahre oder länger nicht benötigen. Je länger Sie Ihr Geld anlegen, desto geringer ist das Risiko, Verluste zu machen. Denn langfristig gleichen sich kurzfristige Kursschwankungen aus.

Wichtigstes Kriterium beim Kauf ist der Preis: Auch wenn er sich je Handelsplatz oder Direkthändler lediglich in der Nachkommastelle unterscheidet, sollten Sie stets das günstigste Angebot wählen.

Tipp: Kaufen und verkaufen Sie ETFs ausschließlich von Montag bis Freitag zwischen 9 Uhr und 17.30 Uhr, wenn die elektronische Börse Xetra geöffnet hat. Auf diese Weise können sie vergleichen, ob der Direkthändler Ihrer Wahl tatsächlich einen günstigeren Preis bietet als der Handel an der Börse.

Wie lege ich einen Sparplan für ETFs an?

Mit einem ETF-Sparplan investieren Sie regelmäßig eine bestimmte Summe in einen ETF. Es ist sehr leicht, diesen bei einer Direktbank im Internet oder einem Onlinebroker einzurichten. Wir zeigen Ihnen in wenigen Schritten, worauf es dabei ankommt:

 (Quelle: t-online.de) (Quelle: t-online.de)

  • Schritt 1: Legen Sie ein Depot an. Dieses können Sie bei einer Direktbank oder einem Onlinebroker eröffnen. Im Gegensatz zu Filialbanken fallen hierfür in der Regel keine Gebühren an. Wichtig ist: Vergleichen Sie die Konditionen der Onlineanbieter für Ihre Sparpläne miteinander. Es kommt nicht nur auf die Kosten an. So ist es auch noch wichtig, welche Aktien oder ETFs Ihnen zum Besparen zur Auswahl stehen. Bei vielen Anbietern haben Sie nicht die volle Auswahl. Manchmal werben Anbieter auch mit so genannten Aktionssparplänen – dann sind bestimmte Aktien oder ETFs günstiger. Manchmal sind diese Aktionen aber nur Lockangebote, bei denen sich die Kosten nach paar Monaten erhöhen.
  • Schritt 2: Suchen Sie sich ETFs aus, in die Sie investieren wollen. Es ist empfehlenswert, Ihre Risiken breit zu streuen. Besonders eignen sich dafür ETFs, die den MSCI World oder den MSCI All Country World nachbilden.
  • Schritt 3: Legen Sie Ihre ETF-Sparrate und den zeitlichen Horizont fest. Sie müssen sich klar machen, wie viel Geld Sie in welchem zeitlichem Rhythmus anlegen möchten. Meist können Sie sich zwischen einer monatlichen, viertel- oder halbjährlichen Zahlung entscheiden. In der Regel können Sie die Sparrate ändern, wenn Sie merken, dass Sie mehr oder auch weniger ansparen wollen.
  • Schritt 4: Warten. Experten empfehlen einen Anlagezeitraum von zehn bis 15 Jahren, da sich in dieser Zeit kurzfristige Kursschwankungen ausgleichen.

Was sind die besten ETFs?

Welcher ETF der beste für Sie ist, hängt stark von Ihrer individuellen Risikobereitschaft und Ihren Präferenzen ab – und vom Preis des jeweiligen ETFs. Außerdem spielt eine Rolle, wie sehr Sie sich im Alltag mit einzelnen Unternehmen, Märkten und der Börse auseinandersetzen wollen. Neben dem Dax gibt es noch viele weitere Aktienindizes. Die Zahl der ETF steigt kontinuierlich an, wie folgende Grafik zeigt:


Quelle: Statista, Thomson Reuters; Lipper; Bloomberg; ETFGI

Börsenexperten empfehlen Privatanlegern, ihr Kapital breit zu streuen. Der MSCI World Index mit all seinen Variationen der verschiedenen Finanzdienstleister (etwa Ishares, Xtracker, Lyxor) bildet zum Beispiel die Wertentwicklung der 1.600 größten Unternehmensaktien aus 23 Industriestaaten nach. ETFs, die diesen Index nachbilden, gelten als relativ risikoarm.

Eine noch breitere Streuung bietet der Index MSCI All Country World, der Unternehmensanteile von mehr als 2.700 der größten börsennotierten Firmen der Welt enthält. So deckt er quasi die gesamte Weltwirtschaft ab. ETFs, die diesen Index nachbilden, gelten ebenfalls als risikoarm. Schließlich ist es unwahrscheinlich, dass alle abgebildeten Aktienkurse gleichzeitig stark fallen.

Alternativ zu diesen ETFs gibt es zahlreiche ETFs, die auf Indizes basieren, die Aktien besonders nachhaltiger Unternehmen enthalten. Ein Beispiel ist der MSCI World SRI. Außerdem gibt es ETFs, denen einzelne Branchen zugrunde liegen, etwa die vielversprechendsten deutschen Tech-Unternehmen. Ein Beispiel für einen solchen ETF ist der ComStage 1 TecDAX UCITS. 

Grundsätzlich gilt: Eine potenziell höhere Rendite geht immer mit einem höheren Risiko einher. Überlegen Sie sich also bevor Sie investieren, welches Risiko Sie maximal eingehen wollen. Als Einsteiger sollten Sie eher Anteile von ETFs kaufen, die mit einem geringen Risiko verbunden ist. Wenn Sie sich unwohl fühlen, verzichten Sie lieber auf etwas Rendite, anstatt ein zu hohes Risiko einzugehen.

Ein Beispiel: Ein ETF der Risikoklasse fünf wächst tendenziell stärker als ein risikoärmerer Fonds der Klasse zwei – kann dafür aber auch schneller Verluste machen.

Geld anlegen mit Robotic-Advisors: Für Privatanleger mit wenig Geduld könnte sich ein Robotic-Advisor lohnen, der sich um Ihre Geldanlage und Sparpläne kümmert. Das Prinzip: Der Geldanlage-Roboter kauft und verkauft ETF je nach Ihren Anlage-Präferenzen, und das objektiv und automatisch. Wie sich der Roboter verhält, können Sie auf dem Smartphone verfolgen. Robo-Advisors wie Oskar, Scalable, Quirion und Fintego sind dabei günstiger als die klassischen Fondsmanager und eine Mischform aus aktiver und passiver Vermögensverwaltung. 

Mittlerweile gibt es auch Robo-Advisors: Dieser digitale Anlagenberater ist deutlich günstiger als ein klassischer Vermögensverwalter.  (Quelle: imago images/Stockimage)Mittlerweile gibt es auch Robo-Advisors: Dieser digitale Anlagenberater ist deutlich günstiger als ein klassischer Vermögensverwalter. (Quelle: Stockimage/imago images)

Welche Rendite kann ein ETF-Investment überhaupt bringen?

Wie hoch die Rendite eines ETFs in Zukunft sein wird, lässt sich nicht sagen, da niemand mit Gewissheit Aktienkurse voraussagen kann. Um dennoch einen Eindruck von den möglichen prozentualen Erträgen eines ETFs zu bekommen, lohnt ein Blick in die Vergangenheit – zum Beispiel auf die Kursentwicklung des Aktienindex MSCI World Index.

Die durchschnittliche jährliche Rendite des MSCI World, der Aktien von rund 1.600 Unternehmen aus 23 Industrienationen enthält, beträgt für die Jahre von 1970 bis 2015 jeweils rund 9,2 Prozent. Das heißt, ein ETF auf diesen Index würde ebenfalls eine solche Rendite erzielen. Auch in den vergangenen zehn Jahren lag die jährliche Rendite des MSCI World im Schnitt bei 6,82 Prozent. 

Ein Beispiel: Wenn Sie in den vergangenen zehn Jahren monatlich 100 Euro – beispielsweise mit einem Sparplan – bei einer durchschnittlichen Jahresrendite von 6,8 Prozent eingezahlt hätten, verfügten Sie heute über einen Betrag von rund 17.000 Euro. Als Anleger hätten Sie in dieser Zeit insgesamt 12.000 Euro eingezahlt. Ihre Zinsen und Zinseszinsen beliefen sich auf rund 5.000 Euro.

Wichtig ist dabei: Die frühere Wertentwicklung eines ETFs ist ein wichtiger Anhaltspunkt, um zu sehen, ob ein ETF eher stark oder moderat wächst. Aber: Diese Kursentwicklung aus der Vergangenheit ist niemals ein Garant für künftige Gewinnchancen. Dennoch dient sie für einen ersten Blick als guter Anhaltspunkt, 

Risiko: Wie sicher sind ETFs?

Wie viel Risiko ein ETF birgt, hängt maßgeblich davon ab, welchen Aktienindex er nachbildet. Pauschal lässt sich sagen: Je mehr Aktien unterschiedlicher Branchen oder Länder ein Index enthält, je breiter er also aufgestellt ist, desto sicherer ist auch der ETF, der ihn nachbildet. Wie bei allen anderen Formen der Geldanlage sprechen Experten vom so genannten "Diversifizieren". Damit ist gemeint, dass Sie als Anleger zu keinem Zeitpunkt Ihr gesamtes Geld auf eine Karte setzen sollten.

Wie bei herkömmlichen Aktienfonds oder beim Kauf einzelner Aktien besteht auch bei ETFs jederzeit das Risiko, dass die Kurse an der Börse kurzfristig fallen, Ihr ETF dadurch an Wert verliert. Damit bergen ETFs ein höheres Risiko als etwa Tagesgeldkonten. Gleichzeitig gilt: Kurzfristige Schwankungen am Aktienmarkt gleichen sich langfristig aus. Auf Dauer versprechen ETFs so weit höhere Renditen als Tages- oder Festgeldkonten.

Da Sie Ihr Kapital mit einem ETF breit streuen, zählen ETF zu den sichersten Anlagen, wenn Sie von Börsen-Gewinnen profitieren wollen. Das Risiko ist viel geringer als beispielsweise beim Investment in einzelne Aktien. 

Was die Sicherheit Ihres Geldes bei den Fondsgesellschaften angeht, ist die Sache eindeutig: Es ist relativ unwahrscheinlich, dass eine ETF-Fondsgesellschaft Konkurs anmeldet. Passiert es dennoch, ist das für Sie nicht schlimm – denn Ihr Geld ist als so genanntes Sondervermögen geschützt. Im Falle einer Insolvenz des ETF-Fondsanbieters wird dieses Geld nicht vom Insolvenzverwalter angetastet.

Trotz der Vorteile von ETFs als Geldanlage setzt nur ein geringer Teil der Deutschen auf ETFs. Das zeigt die folgende Grafik:


Quelle: Statista, forsa, Goldseiten.de

Sollten Anleger ihr ETF-Anteil im Börsencrash verkaufen?

Nein. Fallen die Kurse, empfehlen viele Experten, Ruhe zu bewahren und ETF-Anteile nicht aus Angst zu veräußern. Besser ist es, bei kurzfristigen Verlusten erst einmal abzuwarten – schließlich kann es sein, dass sich die Kurse schnell wieder erholen.

Langfristig gleichen sich Kursgewinne und mögliche Verluste ohnehin aus. Bei einem Börsencrash sollten Sie deshalb zunächst gar nichts tun, Nerven bewahren – und bestenfalls nicht täglich in Ihr Depot schauen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Finanztip.de
  • Finanzen.net
  • Bergfuerst.com
  • Börse Frankfurt
  • Justetf.com
  • Boerse.de
  • Goldseiten.de
  • MSCI.com
  • Statista
  • Studie "Garantiezusagen in der Altersvorsorge", Frankfurt School of Finance & Management
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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