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Das sollten Sie ĂŒber die Rentenversicherung wissen

  • Mauritius Kloft
Von Mauritius Kloft

Aktualisiert am 21.01.2021Lesedauer: 6 Min.
Rentensystem in Deutschland: Wie es derzeit noch funktioniert und warum es ein akutes Problem gibt. (Quelle: t-online)
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Immer heißt es: Die Rente wird sinken, der Beitrag wird steigen. Doch wie funktioniert die Rente eigentlich genau? Wo liegen ihre Probleme? Und wie viel Rente bekomme ich denn nun?

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ist die gesetzliche Rentenversicherung – und wie funktioniert sie?
  • Wie hoch ist der Beitrag zur Rente?
  • Wie viel Rente bekomme ich?
  • Wann kann ich in Rente gehen?
  • Welche Alternativen zur gesetzlichen oder privaten Rentenversicherung habe ich?

Die Rente betrifft jeden Menschen, der ein bestimmtes Alter erreicht hat. In Deutschland besteht sie aus drei SĂ€ulen: der gesetzlichen, der privaten und der betrieblichen Altersvorsorge.

Doch wie funktioniert die gesetzliche Rente eigentlich genau? Warum sinkt das sogenannte Rentenniveau? Und sollte ich privat vorsorgen? Ein Überblick.

Was ist die gesetzliche Rentenversicherung – und wie funktioniert sie?

Es gibt drei Arten der Altersvorsorge: Die gesetzliche Rentenversicherung, die betriebliche Altersvorsorge und die private Rentenversicherung (siehe unten).

Die gesetzliche Rente ist fĂŒr die meisten Menschen die wichtigste dieser drei SĂ€ulen. Denn: Sie steht jedem BĂŒrger zu, der dieser gesetzlichen Rentenversicherung angehört. Und das sind mehr als 70 Prozent der Bevölkerung in Deutschland.

Wenn man von gesetzlicher Rente spricht, meint man in der Regel die sogenannte Altersrente. Das ist die Rente, die Sie bekommen, wenn Sie ein bestimmtes Alter erreicht haben – und nicht mehr arbeiten. Es gibt jedoch noch die Witwenrente oder die Erwerbsminderungsrente.

Wer zahlt in die gesetzliche Rente ein?

GrundsÀtzlich gilt: Alle, die sozialversicherungspflichtig beschÀftigt sind, zahlen in die Rente ein, also Arbeiter, Angestellte und Auszubildende.

Hier werden die sogenannten SozialversicherungsbeitrĂ€ge vom Arbeitgeber an die jeweilige Krankenkasse ĂŒberwiesen. Diese fĂŒhrt die einzelnen BeitrĂ€ge fĂŒr Altersvorsorge und Arbeitslosenversicherung an die zustĂ€ndigen Institutionen ab – die Deutsche Rentenversicherung und die Bundesagentur fĂŒr Arbeit.

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Ebenso pflichtversichert sind etwa Eltern in der Zeit, wĂ€hrend sie Kinder erziehen und ihrem Beruf nicht nachgehen können. Das gilt jedoch nur fĂŒr Kinder, die nach 1992 geboren sind. Bei Kindern, die vor 1992 geboren sind, gibt es die sogenannte MĂŒtterrente.

Gut zu wissen: Jeder, der in die gesetzliche Rente einzahlt, erhÀlt eine sogenannte Rentenversicherungsnummer. Diese soll Sie genau identifizieren und Ihren Rentenanspruch belegen. Sie behalten diese Nummer Ihr Leben lang.

Um nach Ihrem Berufsleben eine Rente zu erhalten, mĂŒssen Sie jedoch mindestens fĂŒnf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Das nennt man auch "Wartezeit".

Wie funktioniert die Rentenversicherung?

Basis der gesetzlichen Rente ist ein sogenanntes Umlageverfahren. Das bedeutet: Die aktuellen BeschĂ€ftigten bezahlen mit ihrem Beitrag die gesetzliche Altersvorsorge der Rentner – der Beitrag jetzt wird also umgelegt.

Wenn die jetzigen Beitragszahler am Ende ihres Berufslebens in Rente gehen, bekommen sie die Rente von denjenigen, die dann im Berufsleben stehen. Deshalb spricht man in diesem Zusammenhang auch von einem "Generationenvertrag", bei dem die JĂŒngeren fĂŒr die Älteren zahlen.

Aufgrund dieses Umlageverfahrens hÀngt die Höhe der aktuellen Rente vom Einkommen der jetzigen Arbeitnehmer ab. Steigen ihre Löhne, steigt auch die Rente der jetzigen Rentner. Um das anzugleichen, gibt es die sogenannte Rentenanpassung, die jedes Jahr am 1. Juli ansteht. Zu diesem Stichtag Àndert sich die Rente. 2020 steigen die Renten im Westen um 3,45 Prozent, im Osten um 4,2 Prozent.

Allerdings gibt es ein Problem: Die Rente steigt in der Regel nicht so stark wie die Löhne. Grund dafĂŒr ist, dass die Gesellschaft insgesamt Ă€lter wird. Mit der Folge, dass es immer weniger Beitragszahler gibt – und dafĂŒr immer mehr Rentner.

Kamen 2016 noch 48 Rentner auf 100 Beitragszahler, dĂŒrften es 2045 nach einer Modellrechnung der Deutschen Rentenversicherung 70 sein.

Damit die Beitragszahler nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig belastet werden, steigen die BeitrĂ€ge zur Rentenversicherung nicht parallel mit den Löhnen. Die logische Konsequenz fĂŒr die Rentner: Langfristig sinkt das sogenannte Rentenniveau.

Wie funktioniert die private Rentenversicherung?

Bei einer privaten Rentenversicherung zahlen Sie wĂ€hrend Ihres Arbeitslebens regelmĂ€ĂŸig einen bestimmten Betrag in eine Versicherung ein und erhalten dafĂŒr ab dem Eintritt ins Rentenalter bis zum Lebensende eine Rente ausgezahlt. Mit dem Tod erlischt dieser Zahlungsanspruch.

Doch hĂ€ufig sind diese Modelle nicht sehr transparent und teuer. Außerdem werfen private Rentenversicherungen meist keine großen ErtrĂ€ge mehr ab.

Stattdessen können Sie privat vorsorgen – und zwar, ohne in eine Versicherung einzuzahlen. Wie das geht, erfahren Sie weiter unten.

Wie hoch ist der Beitrag zur Rente?

Aktuell liegt der sogenannte Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung bei 18,6 Prozent Ihres Bruttolohns. Als Arbeitnehmer teilen Sie sich diesen Betrag mit dem Arbeitgeber.

Der Beitrag soll noch steigen, jedoch maximal auf 20 Prozent. Wahrscheinlich wird der Satz bis 2023 auf 19,3 Prozent steigen, wie die Deutsche Rentenversicherung erwartet.

Allerdings fĂ€llt dieser Beitrag nicht immer auf den kompletten Lohn an – sondern nur bis zu einer bestimmten Höhe des Lohns, bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze. Diese liegt im Jahr 2020 in den westdeutschen BundeslĂ€ndern bei einem monatlichen Bruttolohn von 6.900 Euro, im Osten 6.450 Euro. Wer mehr verdient, muss darauf keine BeitrĂ€ge an die gesetzliche Rente zahlen.

Wie viel Rente bekomme ich?

Das lĂ€sst sich pauschal nicht sagen. Wie viel Rente Sie bekommen, hĂ€ngt maßgeblich von Ihrem Einkommen ab, also wie viel Sie einzahlen – und wann Sie in Rente gehen. Zudem kommt es darauf an, ob Sie noch zusĂ€tzlich privat oder betrieblich vorsorgen (siehe unten).

Wann kann ich in Rente gehen?

Wann Sie in Rente gehen können, hĂ€ngt im Regelfall von Ihrem Alter ab. Sie mĂŒssen nĂ€mlich ein bestimmtes Alter erreicht haben, um in Altersrente gehen zu können.

Dieses Alter nennt man auch Regelaltersgrenze. Hierbei mĂŒssen Sie mindestens fĂŒnf Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben (siehe oben).

Beim Erreichen des 67. Lebensjahres wird die monatliche Rente allen ausbezahlt, die ab 1964 geboren wurden. FĂŒr Arbeitnehmer, die vor dem 1. Januar 1947 geboren wurden, gilt noch die Rente mit 65 Jahren.

FĂŒr alle dazwischen liegenden JahrgĂ€nge gilt eine gestaffelte Regelung. In dieser Tabelle finden Sie die genaue Staffelung:

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Wollen Sie in FrĂŒhrente gehen – also vor der Regelaltersgrenze – mĂŒssen Sie mit AbschlĂ€gen rechnen. FĂŒr jeden Monat, den Sie frĂŒher in Rente gehen möchten, mĂŒssen Sie 0,3 Prozent Ihrer Rente abziehen. Aufs Jahr gerechnet sind dies also bereits 3,6 Prozent. Es gilt jedoch eine Wartezeit von mindestens 35 Jahren. Die Höhe der gesetzlichen Rente richtet sich nach Ihrem Einkommen. Doch sie hĂ€ngt auch davon ab, ob Sie vor der Regelaltersgrenze in Rente gehen möchten.

Rente nach 45 Beitragsjahren

Sie können jedoch auch ohne AbschlĂ€ge in Rente gehen. Aber nur, wenn Sie mindestens 45 Jahre lang BeitrĂ€ge gezahlt haben. Das nennt sich dann Rente fĂŒr (besonders) langjĂ€hrig Versicherte.

Es gelten hier trotzdem bestimmte Altersgrenzen, die sind jedoch laxer als diese bei der Regelaltersgrenze. So dĂŒrfen JahrgĂ€nge ab 1964 erst mit 65 Jahren in Rente gehen, ohne einen Abschlag in Kauf nehmen zu mĂŒssen. Zum Vergleich: Ohne mindestens 45 Beitragsjahre wĂŒrden Sie erst mit 67 Jahren ohne AbschlĂ€ge in Rente gehen können.

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Welche Alternativen zur gesetzlichen oder privaten Rentenversicherung habe ich?

Neben der gesetzlichen Rente, in der Sie wahrscheinlich pflichtversichert sind, und der privaten Rentenversicherung können Sie zusĂ€tzlich betrieblich vorsorgen. Das funktioniert entweder, indem Ihr Arbeitgeber fĂŒr Sie etwas Geld anlegt – in einen Fondssparplan beispielsweise. Sie können jedoch auch einen Teil Ihres Bruttolohns anlegen – und Ihr Arbeitgeber muss diesen Betrag dann bezuschussen.

ZusĂ€tzlich können Sie noch privat fĂŒrs Alter vorsorgen. Gerade angesichts des sinkenden Rentenniveaus empfehlen das Experten besonders. HierfĂŒr sollten Sie einen Teil Ihres Geldes selbst anlegen. Das geht am einfachsten und gĂŒnstigsten mit einem sogenannten ETF-Sparplan.

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