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Rentenerhöhung fällt aus: Was muss ich beachten? | Altersvorsorge


Rentenanpassung  

Rentenerhöhung fällt aus: Was muss ich beachten?

18.03.2021, 16:29 Uhr
Das Rentensystem in Deutschland

Das Rentenversicherungssystem basiert auf dem sogenannten Generationenvertrag. Doch das stellt Deutschland vor ein Problem. (Quelle: t-online.de)

Rentensystem in Deutschland: Wie es derzeit noch funktioniert und warum es ein akutes Problem gibt. (Quelle: t-online.de)


Die Rentenerhöhung fällt 2021 aus – zumindest im Westen. Im Osten können sich Rentner über eine minimale Erhöhung freuen. Doch woran liegt das genau? Wie funktioniert die Rentenpassung eigentlich?

Nun ist es offiziell: Die Corona-Krise schlägt auch auf die Renten durch. Im Jahr 2021 fällt die Rentenerhöhung im Westen aus, im Osten gibt es nur eine minimale Erhöhung.

Die Renten werden jedes Jahr einmal angepasst – das nennt sich auch Rentenanpassung. Was muss ich dabei beachten? Und wie berechnet sich die Rentenanpassung überhaupt? t-online beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Rentenanpassung.

Warum gibt es die Rentenanpassung?

Um das zu verstehen, gilt es zu wissen, wie die gesetzliche Rente an sich funktioniert. Basis der gesetzlichen Rente ist ein sogenanntes Umlageverfahren. Das bedeutet: Wer derzeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, bezahlt mit seinem Rentenbeitrag die gesetzliche Altersvorsorge der aktuellen Rentner – der Beitrag jetzt wird also umgelegt. Wenn die jetzigen Beitragszahler am Ende ihres Berufslebens in Rente gehen, bekommen sie die Rente von denjenigen, die dann im Berufsleben stehen.

Aufgrund dieses Umlageverfahrens hängt die Höhe der aktuellen Rente vom Einkommen der jetzigen Arbeitnehmer ab. Steigen ihre Löhne, steigen auch die Altersbezüge der Rentner. Um das anzugleichen, gibt es die sogenannte Rentenanpassung, die jedes Jahr am 1. Juli ansteht. Zu diesem Stichtag ändert sich die Rente.

Welche Renten werden angepasst?

Alle Renten der gesetzlichen Rentenversicherung. Dazu gehört nicht nur die sogenannte Altersrente. Das ist die Rente, die Sie nach Ihrem Arbeitsleben erreichen.

Auch die sogenannte Erwerbsminderungsrente wird angepasst. Das ist die Rente, die Sie erhalten, wenn Sie wegen eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr oder nur noch zum Teil arbeiten können. Zudem wird die sogenannte Hinterbliebenenrente angepasst. Das ist die Zahlung, die Sie erhalten, wenn beispielsweise Ihr Ehepartner stirbt.

Wie berechnet sich die Rentenanpassung?

Wenn Sie in die gesetzliche Rente einzahlen, sammeln Sie sogenannte Entgeltpunkte, auch Rentenpunkte genannt. Diese werden zur Berechnung der Rentenhöhe unter anderem mit dem sogenannten Rentenwert multipliziert. Dabei gilt für Sie der Rentenwert des Jahres, in dem Sie in Rente gehen. Auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung (DRV) können Sie die Höhe Ihrer Rente ausrechnen.

Die Rentenanpassung bedeutet also: Der aktuelle Rentenwert wird um einen bestimmten Prozentsatz erhöht (siehe unten).

Die genaue Anpassung hängt vor allem von der Entwicklung der Bruttolöhne ab. Ebenso findet sich in der Berechnung der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor wieder. Dieser berücksichtigt das Verhältnis der Anzahl der Beitragszahler zu den Rentnern. Wenn durch die allgemeine Alterung der Gesellschaft die Zahl der Beitragszahler sinkt und die Rentner mehr werden (siehe oben), senkt das den Prozentsatz.

Für die ostdeutschen und die westdeutschen Bundesländer gelten dabei unterschiedliche Prozentsätze. Im Osten steigen die Renten stärker an. Das liegt daran, dass sie insgesamt auf einem niedrigerem Niveau liegen. Bis 2024 sollen sich die West- und die Ostrenten vollständig angepasst haben.

Wie stark sind die Renten in den vergangenen Jahren gestiegen?

Hier finden Sie eine Übersicht darüber, wie die Renten in den vergangenen Jahren gewachsen sind. In einigen Jahren, wie etwa 2010, wuchsen sie gar nicht, man spricht von einer "Nullrunde" – so auch wegen der Corona-Krise im Jahr 2021. Die Renten wurden immer zum 1. Juli angepasst.

Jahr der RentenanpassungWesten (in Prozent)Osten (in Prozent)

2002

2,162,89
20031,041,19
2004--
2005--
2006--
20070,540,54
20081,11,1
20092,413,38
2010--
20110,990,99
20122,182,26
20130,253,29
20141,672,53
20152,12,5
20164,255,95
20171,93,59
20183,223,37
20193,183,91
20203,454,2

Konkret bedeutet das also: Der aktuelle Rentenwert ist vergangenes Jahr im Westen um 3,45 Prozent, im Osten um 4,2 Prozent gestiegen. Im Westen beträgt er deshalb 34,19 Euro (vorher 33,05 Euro), im Osten 33,23 Euro (vorher 31,89 Euro) (siehe oben). 2021 fällt die Rentenerhöhung im Westen dagegen aus.

Wo finde ich Informationen über die Rentenanpassung?

Um welchen Betrag die Rente jeweils steigt, steht in der sogenannten Rentenanpassungsmitteilung, die Sie im Juni erhalten sollten. Sie informiert Rentner auch darüber, wann genau der Betrag ausgezahlt wird. Die Auszahlung der Renten erfolgt durch den Renten-Service der Deutschen Post.

Können Renten auch abgesenkt werden?

Nein, darüber müssen Sie sich keine Sorgen machen. Für diese "Rentengarantie" gibt es eine spezielle Schutzklausel.

Wenn die wirtschaftliche Lage es nicht zulässt, die Rente zu erhöhen, weil die Bruttolöhne gesunken sind (siehe oben), wird sie einfach nicht angepasst. In den kommenden Jahren wird dann diese "theoretische" Senkung mit möglichen Erhöhungen verrechnet – diese fallen also geringer aus. Dieser sogenannte Nachholfaktor ist aber zurzeit ausgesetzt.

Was muss ich bei der Rentenanpassung mit Blick auf die Steuer beachten?

Wenn es eine Rentenerhöhung gibt, dass Sie plötzlich Steuern zahlen müssen. Das würde in dem Fall passieren, wenn Sie den sogenannten Rentnerfreibetrag – und den steuerlichen Grundfreibetrag überschreiten würden.

Der Rentnerfreibetrag hängt von dem Jahr ab, an dem Sie in Rente gehen und ändert sich nicht – auch dann nicht, wenn Ihre Rente steigt. Der Grundfreibetrag steigt jedes Jahr leicht an. Im Jahr 2020 beträgt er beispielsweise 9.408 Euro für Alleinstehende.

Sie sollten also prüfen, ob Sie durch eine Rentenanpassung plötzlich Steuern abführen müssen. Möglicherweise können Sie sogar Ausgaben von der Steuer absetzen.

Versicherungspflichtige Rentner müssen prozentuale Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Mit einer Rentenanpassung mit steigen diese Beiträge ebenso.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Deutsche Rentenversicherung
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales
  • rentenbescheid24.de
  • steuerklassen.com
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen


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