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BAföG-Rückzahlung: Tipps zum Sparen bei der Tilgung

Staatsdarlehen  

BAföG-Rückzahlung: Tipps zum Sparen bei der Tilgung

10.01.2019, 16:03 Uhr | sm, t-online.de

BAföG-Rückzahlung: Tipps zum Sparen bei der Tilgung. Ausbildungsförderung: Innerhalb von 20 Jahren müssen ehemalige Studenten die Hälfte des BAföGs zurückzahlen. (Quelle: imago/Joko)

Ausbildungsförderung: Innerhalb von 20 Jahren müssen ehemalige Studenten die Hälfte des BAföGs zurückzahlen. (Quelle: Joko/imago)

BAföG erhalten Studierende, die ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln aufbringen können. Das zinslose Darlehen muss zur Hälfte zurückgezahlt werden. Doch es gibt Sparmöglichkeiten.

Viele Studenten verdrängen nach dem Studium die Tatsache, dass sie die Ausbildungsförderung, auch BAföG genannt, zurückzahlen müssen. Doch der Geldsegen zur Studienfinanzierung ist nur zur Hälfte ein Geschenk des Staates. Die andere Hälfte muss zurückgezahlt werden. Und dabei gibt es einige Möglichkeiten, um zu sparen.

Vorteile eines BAföG-Darlehens:

  • Es fallen keine Zinsen an
  • Rückzahlungssumme ist begrenzt
  • Rückzahlungszeitraum ist begrenzt
  • Transparente Rückzahlungsbedingungen
  • Möglichkeit eines Teilerlasses
  • Möglichkeit der Zahlungsaussetzung
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Wann beginnt die BAföG-Rückzahlung?

Die Rückzahlungspflicht beginnt fünf Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer. Diese Förderungshöchstdauer entspricht der Regelstudienzeit eines Studiengangs. Bei einem Bachelor-Studiengang im Fach Betriebswirtschaftslehre sind das zum Beispiel sechs Semester.

Viereinhalb bis fünf Jahre nach dem letzten Semester des Förderungszeitraums bekommen Studenten, die BAföG bezogen haben, einen Brief vom Bundesverwaltungsamt. In diesem Brief wird mitgeteilt, dass nun die Rückzahlung der Hälfte des BAföGs fällig ist, der sogenannte Staatsdarlehensanteil. Dabei sind in den vergangenen fünf Jahren keine Zinsen aufgelaufen, da es sich bei BAföG um ein zinsloses Darlehen handelt.

Die Zustellung des Briefes vom Bundesverwaltungsamt (BVA) könnte schon das erste Problem sein. Denn nicht selten sind die Studierenden unbekannt verzogen. Muss die Adresse ermittelt werden, fällt gleich eine Gebühr von 25 Euro an. Das Amt sollte bestenfalls immer über einen Adresswechsel informiert werden.

44.100 Euro: Mehr Bafög gibt es zurzeit nicht. Der Höchstsatz liegt nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz bei 735 Euro pro Monat, die maximale Dauer sind in der Regel 60 Monate. Doch das bedeutet nicht, dass Bafög-Empfänger mit gut 44.000 Euro Schulden ins Berufsleben starten: Bafög wird zur Hälfte als Darlehen und zur Hälfte als Zuschuss gezahlt.

Wie kann BAföG zurückgezahlt werden?

Maximale Darlehensschuld

Hat die Förderung nach dem 28. Februar 2001 begonnen, müssen höchstens 10.000 Euro an das Bundesverwaltungsamt überwiesen werden – auch wenn die ursprüngliche Gesamtförderhöhe über 20.000 Euro lag. Und das auch nur über 20 Jahre.

Einmalzahlung

Es gibt verschiedene Varianten, das Geld zurückzuzahlen. Am günstigsten fährt, wer die höchstens 10.000 Euro auf einen Schlag zurückzahlen kann. Denn dann gewährt das BVA einen Nachlass von 28,5 Prozent. Bei kleineren Beträgen wird ein Nachlass in 500-Euro-Schritten gewährt. Sowohl der Tilgungsplan als auch ein Angebot zur vorzeitigen Tilgung liegen dem Feststellungsbescheid bei.

Ratenzahlung

Wer sich aufgrund seiner Einkommenssituation für eine Rückzahlung in Raten entscheidet, hat dafür bis zu 20, in besonderen Fällen sogar bis zu 30 Jahre Zeit. Arbeitslosigkeit, ein geringes Einkommen oder Kinder sind mögliche Gründe, aus denen Bafög-Empfänger die Zahlungen für einen befristeten Zeitraum aussetzen oder reduzieren können. Wer in Insolvenz gehen muss, ist zudem verpflichtet, das Bundesverwaltungsamt in die Gläubigerliste aufzunehmen.

Die monatliche Rückzahlungsrate beläuft sich in der Regel auf 105 Euro pro Monat – also 315 Euro im Quartal. Üblicherweise wird per Lastschriftverfahren getilgt.

Verzugszinsen

Wer mit seinen Zahlungen in Verzug ist, muss sich auf deftige Verzugszinsen einstellen. Dann werden sechs Prozent Zinsen fällig, und zwar nicht auf die in Verzug geratenen Raten, sondern auf die gesamte Restschuld des Darlehens.

Freistellung

Bei einem geringen Einkommen kann die vorübergehende Freistellung von der Rückzahlungsverpflichtung beantragt werden – wenn das anrechenbare monatliche Einkommen 1.145 Euro oder weniger beträgt. Befreiungsantrag unter: www.bafoegonline.de.

Anrechenbare Freibeträge auf das Einkommen (Quelle: www.bafög.de):

RückzahlungDarlehensnehmerEhegatte/LebenspartnerKind
seit 1. August 20161.145 Euro570 Euro520 Euro
bis 31. Juli 20161.070 Euro535 Euro485 Euro

Tipps zum Sparen bei der Rückzahlung

Die einfachste Möglichkeit ist die Rückzahlung der kompletten Summe auf einen Schlag. Denn dann bekommen Studenten einen Erlass, der je nach Höhe des Ablösungsbetrags bei bis zu 28,5 Prozent liegen kann. Unter Umständen lohnt die Aufnahme eines Bankkredits, um diese Einmalzahlung leisten zu können. Möglicherweise fällt die Ersparnis durch den Erlass größer aus als die Zinsen für den Bankkredit.

Dies lohnt sich allerdings vor allem für Studenten, die weniger als 10.000 Euro BAföG zurückzahlen müssen. Denn seit 2001 gilt für Rückzahlungen des Staatsdarlehens die Maximalsumme von 10.000 Euro – egal wie hoch die eigentlich in Anspruch genommene Darlehenssumme ist. Da sich der Rabatt bei einer sofortigen Rückzahlung immer auf die Gesamtschuld bezieht, fällt dieser weniger ins Gewicht, je mehr die Darlehensgesamtschuld die maximale Rückzahlungssumme von 10.000 Euro übersteigt.

Übrigens: Einen Rabatt gibt es nicht nur für die komplette Rückzahlung, sondern auch für Teilrückzahlungen, insofern diese vor Fälligkeit geschehen.

Nachlass bei guten Leistungen und schnellem Studium?

Streitfälle gibt es so gut wie nicht mehr, weil in den vergangenen Jahren zahlreiche Sonderregelungen abgeschafft wurden – so zum Beispiel die Teilerlässe für besonders schnelle oder besonders gute Studierende. Dies gilt nur noch für Studienabschlüsse, die vor dem 1.1.2013 erlangt wurden.

Alles ganz einfach also? Für Studierende offenbar nicht: Noch immer scheuen sich junge Leute, Schulden für ein Studium aufzunehmen. Das ergeben regelmäßig aktuelle Sozialerhebung der Studentenwerke. Dabei unterliegt die Rückzahlung der Ausbildungsförderung klaren, transparenten Regeln – und hat nur noch wenig Streitpotenzial. Und: So günstig bekommt man nirgendwo sonst eine Ausbildungsfinanzierung.

Verwendete Quellen:
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung
  • Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
  • Studentenwerke
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherchen
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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