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Pickel sind nicht immer ungefÀhrlich

akl

Aktualisiert am 12.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Pickel oberhalb der Oberlippe besser nicht ausdrĂŒcken.
Pickel oberhalb der Oberlippe besser nicht ausdrĂŒcken. (Quelle: /Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Kurz vor dem Date ist er plötzlich da: der dicke, rote Pickel zwischen Nase und Oberlippe. AusdrĂŒcken sollte man ihn aber nicht. Denn im schlimmsten Fall drohen Blutvergiftung und Thrombose. Wir haben Doktor Hans-Georg Dauer, Hautarzt und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen, gefragt, was passieren kann, wenn man Pickeln mit dem Fingernagel zu Leibe rĂŒckt.

Pickel nicht quetschen

Es ist bekannt, dass man Pickel nicht ausdrĂŒcken soll. Zum einen können dadurch Erreger in die kleine Wunde eindringen, zum anderen können sich bereits entzĂŒndete Hautzellen ausbreiten und zu einer noch schlimmeren EntzĂŒndung fĂŒhren. Zudem bleiben oft unschöne Narben zurĂŒck. Kritisch sind Pickel, die zwischen der Oberlippe und der Stirn auftreten. Denn genau in diesem Bereich verlaufen die Hirnvenen. "Durch das Quetschen können Eiter und Bakterien in diese Venen kommen und das kann gefĂ€hrlich werden", warnt Dauer. Je nĂ€her die EntzĂŒndung an Nase oder Augen auftritt, umso gefĂ€hrlicher ist sie.

In schlimmen FĂ€llen droht Blutvergiftung

Bei normalen, kleinen Pickeln besteht in der Regel keine Gefahr. Problematisch wird es, wenn sich der Pickel, beispielsweise durch DrĂŒcken und Quetschen, weiter entzĂŒndet und eitert. Meist ist das Bakterium Staphylococcus aureus, das ganz natĂŒrlich auf unserer Haut vorkommt, der Auslöser. Gelangen die Keime in tiefere Hautschichten, kann es unter anderem zu einer Blutvergiftung kommen: "Ist neben der entzĂŒndeten Stelle ein roter Streifen zu sehen, ist die Stelle heiß, geschwollen und schmerzt oder leidet der Betroffene sogar unter SchĂŒttelfrost und Fieber, muss sofort ein Arzt gerufen werden", betont der Dermatologe.

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Wann eine Thrombose droht

In seltenen FĂ€llen kann auch eine Thrombose durch die EntzĂŒndung ausgelöst werden. Wird an der Schwellung herumgedrĂŒckt, um den Eiter zu entfernen, können die Bakterien in nahe gelegene BlutgefĂ€ĂŸe eindringen, in die Blutbahn gelangen und so bis zum Gehirn transportiert werden. Es kann zu einer HirnhautentzĂŒndung oder einer Thrombose kommen. "Die Thrombose kann im schlimmsten Fall sogar zu einem Schlaganfall fĂŒhren", warnt der Experte.

Was tun gegen Pickel?

Wenn man nicht quetschen darf - wie wird man Pickel schnell wieder los? "In Apotheken und Drogerien gibt es eine Vielzahl pickelbekĂ€mpfender Produkte", sagt Dauer. "Am besten man wĂ€hlt eines mit Alkohol aus und tupft die betroffene Stelle mehrmals am Tag ab." Alkohol wirkt antibakteriell. Weitere eingesetzte Wirkstoffe sind beispielsweise SalicylsĂ€ure und MilchsĂ€ure. Zink wirkt austrocknend und entzĂŒndungshemmend, Benzoylperoxid wirkt hornhautauflösend und verhindert so, dass die Poren verstopfen. Etwas Geduld braucht man aber trotzdem. Vorbeugend kann man Peelings anwenden. Diese befreien die Poren ebenfalls und sorgen dafĂŒr, dass der Talg abfließen kann.

Oft helfen nur Antibiotika

"GrundsĂ€tzlich sollte bei eitrigen, geschwollenen und schmerzenden Pickeln, die im Gesichtsbereich auftreten, ein Arzt hinzugezogen werden", rĂ€t Dauer. "Dieser verschreibt Antibiotika und Salben, um die EntzĂŒndung zu bekĂ€mpfen und zu verhindern, dass sich die Bakterien ausbreiten. In manchen FĂ€llen wird der betroffene Hautbereich auch geöffnet, damit der Eiter abfließen kann." Das Gleiche gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr eingewachsene Haare.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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