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Darmspiegelung: Diese Risiken können auftreten

Früherkennung  

Eine Darmspiegelung birgt auch Risiken

18.12.2013, 11:13 Uhr | stw

Darmspiegelung: Diese Risiken können auftreten . Eine Darmspiegelung zeigt Tumore und Veränderungen des Darms auf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Darmspiegelung zeigt Tumore und Veränderungen des Darms auf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Darmspiegelung zählt zu den zuverlässigsten Methoden, um Krankheiten wie Darmkrebs, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa frühzeitig zu erkennen. Doch viele scheuen sich vor der Untersuchung, weil sie Angst vor Schmerzen und der Narkose haben. Doch davor drücken sollte man sich nicht. Wir klären über mögliche Risiken auf.

Risikoarmes Verfahren

Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) ist die Darmspiegelung ein risikoarmes Verfahren, das routinemäßig angewandt wird. Sie darf nur von Medizinern durchgeführt werden, die eine spezielle Weiterbildung für diese Untersuchung vorweisen können.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen einer Darmspiegelung zählen Blutungen, die durch die Entnahme von Gewebeproben auftreten. Bedenklich seien diese jedoch nicht. In den meisten Fällen hören die Blutungen wieder von selbst auf, berichtet die TK.

Eingriff erfolgt unter Betäubung

Eine Darmspiegelung erfolgt immer unter einer leichten Betäubung. Zu Beginn der Untersuchung verabreicht der Arzt ein Beruhigungs- oder Schmerzmittel. Das Mittel Propofol kommt dabei häufig zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein Narkosemittel ohne einen schmerzlindernden Effekt. Es wirkt jedoch innerhalb von 30 bis 45 Sekunden und versetzt den Patienten in einen Dämmerschlaf. Zudem gilt es als gut verträglich und beeinträchtigt den Betroffenen nach der Untersuchung kaum.

Überdosierung kann Folgen haben

Das Mittel kann jedoch zu einem Risiko werden, wenn es überdosiert wird. Dann wirkt es nicht als leichte Betäubung, sondern als tiefes Schlafmittel und kann die Atmung des Patienten herabsetzen. Im schlimmsten Fall kommt es dann zu einem Atemstillstand, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Komplikationen sind selten

Viele Patienten haben daher Bedenken. Diese Sorgen seien jedoch unbegründet, betont die DGVS. Nebenwirkungen und Komplikationen seien äußerst selten. Laut einer aktuellen Studie sei es in nur 0,00042 Prozent der Fälle dazu gekommen. Dabei handelte es sich meist um Notfalluntersuchungen.

Allergische Reaktionen

Des Weiteren weist die TK daraufhin, dass die Beruhigungsspritze allergische Reaktionen hervorrufen kann. Diese zeigen sich durch Juckreiz, Ausschlag oder einen Brechreiz. In äußerst seltenen Fällen kann es zu einem allergischen Schock kommen.

Durch die Einnahme des Beruhigungsmittels können zudem Kreislaufprobleme auftreten. Laut TK können auf diese Komplikationen während einer Behandlung jedoch gut reagiert werden.

Durchstoß der Dickdarmwand

Zudem kommt es gelegentlich vor, dass der behandelnde Arzt unbeabsichtigt mit dem Schlauch die Darmwand durchstößt. Das passiert jedoch nur selten. Wenn diese Komplikation eintritt, muss allerdings sofort operiert werden. Sonst kann es zu einer Bauchfellentzündung kommen. Denn durch das Loch in der Darmwand können Bakterien in die Bauchhöhle geraten.

Patienten mit Herzklappen benötigen Antibiotika

Ebenfalls sehr selten kann durch die Darmspiegelung eine Sepsis hervorgerufen werden, ausgelöst durch verschleppte Keime, die in die Blutbahn geraten. Vor allem Patienten mit künstlichen Herzklappen sollten daher vor der Behandlung mit ihrem behandelnden Arzt sprechen. Sie müssen ein Antibiotika einnehmen, damit sich keine Bakterien auf den Herzklappen ansiedeln.

Studie bestätigt Sicherheit von Darmspiegelung

Eine aktuelle Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz) bestätigt die Sicherheit von Darmspiegelungen. Dazu wurden die Daten von über 33.000 AOK-Versicherten ausgewertet, die sich zwischen 2001 und 2008 einer Darmspiegelung unterzogen hatten. Gleichzeitig gab es eine Kontrollgruppe, die die Früherkennung nicht wahrgenommen hatten.

Das Ergebnis: Laut dkfz kam es bei fünf von 10.000 Untersuchungen zu einer Darmblutung. Auch die Verletzung der Darmwand trat nur mit einer Häufigkeit von weniger als einmal pro tausend Untersuchungen auf. Auch extreme Komplikationen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle kamen bei der Darmspiegelungs-Gruppe nicht häufiger vor als bei den Kontrollen. "Zu den seltenen ernsthaften lokalen Komplikationen kommt es zumeist nur dann, wenn bei der Untersuchung ein großer Polyp entdeckt und abgetragen wird", sagt Professor Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum.

Was Patienten wissen sollten

Die Kosten für die Darmspiegelung bezahlen die Krankenkassen für jeden Versicherten ab 55 Jahren. Ist ein Verwandter bereits an Darmkrebs erkrankt, sollte man sich jedoch schon früher untersuchen lassen. Etwa zehn Jahre vor dem Diagnosealter des Angehörigen sei eine Untersuchung sinnvoll. Nach Angaben des dkfz nutzen jedoch nur ein Fünftel der Berechtigten die Krebsvorsorge. ´

Wären es mehr Menschen, ließen sich in Deutschland jedes Jahr die Hälfte dieser Neuerkrankungen und Sterbefälle vermeiden, betont die dkfz.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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