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Magersucht: Anzeichen und Symptome erkennen


Diese Symptome können auf Magersucht hinweisen

Von Lydia Klöckner

Aktualisiert am 14.11.2022Lesedauer: 4 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Ein extrem dünnes Mädchen steht auf der Waage.
Menschen mit Magersucht fühlen sich trotz ihres extremen Untergewichts zu dick. (Quelle: Zinkevych/Getty Images)
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Untergewicht ist ein nur ein Anzeichen für Magersucht. Es gibt noch viele weitere, teils unsichtbare Symptome. Wir erklären, wann Grund zur Sorge besteht.

Das Wichtigste im Überblick


  • Magersucht – diese körperlichen Symptome sind möglich
  • Manche Anzeichen sind unauffällig oder unsichtbar
  • Symptome sind ernstzunehmende Warnsignale

Das erste und offenkundigste Symptom der Magersucht ist der rasche und ausgeprägte Gewichtsverlust, welcher typischerweise binnen kurzer Zeit in Untergewicht mündet. Die Betroffenen nehmen entweder ab, indem sie hungern, also weitgehend auf Nahrung verzichten oder ihre Ernährungsgewohnheiten extrem einschränken. Oder sie ergreifen Maßnahmen, um vermehrt Kalorien loszuwerden, beispielsweise durch Sport, Erbrechen oder Medikamente wie Abführmittel.

Essstörungen beginnen mit unauffälligen Symptomen. Unser Test erkennt die wichtigsten.

Während Freunde und Familienmitglieder nicht selten besorgt auf die Abmagerung reagieren, empfinden die Erkrankten sich selbst weiterhin als zu dick, da ihre Wahrnehmung ihres eigenen Körpers gestört ist. Fachleute sprechen von einer "Körperschemastörung".

Dies erklärt, warum die Betroffenen trotz ihres dünnen Körpers ein noch niedrigeres Gewicht anstreben und sich davor fürchten, zuzunehmen. Ihr geringes Selbstwertgefühl hängt in hohem Maße davon ab, wie viel sie gerade wiegen oder inwieweit sie ihr Essverhalten im Griff haben. Die Kontrolle über die Nahrungsaufnahme wird für sie mitunter regelrecht zum Symbol dafür, wie gut sie sich selbst unter Kontrolle haben, also – vereinfacht formuliert – wie "stark" und selbstbeherrscht sie sind.

Eine Rolle spielt dies insbesondere für jene Betroffenen, die ehrgeizig und leistungsorientiert sind – Persönlichkeitsmerkmale, die unter Menschen mit Magersucht recht verbreitet sind.

Hinweis: Nach offizieller Definition ist eine Magersucht mit starkem Untergewicht verbunden. Inzwischen gehen Fachleute jedoch davon aus, dass die Erkrankung auch ohne dieses Kriterium vorliegen kann. In diesem Fall sprechen sie von einer atypischen Anorexie. Die Erkrankten haben vor und zu Beginn der Magersucht Übergewicht, sodass der Gewichtsverlust zunächst nicht zur Abmagerung führt. Die körperlichen und psychischen Risiken, welche das rasche Abnehmen birgt, drohen ihnen aber dennoch.

Magersucht – diese körperlichen Symptome sind möglich

Der Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen raubt dem Körper Kraft. Somit treten im Verlauf einer Magersucht diverse körperliche Probleme auf, welche sich teilweise durch sichtbare und/oder spürbare Beschwerden äußern.

Zu den möglichen Symptomen zählen vor allem:

  • Zyklusstörungen oder eine ausbleibende Regelblutung, verursacht durch hormonelle Störungen
  • trockene Haut und langsam heilende Wunden
  • Haarausfall
  • flaumartige Behaarung am Körper ("Lanugobehaarung")
  • Durchblutungsstörungen, die sich durch eine Blaufärbung bestimmter Körperteile bemerkbar macht (Finger, seltener Zehen, Nase, Kinn und/oder Ohren)
  • Verstopfung
  • Frieren
  • niedriger Blutdruck
  • Herzrhythmusstörungen oder ein verlangsamter Herzschlag
  • ein verzögertes Wachstum (bei Kindern und Jugendlichen)

Erkrankte, die sich regelmäßig absichtlich übergeben, haben darüber hinaus häufig mit Karies und eingerissenen Mundwinkeln zu kämpfen, weil die Magensäure die Zähne und die Haut im und am Mund angreift. Möglicherweise schwellen ihre Speicheldrüsen vor und unter dem Ohr sowie unter der Zunge an. Zudem können sich an der Rückseite ihrer Fingergelenke Wunden und Schwielen bilden, wenn sie das Erbrechen mit der Hand herbeiführen.

Die meisten dieser Symptome sind reversibel, können also wieder verschwinden, sofern die Erkrankung frühzeitig behandelt wird. Eine Magersucht kann jedoch auch bleibende Spuren hinterlassen. Denn je länger es den Organen an Nährstoffen mangelt, umso wahrscheinlicher ist es, dass sie dauerhaft geschädigt werden.

Ein Beispiel für eine langfristige Folge der Magersucht ist Osteoporose: Der Mangel an Calcium und die Störungen im Hormonhaushalt können zur Folge haben, dass die Knochen brüchig werden. Das äußert sich später im Leben unter anderem dadurch, dass bereits leichte Erschütterungen Knochenbrüche nach sich ziehen können.

Manche Anzeichen sind unauffällig oder unsichtbar

Nicht minder belastend als die körperlichen Beschwerden ist der psychische Leidensdruck, mit dem die Magersucht einhergeht. Dieser ist erst einmal nur für die Betroffenen selbst wahrnehmbar. Außenstehende bekommen davon nicht unbedingt etwas mit.

Der depressiven Gemütslage geht allerdings typischerweise eine Phase guter Stimmung voraus: Zu Beginn der Erkrankung fühlen sich die Betroffenen nicht selten leicht oder sogar euphorisch. Sie verspüren ein Gefühl von Kontrolle, welches ihnen eine gewisse Sicherheit gibt.

Mit der Zeit verändert sich der seelische Zustand dann. Je weiter die Erkrankung fortschreitet und je ausgeprägter das Untergewicht, umso schlechter ist es meist um die psychische Verfassung bestellt: Die gute Stimmung weicht Gleichgültigkeit, Reizbarkeit und Depressivität. Die Betroffenen sind unruhig und haben ständig das Bedürfnis, sich zu bewegen, bis hin zu exzessiven Sporteinheiten. Ihr Denken wird unflexibel und zwanghaft und kreist fast immerzu um das Thema Essen beziehungsweise Abnehmen.

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Symptome sind ernstzunehmende Warnsignale

Die Magersucht bringt die Betroffenen in ernste Gefahr – viele der beschriebenen gesundheitlichen Probleme können ein verheerendes Ausmaß annehmen. Und auch die psychischen Symptome der Erkrankung können unter Umständen lebensbedrohliche Konsequenzen haben: Der Leidensdruck treibt manche Erkrankte in den Suizid.

All das verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass die Betroffenen rechtzeitig Unterstützung erhalten. Die Behandlung besteht in einer Psychotherapie, verbunden mit Maßnahmen, die den körperlichen Beschwerden entgegenwirken.

Zuvor kann jedoch ein Anruf bei einer Beratungsstelle ein erster und einfacher Schritt in Richtung Genesung sein. Beispielsweise bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine anonyme Telefonberatung an, erreichbar unter der Telefonnummer 0221 892031.

Hinweis: Falls Sie viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Abrufdatum: 3.11.2022)
  • Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Abrufdatum: 3.11.2022)
  • Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.bzga-essstoerungen.de (Abrufdatum: 3.11.2022)
  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM): "S3-Leitlinie Diagnostik und Behandlung der Essstörungen". AWMF-Leitlinien-Register Nr. 051/026 (Stand: 31.5.2018)
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