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Steißbeinfistel-OP: Welche Verfahren gibt es?


Steißbeinfistel-OP: Welche Verfahren gibt es?

Von Geraldine Nagel

Aktualisiert am 10.10.2022Lesedauer: 5 Min.
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Eine akute oder chronische Steißbeinfistel erfordert in der Regel eine operative Behandlung.
Eine akute oder chronische Steißbeinfistel erfordert in der Regel eine operative Behandlung. (Quelle: gorodenkoff/Getty Images)
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Liegt eine akute oder chronische Steißbeinfistel vor, besteht die Behandlung in einer OP. Welche Verfahren gibt es und wie hoch ist das Rückfallrisiko?

Das Wichtigste im Überblick


Bei einer Steißbeinfistel (fachsprachlich Pilonidalsinus oder Sinus pilonidalis) hat sich am oberen Ende der Gesäßfalte im Unterhautfettgewebe eine Entzündung entwickelt. Diese kann akut (mit einem Abszess) oder chronisch verlaufen. In beiden Fällen ist eine operative Behandlung erforderlich.

  • Steißbeinfistel ausdrücken: Ratsam oder nicht?
  • Zugsalbe: Hilft sie bei Steißbeinfisteln?

Vorgehen bei akuter Steißbeinfistel

Eine akute Steißbeinfistel kann sich innerhalb weniger Tage entwickeln. Sie liegt vor, wenn sich der Pilonidalsinus infiziert hat und daraus ein Abszess hervorgegangen ist. Meist sind starke Schmerzen damit verbunden und ein zeitnaher operativer Eingriff ist ratsam.

Je nach Ausgangssituation geht der Arzt oder die Ärztin bei einer akuten Steißbeinfistel unterschiedlich vor. Manchmal ist ein derart rasches Eingreifen erforderlich, dass die Behandlung als Notfalleingriff erfolgt. Bei diesem wird der Abszess möglichst gleich mit herausoperiert.

In anderen Fällen hingegen öffnet die Ärztin oder der Arzt zuerst die Abszesshöhle, um über eine Drainage den Eiter herauszulassen. Erst danach folgt (meist nach etwa zwei Wochen) die eigentliche Steißbeinfistel-OP. So hat das entzündete Gewebe vor dem Eingriff Gelegenheit, sich zu beruhigen und abzuschwellen. Das kann die Heilungsprozesse begünstigen und unter Umständen das Risiko für Rückfälle senken.

Sofern der Abszess eher klein ist, genügt es unter Umständen bereits, ihn chirurgisch zu öffnen und den Eiter abzulassen.

Vorgehen bei chronischer Steißbeinfistel

Auch eine chronische Steißbeinfistel muss operativ behandelt werden. Da es sich bei dieser Form der Erkrankung nicht um einen Notfall handelt, kann die OP geplant durchgeführt werden.

Die chronische Form der Steißbeinfistel kommt häufiger vor als die akute Form. In der Regel besteht sie bereits längere Zeit, meist ohne Schmerzen oder Schwellungen. Häufig rinnt fortwährend, zeitweilig oder bei Druck blutig-eitrige oder auch klare Flüssigkeit aus einer der für den Pilonidalsinus typischen Hautöffnungen.

Ehe eine Steißbeinfistel akut oder chronisch wird, liegt sie oft jahrelang asymptomatisch, also ohne jegliche Beschwerden vor – und bleibt dadurch unbemerkt. Ob solch eine Steißbeinfistel im Anfangsstadium behandelt werden muss, lesen Sie hier.

Steißbeinfistel: Welche OP-Methoden gibt es?

Bei der Behandlung einer Steißbeinfistel können zahlreiche unterschiedliche OP-Verfahren zum Einsatz kommen, die zudem nicht alle standardisiert sind. An dieser Stelle kann deshalb nur ein allgemeiner Überblick gegeben werden.

Welche OP-Methoden letztlich im Einzelfall genutzt werden, hängt häufig davon ab, wo Betroffene den Eingriff vornehmen lassen und welche OP-Praktiken dort gängig sind.

Nicht immer sind dies OP-Verfahren, die für die Betroffenen in der jeweiligen Situation am besten geeignet sind. Deshalb ist insbesondere bei Eingriffen, die nicht als Notfall eingestuft werden, zu empfehlen, sich vorab genau zu den Vor- und Nachteilen der jeweiligen OP-Praktiken beraten zu lassen – und gegebenenfalls eine zweite Meinung einzuholen.

Die praktizierten OP-Techniken lassen sich grob in Gruppen einteilen: in minimal-invasive und invasive Verfahren. Während minimal-invasive Verfahren häufig ambulant erfolgen und dabei mit kleinstmöglichem Aufwand und gewebeschonend gearbeitet wird, sind invasive Verfahren meist mit größeren operativen Eingriffen, längerer OP-Dauer und einem Krankenhausaufenthalt verbunden.

Zu den minimal-invasiven OP-Verfahren bei einer Steißbeinfistel zählen das sogenannte Pit-Picking und die Sinusektomie. Zu den invasiven OP-Techniken gehören vor allem Methoden, bei denen das Fistelsystem des Pilonidalsinus vollständig (und dadurch meist großflächig) herausoperiert wird und der Wundbereich je nach Methode entweder offen oder geschlossen heilt.

Minimal-invasive Steißbeinfistel-OP mit Pit-Picking

Das sogenannte Pit-Picking kommt vor allem für Betroffene infrage, bei denen der Abszess vergleichsweise klein ist und bei denen noch keine Steißbeinfistel-OP versucht wurde.

Bei dieser OP-Methode werden die Fistelgänge, die sich hinter den teils gut sichtbaren Hautöffnungen (den sogenannten Pori, engl. pits) erstrecken, möglichst gewebeschonend herausgeschnitten oder herausgestanzt ("herausgepickt"). Großflächige Ausschneidungen lassen sich so vermeiden. Die dabei entstehende Wundfläche ist im Regelfall klein, meist nur wenige Millimeter lang, und heilt offen.

Die Fistelgänge des Pilonidalsinus sind innen von Haut ausgekleidet und können aus diesem Grund nicht von selbst abheilen beziehungsweise sich schließen. Gelangen dort Bakterien hinein, kann sich ein Eiterherd bilden. Nach dem Pit-Picking sollte das betroffene Gewebe von selbst ausheilen können.

Das Pit-Picking wird meist ambulant bei örtlicher Betäubung vorgenommen. Das heißt, nach der minimal-invasiven Steißbeinfistel-OP können Betroffene normalerweise noch am selben Tag wieder zurück nach Hause.

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Der Heilungsprozess im Anschluss kann einige Tage bis Wochen dauern. Wie lang genau, lässt sich nicht sicher sagen und hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Viele Betroffene können jedoch bereits ein bis zwei Tage nach dem Eingriff wieder arbeiten.

Rückfallquote nach Pit-Picking

Etwa 10 bis 20 von 100 Betroffenen entwickeln nach einem Pit-Picking möglicherweise einen Rückfall (Rezidiv) und müssen erneut behandelt werden.

Minimal-invasive Steißbeinfistel-OP mit Sinusektomie

Eine Sinusektomie (Fistulektomie) eignet sich wie das Pit-Picking vor allem für Betroffene mit eher kleinen Steißbeinfisteln, die bislang noch nicht operiert wurden. Aber auch bei erneut aufgetretenen Fisteln kann die OP-Methode infrage kommen.

Eine Sinusektomie wird unter örtlicher Betäubung vorgenommen und kann häufig ambulant erfolgen. Bei dieser OP-Methode werden ebenfalls gezielt die Fistelgänge möglichst gewebeschonend entfernt. Im Unterschied zum Pit-Picking werden sie jedoch schlauchförmig von der Hautöffnung her herausgeschnitten. Auch hier heilt die Wundfläche offen.

Manche Fachleute halten die Sinusektomie für vorteilhafter als das Pit-Picking, vorausgesetzt, die Operierenden haben viel Erfahrung in der Technik.

Rückfallquote nach Sinusektomie

Etwa 1,6 bis 7 von 100 Betroffenen entwickeln nach einer Sinusektomie möglicherweise einen Rückfall.

Fistelsystem herausoperieren und Wunde offen heilen lassen

Bei dieser mit am häufigsten angewandten OP-Methode werden zuerst die Fistelgänge der Steißbeinfistel angefärbt, um sie leichter erkennen zu können. Im Anschluss schneidet der Arzt oder die Ärztin das gesamte Fistelsystem großflächig heraus. Die dabei entstehende Wundfläche ist in der Regel eher groß. Zugenäht wird die Wunde jedoch nicht, sie soll vielmehr offen heilen. Auf dem späteren Narbengewebe wachsen keine Haare, sodass am oberen Ende der Gesäßfalte ein größerer, haarfreier Bereich bleibt.

Die Heilungsdauer ist mit anderthalb bis drei Monaten bei dieser Methode allerdings in der Regel langwierig und durch die offene Wundbehandlung für Betroffene oft sehr belastend. An die Steißbeinfistel-OP schließt sich deshalb üblicherweise eine längere Arbeitsunfähigkeit von meist einem Monat oder mehr an.

Rückfallquote bei Herausschneiden des Fistelsystems mit offener Wundheilung

Bei dieser OP-Methode schwanken die Erkenntnisse zu den Rezidivraten. Je nach Quelle entwickeln etwa 2 bis 6 von 100 Betroffenen oder auch 15 bis 35 von 100 Betroffenen mit Steißbeinfistel einen Rückfall.

Fistelsystem herausoperieren und Wunde schließen

Auch bei dieser OP-Methode werden die Fistelgänge der Steißbeinfistel zuerst angefärbt, um dann das komplette Fistelsystem herauszuschneiden. Im Anschluss wird die Wunde jedoch operativ mittels eines Hautlappens geschlossen.

Zu den bekannteren OP-Techniken zählen hierbei das Verfahren nach Limberg, bei dem der Pilonidalsinus rautenförmig ausgeschnitten wird, und nach Karydakis, bei dem das Fistelsystem über einen Schnitt ausgehoben wird, der seitlich versetzt zur Gesäßfalte liegt. Beide Verfahren scheinen vom Ergebnis her gleichwertig zu sein.

Diese Form der Steißbeinfistel-OP ist häufig mit einem kurzen, bis zu dreitägigen Krankenhausaufenthalt verbunden. Nach dem Eingriff folgt meist eine Krankschreibung für etwa zwei bis drei Wochen.

Rückfallquote bei Herausschneiden des Fistelsystems mit offener Wundheilung

Etwa 0 bis 6 von 100 Betroffenen mit Steißbeinfistel entwickeln mit dieser OP-Methode einen Rückfall – egal, ob nach Limberg- oder Karydakis-Verfahren.

Nach der Steißbeinfistel-OP: Bei offener Wundheilung Wunde ausduschen

Damit nach einer größeren Steißbeinfistel-OP mit offener Wundheilung die Wunde später gut heilt, müssen Betroffene zu Hause auf eine gute Wundversorgung achten. Wie lange die Heilung dauert, lässt sich nicht sicher vorhersagen. Sie hängt vor allem davon ab, wie groß und tief die Wunde ist.

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Um die Heilung zu unterstützen, ist es wichtig, die offene Wundfläche regelmäßig (anfangs meist zweimal täglich) mit Leitungswasser auszuduschen. Dabei soll der Duschkopf auf einen kräftigen Strahl eingestellt werden. Das soll die Wunde reinigen und verhindern, dass sich in der Tiefe Flüssigkeit sammelt beziehungsweise die Wundränder miteinander verkleben.

Um Schmerzen während der Heilungsphase zu lindern, können Betroffene Schmerztabletten mit Wirkstoffen wie Ibuprofen oder Paracetamol entsprechend der ärztlichen Anweisung einnehmen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • "Sinus pilonidalis". Online-Informationen von Amboss: www.amboss.com (Stand: 19.1.2022)
  • Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie: "Sinus pilonidalis" (PDF). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 081/009 (Stand: 2020)
  • Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie: "Sinus pilonidalis – Patientenfassung" (PDF). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 081/009 (Stand: 2020)
  • "Sinus pilonidalis (Pilonidalzyste)". Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Stand: 18.8.2020)
  • Iesalnieks, I., et al.: "Behandlung des Sinus pilonidalis" (PDF). Deutsches Ärzteblatt International, Jg.116, Heft 1-2, S. 12-20 (2019)
  • Gingert, C., et al.: "Proktologie in Praxis und Notaufnahme". Springer, Berlin Heidelberg 2018
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