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Ein dicker Bauch erhöht das Demenz-Risiko

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Risikofaktor für Demenz  

Ein dicker Bauch gefährdet das Gehirn

18.04.2018, 09:41 Uhr | ag, t-online.de

Ein dicker Bauch erhöht das Demenz-Risiko. Übergewicht ist ein Risikofaktor für viele Krankheiten, unter anderem auch für Demenz.  (Quelle: Getty Images/sanchairat)

Übergewicht ist ein Risikofaktor für viele Krankheiten, unter anderem auch für Demenz. (Quelle: sanchairat/Getty Images)

Wer zu viel isst, schadet nicht nur seinem Bauch, sondern auch seinem Kopf.  Mehrere Studien haben in den letzten Jahren Zusammenhänge zwischen Körpergewicht und Demenz hergestellt und dabei festgestellt: Es kommt nicht nur darauf an, ein paar Kilos mehr auf der Waage zu haben. Entscheidend ist, an welcher Körperzone sich das Fett ansammelt.

Laut einem internationalen Forscherteam um Gill Livingston vom University College London, das seine Ergebnisse 2017 im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlichte, könnte ein Drittel aller Demenzfälle verhindert werden, wenn bestimmte Risikofaktoren vermieden werden könnten. Einer davon sei Übergewicht in mittlerem Lebensalter zwischen 30 und 60 Jahren.

Als übergewichtig gilt, wer einen sogenannten Body-Mass-Index (BMI) von 25 bis 30 hat – so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Dieser Kennwert wird berechnet, indem das Körpergewicht durch das Quadrat der Körpergröße in Meter geteilt wird. Bei einem BMI von mehr als 30 spricht man von Fettleibigkeit (Adipositas).

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Dicke riskieren Demenz

Bereits 2008 hatten US-Wissenschaftler im Rahmen einer Langzeitstudie des Kaiser-Permanente-Instituts überraschende Zusammenhänge zwischen Bauchumfang und geistigem Abbau entdeckt. Je dicker der Bauch, desto größer sei das Demenz-Risiko, schreiben die Forscher im Fachmagazon "Neurology".

Bei Menschen, die generell übergewichtig seien, aber keinen ausgeprägt dicken Bauch hätten, sei das Demenz-Risiko 80 Prozent höher als bei Normalgewichtigen. Bei Dickbäuchigen dagegen erhöhe es sich auf 230 Prozent, bei Menschen mit besonders mächtigen Bäuchen sogar auf 360 Prozent.

Der Studie lagen Daten von 6.500 Menschen im Alter zwischen 40 und 45 Jahren zugrunde. Deren Bauchfett war 36 Jahre zuvor erstmals gemessen worden und wurde mit den aktuellen Daten verglichen. 

Ursachen noch nicht ausreichend geklärt

"Wo ein Mensch sein Fett trägt, scheint insbesondere in den mittleren Altersgruppen ein wichtiger Indikator für die Einschätzung des Demenz-Risikos zu sein", erklärt die Studienautorin Rachel Whitmer. Eine wissenschaftliche Erklärung konnte die Studie allerdings nicht liefern. Die Forscher vermuten jedoch, dass die Ursachen in den Stoffwechselaktiväten des Bauchfetts liegen, die sich wiederum auf die Gehirnfunktionen auswirken. Um das Phänomen wissenschaftlich zu erklären, seien jedoch weitere Untersuchungen nötig.

So dick sind die Deutschen 

Auch in Deutschland gibt es immer mehr Übergewichtige: Mehr als ein Drittel der Frauen (37 Prozent) und über die Hälfte der Männer (59 Prozent) bringen laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu viele Pfunde auf die Waage. Besorgniserregend ist der Anstieg von Adipositas. Von 1999 bis 2013 nahm der Anteil adipöser Männer um 40 Prozent und der adipöser Frauen um 24,2 Prozent zu. Übergewicht stieg im gleichen Zeitraum bei den Männern um 8,3 % und bei den Frauen um 4,5 Prozent an.

Verwendete Quellen:
  • The Lancet
  • Neurology
  • Deutsche Alzheimer Gesellschaft
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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