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Sodbrennen kann Ursache für Schlafstörungen sein

Betroffene oft ahnungslos  

Sodbrennen kann Ursache für Schlafstörungen sein

01.11.2019, 13:34 Uhr | t-online.de

Sodbrennen kann Ursache für Schlafstörungen sein. Sodbrennen trägt dazu bei, dass die Betroffenen auch nachts immer wieder aufwachen.  (Quelle: Getty Images/ Pornpak Khunatorn)

Sodbrennen trägt dazu bei, dass die Betroffenen auch nachts immer wieder aufwachen. (Quelle: Pornpak Khunatorn/Getty Images)

Viele Menschen haben nachts Sodbrennen, ohne es zu merken. Das kann sich in Schlafstörungen äußern. Denn wenn der brennende Magensaft in die Speiseröhre läuft, wacht man immer wieder auf. Wer Schlaftabletten nimmt, macht alles noch schlimmer. Und auch das Schlafen auf der "falschen" Körperseite kann dazu beitragen, dass sich die Beschwerden verstärken.

Wie Sodbrennen entsteht

Sodbrennen zählt zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden. Fast jeder zweite Bundesbürger wird mit zunehmendem Alter davon heimgesucht. Die Beschwerden, wenn Magensäure oder saurer Magenbrei wieder zurück in die Speiseröhre fließt und dort die empfindliche Schleimhaut angreift.

Zwischen Speiseröhre und Magen sorgt normalerweise ein Schließmuskel dafür, dass kein Mageninhalt nach oben zurückfließen kann. Dieses Ventil kann im Laufe des Lebens verschleißen. Die Folge ist ein unangenehmes Brennen im Hals. Weitere typische Symptome bei Sodbrennen sind:

  • Saures Aufstoßen
  • Brennen hinter dem Brustbein
  • Kloßgefühl im Hals
  • Husten und Heiserkeit
  • Schmerzen im mittleren Oberbauch nach dem Essen
  • Beschwerden nach dem Essen und nach Alkoholkonsum
  • Schmerzen und Brennen beim Schlucken

Nur Sodbrennen oder Reflux? In den westlichen Ländern haben bis zu 20 von 100 Menschen immer wieder mal Beschwerden wie Sodbrennen oder Aufstoßen. Beides kann zwar unangenehm sein, hat aber keine gravierenden gesundheitlichen Folgen. Wer jedoch sehr häufiges oder starkes Sodbrennen hat und dabei oft aufstößt, könnte eine Refluxkrankheit (gastroösophageale Refluxerkrankung) haben. Die Erkrankung bleibt meist dauerhaft bestehen und tritt in der Regel in Schüben auf. Über Ernährung und Medikamente lassen sich die Beschwerden lindern. In schweren Fällen kann eine Operation nötig sein.

Schlaftabletten machen alles noch schlimmer

Während Sodbrennen am Tag deutlich zu spüren ist, wird nächtliches Zurückfließen des Magensaftes häufig nicht bemerkt. Durch das flache Liegen im Bett kommt es zum vermehrten Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre. Zudem wird nachts wird weniger Speichel erzeugt, der die Säure neutralisiert und der Schluckreflex wird vermindert. Dadurch ist die Schleimhaut länger der Magensäure ausgesetzt und wird eher gereizt. Infolgedessen kommt es zu Sodbrennen. Neben dem sauren Aufstoßen kann es dabei zu Ein- und Durchschlafstörungen kommen. Auch Schmerzen und Hustenanfälle können auftreten.

Schlafstörungen beeinträchtigen den Alltag der Betroffenen erheblich. Sie leiden unter anderem an Tagmüdigkeit, Konzentrationsproblemen und sind leicht gereizt. Wer versucht, mit Hilfe von Schlaftabletten nächtliche Ruhe zu finden, verschlimmert allerdings die Folgen des Sodbrennens. Dies belegen Studien. So lassen die Pillen einen zwar ruhiger schlafen, dafür merkt man allerdings nicht, wie der aggressive Magensaft in die Speiseröhre läuft. 

Ernährungsumstellung kann helfen

Sodbrennen tritt nicht nur bei älteren Menschen auf. Auch hektisches Essen oder falsche Essgewohnheiten können das Brennen im Hals auslösen. So fördern fette, stark gewürzte, süße und saure Speisen den Rückfluss von saurem Speisebrei. Gelegentliches Sodbrennen kann durch eine Umstellung der Ernährung spürbar eingedämmt werden. Typische "Säure-Locker" wie Süßigkeiten, Alkohol und Nikotin sollten Patienten einschränken, weil sie die Produktion von Magensäure zusätzlich ankurbeln.

Gleiches gilt für koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Cola und Energydrinks, aber auch schwarzen und grünen Tee. Wer häufiger mit Sodbrennen zu tun hat, sollte sich auch bei Frucht- und Gemüsesäften sowie Limonaden zurückhalten. Sinnvoll ist es auch, sich bei fettigen Speisen und späten Mahlzeiten einzuschränken.

Trick: auf der linken Seite schlafen

Wer vor allem nachts unter Sodbrennen leidet, kann sich mit einem zusätzlichen Kopfkissen helfen. Dadurch wird der Oberkörper höher gelagert, und der Rückfluss aus dem Magen verhindert. Mag man keine Kissenberge im Rücken, dann erzielt man den gleichen Effekt ebenso mit Holzkeilen unter Bettrahmen oder einem hochklappbaren Lattenrost.

Besonders günstig ist es, auf der linken Seite zu schlafen. Der Grund dafür liegt in unserer Anatomie: Die Speiseröhre verläuft vor dem Magen leicht nach links und mündet in der rechten Seite des Magens. Beim Liegen auf der rechten Seite können Speisebrei und Magensäure in die Speiseröhre zurückfließen, auf der linken Seite passiert das nicht so schnell. Deshalb leiden Linksschläfer seltener an Sodbrennen.

Tritt das saure Brennen jedoch weiterhin regelmäßig auf und die Umstellung bei Ernährung und Schlafposition helfen nicht, sollte man einen Arzt aufsuchen. Dieser kann klären, ob eventuell Säure bindende Medikamente sinnvoll sind.

Refluxerkrankung: Diagnose und Therapie

Besteht der Verdacht auf eine Refluxerkrankung führt der behandelnde Arzt zunächst ein ausführliches Anamnesegespräch durch. In diesem wird erörtert, welche Beschwerden konkret vorliegen, wann sie auftreten und wie lange sie bereits bestehen.

Anschließend kann ein Test mit einem bestimmten Medikament über einen festgelegten Zeitraum erfolgen. Dabei wird dem Patienten ein Protonenpumpenhemmer (PPI) verschrieben, der die Produktion von Magensäure im Magen herabsetzt (kurz: PPI-Test). Wenn sich die Beschwerden bessern, liegt wahrscheinlich ein Reflux vor. Bei unklaren Ergebnissen finden weitere Untersuchungen wie eine Endoskopie und pf-Metrie, bei der der Säuregehalt im unteren Abschnitt der Speiseröhre gemessen wird, statt. 


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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