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Sodbrennen: Hilfe & Behandlung – Hausmittel Kurkuma wirkt wie Medikament


Bei Sodbrennen und Magenproblemen
Dieses Gewürz wirkt so gut wie ein Medikament


Aktualisiert am 29.02.2024Lesedauer: 2 Min.
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Kurkuma gibt dem Curry seine typische goldgelbe Farbe, wird aber nicht nur zum Würzen, sondern auch zum Färben verwendet, als "Goldene Milch" getrunken und auch für medizinische Zwecke benutzt.Vergrößern des Bildes
Kurkuma gibt dem Curry seine goldgelbe Farbe. Es wird nicht nur zum Würzen verwendet, sondern besitzt als Heilpflanze auch medizinische Qualitäten. (Quelle: alexander ruiz/getty-images-bilder)

Bei Sodbrennen, Magenproblemen und Blähungen schwören viele auf Kurkuma. Dass sich der Gang zum Gewürzregal aus medizinischer Sicht lohnt, bestätigt eine aktuelle Studie.

Als Gewürz oder in "Golden Milk": Angeblich hilft Kurkuma gegen Verdauungsprobleme und andere Leiden. Die gesundheitsfördernde Wirkung verdankt die Knolle vor allem einem Inhaltsstoff: dem Kurkumin.

Kurkumin ist ein sekundärer Pflanzenstoff. Er gilt als medizinisch wertvoll und wird vor allem in der Naturheilkunde eingesetzt. Sein entzündungshemmender Effekt ist durch Studien bereits belegt. Jetzt konnten Forscher der Chulalongkorn-Universität in Bangkok nachweisen, dass das Pulver der goldgelben Knolle auch bei Verdauungsbeschwerden und Sodbrennen wirkt. Und noch mehr: Es kann sogar mit einem herkömmlichen Medikament mithalten.

Was ist Kurkuma?

Kurkuma gehört zur Familie der Ingwergewächse. Innerhalb der Gattung gibt es über 100 Arten. Die Pflanze besitzt sogenannte Rhizome, also Triebe, die unterirdisch wachsen. Hier werden viele Nährstoffe gespeichert. Die bekannteste Kurkuma-Sorte ist Curcuma longa, die auch als Gelbwurz bezeichnet wird. Sie wächst in Indien, auf Java und Sumatra, in Thailand, China und Australien.

Omeprazol im Vergleich mit Kurkuma

Der Fokus der Studie lag auf einem Vergleich zwischen Kurkuma und Omeprazol. Bei diesem handelt es sich um den am häufigsten verordneten Wirkstoff zur Behandlung von Sodbrennen, Verdauungsstörungen sowie von Geschwüren und Entzündungen des Magens, der Speiseröhre und des Zwölffingerdarms.

Omeprazol gehört zur Gruppe der sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI). Seine Wirkung basiert darauf, dass es die Produktion der Magensäure hemmt. Dadurch werden Magenbeschwerden gelindert und Sodbrennen reduziert. Der Nachteil: Bei Patienten, die das Medikament regelmäßig einnehmen, können Nebenwirkungen auftreten. Hierzu gehört unter anderem ein Mikronährstoffmangel und ein erhöhtes Infektionsrisiko. Auch die Gefahr, an Demenz zu erkranken, oder Knochenbrüche zu erleiden, steigt.

Gleiche Wirkung, kaum Nebenwirkungen

Für die Studie teilten die Forscher über 200 Patienten mit Verdauungsstörungen in drei Gruppen ein. Die erste erhielt 28 Tage lang täglich vier Kapseln mit 250 Milligramm Kurkumin, die zweite wurde mit 20 Milligramm Omeprazol am Tag behandelt und die dritte Gruppe erhielt eine Mischung aus beiden Mitteln. Am Ende des Einnahmezeitraums mussten die Teilnehmer angeben, wie stark ihre Symptome nachgelassen hatten.

Das Ergebnis war überraschend: Bei allen Studienteilnehmern hatten die Beschwerden unabhängig von der zugeteilten Gruppe im Durchschnitt gleich stark nachgelassen, "Es wurde kein signifikanter Unterschied zwischen den drei Gruppen festgestellt", resümiert Studienleiter Pradermchai Kongkam.

Kurkumin sei eine nebenwirkungsfreie Alternative zu herkömmlichen Säurehemmern. Bei der Behandlung von Magen- und Darmbeschwerden könnte man aus seiner Sicht in vielen Fällen auf herkömmliche Medikamente verzichten und diese durch Kurkuma ersetzen.

Wie Kurkuma im Magen-Darm-Trakt wirkt

Doch wie kommt es, dass Kurkumin so effektiv bei Verdauungsbeschwerden hilft? Die Forscher haben hierzu eine Theorie: Sie vermuten, dass der Pflanzenstoff eine hemmende Wirkung auf den sogenannten TRPV1-Rezeptor hat. Dieser Schmerzrezeptor steht im Verdacht, bei Menschen mit Verdauungsstörungen zur Überempfindlichkeit ihres Magen-Darm-Traktes beizutragen.

Achtung: Kurkuma ist nicht für jeden geeignet

Kurkuma kann als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln, Tabletten oder als Pulver eingenommen werden. Allerdings können bei regelmäßiger Einnahme und hoher Dosierung Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten entstehen. Auch allergische Reaktionen und andere körperliche Beschwerden können auftreten. Daher sollte man entsprechende Produkte nicht in Eigenregie einnehmen, sondern nur in Rücksprache mit dem Arzt.

Vor allem Krebspatienten sollten vorsichtig sein. In Einzelfällen wurde beobachtet, dass die regelmäßige Einnahme des Gewürzes eine Chemotherapie in ihrer Wirkung beeinträchtigen kann. Das deutsche Krebsforschungszentrum rät daher Krebspatienten, keine Kurkuma-Produkte zu sich zu nehmen.

Für Schwangere, Stillende und Menschen mit Gallensteinen oder Leberkrankheiten gilt: Nehmen Sie besser keine Nahrungsergänzungsmittel mit Kurkuma zu sich. Als Bestandteil einer Currymischung kann das gelbe Pulver jedoch ohne Bedenken verzehrt werden.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Pradermchai Kongkam, Wichittra Khongkha et al.: "Curcumin and proton pump inhibitors for functional dyspepsia: a randomised, double blind controlled trial", in: BMJ Evidence-Based Medicine, 11.9..2023
  • https://nccih.nih.gov: "Turmeric". Online-Informationen des National Center for Complementary and Integrative Health (NIH): Turmeric, abgerufen am 10.10.2023
  • www.ema.europa.eu: Curcuma longae rhizoma, Online-Informationen der European Medicine Agency (EMA), abgerufen am 10.10.2023
  • www.quarks.de: "Kurkuma - Hype oder Heilmittel?". Online-Informationen von Quarks, abgerufen am 10.10.2023
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