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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Was eine Prostatitis verursacht und was hilft

Von Geraldine Nagel

Aktualisiert am 19.01.2022Lesedauer: 8 Min.
Mann mit Schmerzen im Unterleib.
Eine ProstataentzĂŒndung ist hĂ€ufig langwierig und geht mit heftigen Beschwerden einher. (Quelle: ljubaphoto/getty-images-bilder)
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Eine ProstataentzĂŒndung ruft oft quĂ€lende Beschwerden hervor und kann hartnĂ€ckig sein. Erfahren Sie mehr ĂŒber mögliche Symptome, Ursachen und Behandlungsoptionen.

Das Wichtigste im Überblick


  • ProstataentzĂŒndung: Mögliche Symptome
  • ProstataentzĂŒndung: Mögliche Ursachen
  • Anatomie und Funktion: Was ist die Prostata?
  • ProstataentzĂŒndung: Welche Behandlung hilft?

Bei einer ProstataentzĂŒndung ist von der Wortbedeutung her die VorsteherdrĂŒse des Mannes (Prostata) entzĂŒndet. Der Fachausdruck dafĂŒr lautet Prostatitis oder Prostatitis-Syndrom.


Diese Erkrankungen der Prostata gibt es

Benigne Prostatahyperplasie
Probleme beim Wasserlassen
+4

Es gibt jedoch auch eine Form der Erkrankung, die trotz der Bezeichnung in der Regel nicht durch eine entzĂŒndete Prostata gekennzeichnet ist. Dennoch ruft sie Ă€hnliche Beschwerden hervor. Die Bezeichnung Prostatitis kann in diesem Fall also etwas missverstĂ€ndlich sein.

Fachleute unterscheiden vier Formen der Prostatitis:

  • die akute bakterielle Prostatitis,
  • die chronische bakterielle Prostatitis,
  • das chronische Beckenschmerzsyndrom ("chronische abakterielle Prostatitis") und
  • die asymptomatische Prostatitis (ProstataentzĂŒndung ohne Beschwerden, oft ein Zufallsbefund)

Eine ProstataentzĂŒndung kann sowohl bei jĂŒngeren als auch bei Ă€lteren MĂ€nnern auftreten. Meist sind jedoch MĂ€nner zwischen 40 und 60 Jahren betroffen. In etwa 90 Prozent der FĂ€lle handelt es sich dabei um das chronische Beckenschmerzsyndrom – eine bakterielle Prostatitis kommt im Vergleich also eher selten vor.

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ProstataentzĂŒndung: Mögliche Symptome

AbhĂ€ngig von den Ursachen können bei einer ProstataentzĂŒndung recht unterschiedliche Symptome auftreten.
Mögliche Anzeichen einer akuten bakteriellen Prostatitis sind zum Beispiel:

  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
  • Probleme beim Wasserlassen, wie ein schwacher oder tröpfelnder Harnstrahl oder Harnverhalt
  • hĂ€ufiger Harndrang (vor allem nachts)
  • wolkig getrĂŒbter oder blutiger Urin
  • (teils heftige) Schmerzen im Unterleib, in der Leistengegend, im Beckenbereich oder im unteren RĂŒcken
  • (teils heftige) Schmerzen im Bereich zwischen Hodensack und After (dem sogenannten Damm)
  • möglicherweise Schmerzen beim Stuhlgang
  • Schmerzen oder Missempfindungen im Penis oder in den Hoden
  • Schmerzen beim Samenerguss
  • allgemeines, grippeartiges KrankheitsgefĂŒhl, teils mit hohem Fieber, SchĂŒttelfrost, Gliederschmerzen
Grafische Darstellung gesunde Prostata und bakterielle Prostatitis.
Bei einer bakteriellen Prostatitis kann die Prostata entzĂŒndlich anschwellen und Beschwerden verursachen. (Quelle: ttsz/getty-images-bilder)

Von einer chronischen bakteriellen Prostatitis sprechen Fachleute, wenn die Beschwerden lÀnger als drei Monate bestehen. Meist fallen die Symptome weniger heftig aus als bei der akuten bakteriellen Prostatitis. Mögliche Anzeichen sind zum Beispiel:

  • Schmerzen und/oder Missempfindungen (wie DruckgefĂŒhl, Brennen, Ziehen) im Genitalbereich, Analbereich, Unterbauch oder unteren RĂŒcken
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • hĂ€ufiger und/oder starker Harndrang (vor allem nachts)
  • schwacher, nachtröpfelnder Harnstrahl
  • Erektionsstörungen
  • Schmerzen beim Samenerguss
  • Beckenschmerzen nach dem Geschlechtsverkehr

Beim chronischen Beckenschmerzsyndrom (chronische abakterielle Prostatitis) treten Ă€hnliche Symptome wie bei einer chronischen bakteriellen ProstataentzĂŒndung auf. Per Definition mĂŒssen die Beschwerden dabei innerhalb eines halben Jahres fĂŒr mindestens drei Monate bestehen.

ProstataentzĂŒndung: Mögliche Ursachen

Eine ProstataentzĂŒndung kann unterschiedliche Ursachen haben.

Ursachen fĂŒr die akute oder chronische bakterielle ProstataentzĂŒndung

Eine akute oder chronische bakterielle ProstataentzĂŒndung kommt im VerhĂ€ltnis selten vor. Auslöser der akuten bakteriellen Prostatitis sind in der Regel Bakterien, die auch an Harnwegsinfekten beteiligt sind, wie zum Beispiel das Darmbakterium Escherichia coli.

Dazu kann es kommen, wenn die Bakterien ĂŒber die Harnwege bis in die Prostata gelangen. Oft ist ein vorausgegangener Harnwegsinfekt, der nicht ausreichend behandelt wurde, die Ursache der akuten Prostatitis. In manchen FĂ€llen geht die Erkrankung nach einigen Monaten in eine chronische bakterielle Prostatitis ĂŒber.

HĂ€ufiger hat eine chronische bakterielle ProstataentzĂŒndung jedoch andere Ursachen als einen Harnwegsinfekt durch Darmbakterien: nĂ€mlich Geschlechtskrankheiten. Die ursĂ€chlichen sexuell ĂŒbertragbaren Erreger wie etwa Chlamydien, Mykoplasmen oder humane Papillomviren (HPV) können bei einer Infektion ebenfalls ĂŒber die Harnwege bis in die Prostata gelangen. Zu den Faktoren, die das begĂŒnstigen können, zĂ€hlen beispielsweise:

  • eine verengte Harnröhre,
  • eine gutartige ProstatavergrĂ¶ĂŸerung (benigne Prostatahyperplasie),
  • ein Blasenkatheter,
  • ein Samenerguss in die Harnblase (retrograde Ejakulation) sowie
  • vorausgegangene Geschlechtskrankheiten.

Haben Sie Beschwerden, die auf eine gutartige ProstatavergrĂ¶ĂŸerung hindeuten? Hier können Sie es sofort testen.

Ursachen fĂŒr das chronische Beckenschmerzsyndrom (chronische abakterielle ProstataentzĂŒndung)

In neun von zehn FĂ€llen handelt es sich bei einer ProstataentzĂŒndung um das chronische Beckenschmerzsyndrom (abgekĂŒrzt CCPS fĂŒr Englisch Chronic Pelvic Pain Syndrome). Also eine chronische abakterielle Prostatitis, an der keine Bakterien beteiligt sind.

Was genau das chronische Beckenschmerzsyndrom verursacht, ist bislang nicht sicher geklÀrt. Fachleute nehmen an, dass die Beschwerden bei dieser Erkrankungsform vielleicht gar nicht von der Prostata ausgehen.

Unter UmstĂ€nden rĂŒhren die Schmerzen und anderen Beschwerden auch von verkrampften und verspannten Beckenbodenmuskeln her. Die auf diese Weise hervorgerufenen (teils starken) Schmerzen und/oder Missempfindungen können dabei sowohl in den Bauch, in die HĂŒfte und in die Beine als auch in die Geschlechtsorgane ausstrahlen.

Bestimmte Faktoren tragen möglicherweise zu einem chronischen Beckenschmerzsyndrom bei, wie etwa:

  • psychische Belastung durch Sorgen und Ängste ĂŒber die möglichen GrĂŒnde der Erkrankung
  • Autoimmunreaktionen – also entzĂŒndliche Prozesse im Körper, die entstehen, weil die Immunabwehr körpereigene Strukturen angreift

Manche Fachleute halten es zudem fĂŒr möglich, dass doch Erreger Auslöser der chronischen ProstataentzĂŒndung sein könnten, die sich nur bislang nicht nachweisen lassen – aber eben keine Bakterien. DafĂŒr sprechen die in manchen FĂ€llen (aber nicht immer) vorhandenen EntzĂŒndungszeichen wie eine erhöhte Leukozytenzahl.

EntzĂŒndliches chronisches Beckenschmerzsyndrom = EntzĂŒndungszeichen sind vorhanden, aber keine Bakterien nachweisbar

Nicht-entzĂŒndliches chronisches Beckenschmerzsyndrom = EntzĂŒndungszeichen und Bakteriennachweis fehlen

Ursachen einer asymptomatischen ProstataentzĂŒndung

Die asymptomatische Prostatitis ist in der Regel ein Zufallsbefund. Bei dieser Form der ProstataentzĂŒndung lassen sich zwar möglicherweise EntzĂŒndungswerte im Blut oder EntzĂŒndungszeichen in einer Gewebeprobe nachweisen (sogenannte histologische Prostatitis). Beschwerden wie zum Beispiel Schmerzen treten dabei jedoch nicht auf. Die asymptomatische Prostatitis gilt nicht als behandlungsbedĂŒrftig.

Anatomie und Funktion: Was ist die Prostata?

Die Prostata zĂ€hlt zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Die sogenannte VorsteherdrĂŒse ist bei jungen MĂ€nnern etwa kastaniengroß und nimmt im Laufe des Lebens an GrĂ¶ĂŸe zu. Sie befindet sich ĂŒber den Muskeln des Beckenbodens und liegt direkt unterhalb der Blase. Dort umschließt sie den obersten Teil der Harnröhre. Aus der Prostata mĂŒnden GĂ€nge in die Harnröhre hinein.

In direkter Nachbarschaft auf der RĂŒckseite der Prostata liegt der Enddarm. Diese anatomische NĂ€he macht man sich zunutze, wenn die Prostata untersucht werden soll. Denn ĂŒber den Darm lĂ€sst sie sich mit dem Finger abtasten.

Die Prostata hat eine wichtige Funktion fĂŒr die Fruchtbarkeit des Mannes. Sie produziert einen Teil der SamenflĂŒssigkeit, die den Samenzellen (Spermien) hinzugefĂŒgt wird und so dabei hilft, diese beim Samenerguss zu transportieren. Die FlĂŒssigkeit enthĂ€lt außerdem Stoffe, die fĂŒr die ZeugungsfĂ€higkeit des Mannes wichtig sind.

Dank der Prostatamuskeln bekommt das Prostatasekret den nötigen Schwung, um in die Harnröhre gepresst zu werden. Dort vereint es sich mit Sekreten aus den BlĂ€schendrĂŒsen und aus den Hoden und findet als Sperma den Weg nach draußen.

ProstataentzĂŒndung: So stellt der Arzt die Diagnose

Um bei einer ProstataentzĂŒndung die Diagnose zu stellen, wird der Arzt oder die Ärztin im GesprĂ€ch zunĂ€chst mehr Details zu den Beschwerden erfragen.

Dann schließt sich in der Regel eine körperliche Untersuchung an, bei der die Prostata abgetastet wird. So lĂ€sst sich zum Beispiel erkennen, ob sich diese ungewöhnlich warm oder geschwollen anfĂŒhlt oder beim Abtasten schmerzhaft reagiert.

Bei der Prostatauntersuchung liegt der Patient auf der Untersuchungsliege auf der Seite, wĂ€hrend der Arzt oder die Ärztin einen behandschuhten Finger mit etwas Gleitgel ĂŒber den After in den Darm einfĂŒhrt. So lĂ€sst sich die Prostata indirekt ĂŒber den Enddarm ertasten.

Grafische Darstellung einer Prostatauntersuchung.
Über den Enddarm lĂ€sst sich die Prostata ertasten. (Quelle: blueringmedia/getty-images-bilder)
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FĂŒhlt sich die Prostata normal an, aber die umliegenden Beckenbodenmuskeln sind beim Tasten spĂŒrbar verspannt und verkrampft, könnte das eher fĂŒr ein chronisches Beckenschmerzsyndrom sprechen. Möglicherweise löst das Abtasten der Muskeln in diesem Fall auch die vom Betroffenen verspĂŒrten Beschwerden aus.

Eine Blutuntersuchung kann zeigen, ob bestimmte Blutwerte erhöht sind, die fĂŒr eine bakterielle ProstataentzĂŒndung sprechen können, etwa EntzĂŒndungsparameter wie der CRP-Wert oder der PSA-Wert.

Hinweise auf eine bakterielle ProstataentzĂŒndung kann außerdem eine Urinuntersuchung geben – wenn sich zum Beispiel in der Urinprobe Erreger nachweisen lassen oder die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) erhöht sind.

Bei Verdacht auf eine bakterielle ProstataentzĂŒndung wird zudem oft eine spezielle Form der Urinuntersuchung vorgenommen: die sogenannte 4-GlĂ€ser-Probe. Denn erhöhte Leukozyten und Bakterien im Urin können auch durch Harnwegsinfekte hervorgerufen werden. Mit der 4-GlĂ€ser-Probe lĂ€sst sich herausfinden, ob sich die Bakterien nur im Bereich der Harnwege oder in der Prostata befinden:

  • Das erste ProbengefĂ€ĂŸ enthĂ€lt den Anfangsurin.
  • Das zweite ProbengefĂ€ĂŸ enthĂ€lt den Mittelstrahlurin.
  • Das dritte ProbegefĂ€ĂŸ enthĂ€lt Prostatasekret. Dieses lĂ€sst sich mittels einer leichten Prostatamassage erhalten. (Hinweis: Fachleute raten bei Verdacht auf eine akute bakterielle Prostatitis von einer Prostatamassage ab, um das Risiko einer möglichen BakteriĂ€mie zu umgehen, also einer Einschwemmung der Bakterien in den Blutkreislauf.)
  • Das vierte ProbengefĂ€ĂŸ enthĂ€lt nochmals Anfangsurin, allerdings nun im Anschluss an die Prostatamassage.

Lassen sich Bakterien nur in der ersten Probe nachweisen, liegt wahrscheinlich eine HarnröhrenentzĂŒndung vor. Kommen sowohl in der ersten als auch in der zweiten Probe Erreger vor, weist das auf eine BlasenentzĂŒndung hin. Ist die Erregerzahl nur in der dritten und vierten Probe erhöht, nicht aber in der ersten, gilt das als Hinweis auf eine bakterielle ProstataentzĂŒndung.

Sind nur die weißen Blutkörperchen im Urin erhöht, ohne dass sich Bakterien im Urin oder im Prostatasekret nachweisen lassen, handelt es sich möglicherweise um die entzĂŒndliche Form des chronischen Beckenschmerzsyndroms (abakterielle Prostatitis).

Je nach Situation veranlasst der Arzt oder Ärztin gegebenenfalls weitere Untersuchungen, etwa eine Ultraschalluntersuchung oder eine Computertomografie. Das kann dabei helfen, andere mögliche Ursachen auszuschließen. Ob die Schmerzen muskulĂ€re Ursachen haben, lĂ€sst sich mit solchen bildgebenden Verfahren jedoch nicht feststellen.

ProstataentzĂŒndung: Welche Behandlung hilft?

Bei einer ProstataentzĂŒndung hĂ€ngt die Behandlung von der jeweiligen Ursache ab.

Therapie bei bakterieller ProstataentzĂŒndung

Verursachen Bakterien die akute oder chronische ProstataentzĂŒndung, können Antibiotika helfen. Normalerweise bessern sich die Beschwerden einer akuten Prostatitis bereit einige Tage nach Beginn der Behandlung. Liegt eine chronische bakterielle Prostatitis vor, dauert die Behandlung lĂ€nger, meist circa vier bis sechs Wochen.

Bei einer bakteriellen Prostatitis können beim Geschlechtsverkehr möglicherweise Erreger ĂŒbertragen werden – sie kann somit ansteckend sein. Unter UmstĂ€nden rĂ€t der Arzt oder die Ärztin deshalb dazu, vorerst auf Geschlechtsverkehr zu verzichten.

Therapie bei chronischem Beckenschmerzsyndrom (abakterielle ProstataentzĂŒndung)

Bei einer nicht-bakteriellen (abakteriellen) ProstataentzĂŒndung beziehungsweise dem chronischen Beckenschmerzsyndrom ist das Ziel der Therapie vor allem, die Beschwerden zu lindern. Die genaue Behandlung kann sich dabei je nach Einzelfall unterscheiden.

Oft dauert es einige Zeit, bis bei einem chronischen Beckenschmerzsyndrom Besserung einsetzt. Da die Beschwerden bei manchen MĂ€nnern immer wieder auftreten, kann sich die Behandlung in manchen FĂ€llen ĂŒber Jahre erstrecken.

Durch die lang anhaltenden Beschwerden kann das chronische Beckenschmerzsyndrom psychisch sehr belasten. Viele MĂ€nner machen sich zusĂ€tzlich Sorgen, dass eine bösartige Erkrankung dahinterstecken könnte. Hier ist wichtig zu wissen: Die Beschwerden beim chronischen Beckenschmerzsyndrom können zwar Ă€ußerst schmerzhaft und belastend sein, die Erkrankung ist dennoch gutartig.

Obwohl Antibiotika beim chronischen Beckenschmerzsyndrom nicht helfen, verschreiben einige Ärzte und Ärztinnen diese oft trotzdem zu Beginn der Behandlung – jedenfalls so lange, bis sich eine bakterielle Ursache ausschließen lĂ€sst.

Da sich die Beschwerdebilder von Fall zu Fall sehr unterscheiden können, muss hÀufig ausprobiert werden, was dem Patienten bei seinen Beschwerden am besten hilft.

Die Schmerzen beim chronischen Beckenschmerzsyndrom lassen sich mit Schmerzmitteln aus der Gruppe der NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika) lindern, dazu zÀhlen zum Beispiel die Wirkstoffe Ibuprofen und Diclofenac. Wirksam gegen Schmerzen können zudem Botulinumtoxin-Injektionen in die Prostata sein.

Daneben können Medikamente aus der Gruppe der Alphablocker beim chronischen Beckenschmerzsyndrom zum Einsatz kommen. Diese sollen die Muskeln von Blase und Prostata entspannen und dadurch die Blasenentleerung erleichtern und auch Schmerzen beim Wasserlassen lindern.

Wie gut Alphablocker im Einzelfall wirken, lĂ€sst sich jedoch nicht mit Sicherheit sagen. Um das volle Wirkpotenzial zu erreichen, wird eine Behandlung ĂŒber eine Dauer von mindestens einem halben Jahr empfohlen.

Stehen bei der Erkrankung vor allem Reizblasen-Beschwerden – wie ein starker Harndrang bei gleichzeitig geringen Harnmengen und/oder Schmerzen im Unterleib – im Vordergrund, können Mittel aus der Gruppe der Anticholinergika infrage kommen.

Pflanzliche Mittel wie Pollenextrakt, Calendula-Kurkuma-Kombinationen, Quercetin oder Cranberry können Studien zufolge in manchen FÀllen eine Besserung bewirken. Ob diese im Einzelfall helfen, lÀsst sich jedoch nicht sicher sagen.

Psychische Faktoren können das chronische Beckenschmerzsyndrom ungĂŒnstig beeinflussen. Je nach Situation kann deshalb gegebenenfalls eine psychotherapeutische UnterstĂŒtzung ratsam sein.

Lindernd können sich WÀrmeanwendungen und Methoden zur Muskelentspannung im Beckenbodenbereich auswirken, da diese verspannte Beckenbodenmuskeln lockern können. Zu einer Besserung tragen deshalb oft Hausmittel wie warme SitzbÀder, WÀrmflaschen oder Heizkissen bei.

Aber auch Methoden wie die progressive Muskelentspannung, Yoga, Biofeedback, Akupunktur, extrakorporale Stoßwellentherapie oder Beckenbodentraining können sich positiv auf einen verspannten Beckenboden und damit auf das chronische Beckenschmerzsyndrom auswirken. Je nach Situation können zudem physiotherapeutische Maßnahmen fĂŒr den Beckenboden bei speziell geschulten Therapeuten und Therapeutinnen infrage kommen.

Um die Beschwerden nicht zu verstĂ€rken, sollten MĂ€nner mit chronischem Beckenschmerzsyndrom darauf achten, dass Unterleib und FĂŒĂŸe nicht auskĂŒhlen, und sich warmhalten.

Körperliche AktivitĂ€t wirkt sich beim chronischen Beckenschmerzsyndrom unter UmstĂ€nden positiv aus. Wer jedoch bemerkt, dass sich die Beschwerden beim oder nach dem Sport verschlimmern, sollte eventuell auf alternative Trainingsformen ausweichen. Von Radfahren beispielsweise ist eher abzuraten, da sich die Bewegungsart beziehungsweise das Sitzen auf dem Fahrradsattel in der Regel ungĂŒnstig auf die Beschwerden auswirkt. Generell eher meiden sollten betroffene MĂ€nner alle Situationen und AktivitĂ€ten, bei denen sie lange sitzen mĂŒssen.

Weitere Artikel

Sofern keine Schmerzen dabei auftreten, mĂŒssen MĂ€nner mit chronischem Beckenschmerzsyndrom im Grunde nicht auf ein aktives Sexualleben und/oder Masturbieren verzichten. Im Gegenteil gehen Fachleute davon aus, dass sich sexuelle AktivitĂ€ten positiv auf das Erkrankungsbild auswirken können, weil auf diese Weise Sekrete aus der Prostata abgefĂŒhrt werden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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