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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Woran sich ein Bandscheibenvorfall erkennen lÀsst und was hilft

Von Geraldine Nagel

Aktualisiert am 01.03.2022Lesedauer: 9 Min.
Vorgebeugt stehender Mann greift sich an den schmerzenden RĂŒcken.
Ein Bandscheibenvorfall kann Folge ĂŒbermĂ€ĂŸiger Belastung sein. (Quelle: gorodenkoff/getty-images-bilder)
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Ein Bandscheibenvorfall kann plötzlich starke Schmerzen hervorrufen. Welche Anzeichen typisch sind und welche Behandlung hilft.

Das Wichtigste im Überblick


BandscheibenvorfĂ€lle kommen hĂ€ufig vor. In neun von zehn FĂ€llen ereignen sich diese im unteren RĂŒcken, also im Bereich der LendenwirbelsĂ€ule (LWS) – am hĂ€ufigsten dabei zwischen den Wirbeln L5/S1, gefolgt von L4/L5 und L3/L4.


Einfache Übungen gegen Verspannungen

DrĂŒbergreifen und ziehen: Diese Übung dehnt die seitliche Nackenmuskulatur.
Allzweckwaffe Oberschenkel: Je dehnfĂ€higer die Muskulatur hier ist, desto besser können Becken- und RĂŒckenmuskeln die WirbelsĂ€ule einstellen.
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Seltener tritt ein Bandscheibenvorfall im Bereich der HalswirbelsÀule (HWS) auf, dann meist zwischen den Wirbeln C5/C6 oder C6/C7. Sehr selten sind BandscheibenvorfÀlle im Bereich der BrustwirbelsÀule (BWS), da diese vergleichsweise unbeweglich ist.

  • HWS-Bandscheibenvorfall: Diese Anzeichen sind typisch

Viele BandscheibenvorfÀlle werden jedoch gar nicht bemerkt, da sie keine Symptome hervorrufen und nur als Zufallsbefund im Rahmen einer anderen Untersuchung auffallen.

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Anatomie der WirbelsÀule.
Der Mensch hat insgesamt 23 Bandscheiben in der WirbelsĂ€ule: jeweils zwischen zwei Wirbeln, außer zwischen dem SchĂ€del und dem ersten Halswirbel (Atlas) sowie dem ersten und dem zweiten Wirbel (Axis). Auch zwischen Kreuz- und Steißbein kommen keine Bandscheiben vor. (Quelle: ttsz/getty-images-bilder)

Definition: Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Ein Bandscheibenvorfall ist eine Erkrankung der WirbelsĂ€ule, die sich meist infolge altersbedingter Verschleißerscheinungen entwickelt. Sie zĂ€hlt deshalb zu den degenerativen Erkrankungen.

Bandscheiben sitzen wie eine Art Puffer jeweils zwischen zwei Wirbeln oder genauer zwischen zwei Wirbelkörpern, also den vorderen Teilen der Wirbel. Die Bandscheiben federn StĂ¶ĂŸe ab und ermöglichen, dass sich die WirbelsĂ€ule drehen oder beugen kann. Bei einem Bandscheibenvorfall wird Bandscheibengewebe zwischen zwei Wirbelkörpern herausgedrĂŒckt.

Entsteht dabei Druck auf Nerven oder RĂŒckenmark, kann das Beschwerden wie Schmerzen und Missempfindungen hervorrufen. Das ist meist der Fall, wenn das Gewebe seitlich oder nach hinten austritt. Die Beschwerden sind in der Regel umso stĂ€rker, je mehr Bandscheibengewebe hervorgetreten ist.

Ist das Gewebe hingegen an einer Stelle hervorgetreten, an der keine Nervenwurzeln oder Nerven liegen, bereitet der Bandscheibenvorfall normalerweise keine Beschwerden.

Anatomische Darstellung von Wirbel und Bandscheibe (Blick von oben).
Anatomische Darstellung von Wirbel und Bandscheibe (Blick von oben): Durch die Druckbelastung ĂŒber den Tag verlieren die Bandscheiben Wasser. Beim nĂ€chtlichen Schlaf bzw. im Liegen wird die WirbelsĂ€ule entlastet und die Bandscheiben nehmen wieder Wasser auf. Deshalb sind Menschen abends im Schnitt bis zu zwei Zentimeter kleiner als morgens beim Aufstehen. (Quelle: ttsz/getty-images-bilder)

Gut zu wissen
Andere Bezeichnungen fĂŒr Bandscheibenvorfall sind Bandscheibenprolaps, Diskusprolaps und Bandscheibenherniation. Der Fachausdruck fĂŒr Bandscheibe lautet Discus intervertebralis (= Zwischenwirbelscheibe).

Bandscheibenvorfall erkennen: Typische Symptome

Bei einem Bandscheibenvorfall können unterschiedliche Symptome auftreten, abhÀngig davon, in welchem Bereich der WirbelsÀule er liegt und wie stark die Bandscheibe eine Nervenwurzel einengt.

Durch den Druck der Bandscheibe auf einen Nerv kann es zu plötzlich einschießenden, teils auch ausstrahlenden starken Schmerzen kommen. Viele Betroffene sind dadurch in der Bewegung eingeschrĂ€nkt oder nehmen automatisch eine Schonhaltung ein, um Schmerzen zu vermeiden. Beim Husten oder Niesen verstĂ€rken sich die Beschwerden in der Regel, ebenso, wenn beim Stuhlgang gepresst wird.

Grafische Darstellung eines Bandscheibenvorfalls.
Ob bei einem Bandscheibenvorfall Symptome auftreten, hÀngt davon ab, in welche Richtung sich die Bandscheibe bewegt hat. Nicht immer werden dabei Nerven eingeengt. (Quelle: ttsz/getty-images-bilder)

Bandscheibenvorfall im LWS-Bereich

Handelt es sich um einen Bandscheibenvorfall im Bereich der LendenwirbelsĂ€ule (LWS), können die Schmerzen bis ins GesĂ€ĂŸ oder auch ins Bein ausstrahlen, wenn der Ischiasnerv gequetscht wird. Dann kommt es zu sogenannten Ischiasschmerzen (Ischialgie), die manchmal bis in den Fuß reichen.

Aber die Schmerzen strahlen bei einem Bandscheibenvorfall nicht immer aus, sondern können sich auch als Schmerzen im unteren RĂŒcken bemerkbar machen.

Daneben ruft die Nervenreizung bei einem Bandscheibenvorfall in manchen FĂ€llen Symptome wie Missempfindungen (zum Beispiel Kribbeln, TaubheitsgefĂŒhle) oder sogar LĂ€hmungserscheinungen hervor.

Treten bei einem Bandscheibenvorfall Symptome wie TaubheitsgefĂŒhle im Unterleib und außerdem Beschwerden wie eine Harn- oder Stuhlinkontinenz oder auch ein Harnverhalt auf, ist das ein Warnsignal. Dann liegt medizinischer Notfall vor, das sogenannte Kauda-Syndrom. Dieses sollte schnellstmöglich behandelt werden, um bleibende SchĂ€den zu vermeiden.

Gut zu wissen
Im Unterschied zu höher gelegenen BandscheibenvorfĂ€llen kann im LWS-Bereich das RĂŒckenmark niemals von der Einengung durch eine Bandscheibe betroffen sein. Denn die LendenwirbelsĂ€ule enthĂ€lt gar kein RĂŒckenmark – dieses endet im untersten Brustwirbel.

Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich

Bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der HalswirbelsÀule (HWS) kann es zu plötzlichen Schulter-Nacken-Schmerzen und einem steifen Nacken kommen. Unter UmstÀnden strahlen die Schmerzen in den Arm oder sogar in die Hand aus und/oder es treten Symptome wie Missempfindungen auf.

HĂ€ufig nehmen die Schmerzen beim Drehen oder Neigen des Kopfes nach hinten beziehungsweise zur Seite zu – abhĂ€ngig davon, in welcher Richtung der Bandscheibenvorfall liegt. Oft ist der Kopf zudem weniger beweglich als sonst.

DrĂŒckt die Bandscheibe nicht nur auf umliegende Nervenwurzeln, sondern auch auf das RĂŒckenmark, kann es zu weitreichenderen Folgen kommen, die sich zum Beispiel durch Symptome wie Gangstörungen oder Probleme beim Wasserlassen Ă€ußern.

Bandscheibenvorfall: Mögliche Ursachen

Ob beim Gehen, Stehen, Heben oder sogar beim Sitzen: Im Alltag ist die WirbelsĂ€ule vielen Belastungen ausgesetzt. Allein bei jedem Schritt setzen sich stoßartige Bewegungen in die einzelnen Wirbel fort. Diese werden mithilfe der Bandscheiben abgefangen, die wie StoßdĂ€mpfer zwischen den Wirbelkörpern sitzen.

Bandscheiben sind elastisch, weil sich in ihrem Inneren ein wĂ€ssrig-gelartiger Kern befindet, der von einer dehnbaren bindegewebigen HĂŒlle ringartig zusammengehalten wird. Ein vorderes und hinteres LĂ€ngsband hĂ€lt jede Bandscheibe an ihrer Position zwischen den Wirbeln.

Grafische Darstellung zu richtigem Sitzen.
Links = bequemere, aber auch ungesĂŒndere Sitzhaltung, bei der die WirbelsĂ€ule punktuell stĂ€rker belastet ist. Rechts = rĂŒckengerechtes, dynamisches Sitzen, das die WirbelsĂ€ule gleichmĂ€ĂŸiger belastet und ihre natĂŒrliche Doppel-S-Form unterstĂŒtzt. (Quelle: Graphic_BKK1979/getty-images-bilder)

Im Laufe des Alters kommt es jedoch zu Verschleißerscheinungen. Die Bandscheiben verlieren allmĂ€hlich an Wassergehalt und sind so weniger elastisch als frĂŒher. Dann können sie ihre Aufgaben nicht mehr so gut erfĂŒllen. Dieser altersbedingte Verschleiß setzt etwa ab dem 30. Lebensjahr ein.

Kommt es nun zu anhaltenden WirbelsĂ€ulen-(Fehl-)Belastungen, ruft das unter UmstĂ€nden einen Bandscheibenvorfall hervor. Manchmal genĂŒgen dafĂŒr schon kleine, ruckartige Bewegungen oder Drehungen.

Bewegungsmangel, dauerhafte Fehlhaltungen wie durch nicht rĂŒckengerechtes langes Sitzen (etwa am Schreibtisch oder im Auto) oder durch starke Belastungen des RĂŒckens bei schwerer körperlicher Arbeit (etwa beim Heben schwerer Lasten, insbesondere bei falschem Heben) können einen Bandscheibenvorfall begĂŒnstigen. Nur in seltenen FĂ€llen hat ein Bandscheibenvorfall andere Ursachen wie einen Unfall oder eine Verletzung.

Illustration rĂŒckengesundes Heben.
Falsches Heben mit rundem RĂŒcken belastet die WirbelsĂ€ule und die Bandscheiben. RĂŒckenschonender ist es, beim Heben mit geradem RĂŒcken in die Knie zu gehen und so dann auch wieder aufzustehen. (Quelle: GlinskajaOlga/getty-images-bilder)
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AbhĂ€ngig davon, in welche Richtung der Bandscheibenvorfall erfolgt, also nach hinten, vorne oder seitlich, kann das Symptome wie Schmerzen und andere Beschwerden nach sich ziehen. NĂ€mlich dann, wenn Bandscheibengewebe auf die Nervenwurzeln drĂŒckt, die jedem Wirbelkörper entspringen, und diese reizt.

Im Lendenwirbelbereich etwa verursacht ein Bandscheibenvorfall hĂ€ufig Ischiasschmerzen, wenn der Ischiasnerv vom Bandscheibengewebe eingeengt und gereizt wird. Auch Missempfindungen wie Kribbeln oder ein taubes GefĂŒhl sind möglich.

Bandscheibenvorfall: Einstufung nach Ausmaß der LageverĂ€nderung

  • Eine Vorstufe des Bandscheibenvorfalls ist die Bandscheibenvorwölbung (Bandscheibenprotrusion). Dabei verformt sich die Bandscheibe zwar, der Faserring bleibt jedoch noch intakt. Auch solch eine Vorwölbung kann zu Beschwerden fĂŒhren.
  • Beim eigentlichen Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps oder -extrusion) reißt die Ă€ußere HĂŒlle und der gelartige Kern quillt teilweise hervor, sodass die Bandscheibe sich verformt, aber noch mit der Bandscheibe verbunden bleibt. Das herausgetretene Gewebe ruft auch örtliche EntzĂŒndungsreaktionen hervor.
  • Beim sequestrierten Bandscheibenvorfall hat sich das gelartige Innere von der restlichen Bandscheibe gelöst und als sogenannter Sequester in den Wirbelkanal bewegt.

Wie stark oder welcher Art die Beschwerden sind, darĂŒber sagt diese Einstufung allerdings nichts aus. Sie kann jedoch mitentscheidend dabei sein, welche Behandlung im Einzelfall nötig ist.

Bandscheibenvorfall: So stellt der Arzt die Diagnose

In den meisten FĂ€llen genĂŒgen ein Ă€rztliches GesprĂ€ch und eine körperliche Untersuchung, um die Diagnose Bandscheibenvorfall zu stellen. Auf bildgebende Verfahren wie Röntgenuntersuchung, MRT (Magnetresonanztomografie) oder CT (Computertomografie) kann oft verzichtet werden.

Ein Röntgenbild oder eine MRT-Aufnahme haben bei einem Bandscheibenvorfall hĂ€ufig wenig Aussagekraft. Denn dabei lassen sich zwar möglicherweise BandscheibenvorfĂ€lle nachweisen, diese mĂŒssen jedoch nicht automatisch etwas mit den akuten Beschwerden zu tun haben. BandscheibenschĂ€den und -vorfĂ€lle finden sich nĂ€mlich oft auch bei Menschen, die bislang gar keine Beschwerden dadurch haben.

Deshalb dĂŒrfen SchlĂŒsse zwischen solchen sichtbaren BandscheibenvorfĂ€llen und akuten RĂŒckenschmerzen nur mit Vorsicht gezogen werden, um Fehldiagnosen und dadurch möglicherweise unnötige Behandlungen zu vermeiden.

Besteht der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall, ist eine Untersuchung mit bildgebenden Verfahren (wie MRT oder CT) daher nur in manchen FĂ€llen ratsam. Der Arzt oder die Ärztin veranlasst weitere bildgebende Untersuchungen in der Regel nur unter bestimmten Bedingungen, wie etwa:

  • bei LĂ€hmungserscheinungen
  • bei Problemen, den Harn oder Stuhl zu halten
  • bei trotz Behandlung unertrĂ€glich starken Schmerzen
  • bei trotz Behandlung lang anhaltenden Schmerzen und anderen Symptomen
  • um mögliche andere Ursachen abzuklĂ€ren (etwa eine Krebserkrankung)

Bandscheibenvorfall: Verlauf und Dauer

Welchen Verlauf ein Bandscheibenvorfall nimmt oder wie lange er dauert, lĂ€sst sich nicht mit Sicherheit sagen. Teilweise setzen die Schmerzen schlagartig ein und verschwinden kurz darauf wieder. Die schmerzhaften Beschwerden können auch in SchĂŒben auftreten oder langfristig bestehen bleiben.

In vielen FĂ€llen bessern sich die Beschwerden jedoch spĂ€testens nach etwa sechs Wochen von selbst. Möglicherweise, weil das störende Gewebe sich so verlagert, dass es die Nerven nicht mehr einengt, oder es vom Körper allmĂ€hlich resorbiert, also aufgenommen wird. Tritt hingegen nach dieser Zeit noch keine Besserung ein, gehen die Beschwerden sehr wahrscheinlich nicht von selbst wieder weg und erfordern andere Behandlungsmaßnahmen.

Bei einem Bandscheibenvorfall, der Beschwerden verursacht und die Beweglichkeit einschrĂ€nkt, stellt der Arzt oder die Ärztin hĂ€ufig eine Krankschreibung aus – meist ĂŒber einige Wochen, in manchen FĂ€llen lĂ€nger.

Bandscheibenvorfall: Behandlung

Bei einem Bandscheibenvorfall bessern sich die Beschwerden oft auch ohne Behandlung nach einigen Wochen (meist sechs) von selbst. Deshalb besteht die Therapie hÀufig erst einmal darin, die Schmerzen zu lindern und abzuwarten.

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Die Schmerzlinderung soll zum einen den Alltag ertrĂ€glicher machen und zum anderen eine einigermaßen normale Beweglichkeit ermöglichen. Moderate Bewegung kann die Genesung unterstĂŒtzen. LĂ€ngerfristige Bettruhe, wie sie frĂŒher verschrieben wurde, ist bei einem Bandscheibenvorfall hingegen eher kontraproduktiv.

Dennoch kann eine kurzfristige ruhende Entlastung sinnvoll sein, wenn die Schmerzen sehr stark sind. Ratsam ist dann die sogenannte Stufenlagerung, bei der man auf dem RĂŒcken liegt (zum Beispiel auf einer Gymnastikmatte) und die Beine angewinkelt so ablegt, dass sich Unter- und Oberschenkel zueinander in einem rechten Winkel befinden (zum Beispiel auf einem SitzwĂŒrfel, einem Kissenstapel oder Ähnlichem).

Beim Schlafen kann es in RĂŒckenlage außerdem helfen, ein Kissen unter die Knie zu legen, sodass diese leicht angewinkelt sind – das entlastet den unteren RĂŒcken. Wer die Seitenlage bevorzugt, sollte darauf achten, dass das Kopfkissen nicht zu hoch ist: Der Kopf sollte nicht abknicken, sondern möglichst gerade in VerlĂ€ngerung der WirbelsĂ€ule liegen. In Seitenlage kann es außerdem helfen, die Beine etwas anzuwinkeln und ein Kissen zwischen die Knie zu legen.

Gegen die Schmerzen verschreibt der Arzt oder die Ärztin bei einem Bandscheibenvorfall hĂ€ufig entzĂŒndungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen. Werden diese nicht gut vertragen, bietet sich alternativ Paracetamol an. ZusĂ€tzlich kann WĂ€rme helfen, etwa in Form von WĂ€rmekissen, einem heißen Bad oder Rotlicht.

Lassen die Schmerzen damit nicht nach, kann außerdem eine Behandlung mit entzĂŒndungshemmenden Glukokortikoiden infrage kommen, entweder in Form von Tabletten oder als Spritze nahe am Ort des Bandscheibenvorfalls verabreicht. Daneben können Muskelrelaxanzien bei einem Bandscheibenvorfall helfen, die schmerzhaft verspannte Muskulatur zu lösen.

ZusĂ€tzlich verschreibt der Arzt oder die Ärztin bei einem Bandscheibenvorfall in der Regel Physiotherapie, sobald die Schmerzen deutlich nachlassen. Dabei bekommen Betroffene Übungen und Positionen gezeigt, die sie zu Hause durchfĂŒhren können und die dazu beitragen, die Schmerzen zu lindern. SpĂ€ter kommen Übungen dazu, die eine schwache Muskulatur stĂ€rken sollen.

All diese Behandlungsformen können nicht dabei helfen, bei einem Bandscheibenvorfall die Heilung zu beschleunigen. Sie tragen jedoch dazu bei, die Zeit, die der Körper fĂŒr die Genesungsprozesse braucht, möglichst beschwerdefrei zu ĂŒberstehen.

Operation bei Bandscheibenvorfall

In den meisten FĂ€llen (mehr als 80 Prozent) ist bei einem Bandscheibenvorfall keine Operation notwendig. Sie kommt als Behandlung nur unter bestimmten Bedingungen infrage. Etwa wenn

  • die Ischiasschmerzen lĂ€nger als sechs bis zwölf Wochen nach einem Bandscheibenvorfall noch unvermindert stark anhalten.
  • der Bandscheibenvorfall die Nerven so sehr beeintrĂ€chtigt, dass Harn oder Stuhl nicht richtig gehalten werden können oder er eine MuskelschwĂ€che hervorruft.

In diesen FĂ€llen wird der Arzt oder die Ärztin einen operativen Eingriff erwĂ€gen, um jene Teile der Bandscheibe zu entfernen, die das Nervengewebe einengen. Solch eine OP ist jedoch kein Schutz vor einem weiteren Bandscheibenvorfall: Bei etwa ein bis zwei von zehn Menschen kommt es spĂ€ter zu einem erneuten Bandscheibenprolaps.

Bandscheibenvorfall: Welche Übungen helfen

Sind die akuten Schmerzen nach einem Bandscheibenvorfall im LWS-Bereich vorĂŒber, können verschiedene Übungen dabei helfen, die Rumpfmuskulatur zu dehnen und zu stĂ€rken – und damit zu stabilisieren. Denn schwache Bauch- und RĂŒckenmuskeln begĂŒnstigen einen Bandscheibenvorfall.

Nachfolgend finden Sie Beispiele, wie diese aussehen können; es gibt jedoch eine Vielzahl an möglichen Übungen. In der Regel bekommen Betroffene bereits im Rahmen der verschriebenen Physiotherapie Übungen erklĂ€rt, die fĂŒr sie gut sind und auch zu Hause durchgefĂŒhrt werden sollen.

Falls Sie vorhaben, nach einem Bandscheibenvorfall Übungen auf eigene Faust zu praktizieren, halten Sie vorher am besten RĂŒcksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin oder Ihrer physiotherapeutischen Praxis. Wichtig bei allen Übungen ist, diese achtsam auszufĂŒhren, es nicht zu ĂŒbertreiben und aufzuhören, falls dabei Schmerzen auftreten.

Gut zu wissen
Das bundesweite Forschungsprogramm "Medicine in Spine Exercise" (MiSpEx) hat ein Programm mit einfachen Übungen fĂŒr zu Hause entwickelt, die dazu beitragen, den Rumpf zu stabilisieren.

LWS-Übungen nach Bandscheibenvorfall

LWS-Übung 1: Superman
Legen Sie sich mit ausgestreckten Armen und Beinen auf den Bauch. Heben Sie die Arme gestreckt etwas an und halten Sie die Position fĂŒr einige Sekunden. Legen Sie die Arme wieder ab. Wiederholen Sie die Übungen mit gestreckten Beinen. Wenn Sie mögen, fĂŒhren Sie die Übung nun mit gestreckten Armen UND Beinen durch – aber geraten Sie dabei nicht ins Hohlkreuz.

Man sieht eine Frau bei der Superman-Übung.
Die Superman-Übung stĂ€rkt die Muskeln im unteren RĂŒcken und im GesĂ€ĂŸ. (Quelle: solar22/getty-images-bilder)

LWS-Übung 2: VierfĂŒĂŸler-Stand mit Beugen und Strecken des diagonalen Arms und Beins
Begeben Sie sich in den VierfĂŒĂŸler-Stand: Die Knie befinden sich senkrecht unter der HĂŒfte, die HĂ€nde unter den Schultergelenken. Bewegen Sie den RĂŒcken in eine neutrale, tischartige Position – also weder nach unten noch nach oben durchgedrĂŒckt. Der Kopf befindet sich in VerlĂ€ngerung der WirbelsĂ€ule.

Strecken Sie den linken Arm und das rechte Bein gerade aus und halten Sie die Position einige Sekunden. Wiederholen Sie alles mit dem rechten Arm und dem linken Bein.

Diagonale beim VierfĂŒĂŸlerstand.
Die Diagonale beim VierfĂŒĂŸlerstand trainiert Bauch- und RĂŒckenmuskeln. (Quelle: Strelciuc Dumitru/getty-images-bilder)

Welche Übungen sollte man nach einem Bandscheibenvorfall vermeiden?

Manche Übungen sind nach einem Bandscheibenvorfall eher nicht zu empfehlen. Meiden sollten Betroffene vorsichtshalber alle Übungen, bei denen zu viel Druck im unteren RĂŒcken oder ein starkes Hohlkreuz entsteht.

Aus diesem Grund eignen sich zum Beispiel Übungen, die mit starkem Bauchpressen einhergehen (wie Sit-ups, Crunches) sowie Kniebeugen in der Regel nicht so gut. Auch von KraftĂŒbungen wie dem SchulterdrĂŒcken (ÜberkopfdrĂŒcken), bei denen Gewichte ĂŒber Kopfhöhe gehoben werden, ist unter anderem eher abzuraten.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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