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Blasenkrebs kann man riechen

Blasenkrebs  

Blasenkrebs kann man riechen

10.07.2013, 18:10 Uhr | hut

Blasenkrebs kann man riechen. Blasenkrebszellen verströmen einen flüchtigen, charakteristischen Geruch. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Blasenkrebszellen verströmen einen flüchtigen, charakteristischen Geruch. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Britische Forscher haben ein Gerät entwickelt, das Blasenkrebs aus Urinproben "erriechen" kann. Der Sensor der Apparatur soll die gasförmigen Chemikalien erfassen, die von den Krebszellen ausgeströmt werden. Die neue Methode soll dabei helfen, den aggressiven Krebs frühzeitig zu erkennen.

Blasenkrebs hat einen einzigartigen Geruch

In der ersten Testphase analysierten die Forscher Urinproben von knapp hundert männlichen Probanden. Ein Viertel von ihnen litt an Blasenkrebs, der Rest hatte Probleme mit der Blase, jedoch keine Krebserkrankung. Die Urinproben wurden zunächst erhitzt. Dadurch würden gasförmige Stoffe freigesetzt, die mittels eines Sensors am Gerät erfasst werden könnten, erklärt der Erfinder Professor Norman Ratcliffe von der University of West England in der Fachzeitschrift "Plos One". Befinden sich Krebszellen im Urin, habe dieser aufgrund der speziellen Chemikalienkombination einen einzigartigen Geruch. Diese Chemikalien könne das Gerät ermitteln und von anderen unterscheiden. In 96 Prozent der Fälle spürte das Instrument im Test die Krebserkrankung richtig auf.

Auch Hunde können Krebs erschnüffeln

Dass Blasenkrebs tatsächlich "riechbar" ist, hatte sich in der Vergangenheit bereits durch Tests mit Hunden gezeigt. Ihre feinen Nasen sind ebenfalls in der Lage, den spezifischen Uringeruch von Blasenkrebspatienten von dem gesunder Menschen zu unterscheiden. Mit 41 Prozent lag ihre Trefferquote in Untersuchungen jedoch nicht hoch genug, um zuverlässige Ergebnisse zu erzielen - auch wenn ausgeschlossen werden konnte, dass es sich um Zufallstreffer handelte. Nun setzen die britischen Forscher ihre Hoffnungen in das neu entwickelte Instrument. Bevor es jedoch in Praxen und Krankenhäusern zum Einsatz kommt, soll das Gerät einem weiteren, groß angelegten Test unterzogen werden.

Blasentumor ist fünfthäufigste Krebserkrankungen

Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zufolge erkranken jedes Jahr 29.000 Menschen in Deutschland an Blasenkrebs. Über 21.000 Betroffene sind Männer. Damit stellt Blasenkrebs die vierthäufigste Krebserkrankung des Mannes dar. Als Hauptauslöser des Tumors in der Harnblase gilt das Rauchen. Aber auch chemische Stoffe, wie sie in der Textil- und Farbbranche eingesetzt werden, stehen im Verdacht, Blasenkrebs hervorzurufen. Überdies können chronische Blasenentzündungen und das dauerhafte Tragen eines Katheters das Risiko für eine Tumorbildung erhöhen.

Im frühen Stadium sind Heilungschancen gut

Wird die Erkrankung in einem frühen Stadium entdeckt, können die kleinen Tumore meist durch eine Blasenspiegelung entfernt werden. Die Heilungschancen stehen dann sehr gut, betont die Deutsche Krebshilfe. Hat sich der Tumor jedoch auf die Muskelschicht ausgedehnt, müssen neben der Harnblase auch die benachbarten Organe und Lymphgefäße entfernt werden. Bei Männern werden zudem die Prostata und die Samenbläschen entnommen, bei Frauen die Gebärmutter, Eierstöcke und der Einleiter.

Der Einsatz eines künstlichen Blasenausgangs wird dann unumgänglich. Um diese weitreichenden Eingriffe zu vermeiden, forschen Mediziner verstärkt daran, einen Methode zu finden, mit der Blasenkrebs schon im Frühstadium entdeckt werden kann.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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