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Laktoseintoleranz: Diese Lebensmittel können Sie genießen

Von t-online, sah

Aktualisiert am 09.01.2020Lesedauer: 2 Min.
Laktoseintoleranz: Milch, Mozzarella und Ricotta
Auch wer keinen Milchzucker verträgt, muss nicht gänzlich auf Milchprodukte verzichten (Quelle: minoandriani/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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In Deutschland leiden rund 14 Millionen Menschen an einer Milchzuckerunverträglichkeit, der sogenannten Laktoseintoleranz. Kein Wunder, dass der Verkauf laktosefreier Spezialprodukte boomt. Doch auf welche Lebensmittel müssen Betroffene wirklich verzichten und was können sie trotzdem genießen?

Was ist Laktoseintoleranz?

Menschen mit einer Laktoseintoleranz fehlt das Enzym Laktase, das den Milchzucker aus Milchprodukten in verdauliche Bestandteile aufspaltet. Passiert das nicht, gelangt der Milchzucker unverändert in den Dickdarm und wird dort von Bakterien zu Essig- und Milchsäure sowie Kohlendioxid abgebaut. Die Folge sind heftige Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen. Um dem vorzubeugen, greifen viele Betroffene zu laktosefreien Spezialprodukten. Das Sortiment reicht von Wurst und Käse bis hin zu Brot und Keksen.

Saure Naturjoghurts sind meist gut verträglich

Zahlreiche Milchprodukte enthalten nur in geringen Mengen Milchzucker. Dazu zählen Hart- und Schnittkäse wie Gouda, Edamer und Parmesan. Auch Gorgonzola, Feta und Camembert sind nahezu laktosefrei. Gut verträglich sind laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) oft auch Sauermilchprodukte wie Joghurt oder Kefir, die nicht wärmebehandelt wurden. Oft enthalten diese den Hinweis "mit lebenden Joghurtkulturen". Die darin vorhandenen Milchsäurebakterien bauen die Laktose der Lebensmittel weitestgehend ab.

Vorsicht ist jedoch bei Fruchtjoghurts geboten. Sie wurden in der Regel hoch erhitzt, sodass die verbleibenden Bakterien nicht mehr ausreichend wirksam sind. Am besten verträglich sind laut Verbraucherzentrale Hamburg säuerliche Naturjoghurts.

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Oft ist keine Spezialbutter nötig

Butter enthält auf 100 Gramm etwa 0,6 Gramm Laktose. Da sie nur in geringen Mengen verzehrt wird, löst sie in der Regel keine Beschwerden aus. Gleiches gilt laut Verbraucherzentrale Hamburg für Aromen und Geschmacksverstärker. Sie beinhalten häufig Laktose, sind in vielen Produkten aber nur in so geringen Mengen vorhanden, dass ihnen kaum eine Bedeutung zukommt.

Anders sieht es jedoch bei Molke oder Milchpulver aus. Wie Aromen kommen auch sie vor allem in Fertiggerichten zum Einsatz, nicht selten in größeren Mengen. Dabei gilt: Je weiter oben Molke, Milchzucker oder Milchpulver auf der Zutatenliste stehen, desto größer ist die Gefahr, nach dem Verzehr Beschwerden zu bekommen.

Verzehr von Schinken und Salami ist meist unbedenklich

Produkte wie Salami, Schinken, Konfitüre und Brot enthalten in der Regel keinen Milchzucker. Auch von Allergiehinweisen sollten sich Betroffene nicht verwirren lassen. Steht auf einem Produkt "kann Spuren von Milch enthalten", ist das laut Verbraucherzentrale Hamburg ein sicheres Zeichen dafür, dass es sich um äußerst geringe, unbedenkliche Mengen handelt.

Diese Produkte können Sie bei Laktoseintoleranz genießen:

Geeignete Lebensmittel
Milchprodukte Laktosefreie Milch oder Milchprodukte, wie Reismilch, Reisdrink, Reiscreme, Mandelmilch, Sojamilchprodukte, Hafermilch, Kokosmilch, Hart- und Schnittkäse, Butter, Butterschmalz, Pflanzenmargarine ohne Milchanteil
Backwaren Brot & Backwaren ohne Milch oder Milchpulver
Brotaufstriche und Mus Vegane Brotaufstriche, Honig, Marmeladen, Mandelmus, Pflaumenmus, Apfelmus, Sesam- und Nussmus
Getränke Frische Fruchtsäfte, Mineralwasser, Kräuter-Tee (keine aromatisierten), Kaffee
Fleisch und Fisch Laktosefreie Wurst, kalter Braten, Roastbeef, Corned Beef, Fisch, Meeresfrüchte
Weitere Produkte Tofu, Obst und Gemüse frisch oder tiefgekühlt, Nüsse, Hülsenfrüchte, Getreide, Getreideflocken, Naturreine Pflanzenöle, Reis, Mais, Hirse, Quinoa, Amarant, Buchweizen, Kartoffeln, Nudeln, Kräuter, Gewürze, Eier, Bindemittel wie Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl, Mais- und Kartoffelstärke

Folgende Produkte sind bei Laktoseintoleranz nicht geeignet:

Ungeeignete Lebensmittel
Milchprodukte Milch, Milchpulver, Kaffeeweißer, Käse, Trockenmilch, Trinkkakao, Kondensmilch, Sahne, Dickmilch, Joghurt, Molke, Quark, Hüttenkäse, Schmelzkäse, Käsezubereitungen
Backwaren Brot- und Kuchenbackmischungen, Milchbrötchen, Waffeln, Kuchen und Tiefkühlkuchen, Kekse, Knäckebrot, Cracker, Paniermehl, Backwaren, Brot- und Gebäcksorten die mit Milch, Milchpulver, Buttermilch oder mit anderen Milchprodukten gebacken wurden
Fertiggerichte Pizza, Fischkonserven, Gemüsekonserven, Tiefkühlfertiggerichte, Tiefkühlzubereitungen, Fast Food
Süßwaren Eiscreme, Schokolade, Sahne- und Karamellbonbons, süße Riegel, Pralinen, Weichlakritzwaren, Fertigdesserts
Wurstwaren Würstchen, Leberwurst, Wurstkonserven
Instantprodukte Suppen, Soßen, Kartoffelpüreepulver, Knödelpulver, Bratlingmischungen, Kroketten
Fertigsoßen Grillsoßen, Salatsoßen bzw. Dressings, Mayonnaise, Pesto, Ketchup und Senf
Weitere Produkte Müslimischungen, Margarine, Streichcremes, Süßstofftabletten, Brotaufstriche, Verdickungsmittel, Bindemittel, Nahrungsergänzungsmittel, Cremeliköre, Gewürzmischungen und Aromen, Streugewürze

Toleranzgrenze ist individuell verschieden

Eine Laktoseintoleranz festzustellen, ist oft nicht einfach. Denn nicht immer weisen Magenbeschwerden auf eine Unverträglichkeit hin. Mitunter wird diese durch eine Darmerkrankung ausgelöst und ist nur vorübergehend. Betroffene sollten die Laktoseintoleranz daher immer von einem Facharzt diagnostizieren lassen. Außerdem sollten sie individuell prüfen, in welchen Mengen sie auch gewöhnliche Lebensmittel essen können. Denn jeder Mensch hat eine persönliche Toleranzgrenze.

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Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung lässt sich diese am besten wie folgt ermitteln: Meiden Sie zunächst zwei Wochen lang jegliche laktosehaltigen Nahrungsmittel. Sind die Magenbeschwerden abgeklungen, kommen nun nach und nach wieder Milch und Milchprodukte auf den Speiseplan. Die DGE rät, sie auf mehrere Portionen am Tag aufzuteilen und zusammen mit einer Mahlzeit zu verzehren, um sich langsam wieder an den Milchzucker zu gewöhnen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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