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Parodontitis: Ursache & Symptome – ernst zu nehmende Entzündung

Entzündung im Mund  

Parodontitis: Diese Symptome sollten Sie ernst nehmen

18.09.2020, 09:57 Uhr | AM, t-online

Parodontitis: Ursache & Symptome – ernst zu nehmende Entzündung . Wenn Ihre Zähne bei heißen und warmen Speisen empfindlich reagieren und zudem häufiger Zahnfleischbluten auftritt, sollten Sie Ihren Zahnarzt aufsuchen. (Quelle: Getty Images/SIphotography)

Wenn Ihre Zähne bei heißen und warmen Speisen empfindlich reagieren und zudem häufiger Zahnfleischbluten auftritt, sollten Sie Ihren Zahnarzt aufsuchen. (Quelle: SIphotography/Getty Images)

Parodontitis zeigt sich meist schleichend und wird dadurch oft erst spät bemerkt. Dabei kann sie schwerwiegende Folgen haben. Welche Anzeichen es für die Erkrankung gibt und wie Sie sie schon frühzeitig erkennen.

Was ist eine Parodontitis?

Parodontitis, veraltet auch Parodontose genannt, ist eine Mundraum-Erkrankung, die langsam entsteht und anfangs oft nicht bemerkt wird. Eine Parodontitis ist eine Zahnfleischentzündung, die durch bakteriellen Zahnbelag verursacht wird. Im weiteren Verlauf kann sie zur Zerstörung des Zahnhalteapparates und zum Zahnverlust führen.

Wird die Zahnfleischentzündung nicht rechtzeitig entdeckt und behandelt, kann sie sich über den Mundraum hinaus ausbreiten und zu schwerwiegenden Komplikationen führen.

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Eine mangelnde Mundhygiene, ein geschwächtes Immunsystem, Rauchen oder bestimmte Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus begünstigen die Entstehung der Krankheit.

Parodontitis-Symptome: Erkrankung beginnt schleichend

Parodontitis wird durch Bakterien verursacht, die sich auf dem Zahnbelag ansiedeln und sich dort vermehren. Eines der ersten Parodontitis-Symptome ist dabei fast immer die Zahnfleischentzündung, vom Fachmann als Gingivitis bezeichnet. Das Zahnfleisch färbt sich dabei intensiv rot und schwillt an. Oftmals bemerken Erkrankte das Leiden infolge von Blutungen nach dem Zähneputzen.

Gesundes Zahnfleisch ist rosa und fest. Es füllt die Zahnzwischenräume aus und blutet bei Berührung nicht.

Oft verursacht eine Zahnfleischentzündung keine Schmerzen und bleibt deshalb lange unbemerkt.

Im Verlauf der Erkrankung kann es zum Rückgang des Zahnfleisches kommen, wodurch die Zahnhälse sichtbar werden. Daher erscheinen bei Betroffenen die Zähne oft länger.

Die im Zahnbelag enthaltenen Bakterien befallen den Zahnhals und führen zu einem Rückgang des Zahnfleisches. Die Parodontitis kann dazu führen, dass sich Zähne lockern. (Quelle: GettyImages/yomogi1)Die im Zahnbelag enthaltenen Bakterien befallen den Zahnhals und führen zu einem Rückgang des Zahnfleisches. Die Parodontitis kann dazu führen, dass sich Zähne lockern. (Quelle: GettyImages/yomogi1)

Weiterhin verursachen die Bakterien einen starken Mundgeruch und einen unangenehmen Geschmack im Mund. Im späteren Vorstadium der Parodontitis fangen die betroffenen Bereiche nicht selten an, Schmerzen zu verursachen. Besonders auf Wärme und Kälte reagieren die Zähne empfindlich.

Auch die Kieferknochen werden von der Entzündung angegriffen und bilden sich zurück. Teilweise kann auch ein Austritt von Eiter Symptom einer Parodontitis sein, in schwereren Fällen bildet sich ein Abszess.

Parodontitis-Symptome im Überblick:

  • Zahnfleischbluten, z.B. beim Zähneputzen, oder wenn man in einen Apfel beißt
  • rotes, geschwollenes Zahnfleisch
  • freigelegte Zahnhälse, länger wirkende Zähne
  • wärme- und kälteempfindliche Zähne
  • schlechter Atem, Mundgeruch
  • Bei einer schweren Parodontitis treten oftmals lockere Zähne auf

Treten diese Anzeichen auf, sollten Betroffene den Zahnarzt aufsuchen.

Trotz Covid-19Welche Arztbesuche Sie nicht aufschieben sollten

Parodontitis: Wird die Zahnfleischentzündung nicht rechtzeitig entdeckt und behandelt, kann sie sich über den Mundraum hinaus ausbreiten und zu schwerwiegenden Komplikationen führen. (Quelle: Getty Images/ yoh4nn)Parodontitis: Wird die Zahnfleischentzündung nicht rechtzeitig entdeckt und behandelt, kann sie sich über den Mundraum hinaus ausbreiten und zu schwerwiegenden Komplikationen führen. (Quelle: yoh4nn/Getty Images)

Wie wird Parodontitis diagnostiziert?

Sie sollten generell regelmäßig zum Zahnarzt gehen. Insbesondere wenn Sie bei sich oben genannte Symptome beobachten, sollten Sie nicht zögern und mögliche Ursachen abklären lassen. Zudem haben gesetzlich Krankenversicherte alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine spezielle Parodontitis-Untersuchung: Parodontaler Screening Index (PSI) genannt.
Bei dieser Untersuchung wird das gesamte Gebiss überprüft. Der Zahnarzt sucht hier nach Anzeichen für Zahnfleischblutungen, Zahnstein, Zahnfleischrückgang und gelockerte Zähne.

Falls eine Parodontitis vermutet wird, folgen weitere Untersuchungen: etwa Röntgenaufnahmen, um zu prüfen, ob bereits Knochen abgebaut worden ist.

Parodontitis behandeln

Eine Parodontitis-Behandlung besteht aus mehreren Schritten:

  • Verbesserung der Mundhygiene durch Anleitung zur richtigen Zahnpflege
  • Entfernung von Belägen und Ablagerungen (Zahnstein) auf den Zähnen
  • Entfernung von Belägen und Ablagerungen unterhalb des Zahnfleischrands
  • Falls nötig, muss eine zusätzliche Einnahme von Antibiotika erfolgen
  • Überprüfung des Behandlungserfolgs durch den Zahnarzt
  • In schweren Fällen kann auch ein operativer Eingriff unter örtlicher Betäubung infrage kommen

Parodontitis ist eine chronische Erkrankung, die zwar nicht heilbar ist, aber das Fortschreiten kann gestoppt werden.Wer einmal eine Parodontitis entwickelt hat, benötigt eine lebenslange zahnärztliche Betreuung. Nicht in allen Fällen lässt sich verloren gegangener Zahnhalteapparat wieder herstellen.

Parodontitis vorbeugen

Um einer Parodontitis vorzubeugen, ist eine gute Mundhygiene unerlässlich.
Denn wenn Zahnbelag nicht entfernt wird, kann sich bereits innerhalb weniger Tage das Zahnfleisch entzünden. Der Zahnbelag kann außerdem aushärten, Zahnsteinbildung ist die Folge.

Zahnbelag entfernen: Was Sie selbst tun können

  • regelmäßiges Zähneputzen, idealerweise morgens und abends
  • Anwendung von Zahnzwischenraum-Bürstchen, oder auch Zahnseide

Die Schulung zur richtigen Zahnpflege übernimmt der Zahnarzt bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr als Kassenleistung.

Zahnstein kann nur professionell entfernt werden. Dies kann routinemäßig bei einer zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung geschehen. Die Kosten für die Zahnsteinentfernung werden einmal pro Jahr von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Gefährliche Spätfolgen möglich

Wenn die Erkrankung von den Patienten nicht bemerkt oder behandelt wird, können Spätfolgen auftreten. Die Zähne lockern sich oder fallen gar ganz aus, da die Zahnwurzeln durch den Knochenschwund nicht mehr richtig im Kiefer verankert sind.

Eine Parodontitis kann auch weitere Teile des Körpers befallen und schwere Symptome verursachen. So kann sie zum Beispiel zu Fieber führen, dessen Ursache zunächst unklar ist, weil der Infekt anfangs nicht mit einer Parodontitis in Verbindung gebracht wird. Bei einem schweren Verlauf kann es zu einer bakteriellen Besiedelung der Herzklappen oder von Endoprothesen kommen. Parodontitis wird auch mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall in Verbindung gebracht, jedoch sind hier die Zusammenhänge noch nicht ausreichend geklärt.

Anzeichen für eine Ausbreitung der Infektion:

  • Unspezifisches Fieber
  • Kieferklemme
  • Beschwerden beim Schlucken
  • veränderter Sprachklang
  • Schwellung im Gesicht-/Halsbereich
Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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