Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome >

Innerliches Zittern: Was hinter innerer Unruhe steckt

Innerliches Zittern und Kribbeln  

Warum innere Unruhe auf Dauer krank macht

Von Andrea Goesch

08.04.2021, 13:53 Uhr
Innerliches Zittern: Was hinter innerer Unruhe steckt . Eine junge Frau lehnt erschöpft an einem Fenster: Innere Unruhe versetzt Körper und Psyche in Dauerstress. (Quelle: Getty Images/ Cecilie_Arcurs)

Eine junge Frau lehnt erschöpft an einem Fenster: Innere Unruhe versetzt Körper und Psyche in Dauerstress. (Quelle: Cecilie_Arcurs/Getty Images)

Ein allgemeines Schwächegefühl, innerliches Zittern und Kribbeln am ganzen Körper: Die Symptome von innerer Unruhe kennen viele – Stress und Belastungssituationen gehen kaum an jemandem spurlos vorbei. Manche Menschen leiden sogar dauerhaft unter den Beschwerden.

Lesen Sie hier, welche möglichen Ursachen es für die Nervosität gibt und wie die  Behandlung aussehen kann.

Symptome: Anzeichen für innere Unruhe 

Innere Unruhe tritt bei einigen Menschen nur in einer bestimmten Situationen auf, andere dagegen begleitet das Gefühl dauerhaft. Sie sind permanent angespannt, gereizt und nervös. Viele leiden zusätzlich an einer Schlafstörung, da ihr Körper und ihre Gedanken auch nachts nicht zur Ruhe kommen.

Die nervöse Unruhe führt häufig dazu, dass die Betroffenen unkonzentriert und ungeduldig sind. Folgende körperliche und psychische Beschwerden können hinzukommen:

  • Schweißausbrüche
  • Herzklopfen und Herzrasen
  • inneres Zittern
  • Angstzustände
  • Kribbeln im Körper
  • Zittern am ganzen Körper, an den Händen oder Beine
  • Schwächegefühl
  • schnelles Atmen (Hyperventilation)
  • Muskelzuckungen
  • Reizbarkeit
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen

Treten die Symptome nur manchmal auf, handelt es sich meist um konkrete Belastungssituationen, die den Betroffenen Angst bereiten. So kann eine wichtige Prüfung ebenso zu innerer Unruhe führen wie eine Veränderung der Lebenssituation oder andere persönliche Herausforderungen.

In vielen Fällen verschwinden die Symptome wieder, nachdem die Situation gemeistert wurde. Manchmal jedoch bleibt das Gefühl der Belastung aber auch bestehen. Der Unruhezustand wird sozusagen chronisch und begleitet die Betroffenen in allen Aktivitäten des Alltags. 

Ursachen: Was löst innere Unruhe aus?

Zu viel Stress und ein gestörtes Gleichgewicht zwischen Anspannung und Erholung führen häufig zu Nervosität, innerer Unruhe und Reizbarkeit. Dabei steuert das vegetative Nervensystem die körperlichen und psychischen Symptome, ohne dass die Betroffenen bewusst darauf Einfluss nehmen können.

Für innere Unruhe sind oft psychische Ursachen wie Angststörungen, depressive Verstimmungen oder Depressionen verantwortlich. Auch ADHS im Erwachsenenalter kann dahinterstecken. Ebenso können körperliche Ursachen wie eine Schilddrüsenüberfunktion, Blutzuckerschwankungen oder Probleme mit dem Blutdruck zu dauerhafter Nervosität führen.

Auch Frauen in den Wechseljahren klagen aufgrund hormoneller Verschiebungen oft über Unruhezustände.

Bestimmte Medikamente, Alkohol und Nikotin können ebenfalls innere Unruhe, innerliches Zittern und ein Gefühl von Schwäche auslösen. Entsprechende Nebenwirkungen haben beispielsweise die Wirkstoffe Amantadin und Theophyllin, aber auch verschiedene Antidepressiva. 

Herzklopfen und Herzrasen immer vom Arzt abklären lassen

Vermehrtes Herzklopfen oder Herzrasen, das nicht nach kurzer Zeit wieder verschwindet, sollte immer Anlass für einen Besuch beim Arzt sein. Häufig spürt man den Puls bis in die Halsschlagader. Ursache dafür sind oft Aufregung, Angst oder stressige Situationen.

Die Symptome können aber auch Ausdruck einer Herz-Rhythmus-Störung oder eine andere ernste Herz-Kreislauf-Erkrankung sein. Ein Herz-Kreislauf-Check kann ausschließen, dass solche Ursachen zugrundeliegen.

Nervosität kann zu Schlafstörungen führen

Ursachen für Schlafstörungen gibt es viele. Oft treten sie begleitend zu den beschriebenen Unruhezuständen auf. Nächtliches Grübeln, Ängste oder körperliche Symptome verhindern dann das Einschlafen oder Durchschlafen. Das Schlafdefizit raubt den Betroffenen die Kraft und führen zu einer dauerhaften Tagmüdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. 

Schlaflosigkeit als Stressreaktion des Körpers sollte immer ernst genommen werden. Wenn Hausmittel wie beruhigende Tees, Entspannungsübungen und sportliche Aktivitäten keine Besserung bringen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Denn hinter Schlafstörungen können ernste Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen stecken, die eine Behandlung mit Medikamenten und eine Psychotherapie erfordern. Ebenso kann zu wenig Schlaf andere Krankheiten begünstigen.

Muskelzucken und Zappeln im Bett sind typisch für nervöse Menschen.  (Quelle: imago images/JuNiArt)Muskelzucken und Zappeln im Bett sind typisch für nervöse Menschen. (Quelle: JuNiArt/imago images)

Innere Unruhe und Probleme mit der Schilddrüse

Innere Unruhe kann auch auf eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) hindeuten. Typische Symptome der Erkrankung sind Herzklopfen oder Herzrasen und ein beschleunigter Puls, aber auch Schlafprobleme, verstärktes Schwitzen und zitternde Hände sowie Finger. Viele Betroffene fühlen sich unruhig und nervös. Dies kann sich auch durch eine Bewegungsunruhe, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und dauerhafte Müdigkeit bemerkbar machen.

Ein Grund für diese Beschwerden ist, dass der Körper aufgrund der Überfunktion stärker auf die Stresshormone Noradrenalin und Adrenalin reagiert.

Wann zum Arzt bei innerer Unruhe?

Da hinter innerer Unruhe auch ernste Erkrankungen stecken können, ist es wichtig, nach der Ursache zu suchen. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn

  • die innere Unruhe mehrere Tage anhält oder immer wieder kommt
  • wenn Entspannungstechniken und Hausmittel (Tees, Wannenbäder, Saunagänge etc.) nicht helfen
  • ernste Krankheiten und psychische Beschwerden wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Krankheiten, Schilddrüsenerkrankungen  oder Depressionen bestehen

Eine erste Anlaufstelle kann der Hausarzt sein. Nach einem ausführlichen Patientengespräch und einer körperlichen Untersuchung kann der sich in vielen Fällen ein besseres Bild von den auslösenden Faktoren für die seelische Anspannung  machen und eine Diagnose stellen.

Bei Bedarf werden weitere Untersuchungsverfahren wie Laboruntersuchungen des Blutes oder bildgebende Verfahren verordnet, um die Ursache der inneren Unruhe zu klären. Manchmal kann es notwendig sein, den Patienten an einen Facharzt zu überweisen. Das kann je nach Symptomen und Krankheitsverdacht ein Internist, ein Neurologe oder ein Psychiater sein. 

Folgen von dauerhaftem Stress

Um gesund zu bleiben, sollte auf jede Anspannung eine Phase der Entspannung folgen. Dabei werden im Körper Reaktionen ausgelöst, die der Erholung dienen. Das lässt sich sogar körperlich messen: Die Atmung wird langsamer, die Herzfrequenz sinkt und der Kreislauf  kommt in einen ruhigeren Modus. Bleibt diese Erholung über eine längere Zeit aus, hat das Folgen für unseren Körper. Das Immunsystem wird geschwächt und die Widerstandskraft wegen Infektionserreger sinkt.

Die Langzeitfolgen könne beispielsweise schwere Herzerkrankungen oder Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sein, die sich oft zunächst in Verdauungsstörungen oder Magenschmerzen äußern. Doch der Dauerstress greift auch die Psyche an. Genau wie unser Körper braucht auch sie Zeit zur Erholung. Bleibt diese aus, können sich in schweren Fällen Depressionen entwickeln.

Selbsthilfe: Natürliche Heilmittel und gesunder Lebensstil

Wenn ausgeschlossen ist, dass hinter der Nervosität eine ernste Erkrankung steckt, können ein paar einfache Maßnahmen und Hausmittel gute Wirkung zeigen:

  • Mediation und Entspannungstechniken(autogenes Training, progressive Muskelentspannung etc.) 
  • Kräutertees aus Heilpflanzen (Baldrian. Lavendel, Johanniskraut oder Melisse) beruhigen und lindern die Nervosität.
  • eine ausgewogene Ernährung mit viel Vitaminen und Ballaststoffen 
  • ein Glas warme Milch vor dem Einschlafen. Die enthaltene Aminosäure Tryptophan regt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin an.
  • ein warmes Vollbad mit beruhigenden ätherischen Essenzen aus Lavendel oder Heublume vor dem Zubettgehen
  • viel Bewegung an der frischen Luft
  • regelmäßig Sport treiben
  • Massagen mit ätherischen Öle wie Lavendel und Thymian
  • regelmäßige Besuche in der Sauna

Behandlung mit Medikamenten

Die Behandlung von innerer Ruhe richtet sich immer nach den Ursachen. Manchmal ist dabei auch der Einsatz von Medikamenten notwendig. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion beispielsweise werden Medikamente verordnet, um die Überproduktion von Schilddrüsenhormonen zu normalisieren. Innere Unruhe infolge von Herz-Kreislauf-Beschwerden lässt sich oft auch gut auch mit beruhigenden Medikamenten therapieren, selbstverständlich immer in Absprache mit dem Arzt.

Da viele Wirkstoffe in Beruhigungsmitteln jedoch abhängig machen oder unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen, sollten zuerst die natürlichen und nicht-medikamentösen Heilmethoden ausgeschöpft werden. Dazu können neben leichten beruhigenden Mitteln aus Kräutern wie Baldrian, Hopfen, Passionsblume, Melisse und Johanniskraut auch psychotherapeutische Verfahren.

Verwendete Quellen:
  • Deutsche Familienversicherung
  • Deutsche Depressionshilfe
  • Patienteninformation.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Alba Modatchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal