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Herzrhythmusstörungen: Manchmal helfen nur noch Stromschläge

Herzrhythmusstörungen  

Manchmal hilft nur noch ein Elektroschock

02.02.2016, 15:32 Uhr | Martin Faber, dpa-tmn

Herzrhythmusstörungen: Manchmal helfen nur noch Stromschläge. Herzrhythmusstörung: Bei plötzlichem Kammerflimmern besteht mit Herzdruckmassage die Chance, den Blutfluss aufrecht zu erhalten. (Quelle: dpa/tmn/Britta Pedersen)

Bei plötzlichem Kammerflimmern lässt sich mit Herzdruckmassage der Blutfluss aufrechterhalten, bis der Defibrillator zum Einsatz kommt. (Quelle: Britta Pedersen/dpa/tmn)

Bei Herzrhythmusstörungen ist der Herzschlag aus dem Takt: Schwindel, Atemnot und Druckgefühle in der Brust und Ohnmacht können die Folgen sein. Manchmal können nur noch Stromschläge den normalen Herzschlag wiederherstellen.

Unser Herz kennt keine Pausen. Ununterbrochen zieht es sich zusammen und erschlafft wieder. Dadurch pumpt das Organ Tag für Tag rund 7000 Liter Blut durch unseren Körper. Die normale Herzfrequenz liegt in Ruhe zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute. Abweichungen davon werden als Herzrhythmusstörung bezeichnet, sagt Professor Thomas Meinertz, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung in Frankfurt am Main. 

Nicht alle Herzrhythmusstörungen sind gefährlich. Typisch für krankhafte Herzrhythmusstörungen ist ein schlagartiges Umspringen des Pulses auf eine sehr hohe oder sehr niedrige Herzfrequenz. Sie sind meist die Folge von Herzkrankheiten wie einer Herzmuskelentzündung oder Einengung der Herzkranzgefäße. Zu den weiteren Risikofaktoren gehören besondere psychische und körperliche Belastungen, Übergewicht, Magnesium- und Kaliummangel, zu wenig Schlaf sowie zu viel Kaffee-, Alkohol- und Nikotinkonsum.

Bei Vorhofflimmern droht Schlaganfall

Die häufigste Herzrhythmusstörung ist das Vorhofflimmern. Dabei kommt es zu unkoordinierten Erregungen der Vorhofmuskulatur, so dass die Vorhöfe das Blut nicht mehr aktiv in die Herzkammern befördern, erklärt Dr. Felix Gramley von der Heidelberger Privatklinik für Kardiologie. In Nischen des Vorhofes kann das Blut stagnieren und Gerinnsel bilden. Die Folge ist ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Betroffene bekommen deshalb blutverdünnende Medikamente und sogenannte Antiarrhythmika wie Betablocker.

Gezielter Stromschlag setzt das Herz zurück

Bei ausgeprägten Beschwerden wird zusätzlich auch häufig die sogenannte elektrische Kardioversion angewandt. "Dabei geben zwei Elektroden auf den Brustkorb unter kurzer Narkose einen gezielten Stromschlag Richtung Herz ab, wodurch das Vorhofflimmern zurückgesetzt wird und der normale Herzrhythmus wieder einsetzt", sagt Gramley.

Wenn das auf Dauer keinen Erfolg zeigt, kann eine Katheter-Ablation weiterhelfen. "Dünne Sonden werden über die Leiste bis zum Herz vorgeschoben und veröden durch Hochfrequenzstrom oder Kälte bestimmte Stellen im Herzgewebe, die für das Vorhofflimmern verantwortlich sind", beschreibt Gramley.

Bei Kammerflimmern wird Defibrillator zum Lebensretter

Eine weitere gefährliche Herzrhythmusstörung ist das Kammerflimmern. "Mit über 300 Schlägen pro Minute pocht der Herzmuskel so schnell, dass er kaum Blut und Sauerstoff durch den Körper pumpen kann", sagt Dr. Philipp Sommer vom Herzzentrum Leipzig. "Herz und Kreislauf stehen faktisch still in dem Moment." Schlagartig werden Betroffene ohnmächtig und haben keinen Puls mehr.

Passanten müssen deshalb sofort reagieren, die Atmung prüfen und eine Herzdruckmassage beginnen. So besteht die Chance den Blutfluss etwas aufrecht zu erhalten. Ein Kammerflimmern kann letztlich nur durch einen Defibrillator unterbrochen werden. "Dieser bringt das Herz durch einen Stromstoß kurz zum Stillstand, damit es anschließend wieder seinen normalen Rhythmus findet", sagt Sommer.

Implantat gibt kleine Elektroschocks ab

Wenn Betroffene das plötzliche Kammerflimmern überlebt haben, wird ihnen in der Regel ein kleiner Defibrillator implantiert. Bei erneutem Kammerflimmern gibt er innerhalb weniger Sekunden Elektroschocks ab. "Wenn die Patenten wach sind, empfinden sie das zwar als schmerzhaft, es rettet aber ihr Leben."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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