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Potenzmittel: Helfen natürliche Erektionshilfen?

Impotenz  

Diese Potenzmittel können Sie sich sparen

08.05.2018, 18:19 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Potenzmittel: Helfen natürliche Erektionshilfen?. Frustrierter Mann liegt im Bett. (Quelle: Getty Images/KatarzynaBialasiewicz)

Natürliche Potenzmittel: Helfen Sie wirklich? (Quelle: KatarzynaBialasiewicz/Getty Images)

Potenzprobleme sind für die meisten betroffenen Männer ein Tabuthema. Um das vermeintlich peinliche Gespräch zu umgehen, versuchen es viele zuerst mit Hilfsmitteln aus der Natur und dem Internet. Doch die Wirkung lässt meist zu wünschen übrig.

Erektionssteigernde Wunderfrüchte, potenzversprechende Nahrungsergänzungsmittel, geheime Naturpräparate: Wer im Internet nach einem Mittel gegen Erektionsstörungen sucht, bekommt so manche "Allheilmittel" angeboten. Doch leider wird oft viel versprochen und wenig gehalten. Und manchmal kann die Einnahme sogar gesundheitskritisch werden.

Natürliche Aphrodisiaka aus dem Kühlschrank: auf jeden Fall gesund

Zu den harmlosen Empfehlungen gehören Lebensmittel aus der Küche, wie Chilis, Austern und Feigen, denen eine luststeigernde Wirkung nachgesagt wird. Während wissenschaftliche Studien zur Lust zwar fehlen, ist eines zumindest sicher: Viele dieser sogenannten Aphrodisiaka enthalten wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Manche von ihnen, darunter Chilis, unterstützen sogar die Durchblutung.

Wer diese Lebensmittel in Maßen immer mal wieder in seinen Speiseplan einbaut, unterstützt seine Gesundheit. Denn sind die Nährstoffspeicher gut gefüllt, fühlt man sich fitter, leistungsfähiger und ausgeglichener. Und davon profitiert auch das Liebesleben.

Manchmal versetzt der Glaube Berge

Es gibt noch einen weiteren Grund für die oft positive Wirkung angeblicher Aphrodisiaka: der Placebo-Effekt. Das heißt, dass allein der Glaube an die Wirkung ausreichen kann, um die Potenz zu stärken. Die Erklärung ist einfach: "Vertraut der Mann auf die luststeigernde Wirkung, ist er beim Liebesspiel entspannter. Dadurch sinkt die Angst vor einem Erektionsabbruch", weiß Sexualtherapeut Dr. Kurt Seikowski von der Gesellschaft für Sexualwissenschaften aus seiner Berufspraxis. Der Mann sei selbstsicherer und könne sich besser auf das Zusammensein einlassen. "Das funktioniert allerdings nur, wenn keine organischen Ursachen für die Erektionsstörung vorliegen, sondern Stress und Alltagssorgen die Lust hemmen." fügt er hinzu.

Vorsicht vor Wundermitteln aus dem Internet

Kritisch hingegen ist es, wenn der Mann auf potenzsteigernde Mittel dubioser Internetanbieter vertraut. Nicht nur, dass diese meist teuer und wirkungslos sind. Sie können der Gesundheit sogar schaden. Verbraucherschützer warnen immer wieder vor den unkalkulierbaren Risiken: Die Liste der Inhaltsstoffe ist häufig nur unvollständig. Der Konsument kann nur begrenzt einsehen, welche chemischen Substanzen zum Einsatz kommen.

Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und riskante Nebenwirkungen sind möglich. Fantasienamen, die suggerieren, dass man nach der Einnahme zum "Super-Lover" mutiert, sollten skeptisch machen. Selbst die Bezeichnung "rein natürliche Wirkstoffe" ist kein Garant für die Verträglichkeit.

Wirksame Mittel ohne Risiken verordnet der Arzt

Wer unter Potenzproblemen leidet und ein Präparat sucht, das wirklich hilft, sollte zum Arzt gehen, rät Seikowski. Nicht nur, weil hinter Potenzproblemen ernsthafte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden stecken können, die einer Untersuchung bedürfen. "Alle anerkannten Potenzmittel sind rezeptpflichtig. Wichtig ist außerdem, dass diese nur dann vom Arzt verschrieben werden, wenn keine gesundheitliche Risiken bestehen."

Zudem ermöglicht ein persönliches Gespräch die Möglichkeit herauszufinden, ob neben Potenzmitteln wie Viagra, Levitra, Cialis und Spedra auch andere Therapien eine Lösung darstellen. Das kann der Einsatz einer Penispumpe sein oder eine Injektionstherapie.

Natürliche rezeptpflichtige Alternativen: Vitamin E und Yohimbin fördern die Durchblutung

Auch bestimmte pflanzliche Wirkstoffe können im Einzelfall helfen. Laut Seikowski hat sich beispielsweise eine vier- bis sechswöchige Kur mit zwei Mal 600 Milligramm Vitamin E pro Tag schon bei vielen Patienten als wirksam erwiesen. "Das Vitamin regt nicht nur die Durchblutung an, sondern sorgt dafür, dass sich der Mann insgesamt fitter fühlt", erklärt er.

Die Substanz Yohimbin, die aus der Rinde und den Blättern des afrikanischen Yohimbe-Baumes gewonnen wird, sei ebenfalls durchblutungsfördernd. "Viele Männer berichten von einer positiven Wirkung von Yohimbin auf ihre Erektionsfähigkeit", sagt Seikowski. Da auch diese Präparate rezeptpflichtig sind, sollte man seinen Arzt darauf ansprechen. "Die natürlichen Varianten haben gegenüber Viagra & Co. den Vorteil, dass die Durchblutung dauerhaft verbessert wird. Der Stress, den genauen Zeitpunkt für das Liebesspiel abzupassen, bleibt aus", sagt Seikowski.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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