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Diabetes: Fünf Diabetes-Mythen, die sich hartnäckig halten


Fünf Diabetes-Mythen, die sich hartnäckig halten

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 18.09.2022Lesedauer: 3 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Diabetes kann viele Ursachen haben.
Diabetes kann viele Ursachen haben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Obwohl Millionen Deutsche unter der Zuckerkrankheit leiden, ranken sich viele Mythen um die Stoffwechselstörung. Doch was stimmt wirklich?

Die bekanntesten Formen des Diabetes mellitus sind Typ 1 und 2. Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, die vor allem im Kinder- und Jugendalter auftritt. Hierbei attackiert das eigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse und zerstört diese. Fehlt das Hormon Insulin, kann der Zucker im Blut nicht mehr in die Muskel- und Fettzellen geschleust werden. Der Blutzuckerspiegel steigt. Eine Insulinbehandlung ist lebensnotwendig.

Diabetes Typ 1 und Typ 2: die Unterschiede

Deutlich häufiger ist der Typ-2-Diabetes, auch Altersdiabetes genannt. Etwa 90 Prozent der Zuckerkranken leiden darunter. Meist tritt er nach dem 40. Lebensjahr auf, immer öfter erkranken aber auch stark übergewichtige Kinder und Jugendliche.

Bei Diabetes-Typ-2 produziert die Bauchspeicheldrüse zwar noch Insulin, allerdings nur unzureichend. Hinzu kommt, dass die Körperzellen gegenüber dem Hormon eine Resistenz entwickeln. Der Blutzucker kann nicht abgebaut werden. Beide Diabetes-mellitus-Typen sind nicht heilbar.

Mythos eins: Es gibt nur zwei Diabetes-Typen

Was viele nicht wissen: Neben den Diabetes Typen 1 und 2 gibt es noch weitere. Schwangerschaftsdiabetes etwa wird häufig auch als Typ-4-Diabetes bezeichnet. Während der Schwangerschaft kommt es bei einigen Frauen zu einer Insulinresistenz. Die Zellen sprechen nicht mehr ausreichend auf das Hormon an. In den meisten Fällen verschwindet die Zuckerkrankheit nach der Geburt wieder.

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Auch der Typ-3-Diabetes ist vielen unbekannt. Er umfasst verschiedene Unterformen der Zuckerkrankheit, die durch eine Schädigung, Zerstörung oder (Teil-)Entfernung der Bauchspeicheldrüse aufgrund anderer Erkrankungen oder eines Unfalls entstanden sind.

Mythos zwei: Diabetes kommt durch zu viele Süßigkeiten

Die Behauptung, dass zu viele Süßigkeiten Diabetes verursachen, stimmt nur bedingt. Zu den größten Risikofaktoren eines Typ-2-Diabetes zählen Übergewicht, Bewegungsmangel und eine falsche Ernährung. Zucker allein macht keinen Diabetes. Die zu hohe Kalorienzufuhr ist das Problem. Wer dem Körper mehr Energie zuführt als er verbraucht, nimmt zu. Da der Körper mit zunehmendem Gewicht auch deutlich mehr Insulin produzieren muss, sind die überflüssigen Pfunde für die Bauchspeicheldrüse eine große Belastung. Sie erschöpft mit der Zeit.

Dennoch birgt Zucker Risiken. Experten warnen vor allem vor Fruchtzucker (Fruktose), der häufig Limonaden und anderen Softdrinks sowie Süßigkeiten zugesetzt wird. Der Körper wandelt Fruktose sehr viel schneller in Fett um als Glukose und fördert zudem die Einlagerung von Nahrungsfetten. Große Mengen können zu einer Fettleber führen, die das Diabetes-Risiko zusätzlich erhöht.

Mythos drei: Nur Übergewichtige bekommen Diabetes

Ebenfalls ein Mythos ist der übergewichtige Zuckerkranke. Ein Diabetiker muss nicht zwangsläufig dick sein. Auch wenn Übergewicht zu den Hauptrisikofaktoren eines Typ-2-Diabetes zählt, spielen Alter und Veranlagung ebenfalls eine Rolle.

Wenn Eltern oder Geschwister Typ-2-Diabetiker sind, beträgt die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens ebenfalls zu erkranken, bis zu 60 Prozent. Unter den Patienten, die von der Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes betroffen sind, finden sich ebenfalls oft schlanke Personen.

Mythos vier: Diabetes macht sich immer durch starken Durst bemerkbar

Dass Diabetes immer mit klaren Symptomen einhergeht, ist ebenfalls ein Mythos. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel tut nicht weh und verursacht zu Beginn keine eindeutigen Beschwerden. Vor allem der Typ-2-Diabetes entwickelt sich schleichend und kann über Jahre hinweg unerkannt bleiben.

Machen sich Symptome bemerkbar, gehören starke Durstgefühle, häufiger Harndrang, eine trockene und juckende Haut, schlecht heilende Wunden, ständige Infektionen, Schwäche, Müdigkeit und Sehstörungen zu den häufigsten Warnzeichen. Übrigens: Ein Typ-1-Diabetes entwickelt sich wesentlich schneller als ein Typ-2-Diabetes, oft schon innerhalb weniger Wochen. Aus diesem Grund machen sich die Beschwerden schnell bemerkbar – nämlich dann, wenn ein Großteil der Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört ist. Wer die genannten Hinweise bei sich beobachtet, sollte einen Arzt aufsuchen.

Mythos fünf: Diabetes ist gar nicht so schlimm

Viele, die den Begriff Diabetes hören, denken zudem: "Das ist doch gar nicht so schlimm. Es fehlt halt etwas Insulin." Doch das ist falsch. Unbehandelt zerstört die Zuckerkrankheit auf Dauer die Blutgefäße. Das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigt. Der Herzinfarkt ist sogar eine der häufigsten Todesursachen von Menschen mit Diabetes, denn die hohen Zuckerwerte fördern die Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose).

Augen- und Nierenschäden drohen ebenso wie Nervenschäden (diabetische Neuropathie). Nervenschäden an den Füßen beispielsweise sind ein häufiger Grund für Amputationen. Sogar Depressionen treten bei Diabetikern häufiger auf.

Steigen die Werte stark an, droht Patienten diabetische Koma. Auch ein zu niedriger Blutzuckerspiegel birgt für Diabetiker Risiken. Dann droht ein hypoglykämischer Schock und der Patient verliert das Bewusstsein. Daher ist es lebenswichtig, dass die Blutzuckerwerte von Diabetikern richtig eingestellt sind.

Ab 45 Jahren zum Zucker-Check

Ärzte raten, ab 45 Jahren regelmäßig die Blutzuckerwerte überprüfen zu lassen. Bei erhöhtem Diabetesrisiko sogar schon deutlich früher. Das gilt beispielsweise für Menschen, die stark übergewichtig sind oder bei denen Diabetes in der Familie bereits aufgetreten ist.

Auch wenn Diabetes Typ 1 und 2 nicht heilbar sind: Mit der richtigen Medikation und einer gesunden Lebensweise lassen sich Spätfolgen hinauszögern. Viele Diabetiker können ihre Blutzuckerwerte allein durch eine gesundheitsfördernde Lebensweise wieder in den Normalbereich bringen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Deutsche Diabetes Stiftung
  • Deutsche Diabetes Gesellschaft
  • Eigene Recherche
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