Der Gang zur Toilette

Stuhlgang: Wie oft ist eigentlich normal?

10.07.2018, 08:51 Uhr | cch, t-online.de, slk

Wie oft jemand das stille Örtchen aufsucht und Stuhlgang hat, ist individuell unterschiedlich. (Quelle: gpointstudio/Getty Images)

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Einmal am Tag oder besser mehrmals? Welche Häufigkeit beim Stuhlgang als normal gilt – und wie Konsistenz und Farbe auf Probleme hinweisen können.

Der Stuhl ist das Ergebnis unserer Verdauung und besteht zu 80 Prozent aus Wasser. Die restlichen 20 Prozent der Ausscheidung setzen sich aus Bakterien, nicht verdauten Nahrungsresten, Darmsekreten und Farbstoffen der Galle zusammen. Meist hat der Kot eine braune Farbe und ist wurstförmig, doch je nach Ernährung und Verdauung kann er sich verändern. Auch die Häufigkeit des Stuhlgangs ist bei jedem Menschen anders und kann nicht pauschal bestimmt werden. 

Häufigkeit des Stuhlgangs: Wie oft ist normal?

Wie oft sollte man Stuhlgang haben? Bei diesem Thema scheiden sich die Meinungen der Experten – von dreimal pro Tag bis alle drei Tage. Wer also nicht täglich zum großen Geschäft auf die Toilette muss, leidet nicht zwangsläufig unter Verstopfungen. Es kann durchaus normal sein, wenn man nicht jeden Tag Stuhlgang hat.

Verstopfung: Diese Hausmittel helfen

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Von Verstopfung spricht man erst, wenn jemand seltener als dreimal pro Woche sein großes Geschäft verrichtet, Beschwerden dabei hat oder die Entleerung unvollständig ist. Zudem ist der Stuhlgang dann meist sehr hart.

Stuhlgang: Welche Konsistenz ist normal?

Der Stuhlgang kann eine unterschiedliche Konsistenz und Form haben. Zur Einordnung dient die sogenannte Bristol-Stuhlformen-Skala. Sie unterscheidet sieben verschiedene Stuhltypen:

  • Typ 1: einzelne, feste Kügelchen, die schwer auszuscheiden sind
  • Typ 2: wurstartig, klumpig
  • Typ 3: wurstartig mit rissiger Oberfläche
  • Typ 4: wurstartig mit glatter Oberfläche
  • Typ 5: einzelne weiche, glattrandige Klümpchen, die leicht auszuscheiden sind
  • Typ 6: einzelne weiche Klümpchen mit unregelmäßigem Rand
  • Typ 7: flüssig, ohne feste Bestandteile

Typen 3 und 4 gelten als "Idealstuhl". Bei Typ 1 und 2 handelt es sich um Verstopfung. Typ 5 bis 7 weisen auf Durchfall hin.

Wässriger Durchfall: Was dahinter stecken kann

Stuhlgang: Welche Farbe ist normal?

Stuhl ist nicht immer braun. Vorübergehende Veränderungen der Farbe liegen meistens an der Nahrung. Bleibt der Stuhl längerfristig eingefärbt, können aber auch Krankheiten dahinterstecken. Welche Farben möglich sind und worauf sie hindeuten:

  • Hell- oder dunkelbraun: typische Stuhlfarbe.
  • Schwarzbraun: Schwarzer Stuhl tritt bei Blutungen im oberen Magen-Darm-Trakt auf (Speiseröhre, Magen, Dünndarm). Ein Grund, den Arzt aufzusuchen! Begleitende Symptome sind meist Bauchschmerzen und Erbrechen. Die Farbe kann aber auch durch bestimmte Medikamente wie Eisenpräparate hervorgerufen werden.
  • Rot: Wenn sich Blut im Stuhl befindet, sollten Sie sofort zum Arzt gehen. Es kann auf verschiedene Krankheiten hindeuten. Der Stuhl kann sich aber auch durch den Verzehr von roter Beete eine rötliche Färbung haben – dann gibt es keinen Grund zur Besorgnis.
  • Gelb: Ist der Stuhl nicht nur gelb, sondern auch glänzend und schmierig, könnte es sich um Fettstuhl handeln. Dieser weist meist auf Bauchspeicheldrüsenprobleme, Gallensteine oder eine Glutenunverträglichkeit hin.
  • Weiß: Weißer Stuhl kann auf Probleme mit der Fettverdauung hinweisen. Dahinter können mehrere Erkrankungen stecken – suchen Sie einen Arzt auf!
  • Grün: Tritt grüner Stuhl zusammen mit Durchfall auf, kann eine Darminfektion dahinterstecken. Er kann aber auch auftreten, wenn Sie viele grüne Nahrungsmittel wie zum Beispiel Spinat gegessen haben.

Ernährung beeinflusst Stuhlgang

Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf den Stuhlgang. Je nachdem, welche Lebensmittel man zu sich nimmt und in welcher Regelmäßigkeit, unterscheiden sich Konsistenz, Farbe und Häufigkeit des Stuhlgangs. Grundsätzlich gilt für die Darmgesundheit: Nehmen Sie Mahlzeiten regelmäßig zu sich und greifen Sie zu leicht verdaulichen Nahrungsmitteln, damit keine Probleme mit der Verdauung und dem Stuhlgang entstehen. 

Wer anhaltende Veränderungen im Stuhl bemerkt – sei es in Farbe, Geruch oder Konsistenz – sollte seinen Arzt ansprechen. Auch bei akuten Schmerzen ist eine Abklärung unbedingt notwendig. Auch wenn es häufig ein Tabuthema ist, über seinen Stuhlgang zu sprechen – peinlich berührt muss der Betroffene nicht sein, denn nur ein offenes Gespräch und eine Stuhlprobe schaffen Klarheit, ob Lebensmittel, Medikamente oder eine Erkrankung hinter der Veränderung steckt.

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