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Lymphdrüsenkrebs wird oft nicht gleich bemerkt – Symptome und Behandlung


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Lymphdrüsenkrebs wird oft nicht gleich bemerkt

Von t-online, mra

Aktualisiert am 25.02.2022Lesedauer: 3 Min.
Abbildung des Lymphsystems: Es durchzieht den gesamten Körper.
Abbildung des Lymphsystems: Es durchzieht den gesamten Körper. (Quelle: Eraxion/getty-images-bilder)
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Geschwollene Lymphknoten hatte wohl jeder schon einmal. Ursache ist meist ein harmloser Infekt. Aber sie können auch ein Hinweis auf Lymphdrüsenkrebs sein. Das Tückische: Die Lymphknoten sind dann zwar geschwollen oder vergrößert, aber sie tun überhaupt nicht weh.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was sind typische Symptome?
  • Wie häufig ist Lymphdrüsenkrebs?
  • Was sind die Ursachen?
  • Wie wird die Krankheit behandelt?

Unterschieden wird zwischen zwei großen Gruppen von Lymphdrüsenkrebs: dem Hodgkin-Lymphom und dem Non-Hodgkin-Lymphom. Von einem Lymphom spricht man, wenn Lymphknoten geschwollen oder vergrößert sind. Die Mehrheit der Betroffenen (rund 85 Prozent) leidet unter der Variante Non-Hodgkin-Lymphom.

Hinweis
Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die Variante Non-Hodgkin-Lymphom.

Was genau passiert im Körper bei Lymphdrüsenkrebs?

Bei dieser Erkrankung entarten Lymphozyten – weiße Blutkörperchen –, die eine zentrale Rolle in der Immunabwehr inne haben. Sie befinden sich im lymphatischen Gewebe, wozu die Lymphknoten die Milz, die Thymusknoten und die Rachen- sowie Gaumenmandeln zählen.

In der Regel entsteht die Krankheit in den Lymphknoten. Da es jedoch überall im Körper lymphatisches Gewebe gibt, kann die Krebsart auch in inneren Organen beginnen.

Eine Gruppe dieser Krebsart ist hoch aggressiv

Non-Hodgkin-Lymphome werden – nach Krankheitsverlauf und Prognose – in zwei Hauptgruppen eingeteilt: niedrigmaligne und hochmaligne Lymphome.

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  • Hochmaligne (aggressive) Non-Hodgkin-Lymphome schreiten rasch fort und streuen bereits in frühen Krankheitsstadien Lymphomzellen im Körper aus.
  • Niedrigmaligne Lymphome wachsen dagegen relativ langsam. Unbehandelt verlaufen Non-Hodgkin-Lymphome – vor allem die hochmalignen Formen – meist tödlich.

Die chronische lymphatische Leukämie (CLL), die zu den niedrigmalignen Lymphomen zählt und meist bei älteren Menschen auftritt, schreitet in der Regel auch ohne Behandlung so langsam voran, dass viele Patienten nicht an ihrer Erkrankung, sondern mit ihrer Erkrankung sterben, erklärt die Deutsche Krebsgesellschaft.

Was sind typische Symptome?

Klassisch bei diesem Lymphdrüsenkrebstypus sind schmerzlose Lymphknotenvergrößerungen. Das kommt durch die Vermehrung von Lymphozyten oder durch die Ansammlung von lymphknotenfremden Zellen.

Eine Eigenschaft der Lymphome ist, dass sie keine spezifischen und manchmal nur sehr leichte Beschwerden verursachen. Mögliche Symptome können sein:

  • Müdigkeit,
  • Appetitlosigkeit,
  • Übelkeit,
  • Sodbrennen,
  • eine erhöhte Infektanfälligkeit.

Seltener kommt es zu Fieber, Nachtschweiß oder Gewichtsabnahme.

Wie häufig ist Lymphdrüsenkrebs?

Non-Hodgkin-Lymphome sind relativ selten. Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 9.000 Männer und 7.000 Frauen daran. Zum Vergleich: An Brustkrebs erkranken in Deutschland jährlich mehr als 69.000 Frauen, an Dickdarmkrebs jeweils rund 33.000 Männer und 27.000 Frauen.

Was sind die Ursachen?

Eine Erkrankung an Lymphdrüsenkrebs kann verschiedene Ursachen haben. Mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an einem Non-Hodgkin-Lymphom zu erkranken. Eine mögliche Ursache sind daher Mutationen des Genmaterials, die bei älteren Menschen zunehmen. Durch die Mutation kann es zur Aktivierung von Genen kommen, die ungebremstes Zellwachstum fördern.

Weitere Risikogruppen sind HIV-Infizierte im fortgeschrittenem Stadium, Personen mit einer chronischen Entzündung der Magenschleimhaut sowie Patienten mit einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche. Sie haben ein erhöhtes Risiko für Lymphdrüsenkrebs.

Aktuell gibt es noch keine Belege, dass Non-Hodgkin-Lymphom vererbt wird oder genetisch bedingt ist.

Wie wird die Krankheit behandelt?

In einigen Fällen wird auf eine Therapie verzichtet. Und zwar dann, wenn die Krankheit nur sehr langsam voranschreitet und der Patient geringe Beschwerden hat. Es erfolgt jedoch eine engmaschige Kontrolle bei dem Erkrankten. Bei aggressiv verlaufenden Lymphomen muss die Therapie dagegen grundsätzlich sofort beginnen.

Zur Behandlung ist sowohl die Strahlentherapie verbreitet aber auch eine Chemotherapie. Eine Kombination beider Verfahren ist möglich. Inzwischen kommt auch eine Antikörpertherapie zum Einsatz. Dabei erkennen spezielle Antikörper die typische Oberflächenstruktur von Krebszellen und können sie ausschalten. Teilweise wird diese Therapie auch in Kombination mit einer Chemotherapie durchgeführt. Weitere Behandlungsmethoden sind derzeit Gegenstand klinischer Studien.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Deutsche Krebsgesellschaft
  • Michl Marlies: Basics Hämatologie, Urban und Fischer Verlag 2010
  • John P. Greer: Wintrobe’s Clinical Hematology, Lippincott Williams und Wilkins 2014
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