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Jugendliche trinken wieder vermehrt Alkohol

dpa, Basil Wegener

Aktualisiert am 29.11.2017Lesedauer: 2 Min.
Friends toasting with beer
Jugendliche greifen vermehrt auch während des Unterrichts zum Alkohol. (Symbolbild) (Quelle: PIKSEL/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Jahrelang ging die Zahl der Klinikeinweisungen wegen Alkoholvergiftung bei Jugendlichen zurück. Nun gibt es eine Trendwende. Eine Krankenkasse zeigt sich alarmiert.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden, ist erstmals seit 2012 wieder gestiegen. Im vergangenen Jahr kamen bundesweit 22.309 10- bis 20-Jährige völlig betrunken in die Klinik. Das geht aus einer Statistik des Statistischen Bundesamtes hervor. Die Krankenkasse DAK-Gesundheit hatte die Daten recherchiert.

Anstieg vor allem in Sachsen-Anhalt und Brandenburg

Im Vergleich zum Vorjahr handelt es sich um einen Anstieg um 1,8 Prozent. Bei den 15- bis 20-Jährigen ist der Anstieg mit plus zwei Prozent auf 19.679 Betroffene dabei höher als bei den 10- bis 15-Jährigen. In den drei Jahren zuvor hatte die Zahl der Betroffenen stetig abgenommen. 2016 waren 12.972 Jungen und junge Männer betroffen und 9337 Mädchen und junge Frauen. Die meisten Kinder und Jugendlichen mit Alkoholvergiftung gab es seit 2000 mit 26.673 im Jahr 2012, zehn Jahre zuvor waren es nur 12.807.

Die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern ist sehr unterschiedlich. So gab es in Sachsen-Anhalt einen Anstieg um 26,2 Prozent, in Brandenburg um 20,9 und in Sachsen um 11,9 Prozent. Den größten Rückgang verzeichneten Berlin mit minus 6,3 Prozent sowie Bremen und Schleswig-Holstein mit jeweils minus 6,1 Prozent.

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Die ARD-Intendanten v.l.n.r.: Manfred Krupp (HR), Prof. Dr. Karola Wille (MDR), Dr. Katja Wildermuth (BR), Generalsekretärin Dr. Susanne Pfab, Programmdirektorin Christine Strobl, Martin Grasmück (SR), Dr. Yvette Gerner (Radio Bremen), Joachim Knuth (NDR). Vorne Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger, Tom Buhrow (WDR) und Dr. Kai Gniffke (SWR).


"Dass jetzt erstmals seit drei Jahren die Zahlen wieder ansteigen, ist eine alarmierende Entwicklung", sagte der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm.

Bewusstlos trinken in der Schule

Immer wieder erregen Fälle von Komasaufen bei Jugendlichen Aufsehen – auch in den vergangenen Monaten. So trank eine Realschülerin in Malchin in Mecklenburg-Vorpommern während der Unterrichtszeit fast eine Flasche Wodka und kam per Rettungswagen ins Krankenhaus. Am Berliner Alexanderplatz griff die Polizei eine 13-Jährige auf, die sich mit Wodka aus einem Spätkiosk bewusstlos getrunken hatte. In Stralsund betranken sich eine 12-Jährige und ein 14-Jähriger auf dem Schulhof mit Schnaps. In Garmisch-Partenkirchen griff die Polizei eine bewusstlose 13-Jährige in einem Wald auf, die von älteren Jugendlichen zum Trinken verleitet worden war.

Aufklärung im Unterricht gefordert

Storm kündigte an, für seine Krankenkasse seien die Zahlen ein Auftrag, Präventionsangebote für Jugendliche fortzusetzen. Mit der Bundesdrogenbeauftragten werde die DAK-Gesundheit im kommenden Jahr die Kampagne "bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen" fortsetzen. "Solche wichtigen Gesundheitsthemen sollten in den Schulalltag einfließen", sagte Storm. Seit dem Start im Jahr 2010 hatten sich bundesweit knapp 90.000 Schüler an der Kampagne beteiligt – mit Bildern und Botschaften über die Risiken von Alkoholmissbrauch.

Erst im Mai hatte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung einen Rückgang beim Alkoholkonsum von Jugendlichen gemeldet. Demnach greift durchschnittlich jeder zehnte befragte Teenager zwischen 12 und 17 Jahren einmal in der Woche zu alkoholischen Getränken. Im Jahr 2004 waren es noch mehr als doppelt so viele (21,2 Prozent).

Vereinfachter Zugang durch Onlineshops

Nicht zuletzt über das Internet können Jugendliche leicht an harten Alkohol kommen – auch über genau auf die Zielgruppe zugeschnittene Angebote, wie die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen warnt.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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