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Burnout-Syndrom: Symptome, Ursachen und Behandlung

Typische Symptome erkennen  

Jeder Zweite fühlt sich von Burnout bedroht

14.08.2020, 09:27 Uhr | Basil Wegener, dpa, t-online

Burnout-Syndrom: Symptome, Ursachen und Behandlung. Eine müde Frau legt nachdenklich ihre Finger auf den Kopf: Große Erschöpfung ist oft ein Symptom des Burnout-Syndroms (Quelle: Getty Images/MangoStar_Studio)

Eine müde Frau legt nachdenklich ihre Finger auf den Kopf: Große Erschöpfung ist oft ein Symptom des Burnout-Syndroms (Quelle: MangoStar_Studio/Getty Images)

Termindruck, schlechtes Arbeitsklima – all das können Gründe für ein Burnout sein. Millionen Bundesbürger sind gefährdet und zeigen bereits typische Symptome. Bei welchen Anzeichen Sie hellhörig werden sollten.

Burnout kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "Ausgebranntheit".  Wer darunter leidet, fühlt sich erschöpft und ausgelaugt, durch berufliche oder private Belastung. Werden die körperlichen und psychischen Symptome früh genug erkannt, kann man gezielt gegensteuern.

Symptome und Verlauf: Was passiert, wenn man ein Burnout hat?

Der Begriff "Burnout" sorgt erstmal bei vielen für Verwirrung, da es weder klar als Krankheit definiert ist noch eine Diagnose darstellt. Es bezeichnet lediglich Symptome, die mit anderen psychischen Erkrankungen einhergehen.

Jeder zweite Bundesbürger ist gefährdet. Laut einer Umfrage der pronova BKK klagen sechs von zehn Befragten zumindest gelegentlich über typische Burnout-Symptome wie: 

  • anhaltende Erschöpfung und Müdigkeit
  • Überforderung
  • Konzentrationsprobleme
  • innere Anspannung
  • Verzweiflung
  • Lustlosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Gefühl mangelnder Anerkennung
  • Rückenschmerzen

Über 130 Burnout-Anzeichen sind aktuell bekannt. Das häufigste Symptom ist jedoch, dass sich Patienten "ausgebrannt" und erschöpft fühlen. Oft tritt trotz längerer Erholungspausen keine Besserung ein und die Betroffenen können nicht mehr richtig abschalten.

Ein Burnout verläuft meist in Phasen: Zunächst zeigen die Betroffenen sehr viel Engagement, dann lässt die Leistungsfähigkeit rapide nach und eine Überforderung stellt sich ein. Grundsätzlich ähneln die Krankheitsanzeichen des Burnout-Syndroms stark denen einer Depression. Die Diagnose ist aufgrund des unklar definierten Krankheitsbildes jedoch oft schwierig. 

Ursachen & Risikofaktoren: Warum erleidet man ein Burnout?

Oft steht ein Burnout-Syndrom in Zusammenhang mit dem Beruf, aber auch durch langanhaltenden Stress zu Hause kann das Krankheitsbild entstehen. Manchmal ist es ein Mix aus verschiedenen Ursachen, die die Beschwerden  verursachen.

Grundsätzlich macht es Sinn, zwischen "inneren Risikofaktoren" und "äußeren Risikofaktoren" zu unterscheiden. Innere Risikofaktoren sind also solche, die durch unseren Charakter vorgegeben sind. Zu diesen gehören vor allem mangelndes Selbstbewusstsein, überzogene Erwartungen, Perfektionismus und die Eigenschaft, die Erwartung anderer über die eigenen Bedürfnisse zu stellen.

Äußere Risikofaktoren sind eine hohe Belastung bei der Arbeit, ein Mangel an Kontrolle, fehlende Anerkennung und das Fehlen von sozialer Unterstützung im Privatleben. Wichtig ist auch, wie lange die Betroffenen den jeweiligen Risikofaktoren ausgesetzt ist. Je länger diese andauern, umso wahrscheinlicher ist es an einem Burnout zu erkranken.

Viele leiden unter Stress bei der Arbeit

Fast neun von zehn Deutschen fühlen sich laut der Umfrage von ihrer Arbeit gestresst. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer leidet unter anhaltender Müdigkeit, innerer Anspannung, Lustlosigkeit oder Schlafstörungen. 61 Prozent klagen über Rückenschmerzen oder Erschöpfung – 23 Prozent jeweils sogar häufig. 59 Prozent fühlen sich manchmal innerlich angespannt. 54 Prozent der Befragten grübeln über ihre Arbeit, 53 Prozent schlafen nach eigenen Angaben schlecht.

Erschöpfung durch Termindruck und schlechtes Arbeitsklima

Der Umfrage zufolge sehen 50 Prozent der Beschäftigten daher auch für sich ein mäßiges bis hohes Burnout-Risiko. Jeder Siebte sieht bei sich selbst die Gefahr, vollkommen "auszubrennen".

Als Hauptgründe für das Gefühl völliger Erschöpfung nennt die  pronova BKK:

  • ständigen Termindruck (34 Prozent)
  • emotionalen Stress durch Kunden oder Patienten (30 Prozent)
  • Überstunden und schlechtes Arbeitsklima (je 29 Prozent)

Diagnose: Wie wird ein Burnout festgestellt?

Eine Krankheit, die nicht klar definiert ist und keine einheitlichen Anzeichen hat, ist schwer feststellbar. Wichtig ist, dass die Betroffenen beim verdacht mit einem erfahrenen Arzt oder Psychologen sprechen.

Darüber hinaus gibt es Burnout-Tests, die eine Anfälligkeit zeigen oder ein bereits bestehendes Burnout-Syndrom feststellen können. Ein häufig eingesetzter Test ist das Maslach Burnout Inventory (MBI). Wichtig ist, dass körperliche Ursachen für die Symptome ausgeschlossen werden. Denn Erschöpfung kann auch durch eine Schilddrüsenunterfunktion oder andere Erkrankungen ausgelöst werden.

Behandlung: Frühzeitige Therapie ist wichtig

Sobald die Diagnose gestellt ist, sollte die Behandlung starten. Je später die Therapie beginnt, desto schlechter ist der Behandlungserfolg des Burnout-Syndroms. Da die Symptome individuell sehr unterschiedlich sein können, sollten die Maßnahmen auf den Einzelfall angepasst werden.

Im ersten Schritt ist es wichtig, dass der Betroffene das Burnout erkennt und herausfindet, welche Verhaltensmuster dazu geführt haben. Im zweiten Schritt lernen die Betroffenen  Entspannungstechniken und neue Verhaltensmuster, die im Rahmen einer Psycho- und Verhaltenstherapie eingeübt werden. Auch Gruppentherapien oder eine stationäre Behandlung in so genannten Burnout-Kliniken sind mögliche Maßnahmen. Treten depressive Symptome auf, kann eine Behandlung mit Antidepressiva nötig sein.

Die gute Nachricht ist: Das Burnout als auch die Depressionen sind sehr gut behandelbar. Es besteht zwar ein erhöhtes Risiko wieder in die Krankheit zu rutschen, jedoch ist eine Heilung möglich.

Prävention: Wie kann man einem Burnout vorbeugen?

Es gibt ein paar einfache Strategien, die dabei helfen können, ein Burnout-Syndrom gar nicht erst zu bekommen:

  • die Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse trainieren
  • regelmäßige Entspannung (zum Beispiel durch Entspannungstechniken wie autogenes Training)
  • sich Zeit für Familie und Freunde nehmen
  • eine Gesunde Lebensweise (Ausgewogene Ernährung und regelmäßiger Sport)
  • öfter auch mal "Nein" sagen
  • eine gesunde Work-Life-Balance anstreben
  • frühzeitig Hilfe suchen

Burnout und Depression: Gleich und doch anders

Burnout ist häufig eine Zusatzdiagnose zur Depression. Viele Experten sehen das Burnout auch als eine Art Vorerkrankung, die in eine Depression münden kann, sofern sie nicht rechtzeitig erkannt wird.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass weltweit mehr als 300 Millionen Menschen depressiv sind. 2020 könnten Depressionen demnach bereits die zweithäufigste Volkskrankheit sein. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens zu erkranken, schätzen die Experten auf 11 bis 15 Prozent. Wird eine Depression früh erkannt, ist sie meist gut behandelbar. Es gibt psychotherapeutische wie auch medikamentöse Therapien mit Antidepressiva.

Gemeinsame Anzeichen bei Burnout und Depression sind eine tiefe emotionale Erschöpfung und ein starker Verlust von Interesse und Motivation. Es gibt aber auch Symptome, in denen sich beide Krankheitsbilder unterscheiden, deshalb steckt auch nicht hinter jedem Burnout eine Depression.

So sind Selbstentfremdung und Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung im beruflichen Bereich zwar typisch für ein Burnout, jedoch nicht für eine Depression. Diese ist vielmehr gekennzeichnet durch mangelndes Selbstwertgefühl und Hoffnungslosigkeit bis hin zu Selbstmordgedanken. Zudem beziehen sich die negativen Gedanken bei einer Depression in der Regel auf alle Lebensbereiche, beim Burnout dagegen häufig auf den Beruf.

Verwendete Quellen:
  • Neurologen und Psychater im Netz

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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