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Erektionsstörungen: Wo die Ursachen liegen und wie sie sich beheben lassen

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Potenzprobleme bei Männern  

Erektionsstörungen: Wo die Ursachen liegen und was wirklich hilft

24.05.2018, 14:11 Uhr | t-online.de

Erektionsstörungen: Wo die Ursachen liegen und wie sie sich beheben lassen. Erektionsstörungen sorgen häufig für Frust in der Partnerschaft. In den meisten Fällen stecken organische Ursachen dahinter.  (Quelle: Getty Images/annebaek)

Erektionsstörungen sorgen häufig für Frust in der Partnerschaft. In den meisten Fällen stecken organische Ursachen dahinter. (Quelle: annebaek/Getty Images)

Probleme mit der Potenz sind für viele Männer ein Tabuthema. Wenn es im Bett gelegentlich nicht klappt, ist das jedoch kein Grund zur Panik. Bei Erektionsstörungen, die häufig und über einen längeren Zeitraum auftreten, sollte jedoch nach den Ursachen gesucht werden.

Impotenz kann ein Warnsignal sein, hinter dem sich ernsthafte Krankheiten verbergen.  

Definition: Eine Erektionsstörung (erektile Dysfunktion oder ED) liegt laut Definition der Deutschen Gesellschaft für Urologie vor, wenn ein Mann über einen Zeitraum von sechs Monaten während des Geschlechtsverkehrs keine Erektion aufbauen kann, die bis zu seinem Orgasmus erhalten bleibt. 

Erektionsstörungen: Körperliche und psychische Ursachen

Damit der Penis steif wird, müssen Nerven, Blutgefäße, Hormone und Psyche komplex zusammenarbeiten. Erektionsstörungen haben in der Mehrzahl der Fälle (über 80 Prozent) körperliche Ursachen. Umso wichtiger ist es, dass Männer mit Potenzproblemen zum Arzt gehen. Je nach Ursache der Potenzstörung kann dieser eine passende Therapie empfehlen.

Zu welchem Arzt bei Erektionsstörungen? Die Gründe für Erektionsstörungen sind vielfältig. Deswegen können mehrere ärztliche Spezialisten zur Behandlung einer Erektionsstörung nötig sein. Der Arzt, den Sie als erstes aufsuchen sollten, ist allerdings der Urologe. Er entscheidet, ob weitere Ärzte wie Neurologen, Kardiologen oder Psychotherapeuten zur Diagnostik oder zur Behandlung hinzugezogen werden.

Organische Ursachen für eine erektile Dysfunktion können sein:

  • Diabetes: Ursache ist einerseits die diabetische Durchblutungsstörung der Gefäße, andererseits die diabetische Neuropathie, die zu Nervenschädigungen am Penis führen kann.  
  • Bluthochdruck: Hypertonie belastet die Blutgefäße. Sie werden starr und unelastisch, sodass sich die Blutversorgung im Penis verringert. Über die Hälfte aller Männer mit Potenzschwäche weist Schäden an den Gefäßen auf.
  • Übergewicht: Geht oft mit Folgeerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck einher und schädigt wie diese langfristig die Blutgefäße. Zudem lässt Bauchfett den Testosteronspiegel sinken. 
  • Gefäßerkrankungen (Arteriosklerose): Verkalkte Gefäße schwächen den Schwellkörper und verhindern eine ausreichende Blutversorgung des Penis.
  • Alkohol, Rauchen und Drogen: Sie beeinträchtigen die Durchblutung und die Nervenfunktionen, die für den Erektionsvorgang wichtig sind.
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems: Hierzu gehören unter anderem Multiple Sklerose, Parkinson, Epilepsie, Alzheimer. Durch ein geschädigtes Nervensystem kann die Verbindung zwischen zentralem Nervensystem (Rückenmarknerven) und Penis unterbrochen sein. Dies stört dann die Übertragung der Nervenimpulse in den Penis.
  • Schlaganfall: Zwei Drittel aller Patienten, die vorher sexuell aktiv waren, berichten nach einem Schlaganfall von einer Beeinträchtigung ihrer Sexualität. Die Libido ist verringert und die vom Gehirn gesteuerte Erektionsfähigkeit gestört. 
  • Operationen: Erektionsstörungen treten häufig in Folge einer radikalen Prostata-OP auf. Dabei wird die Vorsteherdrüse komplett entfernt – und häufig werden Nerven beschädigt. Das Risiko, nach dem Eingriff unter Impotenz zu leiden, liegt bei 80 Prozent. 
  • Unfälle und Verletzungen: Verletzungen der Wirbelsäule mit Rückenmarksschädigungen, Bandscheibenvorfälle oder Verletzungen im Bereich des Beckens können zu bleibenden Erektionsproblemen führen.
  • Hormonelle Störungen: Nicht selten sind Hormonstörungen Ursache einer ausbleibenden Erektion. Schuld daran ist häufig eine zu geringe Menge des männlichen Sexualhormons Testosteron. Doch auch eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse oder ein erhöhter Prolaktinspiegel können hormonell bedingte Potenzstörungen verursachen. Erstes Anzeichen für eine Hormonstörung kann Libidoverlust sein.
  • Medikamente: Antidepressiva, entwässernde Medikamente, Lipidsenker sowie Beta-Blocker gegen Bluthochdruck können ebenfalls die Erektionsfähigkeit mindern.

Psychische Ursachen für eine erektile Dysfunktion können sein: 

  • Depressionen
  • Konflikte in der Partnerschaft
  • Phobien (Angst vor Schwangerschaft oder Geschlechtskrankheiten)
  • Versagensängste
  • Beruflicher und privater Stress 

Wechselwirkung von Körper und Psyche: Auch wenn einer erektilen Dysfunktion organische Ursachen zugrunde liegen, können diese ihrerseits psychische Probleme hervorrufen. So fühlen sich viele Männer mit Erektionsschwäche als Versager und bauen mentale Blockaden auf, wenn es zum Sex kommt. Eine psychotherapeutische Behandlung kann helfen, die Probleme zu lösen. 

Erektionsstörungen im Alter

Erektionsstörungen treten mit zunehmendem Alter häufiger auf. Betroffen sind etwa ein bis zwei Prozent der 40-Jährigen und 15 bis 20 Prozent der 65-Jährigen. Die Ursache hierfür liegt in den Hormonen: Im Alter nimmt beim Mann nämlich das Testosteron im Blut meist ab. Ein Testosteronmangel kann zu Impotenz führen. Haben Männer Erektionsprobleme, sollten daher unbedingt auch niedrige Testosteronwerte als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden.

Erektionsprobleme im Alter sind zwar weit verbreitet, müssen aber nicht einfach hingenommen werden. Scheuen Sie sich nicht, einen Urologen aufzusuchen und mit ihm die Möglichkeiten einer medikamentösen Therapie zu besprechen. Den meisten Männern kann hierdurch geholfen werden.

Erektionsstörungen bei jungen Männern

Wenn Männer mit 20 oder 30 unter Potenzstörungen leiden, spielen meist psychische Faktoren eine Rolle. So können Konflikte in der Partnerschaft, Angsterkrankungen, Depressionen oder Dauerstress Impotenz auslösen. Durch Stress steigt nämlich der Cortisonspiegel an. Cortison, das Stresshormon, wirkt sich negativ auf das Königshormon Testosteron aus. Das führt zu einer Gewebeveränderung im Penis und senkt den Testosteronspiegel.

Dabei entsteht leicht ein Teufelskreis: Hat es im Bett einmal nicht geklappt, steigt der Leistungsdruck beim Mann – und das kann beim nächsten Mal wieder Erektionsprobleme auslösen. Oft kann es schon helfen, das Thema beim Partner offen anzusprechen und gezielten Stressabbau mit Hilfe von Sport und Entspannungsübungen zu betreiben. Unter Umständen kann auch eine Psychotherapie sinnvoll sein.

Erektionsstörungen: Die besten Tipps und Hausmittel 

Um ihre Manneskraft zu stärken, können Männer selbst einiges tun. Hierzu gehört vor allem ein gesunder Lebensstil, eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung. Folgende Maßnahmen, die auch bei der Prävention von Erektionsstörungen eine entscheidende Rolle spielen, haben sich bewährt:

  • Abnehmen: Studien haben ergeben, dass Übergewicht das Risiko für Erektionsstörungen erhöht. Gerade Fett in der Bauchgegend sorgt dafür, dass der Testosteronspiegel sinkt – und damit auch die Manneskraft nachlässt.
  • Sport: Ob Fußball, Tennis, Krafttraining oder Joggen: Regelmäßige körperliche Aktivität sorgt für guten Sauerstoffzufuhr und der Blutfluss in den Gefäßen und fördert die Erektionsfähigkeit. Da zwischen Schwellkörpern und Beinen ein ständiger Blutaustausch stattfindet, ist besonders das Training der Oberschenkelmuskulatur wichtig. Je stärker das Blut mit Sauerstoff angereichert ist, desto weniger Probleme gibt es mit der Potenz.
  • Ernährung: Mit einer cholesterinarmen Ernährung, die reich an Vitaminen und Ballaststoffen ist, können Sie der Gefäßverkalkung vorbeugen und halten leichter Ihr Gewicht.
  • Nicht rauchen: Vermeiden Sie Zigaretten. Denn Nikotin schädigt die Gefäße und somit die Durchblutung des Penis. Studien zeigen, dass Männer, die mit dem Rauchen aufhören, nach einer gewissen Zeit auch eine Verbesserung in ihrer erektilen Funktion verspüren. 
  • Vorsicht bei Alkohol: Vermeiden Sie übermäßigen und regelmäßigen Konsum von Alkohol. Drogen sollten generell tabu sein.
  • Stressabbau: Versuchen Sie, beruflichen und privaten Stress abzubauen. Eine Entspannungstherapie kann hierbei hilfreich sein. 
  • Achtung Radfahrer: Der Druck des Sattels kann die Durchblutung verringern, Taubheitsgefühl begünstigen und langfristig zu Erektionsstörungen führen. Übertreiben Sie es daher nicht mit dem Fahrradfahren und bevorzugen sie bequeme Sattel.
  • Sexuell aktiv bleiben: Männer zwischen dem 55. und dem 75. Lebensjahr, die weniger als einmal pro Woche sexuell aktiv sind, leiden doppelt so häufig an Erektionsstörungen wie regelmäßig sexuell Aktive. Zu diesem Ergebnis kommt eine große finnische Studie. Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler: Regelmäßiger Geschlechtsverkehr beugt Erektionsstörungen vor. 

Erektionshilfen: Welche medizinischen Behandlungen gibt es?

Bei Erektionsstörungen, die nicht nur vorübergehend auftreten, stehen verschiedene Therapieansätze zur Auswahl. Sie richten sich nach der Ursache der Erkrankung, dem Alter, den persönlichen Risikofaktoren des Patienten und nach dessen Präferenz. Folgende Maßnahmen kommen hierbei in Betracht:

  • Potenzpillen: Als erstes Mittel mit dem Wirkstoff PDE-5 (Phosphodiesterase-5 Hemmer) wurde 1998 Viagra zugelassen. Ursprünglich wurde der Wirkstoff zur Behandlung eines Lungenbluthochdrucks entwickelt. In den Studien berichteten Patienten jedoch über eine Verbesserung der erektilen Funktion als "Nebenwirkung“. Anschließend  wurde der Wirkstoff Sildenafil auch zur Behandlung der Erektilen Funktion geprüft und zugelassen. In den Folgejahren gelangten weitere PDE-5 Hemmer wie Vardenafil (Levitra) und Tadalafil (Cialis) zur Zulassung. In ihrer Wirkungsweise sind diese Potenzmittel ähnlich. Die Medikamente zielen alle auf eine stärkere Erweiterung der den Penis versorgenden Blutgefäße ab.
  • Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT): Etwa 10 bis 15 Minuten vor dem Sex werden erektionsfördernde Wirkstoffe in den Penis gespritzt, wodurch dieser anschwillt. Für viele Männer ist diese Prozedur die einzige Möglichkeit, noch eine Erektion zu bekommen. 
  • Vakuumpumpe: Alternativ zur Verwendung von Medikamenten kann die Vakuumpumpe zur Behandlung der Erektionsstörung probiert werden. Hierbei wird ein Zylinder über Penis gestülpt, in welchem ein Vakuum erzeugt wird. Hierdurch dehnt sich der Schwellkörper und Blut strömt in den Penis ein. Sobald die Erektion eingetreten ist, wird ein Gummiring über die Penisbasis gestülpt, der das Abfließen des Blutes verhindern soll.
  • Stents (Gefäßstützen): Sie können nicht nur verstopfte Herzarterien wieder durchlässig machen, sondern auch Erektionsstörungen beseitigen. US-Forscher aus Sacramento haben in einer Studie erstmals den Nutzen des medizinischen Implantats bei Männern mit Potenzproblemen untersucht. An der Studie nahmen 30 Männer teil, die unter Potenzstörungen litten und bei denen gefäßerweiternde Medikamente keine Wirkung gezeigt hatten. Ihnen wurde jeweils ein Stent in der Beckenarterie eingesetzt. Das Ergebnis: Bei rund 60 Prozent der Probanden verschwand die Impotenz oder besserte sich merklich. 

  • Schwellkörperprothese: Sollten alle Behandlungsmöglichkeiten ohne Erfolg bleiben, gibt es als letzte Option die Implantation einer Schwellkörperprothese. Hierbei werden die Schwellkörper durch sogenannte "Prothesenschenkel" ersetzt. Über einen Ventilmechanismus besteht die Möglichkeit, die Schwellkörperprothese zu aktivieren und zu deaktivieren und somit die Erektion zu steuern.

  • Psychotherapie: Wenn psychische Komponenten als möglicher Auslöser der Erektionsstörung infrage kommen, kann eine Psychotherapie helfen.


Erektionsstörungen und Beziehung: Was die Partnerin tun kann

Männer mit erektiler Dysfunktion fühlen sich gegenüber ihrer Frau verunsichert und neigen dazu, sexuelle Nähe zu vermeiden. Frauen können einerseits das Selbstwertgefühl ihres Partners stärken, ihn andererseits aber auch motivieren, zum Arzt zu gehen. Denn häufig treten die Probleme infolge von Gefäßveränderungen auf und müssen daher unbedingt medizinisch abgeklärt werden.

Solche Erkrankungen führen oft zu Herzinfarkt oder Schlaganfall. In vielen Fällen ist Potenzschwäche auch nur eine temporäre Situation und in den meisten Fällen heilbar. Umso wichtiger ist es, frühzeitig nach Therapiemöglichkeiten zu suchen.

Verwendete Quellen:
  • Deutsche Gesellschaft für Urologie
  • Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit

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