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Was sind die größten Risikofaktoren für Osteoporose?

Knochenschwund  

Was sind die größten Risikofaktoren für Osteoporose?

15.08.2019, 08:48 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Was sind die größten Risikofaktoren für Osteoporose?. 3D-Illustration von Knochen, die mit Osteoporose befallen sind: Osteoporose entwickelt sich unbemerkt. Der Knochenschwund verursacht zu Beginn weder Schmerzen noch andere Beschwerden.  (Quelle: Getty Images/Dr_Microbe)

3D-Illustration von Knochen, die mit Osteoporose befallen sind: Osteoporose entwickelt sich unbemerkt. Der Knochenschwund verursacht zu Beginn weder Schmerzen noch andere Beschwerden. (Quelle: Dr_Microbe/Getty Images)

Geschätzt leiden etwa sechs Millionen Deutsche unter Osteoporose, auch bekannt als Knochenschwund. Bis Betroffene die Erkrankung bemerken, ist der Knochenschwund bereits weit fortgeschritten. Wie Sie erste Anzeichen feststellen.

Osteoporose entwickelt sich unbemerkt. Der Knochenschwund verursacht zu Beginn weder Schmerzen noch andere Beschwerden. Bei Osteoporose werden die Knochen schneller porös als im normalen Altersverlauf. Normalerweise nimmt bei jedem Menschen ab Mitte 30 die Knochendichte langsam ab. Bei Osteoporose ist dieser Verlauf beschleunigt, weil Auf- und Abbauprozesse im Knochenstoffwechsel nicht mehr richtig funktionieren. Die Knochen werden instabil.

Warum werden die Knochen brüchig?

Das Innere des Knochens besteht aus vielen kleinen Knochenbälkchen, Trabekel genannt. Optisch erinnert der Knochenaufbau an einen Schwamm. Bilden sich die Knochenbälkchen zurück, vergrößern sich die Hohlräume und die Knochendichte nimmt ab. Das Risiko für Knochenbrüche steigt.

Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge haben rund 6 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen ab einem Alter von 50 Jahren die Diagnose Osteoporose erhalten. Genaue Zahlen, wie viele Menschen tatsächlich von Knochenschwund betroffen sind und wie viele Knochenbrüche dadurch verursacht sind, gibt es nicht.

Primäre und sekundäre Osteoporose: Der Unterschied

Mediziner unterscheiden zwischen primärer und sekundärer Osteoporose. Die primäre Osteoporose ist entweder altersbedingt oder hat bei Frauen ihren Ursprung in den Wechseljahren. Die sekundäre Osteoporose ist mit dem persönlichen Lebensstil, mit medikamentösen Langzeit-Therapien oder anderen Störungen des Stoffwechsels wie Diabetes mellitus Typ 1 verknüpft.

Osteoporose-Ursachen: Das Alter ist der größte Risikofaktor

Das Alter ist die bedeutendste Osteoporose-Ursache. Je älter ein Mensch wird, desto schwieriger ist es für den Körper, Mineralstoffe zu speichern und diese in ausreichender Menge dem Skelett zur Verfügung zu stellen. Auf- und Abbauprozesse im Körper laufen stark verlangsamt ab. Hinzu kommt, dass mit fortschreitendem Alter zunehmend Bewegungsmangel herrscht. Bewegung aktiviert den Knochenstoffwechsel, fördert die Aufnahme von Mineralstoffen in den Knochen, kräftigt Muskeln und Bänder, stärkt den Gleichgewichtssinn und beugt Stürzen vor.

Weitere Risikofaktoren für Osteoporose 

  • weibliches Geschlecht: In den Wechseljahren nimmt das knochenschützende Hormon Östrogen ab.
  • genetische Faktoren: Sind die Eltern betroffen, ist das eigene Erkrankungsrisiko erhöht.
  • Kalziummangel: Kalzium ist ein Knochenbaustein. Fehlt der Mineralstoff, leiden die Knochen – auch, weil der Körper für die eigene Versorgung Kalzium aus den Knochen zieht.
  • Vitamin D-Mangel: Um Kalzium in die Knochen einlagern zu können, braucht der Körper Vitamin D.
  • Untergewicht: Untergewichtige Menschen versorgen ihren Körper häufig nicht ausreichend mit Nährstoffen, die für die Knochen wichtig sind.
  • Rauchen: Regt die Zellen in den Knochen an, die für den Knochenabbau zuständig sind und entzieht dem Körper wichtige Mineralstoffe und Vitamine.
  • starker Alkoholkonsum: Alkohol hemmt die knochenaufbauenden Zellen, entzieht den Knochen wichtige Nährstoffe und stört die Aufnahme von Kalzium über den Darm.
  • Stoffwechselerkrankungen: Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 1, Schilddrüsenüberfunktion und rheumatoide Arthritis stören den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt, was sich auch auf die Knochen auswirkt.
  • Langfristige Kortison-Behandlungen: Greifen die Knochenstabilität an.

Was sind Anzeichen für den Knochenabbau?

Die nachlassende Stabilität und geringere Knochendichte haben Auswirkungen auf das Skelett. Ein erster Hinweis auf die Erkrankung sind oftmals starke, chronische Rückenschmerzen. Auch Knochenbrüche nach einem Sturz deuten auf schwache Knochen hin. Zu den Symptomen von Osteoporose im fortgeschrittenen Stadium gehören:

  • Schmerzen
  • Einschränkungen in der Beweglichkeit
  • Anfälligkeit für Knochenbrüche (besonders an Handgelenken, Rippen, Becken, Hüfte und Oberarmknochen)
  • Abnahme der Körpergröße
  • gebückte Haltung (Rundrücken)
  • Spitzbuckel
  • Bettlägerigkeit und Pflegebedürftigkeit (bei sehr starker Osteoporose)

Osteoporose-Diagnose: Diese Untersuchungen macht der Arzt

Häufig ist die Diagnose Osteoporose ein Zufallsbefund, etwa wenn aus anderen Gründen eine Röntgenuntersuchung durchgeführt wird und Brüche an den Wirbelkörpern auffallen. Oder wenn überraschend ein Knochenbruch auftritt. Um eine Osteoporose abschließend diagnostizieren zu können, stehen dem Orthopäden verschiedene Untersuchungen zur Verfügung.

Die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) misst den Mineralgehalt des Oberschenkelknochens und der Lendenwirbelsäule mit Hilfe von Röntgenstrahlen. Verformungen des Skeletts und Knochenbrüche lassen sich durch eine Computertomografie (CT) feststellen. Das bildgebende Verfahren arbeitet ebenfalls mit Röntgenstrahlen. Möglich ist auch eine Ultraschalluntersuchung. Diese ist allerdings nicht ganz so exakt wie die anderen Verfahren.

Osteoporose behandeln: Lebensstil, Medikamente und Schmerztherapie

Betroffene können mit einem gesunden Lebensstil ihre Knochen unterstützen. Wichtig ist, in Bewegung zu bleiben und den Knochenstoffwechsel zu fördern. Ebenfalls wichtig ist es, über die Ernährung ausreichend Kalzium aufzunehmen und mit Aufenthalten im Freien die Vitamin D-Produktion im Körper anzukurbeln.

Osteoporose kann zudem mit speziellen Medikamenten, sogenannten Bisphosphonaten, behandelt werden. Die Wirkstoffe der Medikamente sollen den Knochenabbau bremsen und den Knochenaufbau unterstützen. Die Einnahme von Medikamenten ist vor allem für Patienten sinnvoll, die ein hohes Risiko für Knochenbrüche haben oder bei denen bereits Knochenbrüche aufgetreten sind. Schmerzmittel helfen, die mit der Erkrankung einhergehenden Beschwerden zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern.

Osteoporose: Hormonpräparate für Frauen sinnvoll?

Bei Frauen können Hormonpräparate, wie sie auch gegen Wechseljahrsbeschwerden Verwendung finden, bei längerer Einnahme das Risiko osteoporosebedingter Knochenbrüche verringern. Allerdings erhöht eine langfristige Hormonbehandlung während oder nach den Wechseljahren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Brustkrebs. Experten raten daher, eine Einnahme gut abzuwägen und sich von einem Facharzt die Vor- und Nachteile einer solchen Behandlung erklären zu lassen.

Osteoporose vorbeugen: Das können Sie gegen Knochenschwund tun

Möchten Sie Ihre Knochen stärken, sollten Sie…

  • Ihren Körper über die Nahrung mit ausreichend Kalzium versorgen.
  • sich regelmäßig im Freien aufhalten, um über die Sonne die Vitamin D-Produktion anzukurbeln.
  • sich bewegen und Sport treiben, um den Knochenstoffwechsel zu aktivieren.
  • auf Zigaretten verzichten.
  • Alkohol nur in geringen Mengen trinken.
  • auf ein normales Körpergewicht achten.
  • bei diagnostizierter Osteoporose regelmäßig zum Arzt zur Kontrolle gehen.
Verwendete Quellen:
  • https://www.gesundheitsinformation.de/osteoporose.2610.de.html
  • https://www.osd-ev.org/osteoporose/
  • https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/osteoporose/was-ist-osteoporose.html
  • https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GesundAZ/Content/O/Osteoporose/Osteoporose.html
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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