Nachrichten
Ist dieser Text objektiv?

Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

VergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden in der Schwangerschaft

Von Lydia Klöckner

Aktualisiert am 30.12.2021Lesedauer: 4 Min.
Beschwerden in der Schwangerschaft: VergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden sind ein hĂ€ufiges Problem.
Beschwerden in der Schwangerschaft: VergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden sind ein hĂ€ufiges Problem. (Quelle: gpointstudio/getty-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Viele Frauen haben in der Schwangerschaft mit Beschwerden im Afterbereich zu kĂ€mpfen. Die Ursache sind oft vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden – aber nicht immer. Wir erklĂ€ren, was es sonst noch sein könnte, welcher Arzt hilft und was Salben bringen.

Das Wichtigste im Überblick


  • Analbeschwerden in der Schwangerschaft: Sind es wirklich HĂ€morrhoiden?
  • HĂ€morrhoiden in der Schwangerschaft: Welcher Arzt?
  • HĂ€morrhoiden in der Schwangerschaft: Welche Salben helfen?

HĂ€morrhoiden hat jeder Mensch. Die gut durchbluteten Schwellkörper sitzen im Enddarm, kurz oberhalb des Afters, und tragen zu dessen Abdichtung bei. Zum Problem werden HĂ€morrhoiden erst, wenn sich das Blut in ihnen staut. Denn dann schwellen sie und wölben sich vor, was sich durch unangenehme Beschwerden im Afterbereich bemerkbar machen kann. Juckreiz, Brennen, NĂ€ssen, Blut im Stuhl: All das sind typische Anzeichen fĂŒr vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden, auch HĂ€morrhoidalleiden genannt.


Bilder von HĂ€morrhoiden: Vier Schweregrade

Schweregrad 1: Die leicht vergrĂ¶ĂŸerten GefĂ€ĂŸpolster (in der Grafik blau) sind nur per Darmspiegelung zu erkennen. In diesem Stadium zeigen sich noch keine Symptome beim Pressen. Manchmal finden sich kleine, hellrote Blutspuren am Toilettenpapier und der After juckt.
Schweregrad 2: Beim Pressen wölben sich die HĂ€morrhoidalknoten (in der Grafik blau) nach außen, danach ziehen sie sich aber wieder zurĂŒck. Die VergrĂ¶ĂŸerung ist erkennbar und hinterlĂ€sst ein unangenehmes FremdkörpergefĂŒhl.
+2

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
"Der Bundeskanzler will nicht, dass die Ukraine gewinnt"
Roderich Kiesewetter (CDU) bei "Anne Will": Isoliert sich Deutschland im Ukraine-Konflikt von der EU?


SchĂ€tzungen zufolge entwickeln etwa 70 von 100 Menschen in der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens ein HĂ€morrhoidalleiden. Ein Risiko dafĂŒr besteht vor allem, wenn der Enddarm stĂ€ndig großem Druck ausgesetzt ist, etwa aufgrund von Übergewicht, Verstopfung – oder eben einer Schwangerschaft.

In der Schwangerschaft nehmen Frauen um etwa 10 bis 16 Kilogramm zu. Ein Großteil des zusĂ€tzlichen Gewichts lastet auf dem Beckenboden und dem Enddarm. Obendrein geht eine Schwangerschaft hĂ€ufig mit Verstopfung einher, weil der Körper vermehrt Progesteron bildet. Dieses Hormon setzt unter anderem die DarmtĂ€tigkeit herab. Gewichtszunahme und Verstopfung sind zwar meist nicht von Dauer. Die vorĂŒbergehende Überlastung des Darmausgangs kann aber genĂŒgen, um Probleme im Analbereich auszulösen. Das mĂŒssen aber nicht immer vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden sein.

Analbeschwerden in der Schwangerschaft: Sind es wirklich HĂ€morrhoiden?

Viele denken bei Beschwerden im Afterbereich spontan an HĂ€morrhoiden beziehungsweise ein HĂ€morrhoidalleiden. Gerade bei Schwangeren steckt aber oft etwas anderes dahinter, etwa

  • entzĂŒndete Hautlappen oder -knötchen im Afterbereich (Marisken),
  • ein Blutgerinnsel am Afterrand (Analvenenthrombose) oder
  • ein Riss in der Afterhaut (Analfissur).

Vor allem entzĂŒndete Marisken und Analfissuren können leicht mit einem HĂ€morrhoidalleiden verwechselt werden, weil sie sich durch Ă€hnliche Symptome Ă€ußern: brennende Schmerzen, Juckreiz und leichte Blutungen im Afterbereich.

Analthrombosen hingegen lassen sich oft recht gut von vergrĂ¶ĂŸerten HĂ€morrhoiden unterscheiden: Die Blutgerinnsel treten als dunkelrote Knötchen am Afterrand in Erscheinung und machen sich durch plötzliche Schmerzen bemerkbar. Diese sind meist stĂ€rker als das unangenehme Brennen, welches fĂŒr vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden typisch ist. Zudem fĂŒhren Analvenenthrombosen im Gegensatz zu HĂ€morrhoiden normalerweise nicht zu Juckreiz oder Blutungen.

Einiges spricht dafĂŒr, dass Analprobleme in der Schwangerschaft deutlich hĂ€ufiger durch Thrombosen oder Fissuren im Afterbereich entstehen als durch vergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden. So hat sich gezeigt, dass die Beschwerden bei den meisten Frauen innerhalb von 2 bis 8 Monaten nach der Geburt von selbst abklingen. VergrĂ¶ĂŸerte HĂ€morrhoiden bilden sich aber normalerweise nicht von selbst zurĂŒck – Analvenenthrombosen und Analfissuren schon.

FĂŒr die Betroffenen ist die Unterscheidung meist schwierig. Darum ist es wichtig, dass sie die Beschwerden Ă€rztlich abklĂ€ren lassen. Nur eine Ärztin oder ein Arzt kann einschĂ€tzen, welche Ursache hinter den Symptomen steckt und welche Maßnahmen helfen können.

HĂ€morrhoiden in der Schwangerschaft: Welcher Arzt?

Bei vergrĂ¶ĂŸerten HĂ€morrhoiden und anderen Problemen im Afterbereich kann eine Proktologin oder ein Proktologe helfen. Die Proktologie ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit Erkrankungen des Enddarms befasst. Um einen Termin in einer proktologischen Praxis zu vereinbaren, ist keine Überweisung nötig. Die Betroffene kann direkt dort anrufen und einen Termin vereinbaren. Viele Praxen bieten auch die Möglichkeit einer Online-Terminbuchung an.

Möchte die Betroffene zunĂ€chst mit einer vertrauten Ärztin oder einem vertrauten Arzt ĂŒber das Problem sprechen, kann sie sich auch erst einmal an ihre HausĂ€rztin oder ihren Frauenarzt wenden. FĂŒr eine sichere Diagnose und gezielte Behandlung ist dann aber meist ohnehin ein Besuch in einer proktologischen Praxis nötig.

HĂ€morrhoiden in der Schwangerschaft: Welche Salben helfen?

In Drogerien und Apotheken gibt es verschiedene HĂ€morrhoiden-Salben zu kaufen. Diese lösen das Problem aber nicht, sondern können allenfalls vorĂŒbergehend einige der Beschwerden lindern, zum Beispiel den Juckreiz und das Brennen. Und das gilt auch nicht fĂŒr alle Produkte. Wenn Ärztinnen und Ärzte bei HĂ€morrhoiden Salben verordnen, dann meist welche mit Inhaltsstoffen, die

  • lokal betĂ€uben (z. B. Lidocain) und/oder
  • EntzĂŒndungen hemmen (z. B. Hydrocortison).

Salben mit diesen Wirkstoffen sind ohne Rezept in der Apotheke erhĂ€ltlich. Schwangere Frauen sollten sie jedoch nur auf Ă€rztlichen Rat hin anwenden. Denn nur eine Ärztin oder ein Arzt kann eine Behandlung in die Wege leiten, die dauerhaft gegen die Beschwerden hilft – und diese nicht nur kurzfristig unterdrĂŒckt.

Zudem ist nicht jede Salbe in der Schwangerschaft geeignet. Der Wirkstoff Lidocain scheint dem ungeborenen Kind nicht zu schaden – in bisherigen Studien fanden sich jedenfalls keine Hinweise fĂŒr Fehlbildungen. FĂŒr Hydrocortison gibt es hingegen keine ausreichenden Erfahrungswerte. Studien mit Tieren legen aber nahe, dass der Stoff ein Risiko fĂŒr das ungeborene Kind darstellen könnte.

Weitere Artikel


Aus Sorge vor solchen Risiken greifen schwangere Frauen mitunter lieber zu pflanzlichen HĂ€morrhoiden-Salben aus der Drogerie. Ein bekanntes Beispiel sind Salben mit Extrakten aus der Zaubernuss (Hamamelis), denen eine antientzĂŒndliche und heilungsfördernde Wirkung zugesprochen wird. Bisher ist allerdings nicht ausreichend untersucht, ob und inwieweit diese Salben tatsĂ€chlich gegen Afterbeschwerden helfen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Ann-Kathrin Landzettel
A
AnalthromboseAtheromAugenzucken
















t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website