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Stimmen diese Erkältungsmythen wirklich?

Von dpa
Aktualisiert am 21.11.2021Lesedauer: 3 Min.
Eine erkältete Frau mit einer Tasse Tee: Warme oder heiße Getränke können Symptome durchaus lindern.
Eine erkältete Frau mit einer Tasse Tee: Warme oder heiße Getränke können Symptome durchaus lindern. (Quelle: Ukrainian News/imago-images-bilder)
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In der Erk√§ltungssaison kursieren unz√§hlige Tipps, wie eine Ansteckung verhindert werden kann ‚Äď doch nicht alle helfen. Sieben Mythen im Faktencheck.

Das Wichtigste im √úberblick


  • Warme Kleidung sch√ľtzt vor Krankheit
  • Kalte Duschen h√§rten ab
  • H√§ndewaschen nicht vergessen
  • Viel Vitamin C und Zink einnehmen
  • Dem K√∂rper genug Schlaf g√∂nnen
  • Viel Ingwer-Tee mit Honig trinken
  • Eine Nasendusche kann helfen

Herbst und Winter sind nicht nur die Hauptsaison f√ľr Erk√§ltungen, sondern auch f√ľr altbew√§hrte Ratschl√§ge zu dem Thema. Wer wurde nicht schon einmal ger√ľgt, weil er ohne Schal und M√ľtze vor die T√ľr ging? Wem wurde noch nie das absolute Allheilmittel gegen einen Schnupfen empfohlen? Viele der oft geh√∂rten Tipps sind wissenschaftlich jedoch umstritten.


Anleitung zum gr√ľndlichen H√§ndewaschen

Händewaschen
Händewaschen
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Warme Kleidung sch√ľtzt vor Krankheit

Es steckt doch schon im Wort drin ‚Äď Erk√§ltungen m√ľssen doch eigentlich mit K√§lte zu tun haben. Schlie√ülich treten sie in den kalten Monaten auch besonders h√§ufig auf. "Ein Zusammenhang zwischen Frieren und sich daraufhin erk√§lten ist wissenschaftlich nicht belegt", sagt Martin Scherer, Pr√§sident der Deutschen Gesellschaft f√ľr Allgemeinmedizin und Familienmedizin.

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Erk√§ltungen oder grippale Infekte werden durch Viren, nicht durch kalte Temperaturen ausgel√∂st. Ob die K√§lte die Abwehrkr√§fte der K√∂rpers so sehr schw√§cht, dass eine Infektion beg√ľnstigt wird, ist umstritten. Forscher fanden jedoch biologische Hinweise darauf, dass Immunzellen bei K√§lte Viren schlechter bek√§mpfen k√∂nnen.

Kalte Duschen härten ab

Wissenschaftler aus den Niederlanden gingen dieser These nach. Dabei kam heraus, dass Menschen, die anfingen, kalt zu duschen, sich seltener und weniger heftig krank f√ľhlten. Bei den tats√§chlichen Krankheitstagen pro Jahr gab es dagegen keine gro√üen Unterschiede zu den Testpersonen, die weiter warm duschten. Scherer sieht zudem ein Problem: "Kalte Duschen sind nicht unproblematisch, sie k√∂nnen das Herz-Kreislauf-System √ľberfordern."

Händewaschen nicht vergessen

"Die H√§nde sind ein wichtiger Keim√ľbertr√§ger", erkl√§rt der Hamburger Allgemeinmediziner Scherer. So k√∂nnen etwa durch Anfassen einer T√ľrklinke Keime aufgenommen werden. Reiben Sie sich anschlie√üend die Augen oder fassen sich an die Nase, k√∂nnen die Erreger in die Schleimh√§ute gelangen. Forscher gehen davon aus, dass regelm√§√üiges H√§ndewaschen die Verbreitung von Viren und die Ansteckungsgefahr senken kann. Wie Sie sich richtig die H√§nde waschen, erfahren Sie hier.

Viel Vitamin C und Zink einnehmen

"Ohne Vitamin C und Zink dauert eine Erkältung eine Woche, mit Vitamin C und Zink dauert sie sieben Tage", sagt Scherer. Im Vorfeld einer Erkrankung können sie jedoch womöglich etwas helfen: Die reguläre Einnahme von Zink reduzierte zumindest in Studien mit Kindern die Zahl der Erkältungen pro Jahr.

Die regelm√§√üige Gabe von Vitamin C f√ľhrte dagegen bei Erwachsenen lediglich zu einer geringeren Krankheitszeit und etwas abgeschw√§chten Symptomen. Auch wenn das Vitamin kein Allheilmittel gegen Erk√§ltungen ist, bleibt es sinnvoll, den K√∂rper durch eine ausgewogene Ern√§hrung ausreichend damit zu versorgen.

Dem Körper genug Schlaf gönnen

Sich bei einer Erk√§ltung Ruhe zu g√∂nnen hat zwei Vorteile: Zum einen stecken Sie weniger Menschen an. Zum anderen hilft Schlaf dem K√∂rper, die Erk√§ltungsviren abzuwehren. "K√∂rperliche Schonung ist beim akuten Infekt sinnvoll. √úberm√ľdung und Schlafentzug k√∂nnen das Immunsystem schw√§chen", sagt Scherer. Das kann im Vorfeld auch die Anf√§lligkeit f√ľr Erk√§ltungen erh√∂hen.

Viel Ingwer-Tee mit Honig trinken

Warme oder hei√üe Getr√§nke k√∂nnen das Husten und den Abfluss von Schleim nach einer Handreichung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erleichtern. Generell sei Trinken bei Erk√§ltungen f√∂rderlich. Honig k√∂nne demnach helfen, einen trockenen Rachen und gereizte Bronchien zu beruhigen. In Ingwer sind sogar Stoffe enthalten, die gegen Rhinoviren wirken, einen der h√§ufigsten Verursacher der klassischen Erk√§ltung. Zudem kann die Wurzel der Pflanze Entz√ľndungen entgegenwirken.

Eine Nasendusche kann helfen

Nasensp√ľlungen mit Salz wird nachgesagt gegen Viren zu wirken. Ob Nasenduschen jedoch wirklich Erk√§ltungen vorbeugen oder bek√§mpfen kann, ist umstritten. Einige Studien zeigten durchaus eine prophylaktische Wirkung von regelm√§√üiger Anwendung, grippale Infekte wurden seltener.

Bei einer bestehenden Erk√§ltung erleichterten Nasenduschen Kindern zudem das Atmen. Australische Forscher verglichen jedoch die Ergebnisse mehrerer Studien und kamen zu dem Schluss, dass es bisher keine medizinisch bedeutsamen Anzeichen f√ľr einen Nutzen gebe.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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