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Grippe oder Coronavirus: Unterscheiden sich die Symptome?

Fragen und Antworten  

Grippe oder Coronavirus: Unterscheiden sich die Symptome?

21.02.2020, 11:48 Uhr | dpa-tmn, sms

Coronavirus: Was die Symptome sind und wie Sie sich schützen können

Das Coronavirus hat mittlerweile auch Europa erreicht. Dieses Video beantwortet die Fragen, durch welche Symptome sich das Virus beim Menschen äußert und wie Sie sich vor einer Ansteckung schützen. (Quelle: dpa)

Kampf gegen das Coronavirus: Welche Symptome für eine Ansteckung sprechen und wie Sie sich schützen können. (Quelle: dpa)


Die Zahl der Corona-Infizierten steigt täglich – doch in Deutschland ist auch Grippe- und Erkältungszeit. Grund zur Alarmstimmung? Nein, sagen Experten.

Corona und kein Ende: Die Zahl der Erkrankten steigt weiter – und die Krankheit hat mit Covid-19 inzwischen auch einen offiziellen Namen. Dramatische Bilder aus China, gestrichene Flüge und Kreuzfahrten, abgesagte Großveranstaltungen wie der Mobile World Congress in Barcelona: Klar, dass sich da auch Menschen in Deutschland Sorgen machen.

Aktuelle Entwicklung: Coronavirus im Newsblog

Allerdings sind Ängste noch kein Grund, das eigene Verhalten zu ändern, sagt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie und des Westdeutschen Zentrums für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. "Das halte ich zum jetzigen Zeitpunkt für irrational – denn unsere Lebenssituation in Deutschland hat sich durch das Virus noch nicht geändert."

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Wie groß ist die Ansteckungsgefahr in Deutschland?

"Es gibt im Grunde kein relevantes Risiko in Deutschland, sich mit dem Coronavirus anzustecken", sagt Witzke. Die Lage in China einzuschätzen, sei zwar aktuell sehr schwierig. Insofern seien auch Vorsichtsmaßnahmen wie die Absage des Mobile World Congress nachvollziehbar. Daraus müsse der Einzelne aber keinen Handlungsbedarf ableiten.

Wie unterscheiden Sie zwischen Coronavirus, Grippe und Erkältung?

Die Zeit des Coronavirus fällt auch in die Zeit der typischen Grippe-Welle in Deutschland. Doch gibt es überhaupt klare Anzeichen, um Grippe, Erkältung und Coronavirus voneinander zu unterscheiden?

Laut Robert Koch-Institut kann das Coronavirus zu Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber führen. Einige Betroffene leiden zudem an Durchfall. Bei einem schweren Verlauf kann es zu Atemproblemen und einer Lungenentzündung kommen. 

Typische Atemwegserkrankungen wie eine Erkältung oder eine Bronchitis entwickeln sich laut Robert Koch-Institut meist über mehrere Tage. Eine echte Grippe hingegen verlaufe schwerer und beginne plötzlich mit hohem Fieber, Halsschmerzen und trockenem Husten. Auch bei einer Grippe kann es zu Luftnot, Übelkeit und Durchfall kommen. 

Die Wahrscheinlichkeit, am Coronavirus zu erkranken sei jedoch deutlich geringer, als die Ansteckung Erregern einer Influenza oder eines grippalen Infekts. Wahrscheinlicher ist es, dass Sie sich wirklich mit dem Coronavirus infiziert haben, wenn Sie nicht nur die typischen Symptome aufweisen, sondern zusätzlich auch bis maximal 14 Tage vor Krankheitsbeginn in einem der Risikogebiete waren oder Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten – in diesem Fall gelten Sie als Verdachtsfall. 

Wie gefährlich ist das Virus und die Krankheit Covid-19?

In China sind inzwischen mehr als 1.000 Menschen an der Krankheit gestorben. Das ist eine hohe Zahl, für den Infektionsexperten Oliver Witzke aber noch kein Anlass zur Panik. "Wichtig ist, dass die Todesrate bisher nicht über den vermuteten zwei Prozent liegt." Damit sei das Risiko für den Einzelnen sehr überschaubar, sagt er. Die Ansteckungsfälle in Deutschland seien bisher sehr mild verlaufen.

Gehen mehr Menschen mit dem Verdacht auf das Coronavirus zum Hausarzt?

Die Patienten, die in seine Praxis kommen, seien natürlich verunsichert, sagt Dr. Wolfgang Ritter, Hausarzt aus München. "Aber sie kommen nicht mit der speziellen Frage nach dem Coronavirus oder einem Test auf mich zu." Er habe im Zuge der Grippe-Welle jede Menge Patienten mit hohem Fieber und weiteren Grippe-Symptomen. "Da verfahren wir nach den Leitlinien des Robert Koch-Instituts", erklärt er. Da die Symptome von Coronavirus und Grippe kaum zu unterscheiden seien, sei der Aufenthalt in einem Risikogebiet oder der Kontakt zu Infizierten ausschlaggebend für einen Test. 

Was passiert bei einem Verdachtsfall?

Wenn Sie aufgrund bestimmter Krankheitssymptome befürchten, am Coronavirus erkrankt zu sein, rufen Sie zunächst bei Ihrem Hausarzt an. So vermeiden Sie das Risiko andere Menschen anzustecken. Wenn bei Ihnen auch aus Sicht des Arztes der Verdacht einer Coronavirus-Infektion besteht, folgen einige Maßnahmen, die vom Robert Koch-Institut erläutert werden. Zunächst erhalten sie Mund-Nasen-Schutz und werden in einem gesonderten Raum untersucht. Besteht dann ein sogenannter begründeter Verdachtsfall, werden Sie in einen separaten Raum verlegt und mit Schutzkleidung behandelt. Gleichzeitig wird das zuständige Gesundheitsamt informiert.

Beim Test auf Coronaviren werden Proben aus den oberen und tiefen Atemwegen entnommen. Das passiert beispielsweise über mehrere Abstriche. Bestätigt sich der Verdacht, wird nochmals das Gesundheitsamt informiert und Sie werden stationär behandelt. 

Skurrile Bilder aus einem Krankenhaus in Wuhan:

Skurrile Aufnahmen: Diese Bilder aus einer Klinik in Wuhan zeigen, wie sich mit dem Coronavirus infizierte Patienten und das Klinikpersonal ablenken. (Quelle: Reuters)

Welche Rolle spielt der Karneval?

"Der Karneval macht mir die gleichen Sorgen wie jedes Jahr", sagt der Experte für Infektiologie. Das heißt: Das Coronavirus spielt dabei keine Rolle – die Grippewelle könnte dadurch aber noch einmal neuen Schwung bekommen. "Das passiert allerdings fast jedes Jahr." Bisher sei die Grippewelle auch eher mild verlaufen, das könne sich aber noch ändern. Für Entwarnung ist es daher noch zu früh.

Muss ich mich schützen – und wie?

Schutzmaßnahmen sind weiter sinnvoll – aber gegen die Grippe und nicht gegen das Coronavirus. Konkret bedeutet das vor allem intelligentes Husten und Niesen, wie Witzke es nennt, also in die Armbeuge und nicht in die Faust. Ständiges Desinfizieren der Hände sei dagegen für Normalbürger überflüssig. Regelmäßiges ordentliches Händewaschen mit Seife genüge.

Wo gibt es aktuelle Infos?

Das Robert Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben entsprechende Webseiten eingerichtet. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es weitere Tipps auf Englisch – darunter auch Infos zu gängigen Mythen und Falschinformationen rund um das Virus. Für telefonische Fragen hat die Krankenkasse Barmer eine kostenlose Hotline (0800 / 84 84 111) eingerichtet. Sie ist rund um die Uhr erreichbar.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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