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Coronavirus-Krise: Diese Kontaktverbote gelten in den Bundesländern

Kontaktverbote  

Coronavirus: Diese Regeln gelten in den Bundesländern

24.03.2020, 14:39 Uhr | Andrea Löbbecke, cch, t-online.de, dpa, ron

Polizei und Feuerwehr verkünden Corona-Maßnahmen

In einigen Gegenden Deutschlands gelten wegen der Corona-Pandemie Ausgangs- und Reisebeschränkungen. Per Lautsprecher informieren Polizei und Feuerwehr über die Regelungen. (Quelle: t-online.de)

Deutliche Wortwahl: So setzten Feuerwehr und Polizei zuletzt bei ihren öffentlichen Ansagen die Ausgangsbeschränkungen um. (Quelle: t-online.de)


Bund und Länder haben sich auf Einschränkungen für den Alltag geeinigt. Sie umfassen ein bundesweites Kontaktverbot für zwei Wochen. Dennoch haben einige Bundesländer verschärfte Bestimmungen. Ein Überblick.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat neue einschneidende Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus bekanntgegeben. Auf das Paket hatten sich der Bund und die Ministerpräsidenten der Länder bei einer Telefonkonferenz am Sonntag verständigt.

Es umfasst ein bundesweites Kontaktverbot für zwei Wochen sowie die unverzügliche Schließung von Restaurants und Betrieben für die Körperpflege. Trotzdem gibt es Unterschiede. Hier finden Sie in unserer Übersicht die wichtigsten Regelungen der einzelnen Bundesländer:

Baden-Württemberg

Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen mit mehr als zwei (bisher waren es drei) Personen sind nicht mehr erlaubt. Für Familien bestehen Ausnahmen. Wer einer Anordnung der Polizei zum Auflösen einer Versammlung im öffentlichen Raum nicht nachkomme, müsse mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro oder einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen, warnt Landesinnenminister Thomas Strobl.

Im Kern gilt in Baden-Württemberg das, was die Bundesländer mit der Kanzlerin gemeinsam vereinbart haben.

Alle Restaurants und Gaststätten sind bereits seit Samstag geschlossen. Sie dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen verkaufen. Spielplätze dürfen nicht mehr genutzt werden. Zudem sind Durchreisen von Personen aus Corona-Risikogebieten in Baden-Württemberg untersagt.

Schulen und Kitas bleiben voraussichtlich bis zum 18. April geschlossen.

Bayern

In Bayern bestehen bereits seit Samstag Ausgangsbeschränkungen. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur noch mit triftigen Gründen erlaubt. Das kann etwa der Weg zur Arbeit oder zum Supermarkt sein, dringende Arztbesuche, aber auch Sport und Spaziergänge an der frischen Luft. Letzteres ist aber nur allein oder in Begleitung der Menschen, mit denen man zusammenlebt, erlaubt.

Damit geht die Regelung in Bayern über das von Bund und Ländern vereinbarte Ansammlungsverbot hinaus. Dieses besagt: Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet. 

Trotz der weitreichenden Ausgangsbeschränkungen und Polizeikontrollen brauchen die Menschen im Freistaat keine Passierscheine, um sich draußen zu bewegen. Hilfreich sei aber, wenn man sich ausweisen und nachvollziehbar begründen könne, warum man auf welchem Weg sei, so Ministerpräsident Markus Söder. Auch eine Bescheinigung vom Arbeitgeber sei für den Weg zur Arbeit sinnvoll.

Lokale, Restaurants, Cafés, Biergärten, Friseure und Baumärkte sind bereits geschlossen. Außer-Haus-Lieferungen und Take-away-Angebote sind weiter erlaubt.

Schulen und Kitas bleiben voraussichtlich bis zum 18. April geschlossen.

Berlin

In der Hauptstadt wird das vereinbarte Kontaktverbot umgesetzt: Danach ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.

Im Kern gilt in Berlin das, was die Bundesländer mit der Kanzlerin gemeinsam vereinbart haben.

Kneipen und Clubs sowie Gastronomiebetriebe sind bereits geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause. Die Abholung muss so geregelt werden, dass keine Warteschlangen entstehen.

Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich.

Drei Viertel der Berliner Bezirke haben sich darüber hinaus für eine Sperrung der Spielplätze entschieden: In Spandau, Marzahn-Hellersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Reinickendorf, Mitte, Lichtenberg, Tempelhof-Schöneberg, Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg dürfen Spielplätze spätestens ab Montag (23. März) nicht mehr betreten werden.

Schulen werden stufenweise geschlossen, voraussichtlich bis zum 17. April.

Brandenburg

Wie in Berlin so wird auch im Nachbarland Brandenburg das vereinbarte Kontaktverbot umgesetzt: Danach ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.

Im Kern gilt in Brandenburg das, was die Bundesländer mit der Kanzlerin gemeinsam vereinbart haben.

Neu für Brandenburg ist, dass nun auch Friseure schließen müssen. An deren Offenhaltung hatte es in den vergangenen Tagen immer wieder Kritik und Unverständnis gegeben.

Andere Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich.

In Brandenburg ist der reguläre Schulunterricht ausgesetzt, ein Schulbesuch ist dann weiter möglich, aber nicht mehr verpflichtend.

Bremen

Bremen gehört zur Gruppe der zwölf Länder, die sich auf ein einheitliches Kontaktverbot verständigt haben. Das heißt, der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.

Ebenso sind der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiter möglich.

Schulen sind vorerst geschlossen.

Hamburg

Auch der Stadtstaat hat sich im Grundsatz auf ein umfassendes Kontaktverbot für zwei Wochen sowie die unverzügliche Schließung von Restaurants und Betrieben für die Körperpflege verständigt.


Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Folgende vereinbarte allgemeine Maßnahmen gelten auch für Hamburg.

Schulen und Kitas bleiben mindestens bis zum 29. März geschlossen.

Hessen

Zur Eindämmung der Corona-Krise erlässt Hessen verschärfte Regeln. Menschen dürfen sich nur noch zu zweit im öffentlichen Raum aufhalten. Bislang waren Gruppen von bis zu fünf Menschen erlaubt. Familien und häusliche Gemeinschaften dürfen auch weiter gemeinsam nach draußen gehen.

Gleichzeitig gilt in Hessen, was die Regierungschefinnen und Regierungschefs mit der Bundeskanzlerin am Sonntagabend vereinbart haben.

In Hessen gilt keine Schulpflicht mehr, es gibt mindestens bis zum 18. April keinen Unterricht mehr an den Schulen.

Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern gehört zur Gruppe der zwölf Länder, die sich auf ein umfassendes Kontaktverbot verständigt haben. Das heißt, der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet. Folgende allgemeine Maßnahmen gelten auch für das Bundesland.

Am Samstagabend, 18 Uhr, war bereits die Gastronomie landesweit geschlossen worden, zudem alle Geschäfte, die nicht für den täglichen Bedarf notwendig sind. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 20. April. Spielplätze dürfen nicht mehr betreten werden.

Ein Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern ist nicht mehr möglich, die Vermietung von touristischen Unterkünften ist bis zum 19. April untersagt. Touristen wurden aufgefordert, Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen.

Schulen und Kitas sind geschlossen.

Niedersachsen

Niedersachsen gehört zur Gruppe der zwölf Länder, die sich auf ein einheitliches Kontaktverbot verständigt haben.

Das heißt, der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet. Folgende allgemeine Maßnahmen gelten auch für das Bundesland.

Noch strikter als bisher wollen die Behörden gegen Touristen vorgehen, die die ostfriesischen Inseln nicht verlassen wollen. Bisher galt eine Frist bis 25. März. Nun müssen Urlaubsgäste die Inseln Norderney, Juist und Baltrum bis Sonntag verlassen.

Schulen und Kitas sind voraussichtlich bis zum 16. April geschlossen.

Nordrhein-Westfalen

Die nordrhein-westfälische Landesregierung verbietet Ansammlungen ab drei Personen in der Öffentlichkeit. Ausgenommen von dem Verbot sind Ehegatten, Lebenspartner sowie in häuslicher Gemeinschaft lebende Personen: Sie dürfen auch weiterhin gemeinsam auf die Straße. Auch dürfen minderjährige und unterstützungsbedürftige Personen begleitet werden.

Ausnahmen gelten zudem für zwingend notwendige Zusammenkünfte aus geschäftlichen, beruflichen und dienstlichen sowie aus prüfungs- und betreuungsrelevanten Gründen. Zur Umsetzung des Verbots können die zuständigen Behörden generelle Betretungsverbote für bestimmte öffentliche Orte aussprechen.

Außerdem werden per Rechtsverordnung alle Restaurants und Gaststätten bis zum 19. April geschlossen. Friseure, Massagesalons und Tattoo-Studios, bei denen Menschen eng aufeinander treffen, müssen ebenfalls schließen. Ein komplettes Ausgangsverbot gibt es somit nicht. 

Schulen und Kitas sind voraussichtlich bis zum 19. April geschlossen.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz gehört zur Gruppe der zwölf Länder, die sich auf ein umfassendes Kontaktverbot verständigt haben. Die Maßnahmen für das Bundesland beziehen sich auf die neun Punkte, die Kanzlerin Angela Merkel am Sonntagabend verkündet hat.

Schulen und Kitas sind voraussichtlich bis zum 18. April geschlossen.

Saarland

Im Saarland wurde eine Ausgangsbeschränkung verhängt. Die Saarländer dürfen die eigene Wohnung nur noch verlassen, wenn sie dafür einen triftigen Grund haben. Dazu gehört der Weg zu Arbeit, notwendige Einkäufe oder Arztbesuche. Auch gemeinsame Spaziergänge etwa in der Familie mit Abstand zu anderen sind weiter möglich.

Das Saarland kontrolliert die Einhaltung der Ausgangsbeschränkung. Jeder, der sich außerhalb der eigenen vier Wände bewege, muss glaubhaft belegen können, dass er für sich eine Ausnahme in Anspruch nehme.

Schulen und Kitas sind voraussichtlich bis zum 24. April geschlossen.

Sachsen

Von Montag (23. März) null Uhr an gilt für den gesamten Freistaat eine Ausgangsbeschränkung. Danach ist das Verlassen von Wohnung oder Haus ohne triftigen Grund untersagt. Wege zur Arbeit und zum Einkaufen bleiben erlaubt. Auch Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie der Besuch des eigenen Kleingartens sind weiter möglich.

Menschenansammlungen sind seit Sonntag unter Strafe gestellt. Sie sollen dann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden können. Eine Größenordnung für Menschenansammlungen wurde nicht genannt. Familien seien damit aber nicht gemeint.

Alle Gaststätten bis auf Personalkantinen bleiben geschlossen. Gleiches gilt seit dem 22. März für Baumärkte, Kosmetikstudios und Friseure. Geschäfte für den täglichen Bedarf sind weiter geöffnet.

Die Schulpflicht ist in Sachsen ausgesetzt.

Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt gehört zur Gruppe der zwölf Bundesländer, die sich auf ein einheitliches Kontaktverbot verständigt haben. Die Maßnahmen für das Bundesland beziehen sich auf die neun Punkte, die Kanzlerin Angela Merkel am Sonntagabend verkündet hat.

Schwimmbäder, Sporthallen, Clubs, Kinos und weitere Freizeiteinrichtungen waren schon  geschlossen worden. Spielplätze dürfen nicht weiter genutzt werden. Der Einzelhandel ist bis auf Ausnahmen geschlossen. Die Einschränkungen gelten bis einschließlich 19. April.

Schulen und Kitas sind voraussichtlich bis zum 13. April geschlossen.

Schleswig-Holstein

Das nördlichste Bundesland zählt zur Gruppe der zwölf Bundesländer, die sich zuvor im Grundsatz auf ein einheitliches Kontaktverbot verständigt hatten. Die Maßnahmen orientieren sich im Kern an dem, was Kanzlerin Merkel am Sonntagabend verkündet hat.

Zudem gilt ein Einreiseverbot für Touristen. Besitzer von Zweitwohnungen sollen Schleswig-Holstein verlassen.

Schulen und Kitas sind voraussichtlich bis zum 19. April geschlossen.

Thüringen

Die von Kanzlerin Angela Merkel verkündeten Maßnahmen waren in Thüringen zum Teil bereits in den vergangenen Tagen beschlossen worden. Das gilt etwa für Ansammlungen von mehr als zwei Personen, die Schließung von Gaststätten und Friseurgeschäften oder strenge Abstandsregelungen.


Zudem zählt Thüringen zur Gruppe der zwölf Bundesländer, die sich zuvor im Grundsatz auf ein einheitliches Kontaktverbot verständigt hatten. Die Maßnahmen orientieren sich im Kern an dem, was Kanzlerin Merkel am Sonntagabend verkündet hat.

Schulen und Kitas sind voraussichtlich bis zum 18. April geschlossen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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