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Corona: Freie und belegte Betten – so ist die Lage auf den Intensivstationen

Freie und belegte Betten  

Corona: So ist die Lage auf den Intensivstationen

16.10.2020, 16:17 Uhr
Corona: Freie und belegte Betten – so ist die Lage auf den Intensivstationen . Intensivstation: In Deutschland gibt es ein zentrales Register für Krankenhausbetten und ihre Belegung.  (Quelle: Getty Images/Morsa Images)

Intensivstation: In Deutschland gibt es ein zentrales Register für Krankenhausbetten und ihre Belegung. (Quelle: Morsa Images/Getty Images)

Wie entwickelt sich die Corona-Pandemie in Deutschland? Um das besser einzuschätzen, sind auch die Kapazitäten in Kliniken und auf Intensivstationen wichtig. Das DIVI-Intensivregister gibt einen Überblick über die aktuelle Situation.

Seit Monaten spielen jede Menge Zahlen eine wichtige Rolle in der Pandemie: Infektionszahlen, Ansteckungsraten, Reproduktionszahlen bestimmen, wie es um die Corona-Lage in Deutschland steht – und auch, ob neue Einschränkungen beschlossen werden müssen.

Eine weitere wichtige Frage ist aber auch, wie viele der Covid-Patienten so schwer erkranken, dass sie in eine Klinik oder sogar auf die Intensivstation müssen und wie viele Betten derzeit zur Verfügung stehen. Deshalb gibt es das sogenannte DIVI-Intensivregister. Das Register wird von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sowie dem Robert Koch-Institut aktuell gehalten. 

Was macht das DIVI-Intensivregister?

Regelmäßig wird in dem Register registriert, wie groß die freien und belegten Behandlungskapazitäten in der Intensivmedizin von etwa 1.300 Akut-Krankenhäusern in Deutschland sind. Zusätzlich registriert DIVI die aktuellen Fallzahlen der Covid-19-Patienten auf der Intensivstation, um Engpässe in der intensivmedizinischen Versorgung schnell zu erkennen. In diesen Fällen können die Kliniken dann kooperieren und eventuell Patienten voneinander übernehmen. 

Wie viele Betten gibt es aktuell?

Mittlerweile geben mehr als 1.660 Intensivstationen oder Intensivbereiche in Deutschland ihre Daten an das DIVI-Register. Insgesamt wurden bis heute (Stand: 15. Oktober 2020) 30.236 Intensivbetten registriert. Von ihnen sind 21.523 (71 Prozent) belegt, 8.713 (29 Prozent) Betten sind aktuell frei. Zusätzlich gibt es laut DIVI-Register mehr als 12.300 Intensivbetten, die als "Notfallreserve" innerhalb von sieben Tagen zusätzlich aufstellbar wären. 

Die deutschen Krankenhäuser verfügen außerdem laut Deutscher Krankenhaus Gesellschaft (DKG) über rund 150.000 freie Betten auf den Normalstationen. Die Kapazitäten sollen auch weiterhin nicht vollständig ausgelastet werden, um kurzfristig auf steigende Infektionszahlen reagieren zu können.

"Die Krankenhäuser sind auch für stark steigende Zahlen sehr gut aufgestellt. Voraussetzung ist aber immer, dass sich alle darum bemühen, ein exponentielles Wachstum der Neuinfektionszahlen zu bremsen. Dann werden wir auch die zweite Infektionswelle meistern", erklärte Dr. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) Anfang Oktober.

Zum Vergleich: Vor der Corona-Krise gab es in Deutschland bundesweit 28.000 Intensivbetten, davon 20.000 mit Beatmungsmöglichkeit. Diese waren durchschnittlich zu 70 bis 80 Prozent belegt. Bundesweit wurden bereits zu Beginn der Corona-Krise die Kapazitäten ausgebaut. Aktuell konnte die Zahl der Intensivbetten laut DKG auf 40.000 und die der Beatmungsplätze auf 30.000 gesteigert werden.

Wie viele Covid-19-Patienten landen auf der Intensivstation?

Im DIVI-Intensivregister sind momentan (Stand: 15. Oktober 2020) 653 Covid-Patienten verzeichnet, die auf Intensivstationen untergebracht sind, 329 davon werden beatmet. Damit benötigen mehr als die Hälfte aller Corona-Patienten auf der Intensivstation eine künstliche Beatmung. Insgesamt wurden seit dem Frühjahr rund 18.400 Menschen mit Covid-19 auf Intensivstationen behandelt, 23 Prozent der Patienten sind verstorben.  

Wie viele Intensivbetten sind aktuell noch frei?

Zur besseren Übersicht gibt es Karten, die die Verteilung der freien sowie der belegten Intensivbetten in Deutschland zeigen. Die aktuelle Karte zeigt, dass die meisten Intensivbetten momentan in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz frei sind, während in Berlin fast 85 Prozent der Kapazitäten bereits ausgeschöpft sind. 

Wie viele Intensivbetten sind von Corona-Patienten belegt?

Eine zweite Grafik zeigt zudem, welchen Anteil die Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten haben. Auch hier wird deutlich, dass Berlin mit 5,5 Prozent Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen das Register anführt. Auch in Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland liegt der Anteil der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen etwas höher. Die wenigsten Corona-Patienten auf Intensivstationen gibt es hingegen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils unter einem Prozent. 

Wie viele Menschen sterben aktuell an Covid-19?

Laut DIVI-Intensivregister sind von den bisher mehr als 18.381 auf der Intensivstation behandelten Corona-Patienten 4.319 verstorben. Das sind rund 23 Prozent der Intensiv-Corona-Patienten. 

In den vergangenen Wochen ist auch der Anteil der Verstorbenen unter den insgesamt registrierten Corona-Patienten laut RKI gestiegen. Lag er im September noch unter einem Prozent, sind es jetzt bereits fast drei Prozent. 

Damit gibt es im Vergleich zum April immer noch deutlich weniger Corona-Verstorbene. Allerdings liege das eher nicht daran, dass sich das Virus verändert habe, sondern habe verschiedene Gründe, erklärt das RKI:

  • Zum einen infizieren sich aktuell mehr jüngere Menschen, die meist weniger schwer erkranken. 
  • Es wird breiter getestet, wodurch auch mildere Fälle erkannt werden. 
  • Auch wenn die Infektionszahlen steigen, wird der Anteil schwerer Krankheitsverläufe erst zeitversetzt sichtbar, da der Tod meist erst nach einer längeren Krankheitsphase eintritt. 

Das RKI macht auch deutlich: "Wenn sich wieder vermehrt ältere Menschen anstecken, werden wieder mehr schwere Fälle und Todesfälle auftreten." Tatsächlich steigt die Zahl der älteren Infizierten aktuell wieder an. Nicht nur deshalb mahnt das RKI im aktuellen Situationsbericht: "Daher ist es weiterhin notwendig, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert."


Verwendete Quellen:
  • Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) e.V.
  • Situationsbericht Robert Koch-Institut
  • Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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