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Corona in Deutschland: Intensivstationen ausgelastet? So ist die Lage

Etwas weniger Corona-Patienten  

Intensivstationen ausgelastet? So ist die Lage in den Ländern

22.01.2021, 16:42 Uhr
Corona in Deutschland: Intensivstationen ausgelastet? So ist die Lage. Intensivstation: In Deutschland gibt es ein zentrales Register für Krankenhausbetten und ihre Belegung. (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)

Intensivstation: In Deutschland gibt es ein zentrales Register für Krankenhausbetten und ihre Belegung. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Die weiterhin hohen Corona-Infektionszahlen führen auch in den Kliniken nicht zu Entspannung: Die Zahl der Intensivpatienten sinkt zwar leicht, trotzdem bleibt die Lage kritisch. Das DIVI-Intensivregister zeigt die aktuelle Situation.

Seit Monaten steigen die Zahlen der Corona-Patienten, jetzt erkennen Mediziner mit Blick auf die Zahl der Covid-Intensivpatienten einen leicht rückläufigen Trend. "Wir sind vorsichtig optimistisch", sagte ein Sprecher der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) am 20. Januar. Es habe keinen großen Anstieg der Patientenzahlen als Folge von Weihnachten und Silvester gegeben. Es bleibe zu hoffen, dass die Kurve weiter sinke. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass es beim Lockdown bleibe und Mutationen des neuen Coronavirus die Infektionslage nicht grundlegend veränderten.

Regional kann die Auslastung der Intensivstationen mit Covid-Patienten unterschiedlich ausfallen. Bundesweit hatte sie mit rund 5.700 Menschen am 3. Januar einen Höchststand in der Pandemie erreicht. Seitdem gehen die Zahlen langsam zurück. 

Um das deutschlandweit zu überblicken, gibt es das sogenannte DIVI-Intensivregister. Das Register wird von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sowie dem Robert Koch-Institut aktuell gehalten.

Was zeigt das DIVI-Intensivregister an?

Regelmäßig wird in dem Register registriert, wie groß die freien und belegten Behandlungskapazitäten in der Intensivmedizin von etwa 1.300 Akut-Krankenhäusern in Deutschland sind. Zusätzlich registriert DIVI die aktuellen Fallzahlen der Covid-19-Patienten auf der Intensivstation, um Engpässe in der intensivmedizinischen Versorgung schnell zu erkennen. In diesen Fällen können die Kliniken dann kooperieren und eventuell Patienten voneinander übernehmen. 

Wie viele Betten gibt es aktuell?

Mittlerweile geben fast 1.300 Krankenhaus-Standorte in Deutschland ihre Daten an das DIVI-Register. Insgesamt wurden bis heute (Stand: 20. Januar 2021) 27.031 Intensivbetten registriert. Von ihnen sind 22.607 belegt, 4.424 Betten sind aktuell frei. Zusätzlich gibt es laut DIVI-Register fast 11.000 Intensivbetten, die als "Notfallreserve" innerhalb von sieben Tagen zusätzlich aufstellbar wären. 

Insgesamt konnte die Zahl der Intensivbetten laut der DKG auf 40.000 und die der Beatmungsplätze auf 30.000 gesteigert werden. Zum Vergleich: Vor der Corona-Krise gab es in Deutschland bundesweit 28.000 Intensivbetten, davon 20.000 mit Beatmungsmöglichkeit. Diese waren durchschnittlich zu 70 bis 80 Prozent belegt. Bundesweit wurden bereits zu Beginn der Corona-Krise die Kapazitäten ausgebaut. 

Wie viele Covid-19-Patienten landen auf der Intensivstation?

Im DIVI-Intensivregister sind momentan (Stand: 20. Januar 2021) 4.947 Covid-Patienten auf Intensivstationen untergebracht, das sind rund 500 weniger als noch Ende Dezember. 2.862 der Covid-Patienten werden beatmet. Es benötigen somit fast 60 Prozent aller Corona-Patienten auf der Intensivstation eine künstliche Beatmung.

Insgesamt wurden seit Frühjahr 2020 mehr als 62.500 Menschen mit Covid-19 auf Intensivstationen in Deutschland behandelt. Mehr als ein Viertel, 27 Prozent der Patienten, sind gestorben.

Situation auf Intensivstationen weiterhin kritisch

"Aktuell sind wir bei knapp unter 5.000 Corona-Intensivpatienten in Deutschland, da müssen wir noch deutlich runter", sagte DIVI-Präsident Gernot Marx am 20. Januar der "Rheinischen Post". Es gehe auch darum, wieder aufnahmebereit zu sein, falls die Virus-Mutation sich in Deutschland trotz aller Maßnahmen verbreite und zu mehr Infektionen und damit auch mehr Intensivpatienten führe. 

"Der Peak ist zwar vorerst überschritten, aber wir sind noch weit weg von einer Situation, in der man von einer Entspannung sprechen kann", betonte Marx. 

Wie viele Intensivbetten sind aktuell noch frei?

Zur besseren Übersicht gibt es Karten, die die Verteilung der freien sowie der belegten Intensivbetten in Deutschland zeigen. Die aktuelle Karte zeigt, dass die meisten Intensivbetten momentan in Schleswig-Holstein, Sachsen und Rheinland-Pfalz frei sind, während in Bremen nur noch rund sieben Prozent der Kapazitäten frei sind und auch in Berlin, Sachsen-Anhalt und den meisten anderen Bundesländern rund 85 bis 90 Prozent der Kapazitäten bereits ausgeschöpft sind.

Wie viele Intensivbetten sind von Corona-Patienten belegt?

Eine zweite Grafik zeigt zudem, welchen Anteil die Covid-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten haben. Hier wird deutlich, dass Sachsen und Berlin mit mehr als 30 Prozent Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen das Register anführen.

Mittlerweile sind die Zahlen in den südlichen Bundesländern überall auf mehr als 20 und teilweise auch mehr als 25 Prozent gestiegen. Die wenigsten Corona-Patienten auf Intensivstationen gibt es hingegen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie Niedersachsen.

Wie viele Menschen sterben aktuell an Covid-19?

Laut DIVI-Intensivregister sind (Stand: 20. Januar 2021) von den bisher 62.535 auf der Intensivstation behandelten Corona-Patienten 17.068 gestorben. Das sind rund 27 Prozent der Intensiv-Corona-Patienten. Das Robert Koch-Institut berichtete am 20. Januar von 1.148 neu gemeldeten Covid-19-Todesfällen. Insgesamt sind in der Pandemie nun 48.770 Tote im Zusammenhang mit dem Virus registriert worden.

Im Situationsbericht vom 19. Januar 2021 erklärte auch das RKI: "Ältere Personen sind aktuell sehr häufig von Covid-19 betroffen. Da sie auch häufiger schwere Erkrankungsverläufe erleiden, bewegt sich die Anzahl schwerer Fälle und Todesfälle weiterhin auf hohem Niveau." 

Verwendete Quellen:
  • Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) e.V.
  • Situationsberichte Robert Koch-Institut
  • Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)
  • Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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