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Ja, die Redaktion hat f√ľr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Welche Symptome typisch sind und was unruhige Beine lindert

Von Geraldine Nagel

Aktualisiert am 04.04.2022Lesedauer: 6 Min.
Ein Mann sitzt erschöpft auf der Bettkante und hält sich den Kopf.
Das Restless-Legs-Syndrom kann den Schlaf st√∂ren und zu Ersch√∂pfung am Tag f√ľhren. (Quelle: tommaso79/getty-images-bilder)
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Unruhige Beine machen sich vor allem abends und nachts bemerkbar. Die oft quälenden Beschwerden können schlafraubend sein und den Alltag stark beeinträchtigen. Was das Restless-Legs-Syndrom verursacht und wie es behandelt wird.

Das Wichtigste im √úberblick


  • Restless-Legs-Syndrom: Symptome
  • Restless-Legs-Syndrom: Ursachen
  • Restless-Legs-Syndrom: Diagnose
  • Restless-Legs-Syndrom: Was hilft als Therapie?
  • Restless-Legs-Syndrom: Hausmittel

Das Restless-Legs-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung, die häufig vorkommt: In Deutschland sind schätzungsweise 5 bis 10 von 100 Menschen betroffen, Frauen öfter als Männer. Die sogenannten unruhigen Beine zählen zu den schlafbezogenen Bewegungsstörungen.


Neun h√§ufige Ursachen f√ľr Schlafst√∂rungen

√úberarbeitete √§ltere Frau sitzt am Tisch und fasst sich ins Gesicht: Stress ist die h√§ufigste Ursache f√ľr Schlafst√∂rungen. Das st√§ndige Nachdenken √ľber private oder berufliche Probleme h√§lt viele vom Ein- oder Durchschlafen ab.
M√ľde junge Frau trinkt Kaffee: Koffeinhaltige Wachmacher wie Kaffee und Tee, aber auch Alkohol, sollte man nicht vor dem Schlafen gehen trinken. Das Koffein verz√∂gert das Einschlafen und kann die Schlafqualit√§t beintr√§chtigen. Alkoholkonsum macht zwar m√ľde, doch der Schlaf ist nicht erholsam und wird oft von Wachphasen unterbrochen.
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Restless-Legs-Syndrom: Symptome

Das Restless-Legs-Syndrom kann sich durch unterschiedliche Symptome bemerkbar machen. Typisch ist vor allem ein unangenehmer bis qualvoller Bewegungsdrang, der tief in den Beinen zu sp√ľren ist ‚Äď oft begleitet von einem Spannungs- oder Druckempfinden.

Zusätzlich zu den unruhigen Beinen treten häufig Missempfindungen als Beschwerden auf. Diese können sich zum Beispiel als Kribbeln in den Beinen äußern oder auch als Ziehen, Klopfen, Brodeln oder Reißen. In manchen Fällen zeigen sich beim Restless-Legs-Syndrom zudem Symptome wie Schmerzen oder krampfartige Beschwerden in den Beinen.

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Um das unangenehme Unruhe-Gef√ľhl in den Beinen und die m√∂glichen Missempfindungen zu unterbrechen, bleibt Betroffenen oft nichts anderes √ľbrig, als dem Drang nachzugeben und die Beine zu bewegen. Die Beschwerden lassen dadurch jedoch meist nur kurzfristig nach.

Die Restless-Legs-Symptome können variieren und beidseitig oder auch einseitig auftreten. In manchen Fällen zeigen sich die Beschwerden abwechselnd mal links, mal rechts. Eher selten sind beim Restless-Legs-Syndrom zusätzlich die Arme oder andere Körperbereiche von den Beschwerden betroffen.

Das Restless-Legs-Syndrom tritt vor allem in Ruhe und Entspannung auf. Symptome zeigen sich deshalb meist im Liegen oder Sitzen und insbesondere abends oder nachts im Schlaf. Bei vielen Betroffenen verursachen die unruhigen Beine deshalb Schlafst√∂rungen. Das kann auf Dauer zu Leistungseinbu√üen am Tag, Tagesm√ľdigkeit und Ersch√∂pfung f√ľhren.

Unruhige Beine k√∂nnen auch tags√ľber auftreten, wenn Betroffene l√§ngere Zeit reglos in einer Position verharren m√ľssen, etwa bei langem Sitzen im Auto, im Kino, im Konzert oder in einem Vortrag. Manche Menschen mit Restless-Legs-Syndrom versuchen deshalb, Situationen mit langem Stillsitzen zu meiden, und richten ihr Freizeitverhalten nach der Erkrankung aus.

Je nach Ausmaß der Beschwerden kann das Restless-Legs-Syndrom sehr belasten und die Lebensqualität einschränken.

Restless-Legs-Syndrom: Ursachen

Beim Restless-Legs-Syndrom werden wahrscheinlich Signale im Nervensystem fehlerhaft √ľbermittelt. Die genauen Ursachen daf√ľr sind bislang noch nicht abschlie√üend gekl√§rt.

Man vermutet, dass bei Menschen mit Restless-Legs-Syndrom der Stoffwechsel des Botenstoffs Dopamin im Gehirn gestört ist. Dieser Neurotransmitter spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Signale von einer Nervenzelle zur nächsten weiterzuleiten.

Zudem scheint es eine erbliche Komponente zu geben, da viele Betroffene in der Familie weitere Angehörige mit Restless-Legs-Syndrom haben. Studien zeigen, dass bei Menschen mit unruhigen Beinen bestimmte Genvarianten häufiger vorkommen. Inwiefern diese tatsächlich mit der Erkrankung zusammenhängen, konnte jedoch noch nicht geklärt werden.

Fachleute unterscheiden zwei Formen des Restless-Legs-Syndroms. Bei der ersten und häufigeren Form sind die genauen Ursachen unbekannt (idiopathisches Restless-Legs-Syndrom). Bei der zweiten Form sind die unruhigen Beine Folge einer anderen Erkrankung (sekundäres Restless-Legs-Syndrom).

Zu den m√∂glichen Ursachen f√ľr ein sekund√§res Restless-Legs-Syndrom z√§hlen unter anderem:

  • dialysepflichtiges Nierenversagen (Niereninsuffizienz)
  • Eisenmangel
  • Schwangerschaft
  • Polyneuropathie, diabetische Neuropathie
  • Parkinson
  • multiple Sklerose
  • Vitamin-B12-Mangel
  • Fols√§uremangel
  • √úber- oder Unterfunktion der Schilddr√ľse
  • rheumatoide Arthritis
  • entz√ľndliche Darmerkrankungen wie Z√∂liakie, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa

Restless-Legs-Syndrom durch Medikamente

Ein sekund√§res Restless-Legs-Syndrom kann eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente sein oder durch diese verst√§rkt werden. Das gilt zum Beispiel f√ľr Wirkstoffe aus der Gruppe der Dopamin-Antagonisten, wie manche Antidepressiva oder Neuroleptika.

Treten unter der Einnahme von Medikamenten Restless-Legs-artige Beschwerden auf, sollten Betroffene die Medikamente jedoch keinesfalls eigenm√§chtig absetzen, sondern R√ľcksprache mit dem Arzt oder der √Ąrztin halten. So l√§sst sich kl√§ren, ob m√∂glicherweise die Dosis ver√§ndert oder auf ein anderes Pr√§parat gewechselt werden kann.

Restless-Legs-Syndrom in der Schwangerschaft

Relativ h√§ufig entwickelt sich bei Frauen in der Schwangerschaft ein Restless-Legs-Syndrom: Etwa jede dritte bis vierte Schwangere ist davon betroffen. Meist beginnt es in der Fr√ľhschwangerschaft und nimmt im weiteren Verlauf zu.

Bestand schon vor der Schwangerschaft ein Restless-Legs-Syndrom, können bereits bestehende Beschwerden stärker werden. Nach der Geburt bessern sich unruhige Beine in der Regel wieder. Warum gerade schwangere Frauen so häufig Restless-Legs-Symptome entwickeln, ist noch unklar.

Restless-Legs-Syndrom: Diagnose

Um bei Verdacht auf Restless-Legs-Syndrom die Diagnose zu stellen, gen√ľgt in der Regel ein √§rztliches Gespr√§ch. Dabei wird sich der Arzt oder die √Ąrztin nach den genauen Beschwerden und der Krankengeschichte erkundigen. Gegebenenfalls schlie√üt sich eine k√∂rperliche Untersuchung an.

F√ľr das Restless-Legs-Syndrom sprechen die folgenden vier Punkte:

  • Es besteht ein unangenehmer Bewegungsdrang in den Beinen (selten in den Armen) und es treten gleichzeitig Missempfindungen (wie Kribbelgef√ľhle) oder Schmerzen auf.
  • Die Beschwerden zeigen sich vor allem in Phasen der Ruhe oder nehmen in diesen zu.
  • Bewegung kann die Beschwerden f√ľr kurze Zeit bessern.
  • Die Symptome machen sich haupts√§chlich abends oder nachts bemerkbar.

Gibt es weitere Fälle von Restless-Legs-Syndrom in der Familie, zählt das als weiterer Hinweis.

L-Dopa-Test

Um beim Restless-Legs-Syndrom die Diagnose zu stellen, testen manche √Ąrzte oder √Ąrztinnen zudem, welchen Effekt der Wirkstoff Levodopa (L-Dopa) bei den Betroffenen auf die Beschwerden hat.

L-Dopa ist eine Vorstufe von Dopamin, die der Körper in den aktiven Botenstoff umwandelt. Bessern sich die Beschwerden durch den Test, bestärkt das den Verdacht. Bessern sich die Symptome nicht, lässt sich die Erkrankung aber dennoch nicht ausschließen.

Weitere Untersuchungen

Da auch andere Erkrankungen Ursache f√ľr das Restless-Legs-Syndrom sein k√∂nnen, veranlasst der Arzt oder die √Ąrztin gegebenenfalls weitere Untersuchungen, wie zum Beispiel Blutuntersuchungen oder einen Test auf Leitf√§higkeit der Nerven (Elektroneurografie).

Eine Untersuchung im Schlaflabor kann ratsam sein, wenn Betroffene neben unruhigen Beinen stark unter Tagesm√ľdigkeit und Schlafproblemen leiden.

Restless-Legs-Syndrom: Was hilft als Therapie?

Ob ein Restless-Legs-Syndrom behandelt werden sollte und welche Therapie die richtige ist, hängt vor allem davon ab,

  • welches Ausma√ü die Beschwerden haben,
  • wie gro√ü der Leidensdruck der Betroffenen ist und
  • ob sich eine m√∂gliche Ursache feststellen l√§sst.

Verursacht ein N√§hrstoffmangel (wie Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel, Fols√§uremangel) unruhige Beine, bessern sich die Beschwerden h√§ufig, sobald dieser behoben ist. Ob es ausreicht, den Mangel √ľber die Ern√§hrung auszugleichen oder mithilfe von Nahrungserg√§nzungsmitteln, sollten Betroffene mit dem Arzt oder der √Ąrztin besprechen.

Steckt eine andere Erkrankung (etwa Diabetes) hinter den Restless-Legs-Beschwerden, ist es ratsam, diese zu behandeln.

Kommt es in der Schwangerschaft zum Restless-Legs-Syndrom, gehen die Beschwerden meist nach der Geburt wieder zur√ľck. Akute Beschwerden lassen sich zum Beispiel durch Abbrausen der Beine mit k√ľhlem Wasser lindern. Auch k√ľhle Gelkompressen zum Auflegen oder k√ľhlende Gels zum Auftragen k√∂nnen vor√ľbergehend helfen. Positiv kann sich zudem regelm√§√üige Bewegung (in Ma√üen und soweit m√∂glich) auswirken.

Sind die Restless-Legs-Symptome eine Nebenwirkung von Medikamenten, lässt sich möglicherweise ein Ersatzpräparat finden, das besser verträglich ist. Betroffene sollten die unter Verdacht stehenden Medikamente deshalb nicht auf eigene Faust absetzen, sondern sich hierzu ärztlich beraten lassen.

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Restless-Legs-Syndrom: Medikamente zur Behandlung

Bei manchen Menschen sind die Beschwerden beim Restless-Legs-Syndrom so schwer ausgepr√§gt, dass sie spezielle Medikamente zur Therapie ben√∂tigen. Infrage kommen hierf√ľr sogenannte dopaminerge Wirkstoffe (wie L-Dopa und Dopamin-Agonisten). Diese Medikamente wirken in der Regel gut und k√∂nnen die Beschwerden rasch lindern.

Manchmal stellen sich bei der Behandlung mit L-Dopa und Dopamin-Agonisten jedoch Komplikationen ein: Die Restless-Legs-Symptome nehmen dann unerwartet zu oder machen sich fr√ľher bemerkbar. Der Fachausdruck daf√ľr lautet Augmentation. In der Regel empfiehlt der Arzt oder die √Ąrztin in solchen F√§llen den Wechsel auf ein anderes Medikament.

Bei Unverträglichkeit, zu geringer Wirkung oder starken Nebenwirkungen können alternativ auch Opioide (wie Oxycodon) oder Antiepileptika (wie Pregabalin, Gabapentin) zum Einsatz kommen.

Restless-Legs-Syndrom: Hausmittel

Sind die Beschwerden durch das Restless-Legs-Syndrom eher leicht, k√∂nnen unter Umst√§nden Hausmittel beziehungsweise einfache, nicht-medikament√∂se Ma√ünahmen helfen. Was im Einzelfall am besten gegen unruhige Beine hilft, m√ľssen Betroffene selbst ausprobieren.

Lindernd auswirken k√∂nnen sich beim Restless-Legs-Syndrom zum Beispiel Hausmittel wie Beinmassagen, warme oder kalte Fu√üb√§der sowie Wechselduschen der Beine. Auch Dehn√ľbungen f√ľr die Beine empfinden einige Betroffene als wohltuend.

Regelmäßige Bewegung in Maßen kann sich allgemein positiv auf Restless-Legs-Beschwerden auswirken, sollte jedoch möglichst nicht kurz vor dem Schlafengehen stattfinden.

Zwar gibt es keine spezielle Ernährung, die gegen das Restless-Legs-Syndrom hilft. Generell ist jedoch eine möglichst ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung zu empfehlen.

Wach machende, anregende Getr√§nke (wie zum Beispiel Kaffee, schwarzer oder gr√ľner Tee, Cola-Limonaden oder Energydrinks) sollten Betroffene einige Stunden vor dem Schlafengehen meiden, ebenso wie Alkohol.

Magnesium scheint in manchen F√§llen von Restless-Legs-Syndrom zu helfen ‚Äď wissenschaftlich belegt ist diese Wirkung jedoch nicht.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Andrea Goesch
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