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Ja, die Redaktion hat f√ľr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Darauf sollten Krebspatienten bei der Ernährung achten

Von Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 22.02.2022Lesedauer: 4 Min.
Eine junge Frau schneidet Obst: Eine vitaminreiche Ern√§hrung unterst√ľtzt das Immunsystem.
Eine ausgewogene, vitaminreiche Ern√§hrung unterst√ľtzt das Immunsystem und ist f√ľr Menschen, die an Krebs erkrankt sind, besonders wichtig. (Quelle: Drazen_/getty-images-bilder)
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Mit Ern√§hrung l√§sst sich eine Krebserkrankung nicht heilen. Doch sie kann helfen, den K√∂rper beim Kampf gegen den Tumor zu unterst√ľtzen und das Immunsystem zu st√§rken. Allerdings sind viele Ratschl√§ge, die man in den Medien liest, weder empfehlenswert noch wissenschaftlich fundiert.

F√ľr eine optimale Unterst√ľtzung des Immunsystems w√§hrend einer Krebstherapie ist eine ausgewogene und gesunde Ern√§hrung enorm wichtig. Menschen, die an Krebs erkrankt sind, kommen oftmals an ihre Grenzen, da die Behandlung sie viel Kraft kostet und ben√∂tigen daher lebenswichtige N√§hrstoffe. Welche Ern√§hrungsform Krebsexperten empfehlen und welche Ratschl√§ge Patienten besser ignorieren sollten..


Zysten, Myome, Polypen: Gutartige Tumore

Lipom auf der Kopfhaut: Das Fettgeschw√ľlst kann an s√§mtlichen Stellen des K√∂rpers auftauchen.
Polypen im Darm: Sie werden als Vorbeugemaßname entfernt, um Darmkrebs zu verhindern.
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Mangelernährung vorbeugen: Wie sollen Krebspatienten sich ernähren?

Kachexie (krankheitsbedingter extremer Gewichtsverlust) und Mangelernährung sind bei Betroffenen einer Krebserkrankung häufig. Die Erkrankung selbst nimmt den meisten den Hunger und die Krebstherapie ist oft von Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen begleitet. Auch ist das Essen selbst häufig erschwert, etwa, wenn Speiseröhre, Magen oder Darm von der Krebsbehandlung betroffen sind. Es ist daher wichtig, zu versuchen, angepasst an die jeweilige Krebserkrankung und -therapie den Körper bestmöglich mit Energie und Nährstoffen zu versorgen.

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"Man kann Krebsbetroffenen keine pauschale Ern√§hrungsempfehlung geben. Die Ern√§hrung ist abh√§ngig von der Gesamtsituation des Betroffenen. Generell sollte die Ern√§hrung m√∂glichst nahrhaft und st√§rkend sein. Viele Krebspatientinnen und -patienten k√∂nnen sich normal ern√§hren. Anderen hilft eine Ern√§hrungsberatung", sagt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. "Die Ern√§hrungsberatung und -therapie sind feste Bestandteile der Krebsbehandlung. Es ist bekannt, dass ein guter Ern√§hrungszustand der Betroffenen die Lebensqualit√§t w√§hrend der Therapie g√ľnstig beeinflussen kann. Eine Mangelern√§hrung wiederum kann das Wohlbefinden verschlechtern."

Trinknahrung kann den Speiseplan ergänzen

Die Ern√§hrungsempfehlungen werden individuell an den Patienten und seine Bed√ľrfnisse angepasst. Generell wird ‚Äď so wie bei Gesunden ‚Äď eine ausgewogene und vollwertige Ern√§hrung mit m√∂glichst wenig industriell verarbeiteten Produkten angestrebt. "Bei starkem Gewichts- und Muskelverlust wird eine eiwei√üreiche Kost empfohlen", r√§t Weg-Remers. "Manchmal kann leicht verdauliche und hoch kalorische Trinknahrung verabreicht werden, um die Versorgung mit Kalorien und N√§hrstoffen zu verbessern. Diese kann auch hilfreich sein, wenn das Schlucken schwerf√§llt. Manchmal ist die Zufuhr von N√§hrstoffen √ľber eine Sonde notwendig."

Vielen f√§llt es zudem leichter, √ľber den Tag verteilt mehrere kleine Portionen zu essen als drei gro√üe Mahlzeiten. "Gegessen werden darf, was gut bekommt und worauf man Appetit hat. Niemand muss sich an strenge Regeln halten oder auf bestimmte Lebensmittel komplett verzichten", so die Krebsexpertin. Dennoch ist es ratsam, m√∂glichst vollwertig zu essen und den Anteil an Lebensmitteln zu reduzieren, die mit einem erh√∂hten Krebsrisiko in Verbindung stehen. Dazu geh√∂ren unter andere, rotes Fleisch, Fleischprodukte wie Wurst und Schinken, gep√∂kelte Fleischwaren, Frittiertes, Angebranntes, stark zucker- und fetthaltige Lebensmittel sowie Alkohol.

Ernährung bei Krebs: Was bringt der Verzicht auf Kohlenhydrate?

Menschen mit Krebs bekommen h√§ufig Di√§ten angeboten, die in unterschiedlichem Ausma√ü kohlenhydratarm sind. Als Begr√ľndung f√ľr diese ‚Äď teilweise auch als ketogene Di√§ten bezeichneten Ern√§hrungsformen ‚Äď wird angef√ľhrt, dass der Stoffwechsel von Tumorzellen von Kohlenhydraten abh√§ngig sei. So sollen diese Di√§ten entweder einen direkten Einfluss auf das Tumorwachstum, die Metastasierung oder eine Verbesserung der Wirksamkeit von Chemo- und/oder Strahlentherapie nehmen. Doch k√∂nnen sie das wirklich?

"Eine spezielle Ern√§hrungsform, die den Krebs gezielt bek√§mpft oder einem Wiederauftreten vorbeugt, gibt es bislang nicht. Es gibt keine √ľberzeugenden wissenschaftlichen Beweise, dass eine bestimmte Ern√§hrungsweise, zum Beispiel die ketogene Ern√§hrung, den Krebs heilen k√∂nnte. Der Zuckerstoffwechsel ist zu komplex, als dass man durch den Verzicht auf Kohlenhydrate Krebszellen aushungern k√∂nnte", sagt Weg-Remers. "Im Rahmen der Krebstherapie kann eine einseitige Ern√§hrung einen N√§hrstoffmangel beg√ľnstigen und einen ungew√ľnschten Gewichtsverlust verst√§rken.

Zudem vertragen viele Betroffene sehr fettreiche Speisen und Rohkost nicht. Was man bislang wei√ü, ist, dass bei Frauen nach einer erstmaligen Brustkrebstherapie das Risiko f√ľr ein Rezidiv gesenkt werden kann, wenn die Frauen durch eine Kalorienreduktion √úbergewicht abbauen und ein normales Gewicht erreichen."

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Dr. Susanne Weg-Remers ist Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Nach ihrem Abschluss hat sie in der Inneren Medizin sowie in der klinischen und Grundlagenforschung f√ľr Krebs gearbeitet. Die Expertin steht in engem Kontakt mit Brustkrebspatientinnen.

Krebs bekämpfen mit Nahrungsergänzungsmitteln?

Krebsexperten raten Krebspatientinnen und Krebspatienten von einer Einnahme von Nahrungserg√§nzungsmitteln ohne √§rztliche Absprache generell ab ‚Äď egal, ob in Form von Vitaminen, Mineralstoffen und Pflanzenextrakten. Denn: "Viele Stoffe vertragen sich nicht mit der Krebstherapie. Es kann zu gesundheitsgef√§hrdenden Wechselwirkungen kommen, oder die Arzneimittel beziehungsweise die Strahlentherapie wirken nicht wie gew√ľnscht", sagt Weg-Remers. "Betroffene einer Krebserkrankung sollte immer mit den behandelnden √Ąrzten R√ľcksprache halten, ob eine Einnahme risikofrei m√∂glich ist."

Auch Nahrungserg√§nzungsmitteln zur Krebsvorbeugung stehen Experten skeptisch gegen√ľber. Zum einen, weil Studien mit isolierten N√§hrstoffen keinen gesicherten vorbeugenden Effekt zeigen konnten. Zum anderen, weil durch die Einnahme bestimmter Vitamine in Form von Nahrungserg√§nzungsmitteln das Krebsrisiko sogar steigen kann. Als ein Beispiel nennt der Krebsinformationsdienst (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) die "CARET-Studie": Bei m√§nnlichen Rauchern, die Vitamin A als Nahrungserg√§nzungsmittel einnahmen, stiegt das Lungenkrebsrisiko. Die Studie musste abgebrochen werden.

Andere Untersuchungen zeigen, dass Vitamin B6 und B12 das Lungenkrebsrisiko ebenfalls erh√∂hen k√∂nnen. In der "SELECT-Untersuchung" zeigte sich: Bei M√§nnern, die Selen und Vitamin E zur Krebspr√§vention einnahmen, stiegt das Risiko f√ľr Prostatakrebs.

Kann Ernährung Krebs vorbeugen?

Eine gesunde Ern√§hrung kann helfen, das Risiko f√ľr bestimmte Krebsarten, darunter Brustkrebs und Darmkrebs, zu senken. Einen 100-prozentigen Schutz vor Krebs gibt es aber nicht. Selbst mit einem vorbildlichen Lebensstil, orientiert an den aktuellen Krebsvorbeugungs-Empfehlungen der Fachgesellschaften, ist man nicht sicher gesch√ľtzt: H√§ufig ist Krebs zufallsbedingt. Niemand ist daher "schuld" an seiner Krebserkrankung.

Krebsprävention: Welche Ernährung empfehlen Krebsexperten?

Allerdings besteht die Chance, das eigene Krebsrisiko mit einer ausgewogenen Ern√§hrung zu senken. Auch, weil eine gesunde Ern√§hrung mit m√∂glichst frischen, unverarbeiteten und ballaststoffreichen Lebensmitteln den K√∂rper nicht nur mit wichtigen N√§hrstoffen und Pflanzenstoffen zur Gesunderhaltung versorgt, sondern auch, weil eine gesunde Ern√§hrung im Zusammenhang mit k√∂rperlicher Aktivit√§t √úbergewicht vorbeugt. Studienauswertungen der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) und dem World Cancer Reasearch Fund (WRCF) haben gezeigt: √úbergewicht erh√∂ht das Risiko f√ľr mindestens 13 Krebsarten, darunter Brustkrebs, Darmkrebs, Prostatakrebs, Leberkrebs und Gallenblasenkrebs.

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass rund 30 Prozent aller Krebsf√§lle in den westlichen L√§ndern auf ung√ľnstige Ern√§hrungs- und Bewegungsgewohnheiten zur√ľckzuf√ľhren sind. Einigen Lebensmittel sprechen Experten risikosteigernde Eigenschaften zu, darunter rotes Fleisch, Fleischerzeugnisse wie Wurst und Schinken und Frittiertes sowie Alkohol. Auch Zucker wird als Krebsrisikofaktor diskutiert. Obst, Gem√ľse, Salaten, N√ľssen und Vollkornprodukten hingegen sprechen Experten krebssch√ľtzende Eigenschaften zu.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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